Keine Sorge.Zitat
Habe vorhin Origin: Spirits of the Past (Gin-iro no kami no Agito) geguckt, der erste Kinofilm von Studio Gonzo aus dem Jahre 2006. Irgendwie bin ich enttäuscht, hatte mir wirklich mehr davon erhofft. Sieben Jahre in der Mache, WTF? Dabei hatte das so viel Potential. Ich habe selten einen Film erlebt, der später so stark abfällt. Die erste Hälfte, in der im Wesentlichen die Charaktere und die postapokalyptische, vom Wald beherrschte Welt vorgestellt wird, hat richtig Laune gemacht und mir gut gefallen, weil sich die Verantwortlichen die dafür nötige Zeit genommen haben. Als Zuschauer wollte ich mehr über all das erfahren. Stattdessen degeneriert der Film in der zweiten Hälfte zu einer vollkommen übertriebenen, pubertären Machtphantasie. Die männliche Hauptfigur wird vom Wald "enhanced" und kann auf einmal wie Superman durch die Gegend springen und riesige, zwanzig Meter hohe Kampfmaschinen mit der bloßen Hand zerteilen. Das Pacing fliegt auch achtkantig aus dem Fenster, plötzlich ist alles nur noch Pseudo-Bombast-Action ohne Sinn und Verstand. Der Höhepunkt der Lächerlichkeit: Die Maschine, die den Wald besiegen und die Welt wieder in den Zustand vor der Katastrophe versetzen soll, ist ein umgebauter Vulkanberg. Das an sich wäre noch nicht das Problem, aber dieser Berg bewegt sich wie ein gigantisches Fahrzeug auf mechanischen Beinen fort, das alles ohne seine Funktion als Lava-auswerfender, feuerspuckender Vulkan zu verlieren. Ja, richtig gelesen. Ähem, ich kann kaum fassen, wie hirnrissig das ist. Jemand sollte den Autoren echt eine Nachhilfestunde in den Basics der Basics der Geologie geben. Selbst kleine Kinder verstehen, dass Magma eigentlich aus den Tiefen der Erde kommt und der Krater nur die oberste Austrittsstelle ist. Wenn man den Berg bewegt, kann man die Quelle nicht mitnehmen.
Die Story lässt viel zu viele Fragen über die Hintergründe offen. Im Grunde sogar lazy Writing, weil man sich so nicht mit irgendwelchen wissenschaftlichen Dingen auseinandersetzen muss, die aber gerade hier sehr spannend gewesen wären. Ich meine, wie dieses Bewaldungsprojekt zustande kam, wie der zerborstene Mond die Umwelt auf der Erde beeinflusste, was es mit diesen Druiden und den komischen Zwillingen auf sich hat usw. Auch diesbezüglich wurden einige böse Fehler gemacht, die nicht dem Grundsatz "show, don't tell" entsprechen. So wird im Finale enthüllt, wer eigentlich dafür verantwortlich war, dass alles aus dem Ruder gelaufen ist, aber was eine dramatische Wendung hätte sein sollen, wird nur lahm in ein paar Dialogzeilen abgehandelt. Hier wäre eine Rückblende perfekt gewesen! Die gibt es an anderer Stelle zu anderen Themen, wo sie kaum was für die Handlung bringen und wie eingeschoben und fehl am Platze wirken. Überhaupt wirkt die ganze Handlung so, als wäre ursprünglich viel mehr geplant gewesen, aber dann so krass zusammengekürzt worden, dass nun die Hälfte fehlt. Mehr oder weniger werden diese Eindrücke durch das Making of und Hintergrundinfos von anderswo bestätigt.
Am Ende spielt der Wald auch fast gar keine Rolle mehr. Dafür, dass so oft darüber geredet wird, gibt es gerade mal eine kurze Szene, in der die Heldin hineingeht und angegriffen wird. Wie spannend es gewesen wäre, diesen Ort zu erforschen! Oder auch einfach nur die oben erwähnte Maschine hierher zu verlegen - auf jeden Fall interessanter als random Ödland #08/15. Darüber hinaus ist die Öko-Message sehr vage und für meinen Geschmack zu holprig herübergebracht. Im Grunde sind die Motive des Bösewichts total nachvollziehbar und ich war eher auf seiner Seite als auf der der Protagonisten. Mit der Natur in Einklang zu leben ist eine Sache, aber abhängig von einer extrem restriktiven Pflanzenwelt mit eigenem Bewusstsein zu sein, das offenbar starken Stimmungsschwankungen unterliegt, uhm... nöö. Wenn es Möglichkeiten zur Veränderung gibt, wenn man die Welt wieder so machen kann wie sie war, dann würde ich diese Chance auch ergreifen anstatt mich mit allem nur abzufinden. Was sollte das? Speziell in dieser Hinsicht wäre viel drin gewesen, wenn man beiden bzw. allen drei Seiten des Konflikts entsprechende Beachtung geschenkt und sie verständlich gemacht hätte. Da hat einfach Exposition gefehlt, gerade im späteren Verlauf.
Animation war in Ordnung, manches wie von Gonzo gewohnt etwas CGI-lastig aber weils ein Kinofilm ist von höherem Niveau als in den Serien und OVAs. Charakterdesign ebenfalls nett aber nicht außergewöhnlich oder mit unverwechselbarem Stil. Manche Orte waren sehr stimmungsvoll, aber von den meisten sieht man nur ganz kurz etwas. Musik klassisch geprägt und ebenfalls okay. Das Titelthema von Kokia war schön. Einen besonderen Minuspunkt bekommt der Film noch dafür, dass eine Szene gefehlt hat, die in so ziemlich allen Trailern /Promo-Material vorhanden war und die ich sehr mochte. Alles in allem wieder einmal so ein Projekt, das ein wunderbares Anime-Abenteuer hätte werden können, aber für das zu viele weitreichende, falsche Entscheidungen getroffen wurden, die es als Gesamtwerk kaputt machen. Wie gesagt, ich mochte das Setting und der erste Akt ist einwandfrei. Schade dass sie trotz der langen Entwicklung so weit hinter den Möglichkeiten blieben. Es ist quasi ein Möchtegern-Green Legend Ran draus geworden. Wäre der Film zwei Stunden lang gewesen und nicht nur anderthalb, hätte er wahrscheinlich eher funktioniert.
Sehe ich prinzipiell genauso. Nachdem ich mir ein Interview mit dem Regisseur angesehen habe, bin ich mir auch ziemlich sicher, dass er daran schuld ist. Da hat er nämlich in etwa Sachen gesagt wie "Die anderen haben mir gesagt, dass das Opening übertrieben ist, aber ich wollte das so haben". Am Ende waren es die Atmosphäre in der ersten Hälfte und die wunderschönen Hintergründe, die mich am meisten beeindruckt haben. (Und das Lied von KOKIA, allerdings auch nicht wirklich im Film.) Hätte aber wesentlich mehr werden können.
(Ein RPG in dem Setting fänd ich übrigens total cool!)
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Hach, ich wünschte ich hätte ihn nie gesehen und weiterhin einfach nur das Titellied ohne Kontext im Kopf.
Wirklich so schön.![]()
Ghost in the Shell: Stand Alone Complex war echt gut, hat die philosophischen Aspekte des Films sehr gut mit einer spannenden Handlung und genug Action unter einen Hut gebracht. Die Charaktere wirkten anfangs etwas blass, das hat sich mit der Zeit geändert. Richtig stark fand ich die episodischen Folgen, da sie die Welt unheimlich ausgebaut haben und manchmal sogar ungeahnt emotional waren. Unerwartet gepackt hat mich die Hauptstory dann aber doch noch am Ende, die letzten sieben Folgen hatten echt einige mitreißende Momente. Alles in allem eine wirklich gute Serie, die von allem etwas zu bieten hat. Visuell und musikalisch natürlich klasse.
Ghost in the Shell: S.A.C. 2nd GIG: Im Grunde genommen mehr vom gleichen, aber insgesamt schwächer, weil a) die Hauptstory weniger interessant war und b) die episodischen Folgen fast gänzlich weggefallen sind. Das Flüchtlingsproblem und die politische Situation sind zwar grundlegend interessant, aber letztlich gab es in den 23 handlungsrelevanten Folgen nicht viele Höhepunkte und ich hätte lieber ein Verhältnis wie in der ersten Staffel gehabt, wo es tolle episodische Folgen und ein richtig gutes Finale gab. Außerdem fand ich die Handlungsmotive einiger Charaktere nicht so glaubwürdig.
Toll hingegen fand ich Kuze und seine gesamte Darstellung. Endlich mal ein Antagonist, der fundiert handelt und der genug von allen Seiten beleuchtet wird. Am Ende war er richtig sympathisch und die unerwartete, wenn auch subtile "Enthüllung" am Ende (dass er und Motoko der Junge und das Mädchenin der Puppengeschichte der alten Frau waren) war mein Lieblingsmoment in der zweiten Staffel. Insgesamt schwächer als die erste Staffel, aber dennoch ein grundsätzlich gelungener Nachfolger.
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Mushishi Zoku Shou: Suzu no Shizuku: Der Film, der eigentlich nur einer Doppelfolge entspricht, war ein gelungener Abschluss für Mushishi. Jetzt wird's nichts mehr geben, da der Manga vollständig adaptiert ist. Die letzte Geschichte war nicht die beste, aber eine sehr gute. Wieder einmal sehr poetisch, nur Mushishi kann auf solche Weise Atmsphäre aufbauen. Das Finale hat mich sogar ein bisschen überrascht, da sich die Serie bisher immer zurückgehalten hatte, wenn es darum ging, die übernatürlichen Vergänge in der Welt detailliert zu erklären.
Little Witch Academia: The Enchanted Parade: Würdige Fortsetzung, die mit 53 Minuten auch sehr viel mehr Platz für Inhalt bot. Animation und Humor waren wie gewohnt super, das Kickstarter-Geld wurde wirklich gut genutzt. Die grundlegende Idee der Handlung hat mir auch gefallen, den eigentlichen Kampf und den Gegner fand ich aber eher lahm, da haben mir der Dungeon und der Drache aus dem Vorgänger besser gefallen.
Alles in allem war's aber echt nett. Kein riesiges Highlight, aber gut genug, dass ich mir immer noch eine TV-Serie zu LWA wünsche.
Shingeki no Kyojin OAD 4+5 (No Regrets): War ganz in Ordnung. Der tragische Aspekt am Ende war mir ein bisschen zu dick aufgetragen und ansonsten war es auch sehr shounenhaft, aber nicht unbedingt schlecht. Super waren mal wieder die Action-Szenen, es sieht einfach cool aus, wenn die Leute sich mit ihren 3D Maneuver Gears durch die Luft schwingen, wenn Wit Studio nicht gerade das Budget ausgegangen ist. ^^
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Ich habe nun Vinland Saga bis zum aktuellen Stand aufgeholt und muss sagen, dass der Manga richtig, richtig gut ist. Ich habe eine Weile gebraucht, um reinzukommen, weil der Anfang recht action- und nicht so sehr charakterorientiert ist, aber nach ein paar Kapiteln war ich drin und im Verlauf wurde es auch immer besser. Der Twist in der Mitte (gemessen am aktuellen Fortschritt) hat mich vollkommen überrascht, und es ist richtig toll, in welche Richtung sich die Geschichte danach entwickelt.
Besonders beeindruckend fand ich das Ende von Band 13, das hat mich echt mitgenommen. Das Thema "Hass führt nur zu mehr Hass" fand ich eigentlich recht ausgelutscht, aber Vinland Saga hat es so ausgezeichnet umgesetzt, dass es einfach nur richtig gut war. Einige der Charaktere sind richtig gut umgesetzt; Thorfin ist anfangs etwas langweilig und wird später erst interessanter, aber Askellad und Canute haben mich total überrascht, denen hätte ich nie so viel Potential zugestanden. Auch cool, dass man nebenbei noch eine Menge über die Geschichte lernt, auch wenn der Manga historisch natürlich nicht ganz akkurat ist.
Nach dem Sklaven-Arc wurde es wieder ein bisschen uninteressanter, aber die aktuelle Reise macht wieder richtig Spaß. Leider kommt nur ein Kapitel pro Monat, also heißt es warten. Die Geschichte scheint sich aktuell auch noch recht langsam zu entwickeln, so bald wird es wohl nicht nach Vinland gehen.
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Fractale 11/11: Die Serie ist ein wundervolles Beispiel, wie man eine interessante Prämisse und eine schöne Welt durch eine schlecht geschriebene Handlung und uninteressante Charaktere in den Sand setzen kann. Die utopisch-dystopische Welt hätte interessant sein können, aber es wurde kaum etwas erklärt. Warum die Menschen nun allein und auf Reisen leben, und wieso sie sich mit Doppels zufriedengeben, wurde kaum erklärt. Ich mochte, wie bunt alles war, und durch die "Banditen" kam ein ulkiges Old-School-Flair auf, das ich cool fand. Und das Ending-Lied ist schön. Die ersten Folgen haben mir ganz gut gefallen, aber dann ging es bergab. Die Antagonisten waren furchtbar, die Charaktere wurden ziemlich langweilig. Nessa war mir zu aufgedreht und kindlich, Clain zu normal. Viele Szenen waren sehr vorhersehbar und ich habe zu keinem Zeitpunkt mitgefiebert. Dann weiß die Serie auch nicht, wann sie lustig und wann sie ernst sein soll. Die Morde der Rebellen wurden einfach so unter den Teppich gekehrt, nachdem Clain die anfangs so schockierend fand. Das Ende war dann nochmal extra lahm: Von der Präsentation her zwar nicht schlecht, aber viel Sinn und Verstand war nicht dabei.
Nee, das war nix. Dabei hat es echt ganz nett angefangen.
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Hehe, nettBoku Girl steht auf jeden Fall auf meiner Leseliste und irgendwann werde ich auch dazu kommen mal damit anzufangen.
Little Witch Academia: Mahou Shikake no Parade: Sieht gut aus und war wieder ein kleines spaßiges Abenteuer. Der Plot hält keine großen Überraschungen bereit, aber der Film ist mit vielen kleinen netten Details gefüllt.
Von den drei neuen Hexen bleibt aber eine sehr blass und für mich eher langweilig. Da hätten sie ruhig noch etwas mehr machen können. Dafür fand ich die Technikhexe ziemlich toll mit ihren Technik-Spielereien wie den Roboter oder dem magischen Schnellfeuergewehr.
Puchimas!: Petit iDOLM@STER 64/64: Eine kleine niedliche/lustige Serie mit 2-3min eps, auch wenn ein Teil davon teilweise für Recap/OP/ED/Vorschau draufgeht. Der eigentlich Inhalt ist also eher 1-1:30min. Hab den Manga davon zum Teil gelesen und finde die meisten Sachen ziemlich witzig, ist halt nur schade, dass die Sachen so kurz sind und keine zusammengeschnitte Fassung existiert ohne all die ständigen Unterbrechungen^^ Ein paar Folgen konnte ich auch nicht mehr finden, aber das spielt bei so einer Serie keine große Rolle. Idolm@ster selbst kenne ich auch nur von ein paar Bildern, also keine Ahnung ob es lustiger wird, wenn man die echten Charaktere auch etwas besser kennt^^
Aoki Hagane no Arpeggio: Ars Nova DC: Der erste Film von 2. Die Szene am Anfang war glaube ich neu und ich schätze die letzten 30-45min. Der Rest war wie angekündigt ein einfacher aber mangelhafter Zusammenschnitt von Szenen aus der TV-Serie, was es aus meiner Sicht für Neueinsteiger schwer macht genau zu verstehen was vor sich geht und daher eher nur für Kenner der Serie Sinn macht. Die neuen Sachen waren zum Teil recht nett, aber von manchen Sachen weiß ich noch nicht was ich davon halten soll. Da muss ich wohl erst den zweiten Film für abwarten.