"ICH WERDE DICH AUSLÖSCHEN, TYRELL, du nichtswürdiger, falscher Bastard eines Menschen!"

Tyrells Blick wandte sich Richtung Noel, welcher mit einer rasenden Wut auf ihn zuging. "Widerliches Kind, wie kannt du nur so ruhig zusehen wie eine unschuldige Frau aufgrund deiner Schuld hingerichtet wird?! Du bist so menschlich!" Noel packte seine rechte Hand an Tyrells Kragen und hob sein Fliegengewicht hoch, wie Nichts. Während er selbst schwer luftschnappend versuchte, Gedanken zu fassen. Seine nachfolgende Worte flossen ihm aus dem Mund wie ein unaufhaltbarer Fluss.

"Du bist... echt ekelhaft."


Und schon verzog sich Noels Gesicht in eine verbitterte Miene, reichte seins an Tyrells ran, wodurch wenige Millimeter sie nur noch trennten. "Noch ein Wort, du Stück Scheiße... noch ein Wort. Na los, gib mir einen Grund. Gib mir einen Grund, dich wie Vieh abzuschlachten und wie das Schwein, dass du bist, ausbluten zu lassen, wie ihr es mit der Gottesfrau getan habt. WAR DAS GEIL?! Hat euch das Spaß gemacht?!", und spuckte ihm ins Gesicht. Widerstand breitete sich in seinem Körper aus, doch von außen ließ er sich alles antun. Was hätte er großartig gegen ihn ausrichten können? Beide schauten sich tief in die Augen. Er war wirklich besessen von der Idee, Tyrell wäre für das ganze Dilemma mitverantwortlich. Aber was wusste Noel schon? Er war für Tyrell nichts weiter, als ein versessener Dummschwätzer, nur an sich selbst interessiert. "Was hätte ich schon tun können. Ich war der EINZIGE, der sich für sie eingesetzt hast, während DU es warst, der ihren Tod in die Wege gesetzt hast. Wärst du nicht gewesen, hätten wir unsere ehrliche Wirtin im Dorf nicht verloren.. Du bist... so kindisch. Du glaubst, du hättest die Weisheit in Löffeln gefressen, dabei bist du einfach nur ein widerlicher Lügner, suchst dir deinen Sündenbock und gut ist. Schämst du dich nicht...?" "GHR...!", entgegnete ihm Noel, während er noch fester zupackte, "Du Satansbrut... niemand wird es missen, wenn ich deiner verunreinigten und verdorbenen Seele hier und jetzt ein Ende bereite!" Er holte seinen Dolch aus, mit viel Schwung. Unangenehmerweise visierte er nahezu recht offensichtlich Tyrells Hals an. "Und selbst wenn ich durch eure Hand sterbe, so werde ich dich mit mir nehmen, du Parasit! STIIIIIIIR-"

"HÖR AUF!"


Noel hielt inne. Tyrell spürte, wie ein einziger Augenblicke er vom Tod entfernt war. Noels Blick hingegen wanderte seelenlos zu den restlichen Bewohnern, insbesondere Luise, mit ihrer geballten Faust und Tränen in den Augen sagend: "Noel... h-hör damit auf... du hast schon genug... angerichtet." Im nächsten Moment warf er Tyrell einfach weg, wie ein zerknülltes Stück Papier, welches keiner mehr brauchte. Eine Weile starrte er hinüber und beobachtete die Szene zwischen den beiden. Dabei übergab Noel ihr das silberne Amulett, welches er immer um sich hatte. Tyrell richtete sich auf. Nachdem Luise ein bisschen verloren wirkte, kam er auf sie zu, während sie ihn überrascht anblickte. Stunden sind vergangen, seitdem sie miteinander redeten.

"Luise...? Komm her, ich bin dir nicht böse." Er umschlug sie einmal, sanft klatschte er zweimal auf ihren Rücken, als er im nächsten Moment wieder sofort von ihr los ließ. "Da siehst du... Noels wahre Natur. Er kann sehr grausam sein, unfassbar grausam. Es ist schrecklich, mit ansehen zu müssen, wie er unkontrolliert seinen Willen durchsetzt..." Luise schluckte kurz und schaute zur Seite, darauf zu antworten lag ihr wohl gerade nicht. "Ich weiß, er ist nett zu dir... aber sei ein bisschen selbstbewusster. Irgendwo nutzt er auch, versehentlich und passiv wohlgesagt, deine Gutmütigkeit aus, diese Unbeholfenheit." Tyrell schaute sich kurz um, während er weiterredete: "Du musst sehr vorsichtig sein, wie du mit ihm umgehst. Ich habe es dir schon einmal gesagt, ich weiß, aber... wenn du ihm nicht zeigst, dass hinter dem kleinen Mädchen hier eine Person, ein Mensch steckt, und nicht die Elfe, wie er dich dauernd nennt... es ist ein Teufelskreis, den ich nicht beschreiben kann." Er nahm sich das nächste Fass in greifbarer Nähe und setzte sich hin. Seit Kopf blickte zu Boden, seine Hände umfassten seine Haare. "Dieser Mensch... er ist keiner. Glaub mir, das ist jemand, der sich um nichts schert, außer sich selbst. Er mag vielleicht auf dich Acht geben, allerdings resultiert dies lediglich aus seinem eigenen Interesse... er ergötzt sich in deinem Wesen, welches für ihn wohl idealisiert da steht. Du musst wirklich aufpassen, dass du dich nicht von ihm um den Finger wickeln lässt." Sein Blick folgte hoch zu Luises bedrücktem Gesicht. Immer noch keine Antwort. "...tut mir Leid, dass du dir das anhören musst... ich habe sonst niemanden, dem ich das sagen könnte..."

Er fasste sich kurz an den Hals, als er einen kleinen Schmerz verspürte. "Na sowas... er hat mich tatsächlich zum Bluten gebracht... ich versorge das lieber, so schläft es sich nicht besonders angenehm", murmelte er vor sich hin, klar und deutlich für Luise zu hören, und setzte an zum Gehen.