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Thema: now watching / now reading

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Wow, ne schöne Liste an Zeug. Leider kenn ich davon nur Magus Bride und Your Name :/

    Bei der Magus Bride OVA muss ich sagen, dass mir diese am Ende zu viel slice of life war. Da gefällt mir die tatsächliche Serie besser. Es stimmt zwar, dass der Ton eher moody ist, aber da hab ich als Kontrast zu dem fantastischen magischen Setting nicht mal viel dagegen.


    Your Name ist schon so ne Sache. Habe das Gefühl, dass das ein Film ist, welcher einen eher nur auf emotionaler und nicht gedanklicher Ebene ansprechen soll. Wenn man anfängt groß darüber nachzudenken zerfallen viele Elemente. Es hat wohl auch nen Grund, wieso die ganze zweite Hälfte kaum durch den Shintokram in der ersten Hälfte "rechtfertigbar" ist und es dabei eher darauf ankam, dass sich der Zuschauer durch das hohe Tempo über die genauen Mechaniken nicht viele Gedanken macht - wird schon irgendwie mit funktionieren. Bin nicht so sicher, ob Shinto auch in Japan einen her "mystischen" Stellenwert hat, aber von außen (also international) wird das definitiv der Fall sein. Und gerade die Rituale, die im Film gezeigt werden, sind vielleicht auch für viele Japaner eher fremd. Da lässt man dann gerne durch die Andersartigkeit mehr Suspension of Disbelief zu. Zusätzlich erlaubt das die Einführung verschiedener "Welten" in das Setting, welche einfach ein größeres Klientel ansprechen können. Hat man mit Mystizismus nicht viel am Hut, gibts ja immer noch das Leben in Tokyo und andersrum.

    Generell ist der Erfolg wohl auch daran zu messen, dass der Film praktisch für jeden Zuschauer irgendwas zu bieten hat. Gut, vielleicht außer hardcore Action (selbst da gibts ja ein paar ziemlich imposant inszenierte Szenen), aber das wird man vermutlich von der Beschreibung auch nicht erwarten. Er kombiniert so viele verschiedene Elemente, dass es fast ein Wunder ist, dass daraus am Ende was einigermaßen homogenes geworden ist.

    Und letztendlich - und das ist irgendwie ganz witzig - habe ich das Gefühl, dass er vieles dennoch sehr "safe" spielt und quasi alles in Maßen macht. Also, es kommen zwar Szenen vor, die befremdlich sind (boob grabbing), aber es wird nie so weit aufgedreht, dass es Leute, die mit sowas nichts anfangen können, abschrecken würde. Die Shinto-Elemente sind gerade prävalent genug, dass ein Gefühl für die Mystik der Ereignisse aufkommt, aber nicht viel mehr. Selbst die Charaktere sind nur wenig mehr als Templates (langweiliger Stadtjunge und Landmädchen, mit leichtem Hauch von tsundere/tomboy); was hier vielleicht dazu dient, dass sich der Zuschauer darauf projezieren kann. Der Humor funktioniert ebenfalls, ist aber auch nicht zu over the top.

    Also so insgesamt kommt es mir vor wie ein Film, der einfach designed wurde, um so viele Leute wie möglich anzusprechen (und das ist nicht mal so negativ wertend gemeint, wie das vielleicht klingt).

    Die Liebesgeschichte würde ich als größten Kritikpunkt ansehen. Auch wenn man recht viel Zeit mit den Charakteren am Anfang verbringt kommt bei dem Body Swapping nie der Eindruck auf, dass die beiden mehr füreinander empfinden. In dem Szenenzusammenschnitt sehen die beiden sogar regelmäßig eher genervt davon aus. Und obwohl der Schnitt cineastisch die Bombe ist macht er halt den Fehler, dass man die Beziehung der Charaktere zueinander in der Zeit nicht deutlich entwickelt. Man hätte hier irgendwo noch mehr Raum machen müssen für ein zwei emotionalere Szenen am Anfang, die die Beziehung vertiefen.

    Halte die Liebesgeschichte auch nur relevant für die Abschlussszene und die emotionale Klimax. Denke, dass das meiste im Film auch gut funktioniert hätte, ohne, dass sie ineinander verliebt sind. Vielleicht hat hier auch ein wenig mitgeschwungen, dass Zuschauer einfach sehr gerne Liebesgeschichten sehen und man von populären Filmen (Hollywood) darauf getrimmt ist, dass diese nicht immer nachvollziehbar sein müssen.

    Stimme zu, dass 5 Centimeters per Second der bessere Film ist. Auch Garden of Words würde ich bevorzugen. Beide haben natürlich nicht diese Blockbuster und Popcorn-Qualität. Dafür erzählen sie aber deutlich interessantere (persönliche) Geschichten.

    Geändert von Sylverthas (08.12.2017 um 16:20 Uhr)

  2. #2
    So, zur Abwechslung hab ich mir mal Mangas gegeben. War ganz geschockt, dass Lesen tatsächlich noch mit zu meinen Fähigkeiten gehört ^_O

    Real Account (Ch.15):
    Hey, das Konzept klingt wie SAO x Ousama Game. Kann ja nur richtig trashig werden, oder? Naja... irgendwie schon, aber dann auch wieder nicht. Wenn ich das richtig in Erfahrung gebracht habe, dann hatte der Manga wohl ab Kapitel 11 die Zeitschrift gewechselt, und daher musste man einen Soft Reboot machen. Was auch prinzipiell fast alles für mich gebrochen hat. Auf einmal werden einem neue Charaktere präsentiert, welche aber ähnliche Dynamiken wie die alten aufweisen, und alles noch mal neu erklärt bekommen. Der alte Plot wird komplett hängen gelassen und im neuen ist sowohl der Ton anders (lockerer und actionlastiger, IMO) und der Fanservice Anteil schießt durch die Decke. Nicht, dass die erste Story problemfrei gewesen wäre, aber das geht IMO gar nicht.

    Vom Trashfaktor war das aber schon ganz gut. Und wenn man mit diesen Deathgame Sachen was anfangen kann, und die Suspension of Disbelief sehr stark ist (denn die Mechaniken, wie die Leute eigentlich in die virtuelle Welt kommen, werden praktisch nicht erklärt), dann könnte der Manga geeignet sein. Man kann gleich mit Kapitel 11 (oder Real Account II, Kapitel 1) anfangen, dann hat man auch nicht diesen harten Bruch drinnen. Wird eh alles noch mal erklärt. Aber fand Kapitel 1-10, auch von den Spielen an sich und welche Kritik es an Social Media übt, etwas interessanter als die äquivalenten Geschichten von Real Account II.

    Promised Neverland (Ch.67):
    Hatte von dem Manga vor Ewigkeiten was gehört und fand die Prämisse damals schon interessant. Jetzt endlich gelesen - sogar bis zum aktuellsten Kapitel.

    Die Idee, mal keine besonders kämpferischen, sondern eher intelligente Charaktere in eine Shounen Story zu werfen ist ganz interessant. Und gerade am Anfang ist diese "Prison Break"-Atmosphäre gut umgesetzt. Generell wird das Gefühl der Hoffnungslosigkeit hier viel besser vermittelt, als es z.B. bei Attack on Titan der Fall war - was wohl daran liegt, dass die Hauptcharaktere alle keine besonders guten Kämpfer sind und bisher noch keine Superkräfte aus dem Arsch gezogen wurden, was die Dämonen schon aus Prinzip sehr bedrohlich macht.

    Hauptcharakter ist Emma, welche ich zu meinem Erstaunen gar nicht mal so schlimm finde. Sie gehört zwar zur Gattung "sinnlos optimistischer Mainchar", aber kann auch mit Kompromissen leben. Was sie schon inherent besser macht als 90% ihrer Art. Gerade am Anfang der Geschichte hatte ich das Gefühl, dass sie häufig etwas von ihren beiden Freunden überschattet wird, aber das legt sich in späteren Kapiteln.

    Ohne Kritik kommt der Manga natürlich nicht weg (wer hätte das nur von mir erwartet?). Erstmal hat es das ähnliche Problem wie AoT, dass die Charaktere für eine lange Zeit relativ blass bleiben und nicht wirklich "liebenswürdig" sind. Dann ist fraglich, wie hoch hier wirklich gepokert wird, denn wenn ich mich recht erinnere sind bisher erstaunlich wenige Charaktere gestorben; auf der Flucht glaube ich sogar noch gar keiner. Und man kann auch schon einen gewissen Plottwist vermuten, denn man hat nie gesehen, wie Normann gestorben ist und er hat auch nen relativ seltsamen Satz abgelassen. Was es möglich macht, dass er noch lebt.

    Geändert von Sylverthas (15.12.2017 um 01:14 Uhr)

  3. #3
    @Sylverthas: Promised Neverland wird von einigen Leuten auf Youtube bereits als moderner Death-Note-Nachfolger bezeichnet. Ich kann mich nur anschließen - das ist definitiv eine Geschichte, die ich bereits als Kind gern gelesen hätte.

  4. #4
    Ja, Vergleiche mit Death Note passen auch gut. Gerade der Prison Break Masterplan geht definitiv in die Richtung. Sogar so sehr, dass
    man als Leser von dem eigentlichen Plan nicht mal was mitkriegt, sondern nur die Vorbereitung für den ersten Versuch. Was ich an sich gar nicht mal schlimm finde, denn noch mal 10 Kapitel im Waisenhaus wären vielleicht etwas viel gewesen *g*

    Danach ists aber etwas mehr "thinking on your feet" als Death Note - was nicht schlecht ist. Denn, wie gesagt - die Kinder werden schon als überdurchschnittlich intelligent dargestellt und das funktioniert hier gut. Und die Welt außerhalb des Waisenhauses ist auch nicht unspannend. Hat dann auch ein wenig was von Made in Abyss, wenn es um die Bedrohungen geht, denen sie begegnern und die zu übermächtig sind. Finde aber, dass sie den Einsatz ein wenig erhöhen müssen, indem mal eines der Kinder stirbt. Hat, was das angeht, das gegensätzliche Problem zu AoT: dort sterben so viele Menschen, dass es einem am Ende ziemlich egal ist. Hier aber wiederum so wenige, dass es langfristig der Bedrohung durch die Dämonen schaden könnte. Wobei die Rechtfertigung für die Plot Armor der Hauptcharaktere hier sogar ganz clever ist, mit diesem "Premium Meat" Argument :D

  5. #5

    Badass Freakin' Administrator
    stars_admin
    Ancien und das magische Königreich / Napping Princess
    Wieso zum Teufel hat Universum Anime den Filmtitel nicht richtig übersetzt? Das Ding heißt Ancien und das magische Tablet, immerhin geht es hier auch um ein Tablet. Der Film war dagegen echt unterhaltsam, obwohl ich zu Beginn nicht wusste, was mich hier genau erwartet. Kokone ist ein wirklich liebenswerter Charakter und obwohl ich dachte das Ancien nerven wird, ist auch sie sehr wichtig für die Story. Ich will eigentlich gar nicht so viel zur Story schreiben, denn sonst müsste ich den ganzen Film spoilern. Zwar erreicht er nicht die Qualität von your name. oder A Silent Voice, aber er war meiner Meinung nach besser als mancher Ghibli der letzten Jahre.

  6. #6
    Durarara!!

    In den ersten Folgen war ich Feuer und Flame.
    Dachte da kommt meine persönliche Anime Hoffnung und so ab Folge 8 hat Durarara!! meine Hoffnung missbraucht und auf den Müll geworfen.
    Diese Kurzgeschichten von Folge zu Folge waren ganz große klasse, aber als dann der rote Faden sich durchsetzte wurde es bis zum gnadenlosen Ende immer bescheuerter.

  7. #7
    Durarara hat insgesamt wohl einen der chaotischsten Plots überhaupt. Wenn du bei Staffel 1 bist kann ich dir versprechen, dass da noch gar nichts ist ^^°

    Wobei ich mich Frage, welche Dreiecksbeziehung du meinst? Denn die einzige richtige, die es gibt... involviert jedenfalls nicht Mikado. Grundsätzlich gibt es aber nicht viele richtige Showdowns außer wirklich gegen Ende - aber da kommt noch vieeeeel auf dich zu.

    Was du übrigens definitiv nicht erwarten solltest ist Realismus - Durarara ist vor allem over the top und funktioniert nur, wenn man nicht allzu viel hinterfragt. Etwa warum Celty Angst vor einem Polizisten hat.

  8. #8
    Wenn Staffel 1 die ersten 25 Folgen umfasst, dann kenne ich nur diese Staffel.
    Und stimmt schon, Mikado ist nicht involviert, aber bekommt man leicht diesen Eindruck.
    Weitere Staffeln werde ich mir allerdings nicht geben und es stattdessen mit Seven Deadly Sins versuchen, die man mir wärmstens empfohlen hat.

  9. #9
    Jup, es gibt 3 Staffeln. Schade dass es nichts für dich ist, ich fand Durarara hervorragend - aber ist auch ne ziemliche Geschmackssache.

  10. #10

    Badass Freakin' Administrator
    stars_admin
    Zitat Zitat von BDraw Beitrag anzeigen
    Jup, es gibt 3 Staffeln. Schade dass es nichts für dich ist, ich fand Durarara hervorragend - aber ist auch ne ziemliche Geschmackssache.
    Zwei Staffeln, wobei die zweite Staffel mit 36 Episoden und 3 OVAs dreigeteilt wurde.

  11. #11
    Ich fand Durarara!! durchaus nett, aber insbesondere nach der ersten Staffel wurde es doch ein ziemlicher Clusterfuck aus Beziehungen – das Wirrwarr hatte ich irgendwann nicht mehr ganz durchschaut und es war auch nicht besonders fokussiert. Was an sich nicht so schlimm war, denn eigentlich geht es der Serie eh mehr um Style und Atmosphäre und einige der "Nebencharaktere" sind imo ohnehin deutlich interessanter und besser umgesetzt als das Haupttrio, zumindest ab Staffel 2.

    Seven Deadly Sins ist eigentlich ein ziemlicher Standard-Fantasy-Shounen-Anime/Manga. Nicht übel umgesetzt, aber meinen Geschmack hat es leider fast komplett verfehlt.

  12. #12
    Als jemand, der eine Menge Shonen-Mangas mag und guckt und genießt: Es ist wirklich Standard as fuck, und konzeptuell unspektakulär bis wirklich schwach. (Oder man muss deutlich länger lesen/gucken als ich bereit war, das will ich nicht ausschließen.) Dann lieber My Hero Academia, wenn es guten, momentan gehypten Shonen geht.

    Durarara ist und bleibt mein Lieblingsanime, aber es wirklich Ansichtssache. Baccano!! vom selben Autoren ist zugänglicher und in sich geschlossen, solang man nicht die letzten (OVA-?)Folgen guckt, die einen Cliffhanger dranhängen, der nie wieder aufgegriffen wurde. ^_~

  13. #13
    Zitat Zitat von Knuckles Beitrag anzeigen
    Ancien und das magische Königreich / Napping Princess
    Wieso zum Teufel hat Universum Anime den Filmtitel nicht richtig übersetzt? Das Ding heißt Ancien und das magische Tablet, immerhin geht es hier auch um ein Tablet..
    Ich persönlich finde den japanischen Titel ja viel charmanter. Der englische klingt schon generischer und der deutsche erst recht. Freue mich zwar immer, wenn überhaupt ein Titel eingedeutscht wird, aber hier wäre mir eine zumindest näherungsweise Übersetzung des Originaltitels lieber gewesen als eine Orientierung am englischen Titel.

  14. #14

    Badass Freakin' Administrator
    stars_admin
    Zitat Zitat von Narcissu Beitrag anzeigen
    Ich persönlich finde den japanischen Titel ja viel charmanter. Der englische klingt schon generischer und der deutsche erst recht. Freue mich zwar immer, wenn überhaupt ein Titel eingedeutscht wird, aber hier wäre mir eine zumindest näherungsweise Übersetzung des Originaltitels lieber gewesen als eine Orientierung am englischen Titel.
    Abgesehen vom Napping Princess orientiert sich der englische Titel doch wesentlich mehr am Originaltitel. Wobei letztendlich der Film wichtig war, egal wie er heißt.

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