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Thema: now watching / now reading

  1. #1901
    Dann wirst du mit dem Arc noch sehr viel Spaß haben. Gon und Killua sind da imo eigentlich nur Nebendarsteller, auch wenn das zu Beginn noch nicht so erscheinen mag. Hier hat Gon übrigens auch eine sehr ikonischen Auseinandersetzung - mit Folgen. Übetrumpft wird diese von noch ikonischeren Fights. Die Chimären liefern, wenn es um Action geht, wirklich gut ab.

    Shounen Protagonisten sind ja meistens langweilig. Deku aus BnHA ist da wahrscheinlich noch am Besten, aber gerade Ruffy aus One Piece ist ja bis auf die einfachsten Charakter Traits, die man so haben kann, reduziert. Da kann es einem natürlich etwas schwer fallen, sich mit den Protagonisten anzufreunden, aber gerade die Gegenspieler machen ja einen großen einer Serie aus. Besonders aufgefallen ist mir das bei Yu Yu Hakusho, wo ich nur darauf gelauert habe, dass Yusuke gegen Toguro kämpfen wird. Was ein Charakter da alles ausmachen kann.

  2. #1902
    Zitat Zitat von Kynero Beitrag anzeigen
    Dann wirst du mit dem Arc noch sehr viel Spaß haben. Gon und Killua sind da imo eigentlich nur Nebendarsteller, auch wenn das zu Beginn noch nicht so erscheinen mag. Hier hat Gon übrigens auch eine sehr ikonischen Auseinandersetzung - mit Folgen. Übetrumpft wird diese von noch ikonischeren Fights. Die Chimären liefern, wenn es um Action geht, wirklich gut ab.

    Shounen Protagonisten sind ja meistens langweilig. Deku aus BnHA ist da wahrscheinlich noch am Besten, aber gerade Ruffy aus One Piece ist ja bis auf die einfachsten Charakter Traits, die man so haben kann, reduziert. Da kann es einem natürlich etwas schwer fallen, sich mit den Protagonisten anzufreunden, aber gerade die Gegenspieler machen ja einen großen einer Serie aus. Besonders aufgefallen ist mir das bei Yu Yu Hakusho, wo ich nur darauf gelauert habe, dass Yusuke gegen Toguro kämpfen wird. Was ein Charakter da alles ausmachen kann.
    Habe Hunter × Hunter Folge 96-148 jetzt durch und mein Fazit zum vorläufigen Ende der Serie ist von Gut auf ein Befriedigend gefallen.
    Der Chimera Ameisen Arc war letztendlich eine einzige riesige Enttäuschung für mich, da ich bereits vor Jahren immer nur positives gehört habe und das Ergebnis war dann erschreckend miserabel.
    War sogar kurz davor abzubrechen und habe alleine deswegen durchgehalten, weil ich den nächsten Arc herbeigesehnt habe.
    Mal sehen ob ich alle Punkte zusammenkriege, was mich an Hunter × Hunter in den besagten Folgen störte:

    - Gon.
    Ich hasse diesen Bengel.
    Sobald der seinen Mund aufmacht schalte ich auf Durchzug.


    - Der Erzähler und ein viel zu langer Arc.
    Ja, Shounen können sehr in die Länge gezogen werden und hat mich der Erzähler in Dragon Ball damals schon genervt, aber in Hunter × Hunter war das bis zum Chimera Ameisen Arc erträglich.
    Dann kam man anscheinend auf die Idee eine neue Erzählform auszuprobieren, wo in ca. 20 Folgen ca. 1 Stunde behandelt wird und das streckt man, indem der Erzähler jede Bewegung, jeden Gesichtsausdruck, ja, sogar jedes Wort kommentiert und nochmals erklärt, weil vorm Fernseher anscheinend nur Vollidioten sitzen.
    Sorry, aber wer das mag hat Nerven aus Drahtseile, denn man hätte die Ameisen in 20 Folgen weniger abfertigen können.
    Doch anscheinend stehe ich mit dieser Meinung relativ alleine da, denn dieser Part ist ja regelrecht berühmt, nur für mich ein einziges Desaster.

    - Die Fights zum Schluss.
    Absolut schwach.
    Nicht einer konnte mich überzeugen und der bereits verteufelte Erzähler das bisschen was gezeigt wird völlig ruiniert.


    - Die Leibwächter.
    Welche kranken Phantasien haben den Autor geritten?
    Das man mit Gon & Killua sich ein gewissen Verdacht nicht entziehen kann ist sicherlich gewollt.
    Freunde hier, Freunde da, fallen sich in die Arme, die Tränen fließen, dann helfen die sich beim ausziehen um zu baden und werden beide öfters mit niedlichen Katzenohren gezeigt.
    Ehrlich, der Brechreiz durch so viel Niedlichkeit war schwer zu unterdrücken und jedes kleine Mädchen mit Vorliebe für Animes dürfte bei solchen Szenen das Herz aufgehen, für mich war das grenzwertig, aber gut, Geschmackssache.
    Die Leibwächter allerdings sind da ne Ecke heftiger.


    Der Arc direkt danach hat mich dafür etwas friedlich gestimmt.


    Fazit: One Piece und Dragon Ball konnten mich in den ersten 100 Folgen vor zig Jahren besser unterhalten und Stand heute kommen die alle kein Stück an My Hero Academia ran.

    Geändert von Ὀρφεύς (11.10.2018 um 00:08 Uhr)

  3. #1903
    Vieles ist natürlich auch der Länge geschuldet. Man hätte gerade die Endphase abkürzen können, aber ist halt ein Shounen Anime... ^^ Und gerade bei so langen Arcs wird es natürlich immer mehr abgespaced, je länger sie andauern.

    Ich hingegen mochte die Chimären Ameisen sehr. Einfach, weil Hunter x Hunter damit sehr schön gezeigt hat, wie konsequent die Handlung ist und welche Konsequenzen sie fordert.
    Die Beziehung von Gon und Killua verändert sich, Charaktere lassen ihr Leben, philosophische Fragen werden aufgeworfen, aber nur zum Teil beantwortet, man sieht zum ersten mal das Niveau starker Nen User, Feinde werden zu Freunde, usw.
    Natürlich ist es immer eine Frage des Geschmacks, aber trotzdem würde ich im Allgemeinen schon behaupten, dass die Chimären Ameisen vieles richtig gemacht haben. Den Erzähler fand ich später aber auch nicht mehr so toll.
    Ich finde aber, dass gerade die bescheuerten Stellen, auch einen Reiz der Serie ausmachen. Du weißt einfach nie, was noch passieren wird. Prinzipiell kann nämlich jeder in dieser Welt sterben und das gibt Hunter x Hunter einem auch immer wieder zu verstehen. Nicht so wie in One Piece, wo der Handlungsverlauf schnell ersichtlich ist und der Tod gar keine Rolle spielt, was angesichts der Piratenthematik einfach nicht konsequent ist. Gerade die Begründung, dass Ruffy seine Gegner nicht tötet, weil er durch einen Sieg eher dessen Träume "tötet"... ja, macht man in einem Piratenzeitalter ja auch so!
    Oder Hitman Reborn, wo es um Mafiosi geht, es dafür aber immer erstaunlich harmlos zugeht.
    Das finde ich ja so faszinierend an HxH, diese bedrückende Atmosphäre, dieses Gefühl, dass der Tod allgegenwärtig ist, gepaart mit ein paar äußerst skurrilen Momenten, und der ständigen Frage, was danach noch kommen wird, da das große Ziel nicht fassbar erscheint.
    Das ist etwas, was Hunter x Hunter anderen Shounen einfach um Längen Voraus hat. Mit den Chimären Ameisen hat Togashi einfach mal ein fettes Statement abgegeben. Die ersten 150 Folgen von One Piece fand ich da im direkten Vergleich nicht so toll, auch wenn ich das Franchise trotzdem sehr mag. Leider hat One Piece gerade als Anime merklich an Qualität eingebüßt. Die neusten Folgen sind so langweilig, da passiert sogar in den ruhigsten Slice of Life Serien mehr.
    Der Manga ist zwar immer noch unterhaltsam, aber nicht mehr so toll wie noch zu Beginn. Ich wünschte, Oda hätte in Water Seven niemals Dragon Ball eingebaut... das hat die Teufelsfrüchte nämlich ganz schön entkräftigt.
    BnHA ist zwar großartig, aber mir persönlich fehlt hier noch der große Knall, den HxH schon hatte, auch wenn die dritte Staffel schon recht nah an diesem dran war.

    Apropos Shounen:
    Vielleicht schaue ich bald mal in Black Clover rein. Das Setting reizt mich zwar null, aber ich lasse mich natürlich gerne überraschen. Mit Fairy Tail, Naruto und Bleach konnte ich auch nicht viel anfangen, da mich das Setting in den ersten Folgen nicht überzeugen konnte.

  4. #1904
    Für diesen Arc gibt es übrigens ein cooles Video, auch wenn das nicht unbedingt 100%ig exakt ist. Hat mir vom Pacing abgesehen aber auch ganz gut gefallen. Wär nur toll wenn der Manga nicht ständig Pausen einlegen würde. So habe ich leider kein Interesse über die Story des Anime hinaus weiter zu lesen.


    Zitat Zitat von Kynero
    Leider hat One Piece gerade als Anime merklich an Qualität eingebüßt. Die neusten Folgen sind so langweilig, da passiert sogar in den ruhigsten Slice of Life Serien mehr.
    Schau lieber den One Pace Fanedit wenn du die Serie überhaupt noch sehen willst. Da schneiden sie soviel Filler wie möglich raus, und das mit einem recht guten Endergebnis, wodurch zum Beispiel Dressrosa von 117 Folgen auf 48 gestutzt wurde. Sie müssten zwar theoretisch ihren ersten Folgen nochmal durchgehen weil die nicht ganz so gut gemacht waren, aber das wird vermutlich nicht passieren bis sie nicht alle anderen schlechter gepacten Arcs durch haben.

    Und Bleach wird auch eigentlich erst mit dem Soul Society Arc (ab Folge 21) richtig gut ... nur um dann immer weiter abzunehmen. Und da gibs dann auch noch tausend Filler Arcs die teilweise zwischen noch laufende Arcs gequetscht wurden. Hab ich deswegen auch gar nicht mehr zuende geschaut, genauso wie Naruto. Wobei der Bleach Anime ja nichtmal zuende gebracht wurde sondern stattdessen noch einen Arc über das was sinnvollerweise das Finale hätte sein sollen hinausgeht und dann einfach aufhört. Aber für das richtige Finale hätte sich das aufgrund des gerushten Endes eh nicht gelohnt.

  5. #1905
    @Kynero

    Heftig wie viele Folgen One Piece mittlerweile hat.
    Habe One Piece damals bis nach Alabasta verfolgt und das war während meiner Schulzeit.
    Was mich in Hunter x Hunter überrascht hat war Sehe dennoch von einer weiteren Verfolgung von Hunter x Hunter ab, denn ähnlich wie Jack habe ich keine Geduld für diese permanenten Pausen und ob das hinterher als Anime erscheint steht in den Sternen.

    Doch genug von Hunter x Hunter.
    Wollte die Woche endlich wieder vernünftige Animes sehen und habe mir zwei Serien und einen Film rausgepickt.

    1. Fireworks - Alles eine Frage der Zeit

    Grundgütiger, wie schlecht kann ein Anime überhaupt sein?
    Meine Erwartungen waren bei 0 und wusste gar nicht worum es geht und die ersten Minuten waren recht harmonisch und dann haut der Film Zeugs raus, geht gar nicht.
    Erinnerte mich ein wenig an Your Name (in schlecht) da man sich nicht die Mühe macht irgendetwas zu erklären.
    Fireworks hätte besser Und täglich grüßt die Pubertät heißen sollen.

    2. Golden Kamuy Season 1

    Endlich, endlich, endlich eine Animationsserie aus Japan die mich voll abgeholt hat.
    Dachte schon My Hero Academia bleibt dieses Jahr die einzige Serie die mich restlos packt, denn alle anderen waren entweder schlecht oder nur gut bzw. haben ein unglückliches vorläufiges Ende erhalten wie Die Walkinder.

    Ich fange mal mit ein wenig Kritik an.

    - In Golden Kamuy dreht sich viel ums essen.
    Kam mir ein wenig vor wie in Bravely Second: End Layer, aber hat der Spagat zwischen Humor und interessanten Einzelheiten wie was zubereitet wird oder welche Bräuche man pflegt sehr gut gefallen.

    - Humor ist Programm, womit ich nach den ersten beiden Folgen nicht gerechnet habe, da Golden Kamuy recht ernst wirkt.
    Wobei das für mich minimale Kritik darstellt und nicht groß werten kann, da ich gerade diesen Humor begrüße, sag da nur Orca.

    Abseits dessen scheint da ein richtig dickes Abenteuer auf den Zuschauer zu zukommen, innerhalb einer interessanten unverbrauchten Zeit und Location.
    Die Chemie zwischen Sugimoto, Asirpa und Shiraishi harmoniert wunderbar, jeder übernimmt seinen Part und gleichzeitig nerven die zu keiner Sekunde.
    Man vermeidet die üblichen Klichee-Fallen, wo z.B. Asirpa als das hilflose Kind oder Shiraishi als Clown dargestellt werden.
    Beide wissen sich zu verteidigen, haben ihre Berechtigung im Team und nach Hunter x Hunter eine Wohltat, da nicht jeder Gedanke und jede Handlung mehrfach erklärt wird, als sei man völlig debil.
    Das selbst die feindlichen Gruppierungen eigene Folgen mit genügend Background bekommen ist das I-Tüpfelchen schlechthin und selbst die gezeigte Brutalität geht gerade noch und passt zur rauen Landschaft gut dazu und mag ja die realistischen Kampfszenen, die wohldosiert den Zuschauer verabreicht werden.
    Echt, ein dickes Lob an Noda Satoru für Golden Kamuy und ist das Ending nicht klasse?



    3. Erased - Die Stadt, in der es mich nicht gibt

    Gestern Abend angefangen und heue Morgen beendet.
    Erased ist der mit Abstand spannendste Anime den ich dieses Jahr bisher gesehen habe.
    Lange nicht mehr so mitgefiebert in gerade mal 12 Episoden, dabei kann man sich ab Folge 1 bereits denken wer der Mörder ist.
    Dennoch, die Verpackung macht's und mag solche Zeitreise-Storys gerne, doch Erased erreicht hier ein Tempo, dass es schwer ist abzuschalten und war nach fast jeder Folge platt von all den Ereignissen und welches Maß der Spannungsbogen bereits in der ersten Folge erreicht, ist bemerkenswert.
    Hinzukommt eine nicht übermächtige Fähigkeit und lauter sympathischer Charaktere, die den Anime bodenständig bis zum Ende geleiten und Fragen bleiben ebenfalls keine offen.

    Puh, Golden Kamuy & Erased haben diese Woche schwer begeistert und das muss erstmal überboten werden... jemand Vorschläge?

    Geändert von Ὀρφεύς (20.10.2018 um 17:13 Uhr)

  6. #1906
    Zitat Zitat von Ὀρφεύς Beitrag anzeigen
    Dennoch, die Verpackung macht's und mag solche Zeitreise-Storys gerne, doch Erased erreicht hier ein Tempo, dass es schwer ist abzuschalten und war nach fast jeder Folge platt von all den Ereignissen und welches Maß der Spannungsbogen bereits in der ersten Folge erreicht, ist bemerkenswert.
    Das stimmt, Erased macht durch das hohe Tempo echt was her. Und es werden auch ein paar recht harte Themen behandelt (Kindesmisshandlung wohl das herausstechendste). Das macht es auch ziemlich leicht mit den Kindern zu sympathisieren. An der "Verpackung" ist hier auch was dran, denn die Show ist eigentlich durchgehend gut animiert und benutzt ein paar recht interessante Kniffe mit den verschiedenen Formaten und starker Farbgebung. Manches vielleicht dick aufgetragen, aber dennoch gut. Wer der Mörder sollte sicher kein Geheimnis sein, auch wenn es vielleicht am Ende besser gewesen wäre, wenn er nicht so off the rails gegangen wäre *g*

    Zitat Zitat
    Hinzukommt eine nicht übermächtige Fähigkeit und lauter sympathischer Charaktere, die den Anime bodenständig bis zum Ende geleiten und Fragen bleiben ebenfalls keine offen.
    Vermutlich beziehst Du Dich da auf "Fragen zu dem Mystery" - und das stimmt, das klärt die Show ordentlich auf. Aber da sind ja durchaus ein paar Sachen, allen voran natürlich Satorus Fähigkeit, auf die die Show praktisch nicht eingeht. Auch ists n kleines bischen creepy, wie hart der erwachsene (!) Satoru auf die junge Kayo abfährt. Generell scheint er sich ziemlich gut in sein junges Ich hineinversetzen zu können, denn so~ viel merkt man nicht davon, dass er eigentlich viel älter ist.

  7. #1907
    @ Orpheus
    Dito zu Fireworks, ich war am Ende auch sehr enttäuscht vom Film. Zumindest war er visuell toll gemacht. Habe den zusammen dieses Jahr zusammen mit Your Voice (nicht A Silent Voice! ) und Mademoiselle Hanamura beim Akiba Festival geschaut. Guck dir lieber Mademoiselle Hanamura an, das ist nämlich ein wirklich großartiger Film.
    Bin schon mega hyped auf den zweiten Teil!

  8. #1908
    Zitat Zitat von Ὀρφεύς Beitrag anzeigen
    Neben Boku no Hero Academia habe ich vor einiger Zeit Ancien und das magische Königreich gesehen, womit ich leider nicht viel mit anfangen konnte.
    Auf mich wirkt der Anime nicht durchdacht mit all den reingestreuten Träume die irgendwo starten und zum Ende hin mir das Finale ein wenig kaputt gemacht haben.
    Ansonsten ein schön anzusehender Anime mit interessanter Idee.

    Edit: Habe noch Digimon Adventure tri. Chapter 1 - Reunion gesehen und nein, echt nicht mehr mein Fall.

    Akame ga Kill! - Folge 1-9

    Zuviel kitsch in übertrieben blutigen Szenen.
    Da wollte man sich wohl mit möglichst viel Blut von der Masse abheben und dabei erfüllt wirklich jeder Charakter ein Klischee und bietet nichts neues.
    Das Ende von Folge 1 war allerdings ein wenig überraschend, weswegen ich weitergeschaut habe, aber jetzt reicht es mir doch mit Akame ga Kill!.
    Alleine wie schnell die Geschichte voranschreitet und von einen Kampf in den nächsten hetzt tut diesen Anime nicht gut.
    My Hero Academia zeigt soviel besser wie spannende Fights funktionieren und bin echt auf der Suche nach etwas ähnlichem mit Tiefgang.

    Noragami - Folge 1

    Welch scheußlicher Anime.
    Die erste Folge ist mir viel zu albern und hebt sich keineswegs von Genrevertretern ab.
    Akame hat das Problem, was viele Animes haben. Zu viele Mangabände, für zu wenig Folgen. Folge 1 ist hier noch identisch mit Kapitel 1, aber dann ... der Manga umfasst 15 Bände. Und der hat schon ein hohes Sterbetempo, aber wenn man daraus nur 26 Animefolgen macht, wird eben am Fließband gestorben. Der Anime ist ganz okay, aber der Manga zeigt: es geht sehr viel besser. Wobei man im Anime natürlich einige tolle Farbmomente von TatsumiXEsdeath hat - Kommt dann doch gleich besser rüber, als nur SW.

  9. #1909
    Habe neulich auf Netflix Trigun komplett geschaut. Hatte damals nur die ersten zwei oder drei Folgen und dann noch irgendeine gegen Ende gesehen. Jetzt mal nachgeholt. War okay, aber nicht überragend. Besonders wenn man das mit anderen Vertretern vergleicht, die ungefähr in der selben Zeit rausgekommen sind (halt kein Vergleich zu Cowboy Bebop).

    Der Protagonist Vash the Stampede ist sympathisch und in der ersten Hälfte der Serie ist es noch richtig amüsant, wie er immer verwechselt wird bzw. alle ihm Zerstörungen in gigantischem Ausmaß und zig Morde anlasten, obwohl er trotz seiner Fähigkeiten niemanden umbringt und meistens gar nicht im engeren Sinne für die Schäden verantwortlich war, aber sich das durch Hörensagen einerseits und durch all die Gauner, die es auf das Kopfgeld von 60 Milliarden Double-Dollar abgesehen haben (einmal macht eine ganze Stadt Jagd auf ihn ^^) andererseits, immer weiter rumspricht und verschlimmert. Legendenbildung und so. Er verhält sich auch nicht gerade wie ein wahnsinniger Massenmörder, sondern stellenweise eher wie ein sozial ungeübter Tourist xD

    Irgendwann macht die Serie aber eine ziemliche stimmungsmäßige Kehrtwende, man erfährt etwas mehr - aber leider nicht genug - über die Hintergründe, die Kämpfe und Vash selbst werden ernster und die Opferzahlen steigen. Die Hintergrundgeschichte ist eigentlich echt cool, aber abgesehen von einer einzigen Folge, die quasi die Vorgeschichte erzählt und alle Basics abdeckt, bleiben viele Detailfragen offen, für die man wohl den Manga lesen müsste. Ansonsten wird darauf nämlich nur noch richtig in der letzten Folge eingegangen, und darin wirkt es zu knapp und gehetzt. Auch der letzte Kampf war wenig spektakulär. Hätte man durch die ganze Serie hindurch stärker auf Rückblenden gesetzt, die Vashs Vergangenheit beleuchten, wäre das viel spannender gewesen.

    Die Nebencharaktere mochte ich auch gerne, aber die kommen oft viel zu kurz. Meryl und Milly sind zwei Versicherungsangestellte, die Vash verfolgen um den Schaden, den er verursacht, zu minimieren, hehe. Wolfwood, ein Priester, mysteriöser Rivale und Freund von Vash wird auch viel zu kurz abgehandelt, weshalb das, was eigentlich eine große Enthüllung über ihn hätte sein sollen, wirkungslos verpufft.

    Besonders schwierig sehe ich aber das Setting. Eigentlich liebe ich ja rauhe Gegenden und ein staubiger Wüstenplanet mit westernartigen Revolverduellen und Saloons sagt mir total zu. Erinnert mich stark an die Wild Arms RPG-Serie. Im gegensatz zu jener fehlt es Trigun aber leider total an Abwechslung. Die Farbpalette bleibt immer die gleiche, die Städte sehen alle gleich aus. Und wenn man dann noch bedenkt, dass sich besonders zu Anfang die Struktur der Geschichten sehr ähnlich anfühlt, kann das ganze schon ziemlich repetitiv rüberkommen.

    War mal einen Blick wert, aber nicht wirklich fesselnd und wird schnell wieder vergessen sein. Wenn ich da bedenke, was andere Serien in 26 Episoden alles an Charakterentwicklung und World Building zustande gebracht haben, war Trigun eher Durchschnitt.



    Zur Zeit gucke ich Rurouni Kenshin und bin von der Qualität überrascht. Das zeitliche Setting zu Anfang der Meiji-Ära bringt die richtige Würze, mit dem ganzen Land im Umbruch. Jidai-geki /Chanbara-Gedöns mag ich sowieso schon seit Langem. Auch hier ist der Titelheld eine (inzwischen) friedliebende Killermaschine. Sehr nett, aber in brenzligen Situationen total bad-ass, von Gegnern permanent unterschätzt. Was mir hier wieder besonders auffällt ist, wie sehr ich den Animationsstil und die Technik aus jener Zeit liebe. Ich kann das nur schlecht beschreiben, aber diese Serien aus den 90ern wirken viel handwerklicher und organischer, von den Farben, von den Bewegungen, vom Charakterdesign und den Umgebungen... Heute scheint mir ein Großteil der neueren Animes steril, farblich- und effekttechnisch überladen aber trotzdem arm an Liebe zum Detail speziell bei den Hintergründen. Kommt mir alles so geleckt und perfekt vor, dass dazwischen irgendwas an Authentizität verlorengeht.



    Habe ferner mit Fullmetal Alchemist: Brotherhood angefangen, der zweiten Serie die anders als der Vorgänger (den ich kaum kenne) strikt dem Handlungsverlauf aus der Manga-Vorlage folgen soll. Soweit nicht schlecht. Man sieht die hohen Production Values und die Geschichte kann richtig schön verstörend und düster werden und auch ein paar unangenehme, alte Fragen aufwerfen (wie weit darf die Wissenschaft gehen usw.). Nur den gigantischen Hype dahinter (9,0 auf IMDb wtf?!) kann ich noch nicht so recht nachvollziehen. Finde das World Building mit diversen kleinen Exposition Dumps in Form von langen Monologen und trotzdem massig bleibenden Fragezeichen eher ein wenig holprig, und Hauptcharakter Edward Elric ist für meinen Geschmack zu frech, vorlaut und überheblich. Mal gucken wie sich das so entwickelt und ob die Erzählung sich noch steigert. Die Idee mit der Alchemie, Transmutation von Materie und alles was da noch dranhängt ist auf jeden Fall originell und gut umgesetzt; was anderes als der übliche Einheitsbrei.

  10. #1910
    @Enkidu:
    Wow, das ist ja mal was aus der Vergangenheit - war sogar noch in der Schule, als ich Trigun und Kenshin geguckt habe!

    Bei Trigun kann ich Dir voll zustimmen. Die Serie braucht unheimlich lange, um zu den größeren Twists zu kommen und hat dann keine Zeit mehr, die richtig auszuarbeiten. Wenn ich mich recht erinnere war sie manchmal auch fast episodisch, also nicht jede Episode hatte irgendwas zum Handlungsbogen beigetragen (böse Zungen würden das vielleicht als "Filler" bezeichnen *g*)
    Neben den Hauptcharaktere und einigen witzigen Einlagen von Vash erinnere ich mich aber fast nur noch an das Op, was n ziemlich cooles Riff ist

    Kenshin hatte für mich auch das Problem, dass es zu lange rumeiert, bis daraus mal was wird. Der interessante Kyoto Arc findet auch erst irgendwo in der Mitte der Serie statt und danach warens glaube ich nur noch Filler Episoden? Die Serie ist insgesamt in Ordnung, hat nen sehr sympathischen Mainchar und einige schöne historische Bezüge. An die OVA kommt die Serie aber nicht ran.

    Bei FMA ists ein wenig tricky. Bin immer noch überzeugt, dass es sich lohnen könnte, die ersten 24 (oder so) Eps der ersten Umsetzung anzusehen, weil die einfach langsamer durch die Ereignisse geht. Wobei man da auch mit ein paar seltsamen Fillersachen leben muss. Aber durch das langsamere Tempo wirken manche Momente einfach so viel besser. Nebenbei hat die erste Verfilmung ein wenig mehr Wert auf Suspense und Psychosachen gelegt, IMO. Generell hat die Show ein Faible für Twists, also was Du wohl als "holprig" bezeichnest. Es kommt am Ende alles zusammen, aber zwischendurch häufen sich schon die Fragen an.

    Obs den extremen MAL und IMDB Score verdient? Dunno. Die Show hat gute Action, sympathische Charaktere, unterhaltsame Dialoge und ne durchdachte Story über eine recht lange Laufzeit. Audiovisuell ist sie top. Sie hat einige Schockmomente und haufenweise Twists. Ich kann definitiv sehen, wieso das für Leute der beste Anime ist, auch wenn der "Wert" von FMA für mich hinter anderen Shows liegt, die einfach mehr zu sagen haben.

    Geändert von Sylverthas (29.10.2018 um 20:05 Uhr)

  11. #1911
    Ich hätte gerne mal wieder einen Badass-Hero wie Ange (Cross Ange), der man die ersten 5, 6 Folgen einen grausamen Tod wünscht. Bei der Serie hätte ich NIE gedacht, dass man Ange jemals auch nur ansatzweise mögen könnte. Aber scheinbar sind solche Charaktere eine absolute Ausnahme.

    ... vielleicht auch, weil es sehr anstrengend ist, sie zu ertragen, solange sie in ihrer Arschloch-Phase sind?

  12. #1912
    @Sylverthas: Danke für deine Eindrücke dazu! Von Kenshin hatte ich über die Jahre schon so viel gehört, aber nie die Gelegenheit oder Muße gehabt, es mir anzuschauen. Jetzt wo ich da zufällig auf Netflix drüber gestolpert bin hab ichs mal probiert und bis jetzt nicht bereut. Hab aber auch gehört dass es da viele Filler-Episoden geben soll. OVAs dazu möchte ich anschließend noch nachholen. Fullmetal Alchemist Brotherhood gefällt mir von Mal zu Mal besser, je mehr ich mich in diese Welt hineinfinde. Vielleicht schau ich mir irgendwann auch noch die erste Serie an. Hatte aber von einigen Leuten gelesen, die dem "Reboot" in fast jeder Hinsicht den Vorzug geben würden.


    @Loxagon: Ich kenne diese Serie nicht, aber ich würde vermuten, dass wirklich Autorentalent für überzeugende Charakterentwicklung dazu gehört, um einen anfangs verhassten Hauptcharakter zu einem echten Sympathieträger zu drehen. Das muss sich authentisch anfühlen. Noch dazu die Zuschauerschaft nicht sofort zu verlieren sondern in besagter "Arschloch-Phase" durch eine gute Handlung bei Laune zu halten... Das traut sich wohl nicht jeder zu. Ich würde sowas auch gerne häufiger sehen, in Serien generell (nicht nur Anime), aber weniger bei einem Protagonisten der die ganze Story trägt, sondern eher bei einer Figur als Teil eines Ensembles. Oder einfach mehr Schurken, die irgendwann die Seiten wechseln. Das ist auch oft fein ^__^

  13. #1913
    Zitat Zitat von Enkidu Beitrag anzeigen
    @Sylverthas: Danke für deine Eindrücke dazu! Von Kenshin hatte ich über die Jahre schon so viel gehört, aber nie die Gelegenheit oder Muße gehabt, es mir anzuschauen. Jetzt wo ich da zufällig auf Netflix drüber gestolpert bin hab ichs mal probiert und bis jetzt nicht bereut. Hab aber auch gehört dass es da viele Filler-Episoden geben soll. OVAs dazu möchte ich anschließend noch nachholen.
    Dazu muss man sagen, dass die OVAs durchgehend sehr ernst sind, der Comedy Aspekt geht da stark ab. Aber die Inszenierung und Dramaturgie sind wirklich top - und man hat auch noch die spitzen Production Values, die man von OVAs aus den 80ern und 90ern kennt und liebt
    Übrigens ne Sache, die mir heute wirklich fehlt - diese "Kurzproduktionen", die aber technisch wirklich ein ganz anderes Niveau hatten als TV Produktionen.

    Zitat Zitat
    Fullmetal Alchemist Brotherhood gefällt mir von Mal zu Mal besser, je mehr ich mich in diese Welt hineinfinde. Vielleicht schau ich mir irgendwann auch noch die erste Serie an. Hatte aber von einigen Leuten gelesen, die dem "Reboot" in fast jeder Hinsicht den Vorzug geben würden.
    Die Serie hat einige wirklich gute Kniffe - sie ist zwar Shounen durch und durch, aber fällt nicht in so viele Fallstricke davon rein wie andere Serien. Sie ist nebenbei - obwohl es ja prinzipiell ne Geschichte vom Militär ist - eine wunderbare Adventure Story. Gerade die ersten 3/4 (oder so) werden immer neue Landstriche besucht und es bleibt abwechslungsreich, während immer neue "Freunde" gesammelt werden. Dazu trägt auch noch die zwar relativ simple Struktur der Welt bei (Namen wie "Central" im Zentrum geben das schon her *g*), welche nützlich ist, damit man später geopolitisch nicht die Übersicht verliert, wo jetzt eigentlich noch mal was passiert ist.

    Die Meinung zu FMA(03) trifft man oft und sie stimmt auch. Auf mich hatte die alte Serie aber einen viel größeren Eindruck hinterlassen. Sie hat einigen der Schlüsselszenen am Anfang mehr Zeit eingeräumt - so hat man in Lior zwei Episoden und auch mit Tucker gibts zwei - bzw. die beiden Brüder bleiben sogar eine sehr lange Zeit bei ihm, so dass die schlussendliche Szene mit Ninas Verwandlung in eine Chimäre SO viel mehr Impact hat als die Kurzfassung in Brotherhood.
    FMA: B ist da halt nen Kompromiss eingegangen: da die 2003er Show die erste Hälfte noch einigermaßen dicht am Manga geblieben ist, konnte man das in FMA: B schneller abfrühstücken und dann zu neuem Zeug kommen. Das man es noch mal erzählen musste liegt aber sicherlich daran, dass FMA(03) ab nem gewissen Punkt komplett divergiert. Der "schlechte" Ruf (von 2003) kommt dann daher, dass die Erklärungen am Ende wie ziemliche Asspulls wirken und dass (ok, jetzt wirds confrontational *g*) Leute sowieso bei jeder Änderung am Source Material rumheulen - egal in welchem Medium

    Hatte vor nem Jahr, nachdem ich FMA: B noch mal gesehen hatte, meine Eindrücke wiedergegeben (müsste sogar in diesem Thread sein, um März/April 2017 oder so) und ein paar Meinungen waren soweit ich mich erinnere, dass FMA(03) düsterer ist, aber insgesamt viel weniger konsistent (hat auch - sogar am Anfang - schon Filler Episoden). Dafür ist FMA: B stärker Shounen, humorvoller und hat ne durchdachte Story. Als jemand, der eher zu düsteren Geschichten und eher nicht zu Shounen tendiert wars fast schon klar, dass die erste Umsetzung bei mir nen Stein im Brett hat *g*
    Will aber jetzt niemanden überzeugen, dass die 03 Umsetzung auf jeden Fall angeschaut werden sollte. Denke nur, dass sie auch eigene Qualitäten hat, die man würdigen kann.

    Geändert von Sylverthas (30.10.2018 um 16:29 Uhr)

  14. #1914
    Ich glaube das hohe Ranking von FMA liegt darin begründet, dass es zu der Zeit gar nicht so viele solide Action/Fantasy/Shounen Serien gab und er für viele auch eine Art Einstieg in die Anime Materie war.
    Ich habe die erste Serie etwas über 20 Folgen lang geschaut und die die zweite dann so ca. 10 Folgen lang. Die Protagonisten sind durchaus sympathisch und auch die Hintergrundgeschichte hat mir gefallen, aber mit dem Rest konnte ich gar nichts anfangen. Kein Vergleich zu wirklich guten Action Serien wie City Hunter oder Golgo 13, Fantasy Serien wie Yu Yu Hakusho oder Gash Bell oder bedrückenden Serien wie Fullmoon wo Sagashite. FMA/B versucht zwar viel, aber überzeugt mich in keinem Bereich so richtig. Und jetzt kenne ich auch den Großteil der Serie, da ich mir mal den Manga etwas näher angeschaut habe. Meine Meinung bleibt aber trotzdem die selbe. Das Franchise (?) ist durchaus solide und ein guter Einstiegsanime, aber viel zu overhyped. Heutzutage gibt es doch überall besseren Kram... die anderen Werke der Autorin zum Beispiel.

    Geändert von Kynero (30.10.2018 um 18:48 Uhr)

  15. #1915
    Die erste FMA-Serie ist heftiger, aber im Gesamtbild nicht halb so rund, sondern deutlich wechselhafter. Brotherhood ist sehr viel subtiler und hat viele Qualitäten, die man in dem Genre weder erwartet, noch "instant" aufnehmen kann – sowas wie ernsthaft glaubwürdige, schrittweise Charakterentwicklung, stark kohärentes Mikro-Makro-World-Building und eine absolute Unmenge an Abstufungen, was Ideologie, Charakterisierung und Beziehungen angeht. (Ernsthaft, alleine schon Ed und Al als Shonen-Hauptcharaktere sind ... Puh.) Auch die Themen werden konstanter behandelt. Und Brotherhood lebt von Aufbau und Pay-Off, während die alte Serie von krassen Momenten und Ideen lebt.

    Aber WICHTIG: Wenn man beide sehen will, MUSS man die erste zuerst sehen, imho! Die hat durchaus ihren Reiz (ich liebe sie immer noch), aber sie verliert gewaltig, wenn man Brotherhood als direkten Vergleich hat. Und zwar nicht mal aus "objektiv" qualitativen Gründen, sondern alleine schon, weil offensichtlich wird, an welchen Stellen begabte Schreiber mit einer Manga-Story arbeiten mussten, die noch nicht fertig war. Denn, die Interpretation des alten Animes ist arschcool, imho sogar etwas spannender (oder abermals: heftiger ) als das Original, aber die des Originals passt halt konzeptuell viel besser ins Gesamtbild, gerade mit der Zeit. Und das spürt man.

    Beim Ausgang der Serie bin ich aber tatsächlich immer etwas hin- und hergerissen. Ich mag die sehr viel persönlichere Auflösung der alten Serie, gerade zusammen mit dem Film, aber ich würde nie behaupten, dass sie wirklich gut ist oder Sinn macht. Holt mehr so mein Teenie-Ich komplett ab. Brotherhood dagegen ist halt rund as fuck. ^^

  16. #1916
    Zitat Zitat von Kynero Beitrag anzeigen
    Ich glaube das hohe Ranking von FMA liegt darin begründet, dass es zu der Zeit gar nicht so viele solide Action/Fantasy/Shounen Serien gab und er für viele auch eine Art Einstieg in die Anime Materie war. Das Franchise (?) ist durchaus solide und ein guter Einstiegsanime, aber viel zu overhyped. Heutzutage gibt es doch überall besseren Kram....
    Ich sehe das eigentlich ganz anders. Gibt nach wie vor sehr wenige Shounen-Serien, die überhaupt in die Richtung von Fullmetal Alchemist gehen. FMA ist ja wirklich keine klassische Shounen-Serie. Es gibt keine Power-Level, die Kämpfe sind eher Nebensache, die Story ist relativ straff, die Adaption komplett, die Fantasy-Elemente eher reduziert. Der Ganbatte-Effekt, den so viele Shounen-Serien haben, fehlt quasi komplett. Ich denke, gerade das macht die Serie auch attraktiv für Leute, die sonst in diese Richtung nicht viel gucken. Zumindest in Anime-Form fällt mir nicht viel ein, was in dieselbe Sparte fallen würde und auch noch gut umgesetzt ist. Hunter x Hunter erfüllt ein paar von diesen Kriterien, ist aber letztlich doch im Herzen relativ klassischer Shounen mit Fokus auf Kämpfen, Turnieren, Superkräften und so weiter.

    Mal sehen, wie The Promised Neverland wird, das scheint ja auch eher atypisch und düsterer zu sein.

  17. #1917
    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Aber WICHTIG: Wenn man beide sehen will, MUSS man die erste zuerst sehen, imho! Die hat durchaus ihren Reiz (ich liebe sie immer noch), aber sie verliert gewaltig, wenn man Brotherhood als direkten Vergleich hat. Und zwar nicht mal aus "objektiv" qualitativen Gründen, sondern alleine schon, weil offensichtlich wird, an welchen Stellen begabte Schreiber mit einer Manga-Story arbeiten mussten, die noch nicht fertig war. Denn, die Interpretation des alten Animes ist arschcool, imho sogar etwas spannender (oder abermals: heftiger ) als das Original, aber die des Originals passt halt konzeptuell viel besser ins Gesamtbild, gerade mit der Zeit. Und das spürt man.
    Aber auch daher, dass die erste Show einfach manche Ereignisse besser vorbereitet und sie dadurch stärker wirken. Wenn man den Ausgang der Ereignisse und Ablauf schon kennt, dann könnte einen das weniger mitnehmen. Generell haben die beiden Serien IMO später verschiedene Ziele, gerade, wenn man deren Enden betrachtet.
    FMA: B kommt mir da eher wie ein etwas klassischeres Abenteuer vor, bei dem auf dem Weg die Gefährten gesammelt werden, um sich dann auf den entgültigen Showdown vorzubereiten (zwischendurch werden natürlich haufenweise Twists gestreut). FMA(03) hat IMO eher einen Ansatz, der nicht so straight forward ist. Da hast Du schon recht, wenn Du "persönlichere Auflösung" erwähnst. Denke da hat man auch eher auf Mindfuck gesetzt - leider wurde das Ende nicht gut genug vorbereitet und daher wirkts halt wie ein Asspull. Die Erwähnung der "begabten Schreiber" finde ich aber schön - gibt ja einige, die der älteren Show vorwerfen, dass da unfähige Leute ein Trainwreck produziert haben. Glaube, dass das Ende auch nur auf irgendeine Art funktioniert zeugt schon daher, dass da gute Leute probiert haben, die Geschichte weiterzuzerzählen, die einfach nicht fertig war.

    @Narcissu:
    Ja, Promised Neverland ist durchaus düster und nicht unbedingt Shounen-typisch. Wobei es auch einige Elemente des Genres nimmt (Ganbatte-Effekt *g*). Situationen werden aber in der Regel durch Finesse, Hinterlistigkeit und Taktik gelöst, statt durch Kämpfen. Der Appeal der Show geht also in Richtung von Death Note, nur mit keinen so klar abgesteckten Regeln. Zusätzlich weiß man über die Welt ungefähr so viel wie die Kinder, was auch nen starken Mystery-Aspekt mit einbringt. Der Manga hat mich auf jeden Fall gut unterhalten (müsste mal weiterlesen^^), auch wenn die Charaktere ein wenig flach sind (n bischen wie bei AoT). Die Adaption ist ja von CloverWorks... mal sehen, ob die die Suspense-Szenen gut genug rüberbringen können.


    Damit ich auch mal was Neues beitrage: Hatte letztens mit nem Kumpel
    Mardock Scramble
    gesehen. Und... damn, "Scramble" trifft die Filme so unheimlich gut. Noch besser wäre vielleicht "Mardock Clusterfuck" gewesen, aber das hätte man wohl so nicht aufs Cover bringen können *g*

    Die Beschreibung klang ja nach nettem Cyberpunk, aber niemand hätte einen darauf vorbereiten können, was daraus gemacht wird. Die Filmreihe ist gefühlt zur Hälfte unwillentliche Comedy, zur Hälfte ein Gambling Anime. Aber nicht von der guten Variante wie Kaiji oder Kakegurui, sondern von der "wir hören fucking nie auf zu labern"-Art. Generell wird in den Filmen gelabert, dass sich nur die Balken biegen - und das richtig hart mit der feinsten Küchentischphilosophie. Von Leuten, die nicht mal im selben Gebäude sind, so unzusammenhängend sind die Dialoge.
    Da sie so viel quatschen könnte man ja meinen, dass die Charaktere gut nachvollziehbar wären - aber Fehlanzeige. Case in Point: Es gibt ne Art Lovestory zwischen der Hauptfigur und einer interdimensionalen Supermaus, die sich in Waffen verwandeln kann. Inklusive Dreiecksbeziehung mit einem der Bösen - bei der die Maus der Angelpunkt ist -... wut?
    Ach ja, Rune (die Hauptfigur) kann übrigens nicht direkt reden, deswegen klingt alles, was sie sagt, als würde es aus ner Blechdose kommen (ja, ergibt innerhalb der Filme auch so wenig Sinn). Ich vermute, dass das nur ne Ausrede ist, weil die VA nicht ins Studio kommen konnte und sie das zu Hause bei sich mit ner crappigen Webcam aufgenommen hat.

    Höhepunkt vom ersten Film ist sicherlich das Ende, wenn Rune (die Hauptfigur) gegen das Retard Squad antritt. Ich denke, wenn man den Namen "Welldone the Pussyhand" hört, weiß man schon alles. Generell scheint jemand bei der Namensgebung hier ne Menge Hunger gehabt zu haben... von "Boiled", "Mincemeat", "Medium", "Rare" und "Harvest" ist hier echt ne Menge vertreten.
    Aber erst mit dem zweiten Film geht die Show total off the rails. In der ersten Hälfte schwimmt man mit den Delphinen, sieht fliegende Killerhaie, quatscht mit Köpfen in Käfigen und fragt sich die ganze Zeit, WTF eigentlich abgeht. Die zweite Hälfte (und erste vom dritten Film) enthüllt dann den Gambling Fetisch der Autoren. Und holy fuck, glaube die Reihe füllt eine ganze Stunde damit. Aber die Glücksspiele sind ja nicht das wichtige, sondern eher, dass gelabert wird ohne Sinn und ohne Ende.
    Im zweiten Teil vom 3. Film können sich die Süchtigen dann endlich von den Tischen losreissen und erinnern sich daran, dass es ja noch sowas wie nen Plot gab, den man mal beenden könnte. Was dann auch ziemlich rasant getan wird, sogar mit erstaunlich wenig sinnfreiem Gebrabbel dazwischen und einer recht coolen Actionszene.

    Also, insgesamt... Shit. Die Animationsqualität ist in Ordnung, aber habe auch Filme gesehen, die besser aussahen. Nebenbei wird echt viel Zeit auf Labern verwendet, was effizient zu animieren ist. Die Musik ist größtenteils sehr experimentell und wir haben an manchen Stellen lachen müssen, weil der Song einfach... unpassend... geklungen hat. Das Ding scheint aus der Feder von Tow Ubukata zu kommen, welcher sich auch schon für die relativ schwache 2. Staffel von Psycho Pass verantwortlich zeigte - er ist wohl kein Meister in kohärentem Storytelling.
    Nicht ganz sicher, wieso das hier ne 7+ auf MAL kriegen konnte - vielleicht wird das ein wenig als Arthouse gesehen (oder es liegt an den regelmäßigen Nacktszenen von Rune *g*)?

    Geändert von Sylverthas (31.10.2018 um 13:34 Uhr)

  18. #1918
    @Endiku:

    Die Serie lohnt sich sehr. Es geht zunächst darum, dass die Menschen eines Tages zu besonderem fähig waren. Jeder hatte eine Begabung. Eine Art ... Magie. Aber nicht ...alle! Es gab immer noch Kinder, die ohne Kraft auf die Welt kamen, die "Normals". Diese gelten inzwischen als Monster. Denn wären sie keine Monster, hätten sie ja die Gabe, oder? Ange ist eine Hardlinerin und verachtet die Menschen die normal sind! Seltsamerweise sind NUR Frauen Normals. In Folge 1 sehen wir wie man einer Frau das Kind wegnimmt, und Ange sieht die Szene. Da denkt man noch, dass sie - als Prinzessin des Landes - helfen wird. Aber ... "Sei froh, dass du es los bist! So etwas ist kein Mensch. Es verdient es nicht, zu leben!"

    Ange wird damit sehr schnell bei den Zuschauern zum Hassobjekt Nummer 1 der Serie.

    Am nächsten Tag ... sie hat Geburtstag. Obwohl sie zur königlichen Familie gehört, soll sie sich einer Zeremonie unterziehen, die beweist, dass sie die Gabe hat. Wäre es anders, würde ein Alarm schrillen. Und ... er erklingt. Ange ist eine Normal! Und jeder in der Familie weiß es - und ihr machtgeiler Bruder konnte sie nun öffentlich "zerstören". Man bringt Ange in ein Gefängnis für Normals, doch sie will keinen Anschluss. "ICH bin Prinzessin Angelise! ICH bin ein Mensch und kein ... Stück Dreck wie ihr alle!"

    Das geht einige Folgen so, ehe sie sich ganz langsam ändert. Es hat durchaus zu Beginn mit Pudding zu tun.

    Opening 1: https://www.youtube.com/watch?v=LUqGCmytOMA
    Das zweite (Ich liebe es!): https://www.youtube.com/watch?v=fagU17oKmgM

    Eine 1A Serie. WENN man die "Ange ist eine dumme Kuh"-Phase übersteht

    Diesen Song aus der Serie mag ich auch: https://www.youtube.com/watch?v=ucYwmuwUMuA

  19. #1919
    Zitat Zitat von Narcissu Beitrag anzeigen
    Ich sehe das eigentlich ganz anders. Gibt nach wie vor sehr wenige Shounen-Serien, die überhaupt in die Richtung von Fullmetal Alchemist gehen. FMA ist ja wirklich keine klassische Shounen-Serie. Es gibt keine Power-Level, die Kämpfe sind eher Nebensache, die Story ist relativ straff, die Adaption komplett, die Fantasy-Elemente eher reduziert. Der Ganbatte-Effekt, den so viele Shounen-Serien haben, fehlt quasi komplett. Ich denke, gerade das macht die Serie auch attraktiv für Leute, die sonst in diese Richtung nicht viel gucken. Zumindest in Anime-Form fällt mir nicht viel ein, was in dieselbe Sparte fallen würde und auch noch gut umgesetzt ist. Hunter x Hunter erfüllt ein paar von diesen Kriterien, ist aber letztlich doch im Herzen relativ klassischer Shounen mit Fokus auf Kämpfen, Turnieren, Superkräften und so weiter.
    Und gerade weil die Serie versucht vieles zu kombinieren, fühlt sie sich für mich einfach nicht rund an. Ist zwar nett, dass man versucht, auf so vielen Ebenen wie möglich ansprechend zu sein, aber für mich gab es da nichts, was besonders toll oder herausragend war, weswegen ich nicht mehr weitergeschaut habe. Ich kenne eh beide Endings. Letztens habe ich mir Niju Menso no Musume angeschaut, was ein paar Ähnlichkeiten mit FMA hat, aber mir im Gesamtbild besser gefallen hat. Auch hier geht es um Verlust, Wissenschaft und andere Thematiken aus der Serie, allerdings wirkt das Ganze wesentlich konzentrierter und für mich ansprechender, wenn auch das Ende teilweise etwas komisch war. Trotzdem hatte ich viel Spaß damit!
    Leider kreiert der Hype um FMA eine Erwartung, die es heutzutage wahrscheinlich gar nicht mehr halten kann, wenn man sich in der Materie gut auskennt. Ich habe die Serie auch erst sehr spät geschaut, aber ich hatte mir bedingt durch den Hype schon etwas mehr erhofft. Klar ist die Serie besser als solche Perlen wie Bakuretsu Hunter, aber das ist ja auch nicht so schwer. Und gerade damals fehlte es ja ordentlich an guten Fantasy...Shounen... Action? Anime (als was man FMA jetzt auch sehen mag) und da liefert FMA auch solide ab, gerade weil es so vielseitig daherkommt. Aber Garo: The Vanishing Line oder das aktuelle Karakuri Circus stehen da für mich ziemlich locker drüber, wobei zweiteres ja noch läuft, mich aber schon jetzt vollends überzeugt hat. Arslan und Silver Spoon von der Mangaka sind sooooo viel besser. Arslan alleine schon wegen dem Namen.

    Topic: Miracle Girls Folge 1 ist toll!

  20. #1920
    Zitat Zitat
    Eine 1A Serie. WENN man die "Ange ist eine dumme Kuh"-Phase übersteht
    Ange ist am Ende immer noch so unausstehlich wie zu Anfang. Der Unterschied ist nur, dass man festgestellt hat, dass der gesamte restliche Cast kein Stück besser ist.
    Aber wirklich 1A. Als Comedy. War jedes mal auf's Neue lustig, wenn die Serie versucht hat, das Leben der Mädchen so mies wie möglich zu machen (wenn sie nicht gleich einfach mal umgebracht wurden), nur um zu zeigen, wie böse und grausam die Welt ist.

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