Eine dunkler Keim wuchs gerade in ihrer doch eigentlich so heimeligen Dorfgemeinschaft heran. Die Erszen hatten schon begonnen, andere zu nominieren. War es bei Konrad, obgleich sie ihn noch nie zuvor so aufgebracht gesehen hatt, noch eine verständliche Schutzreaktion, vermochte Brunhild Noels, Peters und gerade der guten Nonne Marias Stimmen nicht zu hinterblicken.
Merete hatte mit ihren Worten, denen die Selbstbezichtung folgte, im Wesentlichen Anklang bei ihr gefunden. Auch der Wirtin war es nicht geheuer, was sich hier gerade zutrug, Gott konnte in diesem Moment nicht mit liebendem Blick auf sie hinabsehen. Auch der kleine Bastler verkündete vor Allen, dass er seinen eigenen Tod dem jedes Anderen vorzöge.
Langsam besah sie sich jeden der Anwesenden mit der wachsenden Erkenntnis, dass sie Keinem unterstellen könnte, zu der Sekte zu gehören. Und das würde sie an diesem Abend auch nicht tun. Da sich Brunhild sehr wohl bewusst war, dass nach dem Dorfrecht eine Enthaltung bei einer Abstimmung wie dieser einer Selbstbezichtung gleichkam, schritt sie still zu dem Verkündungsbaum. Auf dem Abstimmungszettel suchte sie dann die Buchtsabenfolge, welche sie als ihren Namen wiedererkannte und setzte dahinter einen Strich (Brunhild/Mephista). So bliebe dem Hauptmann später Aufwand erspart.
Eine Bekreuzigung später kehrte sie zu ihrem Platz zurück und beobachtete den Ausgang der Abstimmung.