Dragon Quest III durchgespielt (GBC-ROM)
Für sein Alter (die ursprüngliche Version war ja noch für den NES (?)) hatte das Spiel ‘ne ganze Menge zu bieten:
- Geschlechtswahl beim Helden (Auf die Handlung wirkte sich dies eigentlich nur sporadisch aus, aber dafür gab’s Einschränkungen bei der Ausrüstung.)
- freie Wahl der zusätzlichen Partymitglieder und ihrer Jobs
- quasi zwei Welten, von denen die erste ziemlich groß war und lange zum Erkunden einlud
- zeitintensive Mini-(Brett-)Spiele
- optional: Monster-Medaillensuche zum Freischalten des ultimativen Bosses (seeehr zeitintensiv)
Was soll ich sagen? Es war wieder ein Dragon Quest, wie es sein sollte und ich wurde aufs Neue nicht von der Reihe enttäuscht. Man hatte allein in der „offiziellen“ Handlung gut zu tun und ich war positiv überrascht, dass nach der Erforschung der ersten „Welt“ noch nicht Schluss war – zumal die zweite „Welt“ Spielern der ersten beiden Teile verflixt bekannt vorkam (wenn auch gekürzt). (Mir hat auch gefallen, in welcher Beziehung DQ III zu den anderen beiden Spielen steht. Hätte ich nicht mit gerechnet…)
Klar, diverse Elemente waren nichts anderes als billige Klischees, die man schon zigtausend Mal irgendwo gesehen hatte (ich sag nur der Prolog), aber hey, wenn der Rest stimmt, passt das schon. Und Dragon Quest ist IMO auch eine Reihe, die sich mit voller Absicht in diesen Klischees suhlt und sie auf die Schippe nimmt. Mein persönliches Highlight in dieser Hinsicht war ein König, dem seine Krone gestohlen worden war und der – wie sollte es auch anders sein – eine völlig Fremde (sprich meine Heldin) darum bat, sie wiederzubeschaffen. Kennt man ja… Der Brüller war dann allerdings, dass der gute Mann das Ding eigentlich nicht wirklich wiederhaben und am liebsten auch gar nicht mehr König sein wollte. Seine Belohnung bestand dann darin, dass er ununterbrochen (ca. 7-8 Mal straff hintereinander) meiner Heldin den Posten als König aufdrängen wollte, damit er sich in der Monsterarena verlustieren konnte. Hab natürlich abgelehnt… nur um bei jedem weiteren Besuch (z.B. wenn ich speichern wollte) wieder gefragt zu werden: „Wie sieht’s aus? Willst du jetzt?“. Seine Frau, die den Job hätte übernehmen können, saß übrigens die ganze Zeit daneben…![]()
Und weil ich irgendwie ‘nen Rappel hatte, hab ich sogar das Medaillensuchen in Angriff genommen. Hieß im Klartext: Monster nonstop besiegt und gehofft, dass das letzte erschlagene Vieh eine Medaille hinterlässt. Wenn man Glück hatte, gab’s eine aus Bronze. Hatte man die in der Tasche, eventuell eine aus Silber und schließlich – mit einer wahnsinnig geringen Wahrscheinlichkeit - eine aus Gold.
Positiv daran war die Tatsache, dass ich auf diese Weise gut gelevelt und Geld kassiert habe. Im Austausch dafür hab ich allerdings des Öfteren ‘nen Wutanfall gehabt, weil nach Stunden des Spielens bestimmte Monster nicht aufgetaucht oder keine Medaille hinterlassen hatten.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich schaffte es, von allen Viechern mindestens zwei Bronzemedaillen zu bekommen (wichtig für den letzten optionalen Dungeon), aber ehrlich gesagt, lohnt sich der Stress nicht wirklich, weil der Zeitaufwand viel zu hoch ist und man dafür nur einen weiteren optionalen Boss vor die Nase gesetzt bekommt. Und die Belohnung für einen kompletten Satz Goldmedaillen (Google sei Dank) finde ich persönlich ziemlich hirnverbrannt…
Der erste optionale Boss war auch so ‘ne Nummer für sich. Um eine bestimmte Belohnung zu bekommen, musste man ihn in 15 Runden oder weniger besiegen. Toll, wenn man zwei Leute auf Level 99 hat und es trotzdem nicht klappt…
Fazit: Das eigentliche Spiel ist ausschweifend genug und bietet gewohnte, solide DQ-Kost. Der optionale Postgame-Kram ist eigentlich nur was für die ganz Hartgesottenen mit zuviel Zeit… *hust*
Dragon Quest V – Die Hand der Himmelsbraut durchgespielt (DS)
Und weil’s so schön war, habe ich mir noch ein Dragon Quest vorgeknöpft. (Übrigens war das das erste Mal, dass ich im wahrsten Sinne des Wortes zwei Spiele gleichzeitig gespielt habe. Schließlich brauchte ich beim stupiden Monsterjagen in DQ III nur auf der Tastatur nach rechts und links und ab und an A (= Angriff) drücken. Wenn man da nichts anderes nebenbei macht, wird man blöde…)
Chronologisch spielt dieser Teil nach DQ IV, auch wenn die Aha-Erlebnisse sich ziemlich in Grenzen halten. Und ich führe mal meine Lobeshymnen schamlos weiter fort, denn – wie sollte es auch anders sein – auch DQ V hat mir sehr gefallen.
Die Idee, das Leben des Helden über mehrere Jahre zu verfolgen, mag wieder nicht das Neueste vom Neuesten gewesen sein, war aber nett und mit dem üblichen Charme erzählt. (Auch wenn mir keiner erzählen kann, dass 6-8 Jahre alte Kinder mal eben mehrere Monster niederstrecken können…)
Besonders begeistert war ich – wie schon in DQ IV – von der deutschen Übersetzung, die mal wieder mit so viel Liebe und Wortwitz fabriziert wurde, dass ich stellenweise aus dem Lachen nicht mehr rauskam. Seit Final Fantasy IX habe ich ein Faible für Dialekte und schrägen Humor in Sätzen und aus diesem Grund liebe ich einfach die deutsche Bearbeitung der DQ-Reihe, die sich hier selbst übertroffen hat. Eine kleine Auswahl:
Monster:
- Seeniler Opa (Alter Magier auf dem Meer)
- Motzpott & Potpourri (lebende Vasen)
- Läsionär, Dekadenturio & Stinkurio (Zombie-Römer)
- Haunichdruff
- Wieherling
- Unwirscher Pirscher
- Hasstanie, Rizinuss, Magiedamia & Nostradanuss
Personen:
- Franz Firle (Besitzer des Firlefanzeums)
- Micki, Sohn der Familie Schicki
- die Mystische Mridula: Wahrsagerin weiser Wahrheiten
- Zuckerchen, Marmela, Karamella & Vanilla (Feen)
Orte:
- Schachmatterhorn (obwohl das englische „Mt. Zugzwang“ auch fetzt)
- Firlefanzeum (Ort, an dem man gesammelten Firlefanz ausstellen kann)
Nicht zu vergessen die lustigen (Pseudo-)Dialekte, die von spanisch über italienisch bis hin zu bayrisch gingen und einfach nur Spaß machten (u.a. „Heiliges Pizzablech!“, „Iss…Iss bin sso froh, dich zu sehen, Chico! Dein Padre wäre stolz auf dich.“)
Den Vogel schoss jedoch die Besitzerin einer Herberge ab (die redete wie ein verkappter Hippie). O-Ton: „Hey, Mann. Ich bin Frau Berge, und diese Herberge hier gehört mir, seit Herr Berge über alle Berge ist.“ Der beste Satz im ganzen Spiel!
Neben dem üblichen Mini-Medaillensammeln konnten mich in DQ V besonders zwei Sachen bei der Stange halten: Das Firlefanzeum und die T&T-Spielbretter (die ich witzigerweise ja erst kurz davor in DQ III auch hatte). Beides Dinge, die für den Verlauf der Handlung nicht zwingend notwendig waren, aber eine Menge Spaß machten (oder – wie letzteres – auch Frust bringen konnten). Gute Beispiele für niveauvolle Unterhaltung.
Schade nur, dass ich den letzten Firlefanz partout nicht bekomme und die Sache nicht ordentlich abschließen kann. Dafür müsste ich nämlich den optionalen Boss in maximal 15 Runden besiegen. (Wieso hab ich gerade ein Deja Vu?) Mein erster und einziger Versuch betrug 71 Runden… *hust*
...So, zur Abwechslung kümmer ich mich jetzt mal um zwei kleine Italiener (und ihre erwachsenen Pendants).![]()

Kontrollzentrum




). Gute Beispiele für niveauvolle Unterhaltung.
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