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Thema: now watching / now reading

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  1. #1
    Zitat Zitat von Narcissu Beitrag anzeigen
    Ich sehe das eigentlich ganz anders. Gibt nach wie vor sehr wenige Shounen-Serien, die überhaupt in die Richtung von Fullmetal Alchemist gehen. FMA ist ja wirklich keine klassische Shounen-Serie. Es gibt keine Power-Level, die Kämpfe sind eher Nebensache, die Story ist relativ straff, die Adaption komplett, die Fantasy-Elemente eher reduziert. Der Ganbatte-Effekt, den so viele Shounen-Serien haben, fehlt quasi komplett. Ich denke, gerade das macht die Serie auch attraktiv für Leute, die sonst in diese Richtung nicht viel gucken. Zumindest in Anime-Form fällt mir nicht viel ein, was in dieselbe Sparte fallen würde und auch noch gut umgesetzt ist. Hunter x Hunter erfüllt ein paar von diesen Kriterien, ist aber letztlich doch im Herzen relativ klassischer Shounen mit Fokus auf Kämpfen, Turnieren, Superkräften und so weiter.
    Und gerade weil die Serie versucht vieles zu kombinieren, fühlt sie sich für mich einfach nicht rund an. Ist zwar nett, dass man versucht, auf so vielen Ebenen wie möglich ansprechend zu sein, aber für mich gab es da nichts, was besonders toll oder herausragend war, weswegen ich nicht mehr weitergeschaut habe. Ich kenne eh beide Endings. Letztens habe ich mir Niju Menso no Musume angeschaut, was ein paar Ähnlichkeiten mit FMA hat, aber mir im Gesamtbild besser gefallen hat. Auch hier geht es um Verlust, Wissenschaft und andere Thematiken aus der Serie, allerdings wirkt das Ganze wesentlich konzentrierter und für mich ansprechender, wenn auch das Ende teilweise etwas komisch war. Trotzdem hatte ich viel Spaß damit!
    Leider kreiert der Hype um FMA eine Erwartung, die es heutzutage wahrscheinlich gar nicht mehr halten kann, wenn man sich in der Materie gut auskennt. Ich habe die Serie auch erst sehr spät geschaut, aber ich hatte mir bedingt durch den Hype schon etwas mehr erhofft. Klar ist die Serie besser als solche Perlen wie Bakuretsu Hunter, aber das ist ja auch nicht so schwer. Und gerade damals fehlte es ja ordentlich an guten Fantasy...Shounen... Action? Anime (als was man FMA jetzt auch sehen mag) und da liefert FMA auch solide ab, gerade weil es so vielseitig daherkommt. Aber Garo: The Vanishing Line oder das aktuelle Karakuri Circus stehen da für mich ziemlich locker drüber, wobei zweiteres ja noch läuft, mich aber schon jetzt vollends überzeugt hat. Arslan und Silver Spoon von der Mangaka sind sooooo viel besser. Arslan alleine schon wegen dem Namen.

    Topic: Miracle Girls Folge 1 ist toll!

  2. #2
    Zitat Zitat
    Eine 1A Serie. WENN man die "Ange ist eine dumme Kuh"-Phase übersteht
    Ange ist am Ende immer noch so unausstehlich wie zu Anfang. Der Unterschied ist nur, dass man festgestellt hat, dass der gesamte restliche Cast kein Stück besser ist.
    Aber wirklich 1A. Als Comedy. War jedes mal auf's Neue lustig, wenn die Serie versucht hat, das Leben der Mädchen so mies wie möglich zu machen (wenn sie nicht gleich einfach mal umgebracht wurden), nur um zu zeigen, wie böse und grausam die Welt ist.

  3. #3
    Das Anime Berlin Festival im Babylon Berlin habe ich mir dieses Jahr ein wenig intensiver gegeben und waren einige sehr coole Animes (und eine Niete) dabei:

    Mirai – Das Mädchen aus der Zukunft

    Ich liebe die Animes von Mamoru Hosoda.
    Der trifft immer genau meinen Geschmack und so steht Mirai den anderen Filmen wie Summer Wars oder Der Junge und das Biest in nichts nach.
    Dabei könnte die Handlung im Vergleich zu all den anderen Hosoda-Animes nicht belangloser sein.
    Eine Kleinfamilie bekommt Nachwuchs und hat jeder mit dieser Umstellung zu kämpfen.
    Dabei begleitet man den vierjährigen Kun den gesamten Film über, der mächtig eifersüchtig auf seine kleine Schwester ist und sich im Garten in seine eigene Fantasiewelt flüchtet (einige würden hier vielleicht widersprechen), wo er allerlei Abenteuer mit Familienmitglieder verschiedener Zeiten erlebt.
    Dabei springt Mirai immer wieder zurück in den Alltag der Familie, was ich für einen ziemlich guten Schritt halte, da somit nicht alles zu märchenhaft ausfällt.
    Die zahlreichen kleinen Geschichten und wie sich jeder im Laufe des Films verändert war für mich großes Kino mit einer ganzen Menge Witz.
    Besonders, wenn der Familienhund in Menschengestalt sich als Prinz des Hauses vorstellt oder der Vater völlig überfordert mit seinen Kindern alleine klar kommen muss, ist Spaß vorprogrammiert und haben sich bestimmt welche im Kinosaal hier wiedererkannt.
    Mirai war übrigens der Eröffnungsfilm und gleichzeitig der stärkste Anime, den ich auf'n Festival gesehen habe.

    Maquia - Eine unsterbliche Liebesgeschichte

    Hier haben wir die Niete.
    Ich hätte mich vorher besser informieren sollen.
    Denn wenn ich vorher gewusst hätte, dass Mari Okada auch AnoHana verbrochen hat, hätte ich mir Maquia nie gegeben.
    Deren Animes sind so dermaßen übertrieben kitschig und wird hier mit einem Vorschlaghammer die Tränendrüsen traktiert, dass geht überhaupt nicht.
    Hauptsache der Zuschauer weiß, wann er gefälligst traurig zu sein hat und so fließen die Tränen in Strömen und spülen vor lauter sentimentaler Mutterliebe alle anderen möglichen Pfeiler fort, die dieses Machwerk hätte retten können.
    Dabei ist die Handlung gar nicht so verkehrt.
    Die Iorph leben Jahrhunderte und sehen immer aus wie ca. 15-jährige.
    Irgendwann werden diese überfallen, die junge Maquia entkommt, findet eine Weise und zieht dieses Kind groß.
    Da sie selber nicht älter wird, warten viele Probleme auf die beiden, wo nebenbei die Geschehnisse vom Überfall und die des Königreichs weiter behandelt werden.
    Ist ein interessanter Ansatz, der bloß völlig in den Sand gesetzt wurde.
    Den halben Film über wird nur geheult und "Mama" geschrien... boah, war so froh, als Maquia endlich vorüber war.

    Lu Over The Wall

    Hach, was für ein leichter Anime.
    Zwar kein fetter Blockbuster, doch ein kleiner netter Film, der für Kinder wunderbar funktionieren dürfte.
    Bei mir hat Lu Over The Wall auch gezündet, mit diesen besonderen Stil, der Musik und einer durch und durch netten Geschichte über Meerjungfrauen und Vorurteile.

    Night Is Short, Walk on Girl

    Ich kenne Mind Game und Night Is Short, Walk on Girl ist exakt so verrückt gewesen wie erwartet.
    Alles was ich bisher von Masaaki Yuasa kenne lässt sich schwer kategorisieren.
    Deren Animes wirken wie ein LSD-Trip, wo man keinen Sinn erwarten darf.
    Da wird eine bescheuerte Szene an der Nächsten angereiht und haben manche im Saal eine Riesenszene durch Getuschel und provokantes Rumgehüpfe auf den Sitzen veranstaltet, bevor die dann endlich den Kinosaal verlassen haben.
    Man muss den Film ja nicht mögen, aber Masaaki Yuasa haut schon sehr spezielles Zeugs raus, was ein schon der Trailer deutlich zeigt.
    Ich bin Night Is Short, Walk on Girl mit einem Dauergrinsen begegnet und wurde nicht enttäuscht.

    edit

    Der Mohnblumenberg

    Ewig und drei Tage wollte ich mir diesen Anime geben und letztens war es endlich soweit.
    Hat mir insgesamt richtig gut gefallen.
    Habe das so nicht kommen sehen und mag diese leichte, unbeschwerte Art, die den ganzen Film trägt.
    Dazu ein wirklich schöner Soundtrack, eingebunden in einer kleinen Geschichte über zwei Jugendliche und deren Umfeld und fertig ist ein ordentlicher Anime.
    Die Welt muss nicht gerettet werden und alles was mich sonst so an vielen anderen Animes stört wird hier wunderbar umschifft.

    One Punch Man Staffel 2 Folge 1-9

    Man lässt sich schon mehr Zeit als in Staffel 1, wo alles Schlag auf Schlag folgte.
    Das macht die Serie für mich nicht schlechter und hat einige Entwicklungen parat.
    Garou z.B. habe ich für den großen Widersacher der Staffel gehalten, dabei nimmt der nur einen Part neben mehreren zur selben Zeit ein.
    Gerade weil die Heldenvereinigung auf ein großes Schlachtfeld verteilt wurde, bekommt man so mehr (kurze) Einblicke in die zahlreichen Charaktere und sorgt gleichzeitig für genügend Abwechslung.
    Die Monstervereinigung und besonders das Ende von Folge 9 wirkt auf den ersten Blick ziemlich trashig, wenn Stream um Hilfe schreit, aber in Anbetracht dessen, wie überheblich und abwertend er zuvor war, passt das in einem solchen Anime verdammt gut rein.
    Das Ende der Folge war dann natürlich ein böser Cliffhanger.
    One Punch Man ist für mich die ideale Alternative zu My Hero Academia.

    Aggretsuko Staffel 2

    Habe mir alle 10 Folgen am Stück gestern Abend reingezogen.
    Staffel 1 war schon gut, doch Staffel 2 ist hochgradig gute Unterhaltung.
    Da deckt man eben das Thema Mütter, Ehe, neue Kollegen (direkt von der Uni), Vorgesetzte und vieles mehr in den paar Episoden ab, der einen laut und dreckig vorm Fernseher loslachen lässt.
    Alles wird auf die Spitze getrieben und danach mit viel Gefühl gerade gebogen und trotzdem leicht in den Dreck gezogen und all das in dieser süßen knuddel Optik, die puren Hohn ausstrahlt.
    Bitte schnell her mit den restlichen 80 Folgen rund um Retsuko, Netflix.

    Geändert von Ὀρφεύς (20.06.2019 um 22:46 Uhr)

  4. #4


    Story
    Die Frau, die sie wie ihre Mutter lieben, ist nicht ihre wirkliche Mutter, und die Kinder, mit denen sie zusammenleben, sind nicht ihre Geschwister. Denn Emma, Norman und Ray wachsen wohlbehütet in einem kleinen Waisenhaus auf. Doch eines Tages endet ihr glücklicher Alltag abrupt, als sie die schockierende Wahrheit über ihr Zuhause erfahren. Welches Schicksal wird die Kinder erwarten…?!

    Yepp genau, diese nichtssagende, seltsame Inhaltsbeschreibung ist einer der Gründe, warum Neverland dann doch unter dem Radar vieler Personen geflogen ist, inklusive mir, denn ich konnte mir darunter überhaupt keinen Plot vorstellen, vor allem mit dem Hinweis, dass das Genre wohl Horror sein soll. Jetzt, da ich die erste Staffel hinter mich gebracht habe, bin ich dankbar für diese vage Inhaltsangabe. Es ist ein typischer Fall von Je weniger man weiß, desto besser. Denn weiß man eigentlich nicht, wo so eine fröhliche Waisenhaus-Geschichte hinführen soll, fällt bereits nach der ersten Episode der Vorhang, und man fragt sich, wie mit dieser Entwicklung noch elf weitere Episoden gefüllt werden sollen.

    Dabei zeigt The Promised Neverland wieder mal, dass man wirklich jede Idee und jedes Konzept, und sei es noch so simpel, in eine hochspannende Serie verwandeln kann, wenn es nur gut durchdacht ist. In großen Teilen handelt es sich bei diesem Anime nämlich schlichtweg um ein ausgedehntes Fangen-Spiel. Das heißt nicht, dass die Action die Spannung und die Dialoge überwiegt, ganz im Gegenteil - Oft habe ich gelesen, dass man TPN die Nachfolgeschaft für große Mindfuck und Hirnschmalz-Anime wie Death Note oder Code Geass attestiert hat. Na ja. Ganz so komplex und vielschichtig ist die Geschichte dann doch nicht, aber sie atmet definitiv den selben Geist wie ihre Vorgänger. Jede Folge ist gefüllt mit Planungen, Gedankenspielen und mentalem Ausmanövrieren seitens der Waisenkinder-Protagonisten, eine Wendung und neue Erkenntnis jagt die Nächste, das Pacing der Serie ist wirklich hervorragend und verliert fast nie an Spannung. Das Ende der ersten Staffel ist kein wirklich Cliffhanger(Haha) sondern bietet einen runden Abschluss des Erzählabschnitts und lässt Spannung und Erwartung aufkommen wie es weitergeht ohne billig zu schocken. Das mit dem Hype mitschwingende Horrorgenre ist vielleicht dezent übertrieben, aber einen in manchen Momente das Blut in den Adern gefrieren lassenden Thriller kann man TPN nennen, muss man sogar. Das ist keine fröhliche Achterbahnfahrt.

    Charaktere
    Die Charaktere sind glaubwürdig, facettenreich und enorm mögenswert geschrieben, der Anime macht es sich zur Aufgabe, dass man von Anfang an nicht nur die drei Hauptcharaktere, sondern möglichst jedes der über 30 Waisenkinder ins Herz schließt, und das gelingt bestens. Das ist auch aus einem bestimmten Grund essentiell, den ich hier aber nicht spoilern werde. Der oder die Antagonisten sind ebenso charismatisch und offen gesagt herrlich bitterböse, respekt-, und angsteinflößend, selten in Anime erlebt man es, dass scheinbar normale Personen mit so wenig Aktion so eine bedrohliche Präsenz ausstrahlen können, hier reichen die kleinsten Blicke und Zwischenstöne in der Stimme, damit man als Zuschauer mit den Kindern zusammen tief schlucken muss. Wiederum andere Antagonisten sind geradezu theatralisch überspitzt und gleich einem Comic Relief ins Lächerliche gezogen, was jedoch nur schmerzlich zu ihrem überbordernden Wahnsinn beiträgt und einen Tim Burton-artigen Beigeschmack hat. Im Manga war das teilweise nicht so, allgemein weicht der Anime in vielen Details von der Vorlage ab, ob das gut oder schlecht ist, da ist man sich uneins. Es gibt in TPN kaum einen Charakter jedenfalls, den man nicht mag. Sogar jene, die uns als nervig oder dumm vorkommen, werden wir später besser verstehen.

    Wenn ich überhaupt eine Kritik anbringen müsste, dann dass wir natürlich im Medium Anime für beinahe jeden Antagonisten eine (Tragische) Hintergrundgeschichte bekommen, und so auch hier. Persönlich hätte ich das nicht unbedingt gebraucht, für mich darf jemand zur Abwechslung auch einfach mal aus Überzeugung oder Niedertracht handeln, aber gut, in diesem Fall trägt es auch zum Plot bei.

    Optik
    Der Zeichenstil der Vorlage ist sehr rustikal und unbekömmlich, was der Gruselatmosphäre und den Schockeffekten dort sehr zuträglich ist, während man hier mit bunter, süßer Quietschoptik in Sicherheit gewogen wird. Ich empfinde den Anime als das optisch DEUTLICH überlegene Medium, denn gerade durch die fluffigen Charakterdesigns kommen die düsteren, entsetzlichen Momente umso stärker duch. Die Schockeffekte wurden meist so oder ähnlich aus dem Manga übernommen, und ziehen die Charakterdesigns vor allem bestimmter Antagonisten ins hoffnungslos Groteske, teilweise fühlt man sich wie in einer Horror-Freakshow. Diese optische Mischung aus Heiter und Düster funktioniert sehr gut. Ansonsten sind die Charakterdesigns wirklich hübsch anzusehen mit ihrem Hybrid aus Anime und Realismus, selbst der böseste Antagonist kann so noch vor Schönheit strahlen, und die in den 12 Episoden immergleiche Umgebung bleibt frisch durch die gute Gestaltung mit satten Farben. Die Effekte sind zeitgemäß. TPN ist sehr wünschenswert anzusehen.

    Sound
    Die Musik ist eine der größten Stärken, der Soundtrack bietet einen tollen Mix aus ruhiger, treibender Spannung, mittelalterlichen Akzenten die dem ganzen ihren Hauch Mystik und Magie verleihen und orchestraler Epik. Definitiv ein OST, den man nicht nur vorbeidudeln hört, sondern den man danach nochmals recherchieren möchte.

    Die Soundeffekte stechen auch positiv heraus, und das ist selten. Wenn bestimmte Dinge zerbrochen werden, gibt das die hässlichsten Geräusche, wenn Schockeffekte eingesetzt werden, dann mit passenden, verstörenden Geräuschen die im Gegensatz zu Hollywoods Gruselstreifen nicht aus einem viel zu lauten Knall bestehen. Die Synchronstimmen sind alle perfekt besetzt, exemplarisch sind die Protagonistin und die Antagonisten. Opening und Ending fallen für mich qualitativ zwar weit ab, aber das ist bei Anime einfach ein generelles Problem.

    Fazit
    The Promised Neverland hat mich wirklich sehr überrascht. Ich habe nichts erwartet, möglicherweise nur etwas Durchschnittliches, und wurde mit etwas Bemerkenswertem beschenkt. Der Anime bleibt im Gedächtnis und hat seinen positiven Ruf durchaus verdient und funktioniert, und das finde ich bei Thrillern grundsätzlich wichtig, für beinahe jeden Erwachsenen Zuschauer, sei es Oliver der Otaku oder Tante Friede von nebenan. Die 12 Episoden sind schnell und kurzweilig inszeniert und schauen sich weg wie nichts, dabei meistern die Cliffhanger Folge um Folge den schmalen Grad zwischen Du willst weitergucken und Ich zwinge dich nicht jetzt unbedingt weitergucken zu wollen. In der Mitte gibt es vielleicht die ein oder andere Länge und am Ende des Tages wird nicht jeder alle Charaktere mögen oder bei den vielen Twists irgendwann aussteigen, aber der Anime leistet sich keine großen Schnitzer, und das ist heutzutage selten genug. Ich bin auf Staffel 2 gespannt.


    8/10 Gabeln für The Promised Neverland

  5. #5





    Made in Abyss ist der Anime von 2018 - Aus dem Nichts kam der nach Niedlichkeit und bunten Abenteuern riechende Zwölfteiler, der bereits nach den ersten Episoden einen enormen Hype und große Begeisterung auslöste. Made in Abyss wurde, und wirdnachgesagt, es sei eine der besten Serien der letzten Jahre, und in wirklich jedem Department herausragend. Nun ja, so viel kann ich schon mal vorweg nehmen - In meinen Augen ist er weder herausragend, noch eine nennenswerte Serie im Vergleich zu den Medaillen der letzten Jahre, und sicherlich nicht das beste Irgendwas. Made in Abyss ist lange nicht so gut, wie der Hype und die positiven Stimmen es machen wollen, aber das ist ja oft so. Als Apostel der Vernunft will ich also mal aufschlüsseln, warum die Serie zwar kein wirklicher Riesenhit, aber dennoch sehr sehenswert ist. Milde Spoiler sind inkludiert, wobei da in der ersten Staffel nicht allzu viel anfällt.

    Zuerst muss ich erwähnen, dass ich mich sehr lange gesträubt habe, die Serie überhaupt zu gucken. Die gewollt überbordernd-niedliche Optik mit dem diabetes-erregenden Charakterdesign hat mich zusammen mit der leidlich generischen und abgetretenen Handlung dermaßen abgeschreckt, dass
    mein Interesse auch tief im Abgrund lag. Sicher, das ist Berechnung - MiA will seine Zuschauer mit dieser Optik und der Abenteuerstimmung am Anfang einlullen, um später seine Ernsthaftigkeit und sein Edge noch besser ausspielen zu können, aber das hat für mich überhaupt nicht funktioniert, weil die Serie nach ZU viel Friede Freude Eierkuchen wirkt und das auch ausstrahlt. Bei Girls Last Tour, einer ganz hervorragenden Endzeit-Serie, hat das viel besser geklappt, weil die Niedlichkeit der beiden Heldinnen der einzige Kontrast zur trostlosen Welt war. Bei Madoka Magica ging es trotz dem steinzeitlichen Magical Girl-Setting hervorragend auf, weil die Charakterdesigns nicht nur süß, sondern gut aussahen. Na ja, und weil der Plot und die Inszenatorik genial war. Made in Abyss hat keine dieser Stärken, und ruht sich zu sehr auf der Tatsache aus, dass es im Verlaufe seiner 12 Episoden düsterer wird, auf eine Weise, die ich so allerdings auch fast exakt vorhergesehen habe, und die deswegen dem fröhlich-platten Design wenig beiträgt oder dieses rechtfertigt. Der Plot ist vorhersehbar, an nennenswerten Wendungen oder Entwicklungen fehlt es.

    Irgendwann hatte ich aber dann doch mal Zeit, der Serie eine Chance zu geben, denn ich war natürlich auch neugierig, ob es sich nur um einen weiteren, ungerechtfertigten Internethype handelt oder tatsächlich etwas mehr hinter dem steckt, was man sich in zehn Sekunden zusammenreimen kann, wenn eine so niedliche Serie offensichtlich komplexer ist als sie zuerst den Anschein macht. Nun, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

    Hier mein großes Problem mit der Handlung, dem Twist(Ich nenne es jetzt einfach mal so) und dem Hype um Made in Abyss: Der Anime braucht 8-9 Folgen, um sein "Wahres" Gesicht zu enthüllen und mehr zu werden als eine fröhliche Schatzsuche. Acht bis neun Folgen von zwölf. Tut mir leid, aber eine Serie, die mehr als die Hälfte ihrer Episoden benötigt, um ordentlich in Fahrt zu kommen, seine unterliegende Komplexität zu enthüllen und etwas aus seiner Geschichte zu machen ist einfach keine gute Serie, egal wie toll das Folgende ist. Und ich will keinesfalls behaupten, die ersten acht Folgen wären nicht unterhaltsam - Im Gegenteil. Die Serie ist schnell und kurzweilig inszeniert, die Episoden halten sich nicht mit unnötigem Ballast auf, sondern präsentieren kreative Schauplätze und interessante Charaktere auf die ich gleich noch genauer eingehe, im audiovisuellen Bereich glänzt MiA mit seinen flüssigen Animationen und seinem Soundtrack, der das Ganze dann eben doch wieder zu einer deutlich überdurchschnittlichen Erfahrung macht. Aber. Das ist genau das, was das Cover verspricht. Nicht mehr und nicht weniger. Eine leichtherzige Reise ins Tief, mit zwei süßen Kindern und nur theoretisch-bedrohlichen Monstern. Die Serie braucht 3/4 seiner Lauflänge, um eine höhere Erzählebene zu erreichen.

    Diese letzten vier Folgen sind gut. Sie sind wirklich, wirklich gut, denn sie sind emotional, relativ schmutzig und authentisch, dramatisch, ansprechend ernst und vor allem endlich mal für den Zuschauer fesselnd. Ironischerweise weniger wegen den titeldeckenden Protagonisten, die bis zum Schluss blass und uninteressant bleiben, sondern wegen einem späten Nebencharakter. Aber sind diese vier Folgen gut genug, um einen Megahype um eine großartige Serie zu rechtfertigen? Ich würde ganz klar sagen, nein. Für Staffel 2 bleibt zu hoffen, dass die Handlung besser wird, da wir nun ein Heldentrio haben.


    Die Charaktere sind in Made in Abyss durchwachsen. Über große Teile der Serie verfolgen wir das Mädchen und ihren Roboterjungen Reg, zwei unbedarfte, knuddelige Kinder, die recht einfach und eben für Kinder angemessen geschrieben und gestaltet sind, aber wenig Tiefe aufkommen lassen, und ich muss leider gestehen, dass ich nicht wirklich mit ihnen mitgefühlt oder gefiebert habe. Sie waren mir eigentlich egal.
    Die Stärke liegt hier eher in den Nebencharakteren - Ob Riko's ominös-faszinierende, legendäre Mutter(Hach, Mütter in Anime-Serien...), die mächtige, obskure Einsiedlerin Ouzen, oder die wohl bekannteste Figur des ganzen Franchises, Nanachi, alle haben sie einen komplexen Charakter, interessante Dialoge, Ecken und Kanten, im Gegensatz zu den beiden Helden. Im Besonderen will ich da nochmal auf Nanachi eingehen, weil sie und ihre Freundin Mitty es sind, die die letzten vier Folgen tragen. Nanachi repräsentiert zunächst allerdings eine weitere, große Nervigkeit, die Made in Abyss mit sich bringt, und zu der Anime leider immer wieder tendieren: Einen Charakter zu spoilen und in den Fokus zu setzen, der erst am Ende einer Serie überhaupt hinzukommt. Wenn man Made in Abyss eingibt oder irgendwo mitbekommt, sieht man sofort Nanachi. Sie ist gefühlt überall, ist der mit Abstand beliebteste Charakter der Serie(Zu Recht), ist schon im Opening drin und kommt doch erst in Folge 8 oder 9 hinzu. Das war für mich sehr irritierend, weil ich mich die ganze Zeit gefragt habe, wo das Hasenmädchen bleibt und wie sie wohl in letzter Sekunde doch noch eingeführt wird. Bitte zeigt mir Charaktere erst, wenn sie inhaltlich auch auftauchen...

    Abgesehen davon ist ihre Geschichte und ihre Freundschaft zum Mädchen Mitty das eigentlich Interessante am ganzen Anime und der wirklich verstörende, brustabschnürende Konflikt des Finales. Hier zeigt die Serie ihre Brutalität, ihre Schonungslosigkeit und emotionale Power, so dass etwa die letzte Szene mit Mitty mir jetzt noch die Augen feucht werden lässt. Die Beziehung dieser beiden Mädchen wird nachvollziehbar und gefühlvoll erzählt und bindet den Zuschauer fast schon zwangsweise ein, mitzufiebern. Nanachi selbst hat ein kreatives Design, ihre maaa-Sprachfloskel und Redensweise sprühen über vor Charme, und ihre Vergangenheit so wie Liebe zu Mitty fesselten mich persönlich sehr. Ich denke, dass S2 der Serie von ihrer Anwesenheit im Ensemble sehr profitieren wird.

    Zu den Animationen habe ich bereits gesagt, dass sie recht gut und überdurchschnittlich sind, der Soundtrack verdient aber auch eine Hervorhebung. Wo Made in Abyss in den ersten Folgen inhaltlich schwächelt, glänzt es mit seinem variantenreichen, mal mittelalterlichen, mal futuristischen, zauberhaften Soundtrack, der das Geschehen dramaturgisch deutlich aufwertet. Das Opening ist ein ganz typischer Vertreter der Kategorie "Eigentlich nicht wirklich gut oder besonders, wird aber besser je öfter man es sich ansieht". Hat man es acht oder neun mal gesehen, wird ein unmelodischer, schablonenhaft geschnittener Opener so zu einem catchy Abenteuersong. Außerdem ist es ein Progress-Opening, das sich je nach Handlungsabschnitt der Serie verändert, was eigentlich immer eine coole Idee ist. Das Ending ist vergessenswert.

    Fazit
    Made in Abyss ist eine gute, kurzweilige Serie, die eure Zeit wert ist, wenn ihr unaufgeregte Fantasy-Abenteuer mögt. Es gibt wenig, das die Serie wirklich schlecht oder falsch macht. Und sie hebt sich zweifellos von dem Romance-Comedy-Action-Einheitsbrei ab, der die Anime-Landschaft nach wie vor überflutet. Ich war ordentlich unterhalten und hab mich um meine Zeit nicht betrogen gefühlt. Wer sich aber dazu verleiten lässt, das Wort 'Beste' in einem beliebigen Kontext für Made in Abyss zu verwenden, den kann ich nur belächeln. Die Serie wird ihrem Hype in keinster Weise gerecht und braucht viel, viel, viel zu lange, um seine eigentliche Tiefe (Haha!) zu erreichen. Die Hauptcharaktere sind, wie Kinder nun mal sind, naiv und wenig interessant, die Welt und der Abgrund haben noch viel Potential, und audiovisuell bekommt man sehr wertige, wenn auch vor allem optisch einfach rettungslos-langweilige Chibikost vorgesetzt. Wer hier den Anime des Jahrzehnts erwartet, wird zwangsläufig enttäuscht werden. Ich hingegen habe mich bestätigt gefühlt und finde das auch voll in Ordnung.


    7/10 Maaa's für Made in Abyss



  6. #6
    Mein Gott, ich hab alle Folgen Aggretsuko bei Netflix durch.
    Was ein super Serie!

    Die Figuren sind so mega überzeichnet aber das ohne altbacken zu wirken. Aggretsuko's Arbeitsalltag aber auch zu geil und Abends kommt dann die DeathMetal Ab-Reaktion in der Karaoke-Bar. Am besten sind die Szenen mit ihrem Pascha-Chef, der dann klein mit Hut wird, wenn er oder der Oberboss irgendwas will.
    Ich kann euch besonders Weihnachtsfolge empfehlen. Die Stelle in der der Weihnachtsmann die Geschenke bringt hat mich stundenlang zum Lachen gebracht ^ ^

  7. #7



    Während die Hauptserie Attack on Titan sich für mich mit aktuell 25 Bänden als eine der größten Plot-Katastrophen seit Manga-Gedenken herausgestellt und seinen Platz in meinem Herzen so gut wie verloren hat, habe ich auf der kürzlich stattgefundenen Animagic 2019 gebraucht die AoT-Anthologie erstehen können, die mich wegen dem brachialen Cover durchaus reizte. Aber auch wegen der Vorstellung, einmal westliche Comiczeichner die interessanten Wesen von Hajime Isayama interpretieren zu sehen. Letztendlich habe ich das auch nicht bereut, aber ernüchtert war ich insgesamt doch definitiv. Grundsätzlich ist es so, dass ich der westlichen Comicindustrie nicht viel abgewinnen kann. Ganz allgemein, diverse Ausnahmen außer Acht lassend, sind westliche Comics einfach viel hässlicher, rudimentärer und für mich unansprechender gezeichnet als Manga, das zeichnerische Niveau kann sich nicht mal Ansatzweise mit dem Japans vergleichen, und die Geschichten sind in den allermeisten Fällen auch viel platter, weniger komplex oder fantasieloser. MARVEL und DC sind die allerbesten Beispiele dafür, was westliche Comics für mich repräsentieren. Und na ja, die Attack on Titan Anthologie hat leider gerade meine optischen Zweifel ein weiteres Mal bestätigt. Die Sammlung von Kurzgeschichten ist qualitativ extrem durchwachsen, mit klarer Kurve ins Negative. Das Meiste ist pubertäre und nichtssagende Comedy, nur hier und da hat man mal eine Erzählung die zumindest versucht, sich der Ernsthaftigkeit der Vorlage anzunähern. Das zeichnerische Niveau ist allgemein recht niedrig und es fällt mir schwer zu glauben, dass man keine kompetenteren Künstler finden konnte die bereit gewesen wären etwas beizusteuern als, na ja, Leute wie Damion Scott, der hier zusammen mit Sam Humphries und Siegmund Torre den konkurrenzlosen Tiefpunkt der Anthologie abgeliefert haben, der aussieht und sich liest wie das Erstlingswerk einer neunjährigen Animexx-Künstlerin. Bestenfalls. Dann gibt es aber auch ein paar Highlights wie 'Der Himmel über uns' oder 'Fie Fai Foh', die ideenreich und kreativ sind, und mich mehr als nur einmal schlucken ließen. Aber ich werde chronologisch hindurchgehen, um zu jeder Story etwas zu sagen.

    Unter der Oberfläche

    Nicht wirklich eine Geschichte, die abgesehen von dem Twist am Ende irgendetwas mit Attack on Titan zu tun hat, und deswegen recht fehlplatziert in dieser Anthologie. Die Zeichnungen sind allenfalls passabel, und die Handlung ist nicht der Rede wert.

    Das Lachen des Titanen

    Hier konnte ich zunächst auf eine ernste, kleine Anekdote aus dem AoT-Universum hoffen, die Story stellte sich jedoch als Finte heraus, die nicht mehr zu erzählen hatte als einen sehr, sehr unlustigen Witz ohne Pointe. Oder eben viele davon.

    Leben und Sterben lassen

    Nicht besonders ansprechend gezeichnet, aber durchaus ernst und fesselnd, und mit einer sehr interessanten Idee ausgestattet, die es so vorher in AoT nicht gab. Das Ende kommt leider sehr abrupt und lässt einen schulterzuckend zurück, aber hey, bis dahin war es okay.

    Braver Hund Die war gut. Ordentlich gezeichnet, mit sehr atmosphärischen Farben, und bis auf eine pointierte Aussage am Ende ohne Text. Gute, in sich geschlossene Handlung. Das hatte ich mir von dieser Anthologie erhofft.

    Attack on Playtime
    Wie erwähnt ein gedrucktes Verbrechen zum Kopfschütteln. Vollkommen bescheuert, ohne jeden Witz oder Wert, augenblutend gezeichnet, Schund. Schund Schund Schund. Einfach nur Schund.

    Der Himmel über uns

    Mein persönliches Highlight. Die Geschichte zweier liierter Frauen, die versuchen mit einem Fluggerät über die Mauern zu fliehen. Die Idee ist im AoT-Universum nicht gänzlich neu, besticht für mich hier aber mit emotionaler Tiefe, einem bittersüßen Ende, charmanten Zeichnungen und ganz allgemein der richtigen Attack on Titan-Atmosphäre, die fast keine andere Geschichte der Anthologie so eingefangen hat.

    Bahamut

    Also was das genau sein sollte weiß ich auch nicht.
    Eine konfuse Erzählung in abstraktem Zeichenstil, die nicht so wirklich irgendetwas Positives oder Interessantes in sich trägt, die Charaktere sind komisch, die Dialoge wirken seltsam und gestelzt, prätentiös ist wohl das Wort, das diese Story am besten beschreibt. Und obendrein interessiert sie sich auch noch einen Dreck für die Gesetze der Welt Isayamas. Papierkorb.

    Attack on Demon Con
    Die war tatsächlich ganz amüsant, vor allem auch, weil sie kurz genug war um den Witz nicht überzustrapazieren. Solide und süß gezeichnet, mit einem infantilen aber sinnvollen Ende.

    Fie Fai Foh

    Objektiv sicher die mit Abstand stärkste Geschichte des Bandes. Eine ganz eigene Welt, Kultur und Atmosphäre, ein anderes Setting mit eigenen, starken Charakteren, detaillierten und gelungenen Zeichnungen, einem sehr passenden Titanendesign und einer funktionierenden Dramaturgie hin zum tragischen Ende. War gut.

    Labyrinth der Erinnerungen
    Eine wunderbar gezeichnete, und ganz auf ihren emotionalen Impact fokusierte Geschichte, die nicht zu viel will und genau richtig macht, was sie erzählt. Ein durchdachter und unangenehmer Twist am Ende, nachvollziehbare Charaktere, mehr braucht es nicht.

    App Motion Book Preview

    Optisch einprägsame und grunsympathische Charaktere, eine vielversprechende Stimmung und tolle Zeichnungen. Sehr angenehm, nur zu schade, dass das hier nur die Vorschau auf irgendetwas ist, das mir nicht wichtig genug ist, um es auch nur zu googeln. So viel also dazu.

    Die Comedy-Stripes zwischendurch waren derartig furchtbar und humorbefreit, dass ich sie nicht mal mehr separat erwähnen möchte. Was ich hiermit habe. Verdammt.
    Alles in allem würde ich niemandem empfehlen, sich die Anthologie für die ausgeschriebenen 19,99 € zu holen, das grenzt bei dem Inhalt an Betrug. Als Fan der Serie kann man sich das im Regal durchaus hübsche Buch aber mal gebraucht für einen Zehner geben. Das größte Proargument ist tatsächlich noch die Kolumne über die Städte der Welt von Attack on Titan zwischen den Kapiteln, die interessante Hintergrundinfos liefert und sogar einen netten Meta-Twist hat.
    Viel mehr als ein netter Bonus ist es aber nicht.

    5/10 Mauern für Attack on Titan Anthologie

  8. #8
    Ikigami Band 2

    Ein schwacher zweiter Teil. Das ist für mich die Tagline für Band 2 von Ikigami. Nachdem der erste Band, zu dem ich nichts Konkretes geschrieben habe, damals für mich wie aus dem Nichts kam und überraschend stark war, lässt der zweite Band wie erwartet erst mal deutlich nach, so ist es ja auch üblich. Dabei ist die erste vorgestellte Geschichte ein wenig besser und überraschender als die vorhersehbare Zweite, und spielt auch mit dem Konzept des Todesbriefes, der dem Unglücklichen 24h zum Leben lässt, gut herum.

    So empfand ich Droge der Liebe vor allem als einigermaßen gelungen, weil es emotional stark, durchaus komplex und mit dem einen oder anderen Twist ausgestattet war. Die Geschichte des Versagers, der nichts hinbekommt, aber jemanden an seiner Seite hat, der sich für ihn einsetzt, funktioniert eigentlich immer, so auch in Serien wie WELCOME TO THE NHK. Ikigami spielt hier erst mit der Erwartung, wer den Todesbrief tatsächlich bekommt, und auch mit Kazusas Charakter. Letztere war durchaus jemand, mit dem man mitfühlen konnte, und dadurch mehr und mehr auch der Protagonist. Dass die Droge der Liebe letztendlich entgegen dem angedachten Sinn dafür sorgt, dass sich das liebende Pärchen nicht noch einmal sehen kann, ist zwar einerseits eine Anti-Drogen-Message mit dem erhobenen Zeigefinger, andererseits aber auch ein unheimlich raffinierter Twist, weil Kazusa es ist die die Drogen nimmt als Person, die Drogen die ganze Zeit verflucht hat. Außerdem schön, dass immer wieder kleine Momente des eigentlichen Protagonisten von Ikigami, Kengo, eingestreut werden, da die übergeordnete Geschichte und Welt natürlich das eigentliche Interessante am Manga ist. Ganz an die beiden Erzählungen des ersten Bandes kommt diese Kurzgeschichte zwar nicht, aber sie war deutlich stärker als das Debakel danach.

    Die Nacht vor der Einberufung empfand ich als ganz furchtbar. Die Geschichte war vollkommen vorhersehbar, emotional platt, erzählerisch platt und deutlich weniger durchdacht als die bisherigen Stories. Es ist immer sehr fragwürdig, wenn ein Charakter nur dadurch etwas erreicht bzw. anerkannt wird, weil er einer anderen Person ähnlich sieht. Und das passiert auch hier - Es wird dem Leser vorgegaukelt, der sterbende Protagonist habe eine Beziehung zu dieser alten Frau, dabei könnte sie ihm egaler nicht sein. Er sieht eben nur ihrem Mann ähnlich. Auch sonst hatte ich nicht viel für den Hauptcharakter übrig, das Beste an der Geschichte waren wieder die Sprünge herüber zum Ikigami-Boten Kengo, und seinem Aufeinandertreffen mit einer (latent-psychopathischen) Psychologin.

    Was sich für mein Empfinden auch sehr, sehr schnell abnutzt sind die 'emotionalen Ausschreie'. Also diese Momente, wenn ein Charakter wie für eine Genkidama Kraft und Emotionen sammelt und im nächsten Moment sein ganzes Leid hinausbrüllt. Da das im Manga bisher jedes Mal einfach als ein großes Panel oder ein 'AAAAAAAAAAAaaaaHHHHHHHHHHHHH', 'UWAAAAAAAAAAAAAAAAH' dargestellt wurde wirkt das immer leicht albern. Ich kann mir da ein Schmunzeln nicht verkneifen, aber vielleicht bin das auch nur ich.

    Mal sehen, wann der dritte Band zufällig in meinen Besitz wandern wird, die Serie hat mich leider nach Band 1 nie genug interessiert, bewusst in sie zu investieren. Aber das ist das Gute an ihrem Format, man muss nicht dran bleiben. Man kann jederzeit wieder einsteigen. Es sei denn, man stirbt in 24 Stunden.

  9. #9
    Ich hab mal in den ersten der vier Filme zu Persona 3 geschaut, die jetzt auf Netflix stehen. War seltsam. Sieht großartig aus, hat mit der Musik ernsthaft Persona-Feeling, aber die Inszenierung ist so ... lame, so sehr auf eine Adaption fokussiert, dass ich schon nach der Hälfte wieder ausgemacht habe. Da hat mir tatsächlich sogar die Serie zu Persona 4 besser gefallen, und die war auch schon nicht die Höhe (bzw. ich hab sie auch nicht allzu lang geguckt). Vielleicht wird es besser, vielleicht ist es nur eine Frage der Erwartungen, aber so spiele ich lieber irgendwann das Spiel noch mal. Hattet ihr andere Eindrücke?

  10. #10
    Wollte die immer mal gucken, aber gerade dass es Adaptionen sind und die mir alle nicht wirklich gefallen haben und Persona in In-Game-Grafik für mich auch besser funktioniert als im reinen Anime-Stil, hat mich bisher davon abgehalten. Aber die P3-Filme haben mich immer am meisten gereizt.

  11. #11
    Ich hab mir mal den "aktuellen" Hunter X Hunter Anime soweit angeguckt, wie er auf Netflix steht, und dann den Rest bis zum Ende des Chimera Ant Arcs als Manga nachgelesen. Ich muss dazu sagen, dass ich den Manga mehr oder weniger aktuell seit der Banzai verfolge, also die letzten ~15 Jahre damit aufgewachsen bin. Und ich habe ähnlich wie bei Evangelion ein paar Erkenntnisse vom Rewatch, die ich mir von der Seele schreiben muss. Eigener Thread wäre hier aber vielleicht zu krass ...? Hm. Spoiler!

    – Der Anime ist nicht sonderlich gut, auch wenn er mit der Zeit etwas besser wird. Der Manga hat schon nach ein paar Kapiteln einen sehr eigenen Stil, und der wird nur besser. Es gibt immer wieder Page Spreads, die mich mit einem fetten "Wow!" zurücklassen, und die kann der Anime nie wirklich einfangen. Dafür leidet er aber auch nie unter "der Autor zeichnet gerade eine vage Rohskizze und die veröffentlichen wir dann!" ... 8D Auch die Farben schaden der Serie eher. Vor allem Gons Klamotten machen mich kirre, aber generell ... HxH war für mich nie wirklich "farbenfroh" im Feeling, und der Anime ist es total. Man kann ihn trotzdem gucken, zumal das Pacing einigermaßen klargeht, aber der Manga ist SO viel beeindruckender.
    – Ich habe viele Reize des Mangas früher nicht bewusst wertschätzen können, bspw. die wahnsinnig detailliert durchgeplanten Kämpfe. Wie viel abgefuckte Taktik da drin steckt, aber vor allem: Wie viel Logik (Will ich das Wort benutzen...?) da mit reinspielt und wie viel Zeit mit neuen Konzepten und Idee verbracht wird ... Wahnsinn! Es gibt bspw. auch im Greed-Island-Arc einen Moment, in dem ich genau gemerkt habe, dass ich nicht mehr wirklich verstehen oder vor Augen haben muss, was da mit den Karten passiert, und dass es trotzdem funktioniert. Und das wird in den aktuellen Arcs nur noch krasser. Respekt für das arme Schwein, das diese Konflikte plant.
    – Auch überraschend gut beizeiten: Die zwischenmenschliche Ebene. Der Großteil ist Shonen-Friendship-Standard, aber bspw. Gons und Killuas Beziehung hat eine Menge an interessanten Reibepunkten und Weiterentwicklungen durch ihre unterschiedlichen Hintergründe. Es ist teilweise recht subtil (deshalb ist es mir früher auch nicht aufgefallen), teilweise wird es für das Genre aber auch überraschend direkt thematisiert. Auch toll: Wie sich die Loyalitäten in den einzelnen Arcs zwischen Bedürfnissen, Misstrauen, dieser ganzen wahnsinnigen Taktik und den Charaktereigenschaften entwickeln. Die Spinnen mochte ich das bspw. auch sehr.
    – Das World Building ist mega unspektakulär, im Gegensatz zu eigentlich allen Shonen Serien, die ich wirklich mag. Aber das ist okay, weil es wirklich nur den Hintergrund für die Arcs bietet, und dafür reicht es.
    – Was zur Hölle geht bitte mit Hisokas ... "Vorlieben"? Das ist keinesfalls irgendwie subtil und seeehr unangenehm, wenn es um die Zwölfjährigen geht. =___=''
    – Ach ja, die Arcs. Erstmal: Es gibt zwei Punkte, an denen die Serie sozusagen ihren "Stride" findet. Der erste Punkt ist das 1-on-1 Duell gegen die fünf Schwerververbrecher in diesem Turm der Hunter-Prüfung. Ich hab so richtig gemerkt, wie die Taktik das erste Mal für mich gegriffen hat. =D Der zweite ist dann wirklich der Angriff der Spinnen nach dem Tod des ersten Mitglieds. Was ne Szene mit Chrollo, der dirigiert.
    – So, kommen wir nun zum Chimera Ant Arc ... Ich bin hin- und hergerissen. Ich hatte den als SEHR schlecht in Erinnerung, so richtig grottig. Und ich muss sagen, ja, mindestens das erste Drittel ist wirklich komplett uninteressant. Uninteressante Schurken, keine großen neuen Ideen, nix. Die hätte man auf ein Drittel runterstauchen können. Nur "normale" Kämpfe mit ein bisschen Taktik, und ... Kill Porn? Ich muss aber sagen, später hat der Arc durchaus von dem Aufbau profitiert. Zum einen sind die Kämpfe spannender geworden (der Angriff auf den Palast war WAHNSINN!), was immer hilft, zum anderen hat sich mit der Frage der Menschlichkeit tatsächlich ein interessantes Thema zwischen die Zeilen geschlichen. Für die Länge des Arcs war es zwar imho nie so zentral, wie es hätte sein können, aber es lässt mich den Arc heute deutlich höher schätzen – nicht zuletzt, weil HxH wirklich nicht zimperlich mit Moral und Tod umgeht, was so ein Thema wirklich mal angemessen macht. Und dann ist da noch dieses ganze Finale um den König, der als ziemlich lächerlicher Freezer-Cell-Abklatsch startet und gegen Ende wirklich ein schönes Ende findet. Der Kampf mit dem Alten war aber natürlich auch sehr episch, und dass eine fette Bombe tatsächlich mal ansatzweise Wirkung zeigt, weiß ich im Shonen-Genre auch zu schätzen. Was allerdings megastrange war, war Gons Rolle. Von der Idee her cool, aber er hat nichts gemacht und ich habe immer noch nicht ganz verstanden, was das für ein Bullshit-Power-Up am Ende war. Ich hab schon etwas Angst vor dem Moment, in dem er mal wieder im Mittelpunkt steht.
    – Yoshihiro Togashi hat glaub ich ein ziemlich traditionelles Frauenbild. Erstmal dauert es DUTZENDE Kapitel, bis eine _wirklich_ relevante Frau auftritt, und selbst dann haben die coolen weiblichen Charaktere fast alle irgendwelche zentralen Charakterzüge, die sich auf Klischee-Weiblichkeit beziehen. Und die mächtigsten Leute im Zentrum von Handlung und Welt sind natürlich alle Männer; auch wenn Frauen mit der Zeit immerhin wichtiger für diese Männer werden, I guess. Ich meine, Melody ist primär davon motiviert, dass sie ihr gutes Aussehen verloren hat und andere vor diesem Schicksal bewahren will. Trotzdem toller Charakter, übrigens! Bisk ist eine klassisch hässliche, weil sehr männliche Frau, die ihre Kräfte nutzt, um kawaii auszusehen. Sie kann kämpfen, aber ihre Sonderkräfte sind wortwörtlich eine Spa-Landschaft, Schönheitsschlaf etc. Shizuku sind praktisch aus wie eine Klischee-Hausfrau, inkls. Staubsauger. Palm ist eine irre Stalkerin, die Leute bespitzelt und mit ihren Haaren kämpft. Usw. Meine Fresse. Lustig ist dann aber zu sehen, wie die Charaktere mit der Zeit alle interessanter werden. Ich vermute mal, er ist ein zu guter Autor, als dass sich seine Vorurteile bei den schon etablierten Charakteren dauerhaft durchsetzen könnten.
    – Ähnlich wie Frauen ist er glaub ich auch nicht wirklich gut darin, gute Oberschurken zu erfinden ...? Der Chimera Ant König, wie gesagt, aber auch der Devil Bomber war mega uninspiriert. Der hatte hatte nicht mal irgendeinen Ansatz von Backstory und sah dazu auch noch dumb as shit aus. o.o Selbst Chrollo hat hinter seiner coolen Fähigkeit und seinem "20%mehrJapan" Outfit bisher nur den Ansatz einer Persönlichkeit – und selbst der ist erst über die Zeit entstanden. Der Typ, der im aktuellen Arc vielleicht (?) der Oberschurke wird, ist aber ziemlich faszinierend.

    SORRY, das musste raus. xD'

  12. #12
    @Cipo: HxH habe ich bisher nie über die Prüfung hinaus geschafft. Diese fand ich zwar sehr interessant, besonders den Turm, aber irgendwie hat mir danach dann die Motivation gefehlt. Hatte auch irgendwie das Gefühl, dass das wie ein idealer Punkt ist um einfach aufzuhören, weil ich die grundlegende Huntergeschichte eher uninteressant finde und die Show bis dahin auch nicht den Eindruck gemacht hat, dass ich von der Welt wirklich viel mehr erfahren will. Außer Kilua (und diesen "Joker" Charakter) fand ich die meisten auch nicht so prägnant, und Gon sogar nervig. Dein vorletzter Punkt hat sicherlich auch dazu beigetragen, denn der Cast war definitiv sehr testosteronlastig *g*

    Will der Show aber irgendwann noch mal ne Chance geben (technisch habe ich das schon, weil ich die Serie bereits zwei Mal angefangen hatte^^), vor allem, weil sie ja von einigen Leuten als einer der besten Shounen gehyped ist (und der Chimera Ant Arc einfach konzeptuell interessant klingt). Dass von Dir erwähnte Taktieren erkennt man ja schon in den Prüfungen, wo es in der Regel nicht darauf ankommt, wer der Stärkere / Schnellere ist, sondern wer am cleversten an die Probleme rangeht. Leider erwähnst Du ja, dass die Bösen generell eher unterwältigend sind - diese machen ja bei solchen Serien oft ne Menge an Faszination aus.




    Nachdem ich vom Beastars Anime so erschlagen war hab ich doch glatt am Wochenende im Zug den bisherigen Manga durchgebinged. Hat sich absolut gelohnt, die Welt und Charaktere, die Paru Itagaki geschaffen hat, sind sehr interessant. Funfact: sie ist die Tochter von Keisuke Itagaki, dem Schöpfer von Baki (nicht, dass das besondere Relevanz hätte^^). Ein paar Stichpunkte zum Manga (relativ spoilerfrei, aber einige Thematikern werden angeschnitten):


    • Eine moderne Gesellschaft anthropomorpher Tiere ist in der Manga- / Animewelt ein unverbrauchtes Setting. Parallelen zu Zootopia sind recht offensichtlich und es diente auch als eine Inspiration für Itagaki, aber Beastars geht einen anderen (düsteren bzw. realistischeren) Weg
    • Die Frage, ob die natürliche Ordnung und die eigenen Triebe wirklich die Persönlichkeit bestimmen ist sehr relevant und was für ein besseres Setting gibt es als das der Tiere, um dies sehr allgemein zu behandeln?
    • Generell können hier Sachen gemacht werden, die man sonst wenig sieht. Alleine, dass es direkt am Anfang um einen kannibalistischen Mord eines Mitschülers geht setzt das Thema eigentlich sehr gut. Wobei man "kannibalistisch" natürlich nur sagen kann, wenn man das Ganze parallel zu unserer Gesellschaft sieht.
    • Das Worldbuilding, insbesondere der Nutzen der einzelnen Tierarten, ist interessant. Man merkt, dass Itagaki hier wirklich aus der Fülle an Möglichkeiten schöpft die ihr das Setting ermöglicht (beispielsweise, was eigentlich Hunde als domestizierte Wölfe für eine Rolle in dieser Welt spielen, wie es Hühnern und Kühen als "Nutztiere" geht, wie Carnivoren doch ihren Fleischdrang stillen können bzw. was für soziale Implikationen dies hat, etc.)
    • die Charaktere sind vielschichtig, bleiben aber grundlegend ihrem animalen Archetypen treu. Besonders beeindruckt bin ich von der Entwicklung von Louis, dem Hirsch, der sich nicht in die natürliche Ordnung einfügen will. Er hat von Anfang an starke Auftritte und seine Entwicklung ist unerwartet.
    • Ein Anker der Geschichte ist die Beziehung zwischen dem Wolf Legosi und der Häsin Haru, welche unter keinem guten Stern steht. Neben der grundlegenden Problematik, dass Hasen Beute für Wölfe sind, werden hier natürlich auch immer wieder Steine in den Weg gelegt. Manchmal kommt es leider zwischen den beiden zu den typischen Drama-Problemen (sprich: es sind dumme Teenager), aber die meiste Zeit sind es doch die eher existentiellen Sachen. Vielleicht sogar eine der nachvollziehbareren Beziehungen, die man in diesem Medium erleben kann, obwohl es sich ja eigentlich um Tiere handelt
    • Vielleicht ist gerade das etwas, was die Geschichte interessant macht. Man kann die Geschehnisse immer aus zwei Perspektiven (menschlich und tierisch) sehen, was den Spielraum erhöht.
    • Es handelt sich hierbei nicht nur um ein Highschool Drama mit Tieren, es wird gerade später auch sehr stark auf den Rest der Welt eingegangen
    • Allgemein ist der Manga trotz der relativ ernsten und komplexen Themen immer unterschwellig optimistisch und stellenweise wirklich witzig
    • Die Story ist durch... teilweise richtig durch. Es ist überraschend, wie gut die Welt und die Charaktere funktionieren, obwohl hier echt viel weirder Shit passiert!
    • Ich würde die Geschichte eher für die Charaktere und die Welt als für den Plot empfehlen. Was nicht heißt, dass die Geschehnisse schlecht sind, man braucht an einigen Stellen nur recht viel Suspension of Disbelief. Es fallen bei der Menge an neuen Ideen, die die Show aufwirft, auch gelegentlich Sachen unter den Tisch, denen man mehr Luft hätte einräumen können.
    • Habe zwar schon gegenteilige Meinungen gehört, aber für mich war der vierte Arc (nach der Wiki) der schwächste. Dieser ist auch sehr "shounen", was ein krasser Unterschied zu den anderen Arcs ist. Es kommt noch dazu, dass es mehrere parallele Handlungsstränge gibt, die kaum miteinander interagieren und ungleichmäßig viel Screentime bekommen. Davon kamen mir manche Sachen wie Zeitschinderei vor. Was schade ist, denn der Antagonist bzw. seine Motivationen sind sogar recht interessant.
    • Glücklicherweise hat sich der Manga mit dem fünften und sechsten Arc sehr gut gefangen und hat derzeit einen Höhepunkt erreicht, auch was den derzeitigen Antagonsiten und die Kernthematik angeht.
    • Den Zeichenstil mochte ich anfangs nicht. Er ist auch, gerade in den ersten Kapiteln, recht grob und auch später sind sehr viele grobe Zeichnungen vorhanden. Auf der anderen Seite gibt es auch viele anatomisch sehr detailierte Zeichnungen. Interessant ist besonders Harus recht simples Design, was unglaublich "elastisch" ist und ihr sehr leicht übertriebene Reaktionen erlaubt. Insgesamt hab ich später dann durchaus meinen Gefallen an dem Stil gefunden. Denke dennoch, dass Orange genau die richtige Optik für den Anime erwischt hat.


    Ja, was soll ich sagen? Beastar hat mich vollkommen überrascht damit, wie gut es ist, obwohl ich vorher nicht besonders viel erwartet habe. Es ist definitiv nicht so geschliffen wie beispielsweise HeroAca, aber probiert dafür sehr viel aus, was ich so noch nicht gesehen habe.

    Schätze als nächstes werde ich mir die neuen Kapitel von Promised Neverland geben, die seit meinem letzten Lesen dazugekommen sind. Hatte da gerade den Minerva Arc abgeschlossen (müsste so um die Kapitel 100 gewesen sein?) und da gibts doch noch einiges neues jetzt^^

    Geändert von Sylverthas (24.11.2019 um 14:42 Uhr)

  13. #13
    Zitat Zitat
    Leider kreiert der Hype um FMA eine Erwartung, die es heutzutage wahrscheinlich gar nicht mehr halten kann, wenn man sich in der Materie gut auskennt. Ich habe die Serie auch erst sehr spät geschaut, aber ich hatte mir bedingt durch den Hype schon etwas mehr erhofft.
    Ist bei mir komplett andersrum: Als ich jünger und der Hype noch aktuell war, fand ich die Serie nur gut (und deutlich schlechter als die erste), heute würde ich sie meilenweit über 95% aller anderen Animes anordnen, geschweige denn dem Genre-Kram. Vorrangig aus den gegengesetzten Gründen, die du nennst, und die ich damals noch nicht so zu schätzen wusste, nicht zuletzt weil das nicht das war, was ich von einem (Shonen-)Anime erwartet habe: Nach den ersten 10, 12 Folgen, die aus produktionshistorischen Gründen etwas strange sind, wird die Serie zunehmend MEGA-rund. Da passt wirklich alles zusammen. Es gibt keinen Charakter, der nicht eine sehr klare Rolle in der Thematik erfüllt oder ohne einen interessanten Arc ausgeht, keine Charakterbeziehung, die irgendwie halbgar im Status Quo stehen bleibt, keinen Sachverhalt, der nicht irgendwie in den großen Kontext gesetzt und relativiert wird.

    Ich glaube, da muss man sich auch nicht groß streiten; ich wollte das nur nicht so absolut im Raum stehen lassen, wie du das formuliert hast. =P

  14. #14
    Ich hab von FMA nur die älteste Serie gesehen. Brotherhood fehlte mir immer die Motivation. Fand die ältere Serie zwar gut. Aber nicht überragend. Hatte jedoch gute Momente. Insbesondere dass manche meinten es wäre "mehr Humor" in der neueren Serie ... hatt mich etwas abgeschreckt. Dazu die vielen Episoden. Die Helden sehen halt auch typisch shounig aus. Und bei dem in der Rüstung nervte glaub die Stimme, weil das halt weird klingt, wenn so ne Rüstung verweiblicht spricht (junger Boy als Persönlichkeit ... glaub sogar weibliche Sprecherin).

  15. #15
    @Kynero: Finds gut, auch andere Meinungen zu hören, gerade, weil man an FMA sicher auch einiges kritisieren kann. Z.B. ist der Humor sehr Hit&Miss und die Chibifizierungen der Charaktere hab ich größtenteils als ziemlich nervig empfunden. Auch Ed als Mainchar muss einem nicht so zusagen, wobei seine nervige Art bei mir bereits durch seine Introspektion in Folge 1 (2003) ausgeglichen wurde, die er in der Kirche und dann später in der Sandgrube hatte. Er ist für mich quasi die Version von Naruto, die ich noch mögen kann *g*

    Aber was ich gerne ansprechen wollte, sind Deine Vergleiche, z.B.
    Zitat Zitat von Kynero Beitrag anzeigen
    Klar ist die Serie besser als solche Perlen wie Bakuretsu Hunter, aber das ist ja auch nicht so schwer.
    oder
    Zitat Zitat
    Die ersten zwei oder drei Folgen der ersten FMA Adaption fand ich sogar richtig mies. Nicht ganz so schlecht wie Occultic Nine, der mit seiner ersten Folge einfach mal total.... weird war, aber schon so, dass ich keine Lust mehr hatte, mir den Anime weiter anzuschauen.
    womit Du der Show IMO Unrecht tust. Erstmal ist Bakuretsu Hunter nicht mal wirklich gut (ok, gibst Du ja selbst zu, dass man das leicht übertreffen kann - aber wieso dann überhaupt der Vergleich?). Aber mit Occultic;Nine zu vergleichen, bei der man in der ersten Folge totgeschlagen wird mit random Events?

    Und damit will ich Deinen Eindruck nicht untergraben, dass Dir der Anfang von FMA(03) nicht gefallen hat (kann ich sogar irgendwie verstehen, eröffnet ja prinzipiell mit nem vermeintlichen "Filler Arc"), aber O;9 ist da doch eine ganz andere Richtung von Fail. Wenn wir soweit sind, können wir gleich diskutieren, wie viel stärker / schwächer FMAs Charakterisierung im Vergleich zu Aldnoah.Zero ist oder wie gut die Plottwists im Verhältnis zu Guilty Crown sind *g*



    @Cross Ange: Eine Fanservice Mech Serie von den Gundam Typen mit überzogenem Drama? Wie ist die an mir vorbeigegangen? Klingt eigentlich genau wie der Schund, der in mein Schema passt

    Geändert von Sylverthas (02.11.2018 um 00:29 Uhr)

  16. #16
    Haha, da hab ich ja ne Diskussion losgetreten ^^ Find ich gut

    Bin jetzt mit Full Metal Alchemist: Brotherhood durch. Erster Eindruck bleibt für mich auch im Nachhinein bestehen: Gute Serie, tolle Production Values inklusive überzeugendem Soundtrack und wertiger Animation, gutes World Building und teilweise auch lobenswertes Charakterdrama. Die seichten und verstörenden Horror-Elemente waren nice, besonders in der ersten Hälfte. Außerdem war das Ende sehr rund - mehr Serien sollten ne ganze Folge nur für das "Danach" reservieren, um lose Enden abzuschließen. Trotz allem fand ichs insgesamt aber nicht super überragend und würde mich auch nicht dem Hype von damals anschließen.

    Das hat verschiedene Gründe, vor allem jedoch Folgendes: Für meinen Geschmack ging die Serie zu lang. Sicher ist FMA viel ernster zu nehmen und was ganz anderes als diese Endlos-Kaugummi-Shows wie Dragonball Z oder One Piece, wo man schon zehn Folgen hintereinander schauen muss um irgendeine Plot-Entwicklung auszumachen. Trotzdem hatte ich bei FMA-B den Eindruck, dass es in der Mitte viel Leerlauf gab, bei dem sich alles geradezu zyklisch wiederholt hat - Yadda yadda yadda Verschwörungsgespräche, Kampfszene gegen irgendwelche Homunculi, mit etwas Glück ne kleine Enthüllung zur Story (ein paar der Wendungen waren leider sehr vorhersehbar; dass die Form des Landes eine besondere Bewandnis hat war zum Beispiel sofort bei der ersten Einblendung der Karte klar usw.), rinse & repeat. Und so geil das Finale auch inszeniert wurde, die Ereignisse haben sich auch dort für mich zu sehr hingezogen, zumal das alles an nur einem Tag stattfinden sollte aber praktisch ein Fünftel des gesamten Animes einnimmt, also ein massiver Shift im Vergleich zum Pacing in den ganzen Episoden davor.

    Mir ist schon klar, dass sich das einfach an den Mangabänden orientiert hat, aber trotzdem... Hätte man die ganze Serie ein wenig mehr gestrafft und zusammengefasst, gerne auch hier und dort ein bisschen überflüssiges Fett weggeschnippelt, mit sagen wir höchstens 52 anstatt 64 Folgen, dann wäre mir das vermutlich um einiges runder vorgekommen. Ich meine hey, da steckte sogar irgendwo eine obligatorisch-überflüssige Recap-Episode größtenteils bestehend aus bekanntem Material drin, das sagt doch eigentlich schon alles! Ich hasse sowas. Da ich nun schon mehrfach gehört habe, dass sich die ältere erste Anime-Adaption noch mehr Zeit für alles lässt, sollte ich davon eventuell lieber erstmal die Finger lassen.

    Was ich ferner sehr nervig fand war, dass manche Gegner einfach nicht totzukriegen waren, und das manchmal aus Blödheit und idealistischem Love-will-save-us-all Gelaber der Protagonisten. Ich mag es eigentlich, wenn zu Beginn oder nach und nach eine gewisse Schurkengalerie eingeführt und dann sukzessive "abgearbeitet" wird, bis am Ende nur noch wenige und der fiese Obermotz übrig bleiben. Hier fing das scheinbar wunderbar so an, Lust wurde relativ früh permanent erledigt, und das war sowas von befriedigend und vermutlich meine Lieblingsfolge Aber danach? Mehrere Feinde wurden praktisch zerstört und kamen dann trotzdem nochmal zurück. Irgendwann sorgte das bei mir nur noch für ein Augenrollen. Vor allem wenn es dazu kam, weil einer der Charaktere sich unglaublich naiv verhielt.

    Darüber hinaus war die Menge an eingeführten Nebenfiguren alles andere als optimal. Ich bin eigentlich ein sehr aufmerksamer Zuschauer, aber hab mich bei einigen weniger wichtigen Figuren, vor allem bei den Untergebenen Helfern des Militärs, immer wieder dabei erwischt wie ich mich selbst fragte, wer das eigentlich nochmal gleich gewesen sein soll. Ist ja an sich fein, dass ein ordentliches Drumherum geschaffen wird, aber da wäre weniger manchmal mehr gewesen, denn einige Charaktere haben nur extrem wenig beigetragen oder hatten in der ganzen Geschichte vielleicht anderthalb erwähnenswerte Szenen. Stattdessen hätte ich mir mehr Action und rundere Arcs für manche der Helden gewünscht. Trotz bescheuertem Namen würde ich sagen, dass Roy Mustang mein Lieblingscharakter war. Doch im großen Finale, für das ich auf nochmal so einen Auftritt von ihm wie damals beim Kampf im Forschungslabor hoffte, hatte er dann leider nicht mehr viel zu melden.

    Es gab mehrere Episoden, in denen die Elric Brüder kaum eine Rolle gespielt haben. Das hat mich überrascht. Mit diversen wichtigen Entwicklungen hatten sie überhaupt nicht direkt zu tun und stolperten nur von einem Ort zum anderen, geradezu auf den B-Plot abgeschoben, während häufig andere die Zügel in der Hand halten. Das wirkte ab und zu so planlos von den eigentlichen Helden, dass ich die Vermutung habe, die Autorin überlegte sich vorher selbst nicht alle Details, etwa wie sie die Leute von einem Ort zum anderen bringt, sondern spinnte den Kram gemäß grober Outline einfach immer weiter. Oder es lag an der Anime-Umsetzung.

    Beispiel: Die Brüder sind in unmittelbarer Nähe eines verletzten jungen Mädels (einer von ihnen sitzt sogar lange mit ihr im Raum), von dem sie wissen, dass es wichtige fremdländische Alchemie-Kenntnisse hat, die ihnen nicht bekannt sind. Kurz vorher haben sie ihre Fähigkeiten live sehen können und waren beeindruckt, während sie selbst im Kampf machtlos geblieben sind. Die beiden haben alle Zeit der Welt während sie sich erholt und trotzdem kommt keiner auf die Idee, sie mal nach ihrer Alchemie zu befragen. Weil könnte ja wichtig oder hilfreich sein. Gefühlt zwei Tage später geht sie ihrer Wege nach Norden. Erst jetzt und weil sie keine anderen Anhaltspunkte haben, beschließen Ed und Al, ihr zu folgen um mehr über ihre Alchemie herauszufinden, also suchen sie erstmal aufwändig in der Stadt nach ihr und machen sich dann selbst auf den Weg dorthin, wo sie sein soll und wo das Abenteuer weitergeht Das ist sowas von Anime-Blödheit und keine gute Erzähltechnik. Wirkt sofort konstruiert. Wenn sie sich sowas Offensichtliches nur mal ein paar Stunden eher überlegt hätten, hätte man sich einen riesigen Abschnitt der Handlung sparen können, oder zumindest wäre alles ganz anders gelaufen. Was mich daran so stört ist, dass man das mit ein paar gut platzierten Dialogen sehr viel besser hätte erklären können (selbst simples Lampshading hätte mir gereicht, aber es wird mit keinem Wort erwähnt bzw. nichtmal anerkannt, dass das dumm von ihnen war). Und so etwas in dieser Art passierte hier nicht nur ein Mal, sondern immer wieder.

    Das mögen alles nur kleinere Kritikpunkte und Nitpicking sein, aber sie trüben meine Meinung von der Serie nachhaltig. Ich liebe das Konzept und die dargestellte Welt nach wie vor, das war manchmal wirklich kreativ und originell; gerade auch die ganzen Themen, die FMA anspricht. So sehr, dass ich mir vielleicht irgendwann noch die Anime-Filme geben werde und wünschte, die würden eine Prequel- oder Sequel-Show machen, welche im Kaiserreich Xing spielt oder Ähnliches. Dann aber bitte nicht wieder mit ermüdenden 60+ Episoden. Andererseits fehlte mir hier irgendwie der gewisse Wow-Faktor. Bin zwar interessiert bei der Sache geblieben, aber es war keine Geschichte, bei der ich immer sofort wissen musste, wie es weitergeht. Es gab viele genuin spannende Stellen, aber gerade im späteren Verlauf für mich hin und wieder auch ein wenig Langeweile. Denke das hängt auch mit den Hauptfiguren zusammen, denn u. a. mit Edward bin ich ehrlich gesagt nie so richtig warm geworden.



    ... Mal was anderes: Von ein paar Freundinnen wurde mir The Seven Deadly Sins empfohlen. Taugt das was?

  17. #17
    The Seven Deadly Sins ist ein ordentlicher Shounen, macht aber nichts Bahnbrechendes sondern bleibt eigentlich ziemlich klassisch. Ist auch eher feel good und nimmt sich nicht zu ernst. Die Charaktere sind eine kompetente Truppe und verfügen über brauchbare Geschichten. Die Kämpfe gehen in Ordnung. Auch wenn es oft vorkommt, dass sich eine Seite erstmal verprügelt lässt ehe sie ihre wahre MachtTM offenbart. Und Melodias rückt Elizabeth öfters mal zu nahe, was diese aber recht gutmütig hinnimmt. Die Qualität bleibt auch meistens konstant und die erste Staffel bietet eine recht runde Geschichte.
    Nach den ersten paar Folgen kann man ziemlich gut sagen, ob es etwas für einen ist oder nicht.
    Die zweite Staffel war dann aber schwächer und hat mir nicht mehr so gut gefallen. Die Idee, die Kampfkraft in konkreten Zahlen auszudrücken, war keine Verbesserung.



    Und da ich in letzter Zeit auch mal ein paar Sachen außerhalb der aktuellen Season gesehen/gelesen habe:

    Girls und Panzer das Finale 01: Oh gott ist das Super. Die Mädels machen einen Ausflug in die Tiefen des Schiffes und es ist großartig xD Die Gestalten da unten, die Verfolgungsjagd, die Herausforderungen in der Bar. War echt herrlich mit anzusehen, wie sie das neue Team rekrutiert haben. Gibt auch ein paar Ausblicke, was die anderen Teams so treiben, bzw. wo es die ältesten so hinzieht. Der Rest folgt dann dem gewohnten Schema und ist auch so unterhaltsam wie gewohnt. Einziges Manko ist hier die lange Wartezeit, die zwischen den Filmen liegen wird.

    Haifuri OVA
    So nett es ist einige Charaktere wieder zu sehen, wirklich brauchbar fand ich die 2 Folgen nicht. Das Gerücht um eine Aufteilung der Crew ist kaum überzeugend und die daraus entstehenden Aktivitäten auch kaum spannend. Hätten sie nicht lieber irgendeinen Seekampf animieren können?^^

    Shoulder a Coffin Kuro Vol 6: Man merkt das es so langsam aufs Finale zugeht. Viele Verbindungen werden jetzt klar und das Ende der Reise zeichnet sich ab. Es erreicht auch einen Punkt, wo man sich die vorherigen Bände nochmal durchlesen sollte. Denn an ein ein paar Charaktere konnte ich mich nicht mehr wirklich erinnern. Wenn also der finale Band rauskommt, werde ich mir nochmal die ganze Reihe zu Gemüt führen. Bin gespannt wie es ausgehen wird. Schließlich bietet der Manga zwar einen hoffnungsvollen Ausblick, aber hat auch mehr als genug dunkle Seiten. Daher bin ich durchaus besorgt, was aus den Charaktere am Schluss werden könnte.



    Mir war auch danach mich durch ein paar Isekai Werke zu wühlen um zu schauen, ob mal wieder was interessantes dabei ist für mich. Dabei bin ich über eine Kategory gestolpert mit der ich so nicht gerechnete hatte: Otome Isekai.
    Die Welten entsprechen dabei mehr normalen (Fantasy) Welten ohne den ganzen Spielüberzug wie Skills etc. und die Protagonisten landen meist im Körper der Bösen und nicht des MCs. Was für ein schönes Comedy Konzept herhalten kann wie ich finde^^. Kann aber auch daran liegen, dass 2 der 3, die ich gelesen habe, Comedy sind.

    Otome Game no Hametsu Flag shika nai Akuyaku Reijou ni Tensei shite shimatta...
    Die Protagonistin landet in der Welt eines Otome-Games, aber sie wird als Antagonistin des Spiels wiedergeboren. Und im Spiel wird sie am Schluss immer entweder aus dem Land verbannt oder getötet. Und nun muss sie alles daran setzen diesen Ausgang für sich zu vermeiden. Das klingt schon nach einer ziemlich lustigen Idee und es wird auch spaßig umgesetzt. Vor allem ist die Protagonistin auch nicht übermäßig clever oder sowas und kommt daher auch auf einen amüsanten Lösungsansatz, was ihr Problem betrifft (Sie lernt Farmerei, Schwertkampf & lebensnahe Papierschlangen basteln). Der Spitzname Bakarina trifft es schon ganz gut.
    Die Geschichte startet mit ihr als Kind was das Ganze ziemlich charmant macht. Später gibt es auch einen Timeskip um in den Zeitraum des Otome-Spiels zu kommen. Gefällt mir bislang ziemlich gut. Bin mal gespannt wie lange es geht und ob es sich am Ende vielleicht doch abnutzt.

    Jishou Akuyaku Reijou na Konyakusha no Kansatsu Kiroku
    Ähnliches Setting wie vorher. Mädchen wird als Antagonistin wiedergeboren und erinnert sich im Kindesalter daran. Hier aber möchte sie sicher stellen, dass der Plot so wie im Spiel abläuft, damit der Prinz sein Happy End findet. Also gibt sie alles, um eine gute böse Verlobte zu sein. Auch wenn sie sich dabei nicht so clever anstellt. Aber es wird wieder charmant umgesetzt. Das Ganze wird dabei aber aus der Perspektive des Prinzen erzählt. Der natürlich Überkompetent ist aber das passt ganz gut für die Comedy und passt ganz gut mit seiner eher naiven Verlobten zusammen. Funktioniert soweit auch ganz wunderbar wie ich finde.

    Koushaku Reijou no Tashinami
    Hier wird die Protagonisten ebenfalls als Antagonistin in eine Otome-Game Welt verfrachtet, allerdings direkt ans Ende. Von daher wird dieser Aspekt auch so ziemlich in Ch 1 abgehakt und sich anderen Dingen zugewandt. Geht dann mehr in den Management-Bereich ihrer Ländereien und wie sie Wissen aus ihrem alten Leben überträgt, allerdings läuft da meiner Meinung nach alles viel zu glatt und sie hat keine Probleme oder Schwierigkeiten ihre Ideen umzusetzen. Was schon ein wenig langweilig ist.
    Und dafür, dass die Sache hier ernst und nicht als Comedy angegangen wird, erfolgt der Umschwung vom Bösen mir doch etwas schnell. Ehrlich gesagt reißt sich die Serie meiner Meinung nach fast schon ein Bein aus, um zu zeigen, dass die Dame eigentlich eine von den ganz Guten ist.
    Erst mit Band 4 bzw. Ch 27/28 treten Schwierigkeiten auf, die sich vielleicht zu etwas interessantem entwickeln könnten. Allerdings machen mir die Gegenspieler keine große Hoffnung.

  18. #18
    Ich hab die Tage nochmal Hunter X Hunter angefangen und stehe jetzt genau vor dem Chimera-Arc, also Kapitel 186 oder so.

    Und ich muss sagen, wenn man die Serie am Stück liest und nicht in einzelnen Batzen über Jahrzehnte verteilt, ist sie echt nochmal ein gutes Stück besser. (Wahrscheinlich hauptsächlich, weil ich auch wirklich verstehe, was gerade abgeht. ) Bin sehr gespannt, ob das auch im kommenden Arc hält, den ich damals ja so überhaupt nicht mochte. Und obwohl gerade die ersten paar Kapitel einen erschreckend anderen Zeichenstil und Inhalt haben als die aktuellen, findet HxH zieeeeemlich schnell seinen eigenen Charakter: Bei Kapitel 15 oder so stecken die Figuren eigentlich schon knietief in den Mindgames, und machen wir uns nichts vor, genau darum geht es in diesem Manga – Mindgames, Mindgames, verdammt kreativ und konsistent gemachte Mindgames. Bei anderen guten Shonen ist das oft ein Teil des Reizes, aber hier ist eigentlich alles andere nur das "Drumherum", und ich bin immer wieder geschockt, wenn die Charaktere deutlicher intelligenter handeln als ich es jemals könnte. xD' In diesem Sinne wundert es mich auch gar nicht mehr, dass der Autor mit der Zeit so hart auf Kurapika und Hisoka geht; ihre Fähigkeiten und ihre Psyche eignen sich dafür natürlich viel mehr als so stumpfe Shonen-Batzen wie Gon oder Leorio.

    Hervorheben möchte ich kurz noch die "moralische Mentalität" dieses Mangas. Shonen haben ja gerne mal ziemlich düstere Töne und überraschende Graustufen, aber holy fuck, schafft es HxH, eine durchweg menschenfeindliche, erschreckende Welt aufzubauen, einfach durch die subtil beiläufige Art und Weise, mit der es den Tod durch Gewalt angeht. Selbst Gon als Happy-Go-Lucky-Shonen, der nicht viel von sowas hält, nimmt brutale Tode gerne mal als Fakt des Lebens hin. Leute sterben hier für praktisch gar nichts, ständig, und dann auch gleich 50 davon. Manchmal sieht man, wie sie um Gnade flehen, 1-2 Panels lang, aber die jeweiligen Schurken scheren sich Null darum. Sie wollen nicht klar machen, wie böse sie sind, sie monologisieren nicht groß mir schatten-unterlegten Augen herum, sie geben einfach keinen Fick und töten jemanden, weil es irgendwo die effektivste Variante ist, oder weil sie es können. Und das alles ist 100% "show, don't tell"; an keiner Stelle wird erwähnt, dass es eine besonders schreckliche Welt wäre, oder dass es ach so abgründig schrecklich ist, dass da mal wieder dutzende Menschen umgekommen sind. Es ist halt so, und alle relevanten Charaktere wissen es, und das macht die Serie bedrückender als es irgendwie betonte Negativität oder eine "düstere" Optik jemals könnten.
    Die Spinnen als Eigentlich-Antagonisten-aber-eigentlich-doch-Protagonisten verkörpern das besonders gut, denn es wird nicht wirklich drauf rumgeritten, wie psychopathisch das eigentlich alles ist. Sie werden sogar ziemlich schnell sympathisch, was einem dann doch hin und wieder Angst machen kann.

    Ein Kritikpunkt, den ich habe, bleibt allerdings die Komplexität: Manchmal ist da das Gefühl, der Autor hätte wirklich lieber Rollenspiel-Designer werden oder ein paar Escape Rooms aufmachen sollen. Die "Regelsysteme" und Hintergründe, die er entwickelt, sind manchmal vollkommen übertrieben, in einem Ausmaß, in dem das weder die Story noch die Mindgames rechtfertigen können. Der Greed-Island-Arc macht das schmerzhaft deutlich, weil er wahrscheinlich auch mit einem Drittel der eingeführten Karten einwandfrei funktioniert hätte, und ich kann mich sogar noch erinnern, dass mich das damals ziemlich abgestoßen hat – nicht zuletzt, weil es in mancherlei Hinsicht wie ein endloser Filler gewirkt hat. Diesmal mochte ich diesen Arc SEHR gern (zumindest abgesehen vom farblosen Schurken), allerdings habe ich dafür wirklich das Wissen gebraucht, dass man nicht alles verstehen muss, was in Hunter X Hunter so passiert. Was doch nicht der Optimalfall sein kann ...? ^^ Im aktuellen Manga-Arc ist das ja sogar noch mal krasser. Wenn ich über die Menge an Systemen nachdenke, die da schon erklärt wurden, oder an die teilweise zwei- bis vierseitigen Übersichten mit irgendwelchen Konzepten, oder an Seiten, auf denen man ein Gesicht und sonst nur erklärende Sprechblasen sieht, läuft mir ein Schauer über den Rücken. Aber wie gesagt: Man muss halt auch nicht alles verstehen, und der aktuelle Arc ist auch wieder völliger Wahnsinn, was die Mindgames angeht.
    Ich hoffe nur, der Autor explodiert nicht irgendwann in völlig andere, gänzlich unmenschliche Sphären.

    Auf jeden Fall einer meiner Lieblingsmangas, und definitiv einer, den ich gut mehrmals lesen kann. Mal gucken, was die Ameisen beim zweiten Versuch sagen.

  19. #19
    Zitat Zitat von Enkidu Beitrag anzeigen
    Das mögen alles nur kleinere Kritikpunkte und Nitpicking sein, aber sie trüben meine Meinung von der Serie nachhaltig. Ich liebe das Konzept und die dargestellte Welt nach wie vor, das war manchmal wirklich kreativ und originell; gerade auch die ganzen Themen, die FMA anspricht. So sehr, dass ich mir vielleicht irgendwann noch die Anime-Filme geben werde und wünschte, die würden eine Prequel- oder Sequel-Show machen, welche im Kaiserreich Xing spielt oder Ähnliches. Dann aber bitte nicht wieder mit ermüdenden 60+ Episoden. Andererseits fehlte mir hier irgendwie der gewisse Wow-Faktor. Bin zwar interessiert bei der Sache geblieben, aber es war keine Geschichte, bei der ich immer sofort wissen musste, wie es weitergeht. Es gab viele genuin spannende Stellen, aber gerade im späteren Verlauf für mich hin und wieder auch ein wenig Langeweile. Denke das hängt auch mit den Hauptfiguren zusammen, denn u. a. mit Edward bin ich ehrlich gesagt nie so richtig warm geworden.
    Statt noch mal alles zu tippen quote ich einfach meinen vorheriges Fazit *g*
    Zitat Zitat von Sylverthas
    Wobei ich denke, dass das, was die Serie so gut macht, die Tatsache ist, dass sie wirklich wenige Schwächen hat, und nicht, dass sie wirklich in vielen Punkten exzellent ist.

    Was ich ein wenig schade finde ist, dass einem die ganze Show über so viel vom Land gezeigt wird, aber dann das letzte Viertel praktisch nur noch in Central stattfindet. Das lässt den Rest der Serie eher so erscheinen, als wäre es dafür da gewesen, die "Truppe für den Endkampf" zu sammeln (was ja auch genau das ist, was passiert; immerhin treten so ziemlich alle relevanten Charaktere wieder auf^^°). Ist bestimmt ganz im Geiste von Shounen Serien, aber lässt die Story insgesamt eher einfältig erscheinen. Andererseits ist das wohl eher ein Kritikpunkt an typischem Shounen als an der Serie speziell.
    Ob Dich die erste Serie mehr gelangweilt hätte? Bin ich nicht mal sicher. Von der ersten Serie (zumindest von dem Teil, bis Hughes umgebracht wird, also Folge... 24?) sind mir deutlich mehr Momente hängengeblieben als von von Brotherhood. Denke gerade der Buildup für diese eine Szene ist in der ersten Serie viel besser, weil man so viel mehr Zeit mit den Charakteren verbringt. Und Du hast schon Recht, dass sich die Serie in der 2. Hälfte sehr zieht - vielleicht auch etwas, was ich bei der ersten Adaption ganz gerne mochte, weil die da halt ihr eigenes Ding zieht und total off the rails geht.

    Zitat Zitat von Dnamei
    Mir war auch danach mich durch ein paar Isekai Werke zu wühlen um zu schauen,
    Was hat Dich denn da geritten?!
    Aber sehr interessant, dass die Mädels bei allen dreien die Antagonistin der Story verkörpern. Während also Isekai für Männer heutzutage bedeutet, dass ein total überpowerter Typ in die andere Welt geht und dort alle Mädels absahnt... ist Isekai für Frauen die Vorstellung, die Böse zu sein? Vielleicht, weil böse sein befreiender ist als ein Guter zu sein? OK, vielleicht sollte ich da nicht so viel reininterpretieren
    Aber die Tatsache, dass es einfach "normale" Fantasy Welten sind ist schon relativ im Einklang mit alten Shows wie Escaflowne, welche ja auch Isekai ist (in einer Zeit, bevor SAO das "Genre" vergiftet hat^^).


    Bei mir gabs nochmal Shiki. Ist einfach gute Unterhaltung. Also, wenn man auf Serien steht, die einfach off sind. Direkt vergleichen würde ichs nicht mit Mayoiga, weil letzterer einfach ne Horror-Comedy ist. Shiki hat auch genug Szenen, die an Comedy grenzen, aber probiert immer noch genug Suspense unterzubringen. Der langsame Aufbau sorgt jedenfalls dafür. Vermutlich machts der seltsame Wechsel im Ton und die Absurdität mancher Gespräche sogar effektiver? Die meisten erinnern sich vermutlich eh nur noch an die letzten paar Episoden, wo sie in den Overdrive geht. Aber durchaus effizient, dass man ab nem gewissen Punkt nicht mehr richtig weiß, wer hier jetzt eigentlich die "guten" sein sollen. Die Auflösung inklusive der Rolle vom Priester gefällt mir aber nach wie vor nicht besonders. Die Show hat da versucht ne Message rüberzubringen, die bei mir einfach nicht gelandet ist.


    Und nach den "Empfehlungen" hier im Thread musste Cross Ange natürlich auch sein. Dazu lohnt sichs gar nicht mal so viel zu schreiben. Also poste ich einfach meine Eindrücke (beim Schauen der Show), die ich nem Kumpel geschickt habe (er kannte sie nicht und die Antworten sind rauseditiert - bis auf die letzte, weil das echt passend war). Voller Spoiler:

    Ich: aber immerhin durch... klare 9/10 show xD
    Kumpel: naja, wenn ich das lese, dann nur ne 8/10. auf deinen geschmack kann man sich auch nicht mehr verlassen seit dem du den slime hatest xD

    Geändert von Sylverthas (13.11.2018 um 22:48 Uhr)

  20. #20
    Zitat Zitat von Sylverthas Beitrag anzeigen
    Was hat Dich denn da geritten?!
    Aber sehr interessant, dass die Mädels bei allen dreien die Antagonistin der Story verkörpern. Während also Isekai für Männer heutzutage bedeutet, dass ein total überpowerter Typ in die andere Welt geht und dort alle Mädels absahnt... ist Isekai für Frauen die Vorstellung, die Böse zu sein? Vielleicht, weil böse sein befreiender ist als ein Guter zu sein? OK, vielleicht sollte ich da nicht so viel reininterpretieren
    Aber die Tatsache, dass es einfach "normale" Fantasy Welten sind ist schon relativ im Einklang mit alten Shows wie Escaflowne, welche ja auch Isekai ist (in einer Zeit, bevor SAO das "Genre" vergiftet hat^^).
    Ich glaube der Anstoß war irgendein Reddit-Thread über Isekai mit weiblichen Protagonisten^^ Aber was ich so gesehen habe an Beschreibungen (auch Webnovels) scheint das bei Otome-Isekai wirklich verstärkt in die Richtung zu gehen. Wobei sie halt nur den Charakter-Platz einnehmen. Danach müssen sie ja nicht die Rolle der Bösen spielen sondern können auch Gutes tun. Also ja, lieber nicht zuviel interpretieren^^
    Dann abseits davon habe ich auch genug Isekai gesehen mit weiblichen Protagonisten die die bekannte Overpowered + Game Interface Schiene fahren.
    Ich fand es hier halt nur interessant, dass sie explizit in einer Spielwelt landen aber halt keine Spielfähigkeiten bekommen.

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