Ich glaube ich sollte auch mal wieder ein paar Gänge runterschalten. Ich investiere eindeutig zu viel Zeit in diese Beiträge o_o'
In Suikoden wars mir auch immer zu viel, und da waren dann tatsächlich sehr viele dabei, die kaum eine Rolle in der Geschichte spielen und nur zur Ausschmückung da sind. Aber mit acht bis zehn Charakteren kann man imho locker noch Qualität abliefern, und hab auch nichts dagegen, wenn noch zwei oder drei optionale Partymitglieder hinzu kommen, die man nur über Sidequests rekrutiert. Mochte es sehr, wie man für Aufmerksamkeit in VI und VII diesbezüglich belohnt wurde und noch ein paar mehr Leute in die Truppe bekam.
Ich verstehe auch, wenn manche es lieber überschaubar haben. Ich liebe die Wild Arms Spiele und in dieser Serie gab es auch mehrere Teile mit nur drei oder vier Helden. Im Vergleich zu FFXV gab es da aber immer noch den Vorteil, dass sie sich nicht von vornherein kannten, unterschiedliche Hintergründe und Geschlechter hatten und auch äußerlich sehr verschieden waren. XV ist mir was das angeht halt ein bisschen zu einseitig und homogen. Ich hab kein Problem damit, wenn die Serie hin und wieder mal nur eine sehr kleine Party bietet, aber wie gesagt, der Trend geht seit über 15 Jahren steil nach unten. Da wäre mir eine deutliche Steigerung mal eine willkommene Abwechslung. Manchmal glaube ich, Square Enix scheut bloß den Aufwand, der damit einher ginge.
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Das ist nur einer von vielen kleinen Aspekten, die ich vermisse. Kein Muss, aber es macht die Spiele meiner Meinung nach besser. Sogar XIII hat davon noch was hinbekommen. Am Ende läuft es immer auf den Wunsch nach mehr Abwechslung hinaus. Mir gefällt einfach der Gedanke nicht, dass ein von der ersten Minute an bestehendes Vierergrüppchen im Wesentlichen über die gesamte Länge von 60 Stunden (bei mir wohl eher 200) in beinahe unveränderlicher Konstellation zusammenbleibt. Ich liebe die Szenen, wenn bestimmte Charaktere mal unter sich sind und zu zweit oder zu dritt im Vertrauen über andere aus dem Team reden. Wenn sie sich überhaupt erst kennenlernen, das ist oft das Spannende. Oder wenn sich bei einer großen Party die Dialogszenen verändern, je nach dem, wen man gerade in der aktiven Truppe hat. Auch ist der Spieler gefragt und gefordert, wenn man tatsächlich mal splitten und eine Strategie entwickeln muss. Im finalen Dungeon von VI hatte ich zwar längst nicht alle Figuren fit, aber habe dann einfach die schwächeren immer mit ein paar der stärker entwickelten zusammengesteckt. Es ist schlicht noch eine zusätzliche Schicht von Interaktion, die mir ein wenig fehlt, wenn das Spiel in dem Bereich alles die ganze Zeit exakt vorschreibt.Zitat
Das Aufteilen hat auch nicht nur was mit dem Gameplay zu tun, es kann die Story interessanter und dramatischer machen. In VI mochte ich den Teil in der World of Balance unheimlich gerne, wo man mit drei (?) unterschiedlichen Gruppen an verschiedenen Stellen operierte und sich sogar die Reihenfolge aussuchen durfte. Das Team wurde auseinander gerissen und muss dann erstmal wieder über Umwege zusammenfinden. Zwischendurch vergiftet Kefka noch Burg Doma, was für Cyan besondere Bedeutung hat. Man assoziiert auf diese Weise bestimmte Teile und Erlebnisse des Spiels mit bestimmten Charakteren. In XIII hätte ich mich in Cocoon zu Tode gelangweilt, wenn die l'Cie am Anfang nicht getrennt worden wären. So wie es war konnte sich das Spiel abwechselnd auf nur zwei oder drei von ihnen konzentrieren. Wenn dann später doch alle wieder ihre Kräfte vereinen, ist es ein erhebendes Gefühl, sie endlich dauerhaft beisammen zu haben und inzwischen besser zu kennen. Ich habe dann viel eher den Eindruck, mit ihnen etwas erlebt zu haben.
Bezog mich aufs Gameplay bzw. konzeptuelle Dinge. Es wurde angekündigt, dass die DLC-Episoden die drei Unterstützer direkt spielbar machen und sie mit charakterspezifischen Eigenheiten in den Kämpfen versehen. Das wollte ich doch schon seit Versus-Tagen, aber nicht als Zusatz, sondern fest integriert. Mit dem Mädel ists das Gleiche, falls es dazu kommen sollte.Zitat
Ich fand VI bis IX diesbezüglich eigentlich immer saugut, vor allem weil VI, VII und zum Teil IX noch diese wundervolle Angewohnheit hatten, einem einzelnen Charakter ganze Spielabschnitte zu widmen, in dem das Rampenlicht nur ihm (oder ihm und noch jemand anderem) gilt und das zu einer Art Katharsis führt, bevor die Truppe mit neuer Stärke und neuen Erkenntnissen weiterzieht. Einfach so persönliche kleine Geschichten, die nahtlos in den Rest eingeflochten werden. Siehe zum Beispiel Strago in Thamasa oder Red in Cosmo Canyon. Es hatte ab und zu etwas leicht episodenhaftes an sich, aber ich mochte das. Imho immer noch besser als alles auf die Rahmenhandlung zuzuschneiden, wie in FFX oder XII. Das geht mir zu sehr in Richtung Hollywood-Kino. In 60 Stunden Spielzeit sollte genug Platz für persönliche Detours entlang des Weges sein. Bin auch gespannt, wie XV dabei abschneiden wird, aber habe nur wenig Hoffnung, da die einheitliche Herkunft und langjährige Bekanntschaft der Partymitglieder viele potentielle Überraschungen direkt schon ausschließen. Vor allem aber wünsch ich mir, dass die Handlung keine Noctis-One-Man-Show wird, sondern die anderen ernst genommen werden und umfassende Hintergründe spendiert bekommen, die interessant sind und was zu sagen haben.

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