Ich finde, der Kollege klingt wirklich ganz normal deutsch. Wenn ich es nicht wüsste, dass er japanische Wurzeln hat, dann würde ich das erst rehct nicht in Frage stellen. An der Uni hatten wir einen Japaner - der konnte ebenfalls schon sehr gut Deutsch, hat die Sprache aber deutlich härter betont. Das war dann tatsächlich so etwas wie ein japanischer Akzent. Nur der Kollege kam auch erst mit 14 nach Deutschland.
Ich denke auch, wenn Tetsuya in Düsseldorf ausfgewachsen ist, wird er zweisprachig aufgewachsen sein und Deutsch ebenfalls seine Muttersprache sein. Von daher ganz normal Deutsch ohne Auffälligkeit. Er klingt in meinen Ohren eher wie ein Luxemburger. Auf jeden Fall westdeutsch, weiches geriebenes Rachen-R, also das [ʁ], was er sehr stark macht, wie in Westfalen-Lippe üblich.
EDIT: Allerdings - ich hab's mir jetzt nochmal angehört - bei 0:58 macht er anstelle des [h] bei weiterhin fast schon ein [ʁ] und seine [ʃ] sind sehr breit, also schon fast links und rechts lateral, wie im Japanischen. Da geb ich Dir rehct, das könnte ein Artefakt des japanischen Akzentes sein. Gegen das japanische aber spricht, dass er fast nur gespannte Vokale verwendet. Dennoch - ein deutlich hörbarer Einschlag des Nicht-Hochdeutschen ist da schon vorhanden. Und dann scheißt meine Agentur aus Bayern rum, wenn ich leichte bairische Nuancen in meiner Aussprache habe. Ich denke, es liegt auch nicht immer daran. Vielleicht ist es sogar so: Mit den richtigen Industriekontakten könnte man bestimmt Leonardo di Caprio oder Taylor Lautner oder so synchronisieren, dialektale Färbung hin oder her.

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