Ergebnis 1 bis 20 von 77

Thema: Das Dorf Gottes 2-Tag 1

Hybrid-Darstellung

Vorheriger Beitrag Vorheriger Beitrag   Nächster Beitrag Nächster Beitrag
  1. #1
    "Vielen Dank, Peter. Das wäre mir eine große Hilfe", ließ sie den freundlichen, hilfsbereiten Bauern noch wissen, bevor sich Merete der Bühne zuwandt. Der gesichtstätowierte Bibliothekar sprach, offenbarte sich ein weiteres Mal der Menge und verkündigte seine Verdächtigungen. Vage, durchsichtige Verdächtigungen, wie sie fand. Einige sogar an den Haaren herbeigezogen, wie Peter nur wenig später selbst bemerkte. Auch Konrad, der junge Schreinergeselle meldete sich zu Wort, es nun selbst ergreifend, nachdem er zuvor befragt worden war. In seinem Blick lag unverhohlener Hass Noel gegenüber. Gar spuckte er in seine Richtung und sprach sich aus dafür, den Rotschopf hinrichten zu lassen. Meretes Befürchtungen - die des Hauptmannes - waren eingetreten.

    Die Jägerin machte sich auf, in Richtung der Bühne zu treten, die nach dem mutigen Auftritt Luises frei geworden war. Das zischende Tuscheln hielt die Dörfler auf Trab, beschäftigte sie und gab ihr so den Moment, den sie brauchte, ihre Gedanken zu ordnen.

    Jetzt oder nie. Der Pfarrer, augenscheinlicher Vertreter der Barmherzigkeit Gottes in diesem Dorf, hatte die Saat des Hasses in den Köpfen der Menschen gepflanzt - die Saat, die sie dazu bringen sollte, sich gegenseitig zu hängen. Wie bezeichnend. Nur die junge Apothekerstochter erhob das Wort und schützte ihre Nächsten. Merete müsste die Saat entfernen, bevor sie keimte. Und auch, wenn sie die Ahnung plagte, dass es bereits zu spät dafür sei, erhob sie das Wort.

    "Dieser Bogen..." - kurzerhand hatte sie ihr Jagdwerkzeug von der Schulter genommen und hielt ihn nun vor sich - "... tötete unzählige Männer. Doch nie sollte sein Ziel der Unschuldige sein, nie seine Aufgabe Mord. Nur wer das Leben bedrohte - das meine oder das meiner Freunde - erfuhr den raschen Tod durch diese Waffe."

    Ihr Arm senkte sich, das Jagdwerkzeug mitreißend und schließlich auf den Boden des Podestes fallen lassend. "Des Hauptmanns letzter Akt war, uns zu warnen. Ich sage, er meinte dies. Nicht die Bedrohung durch die Sekte der Lumianer, die unser Volk unterwandern, sondern die Angst in uns allen, die uns verführt, zu morden, das Leben Unschuldiger zu riskieren, um uns selbst zu schützen, sich voneinander zu entfernen, in einer Zeit, in der wir alle enger zusammenrücken sollten. So lasset uns nicht den Weg dieser Angst gehen, kein reines Herz in den Tod schicken."

    Sie selbst war zu aufgebracht, um die Reaktion der Menge vor sich ausmachen zu können, ließ ihrerseits nur ein Seufzen folgen und schloss ab:

    "Seit ich denken kann, sehne ich mich nur nach dem Duft des Windes. Das größte Glück ist es, durch ihn zu erfahren, dass das eigene Herz noch schlägt. Wer sind wir, darüber zu richten, wem dies' Glück verwehrt bleiben soll? Wer bin ich, dies' Glück jemandem zu nehmen? Eher schlage ich mich selbst (MeTaLeVel) dem Galgen vor, als über das Schicksal eines anderen Unschuldigen zu entscheiden."

    Kaum mehr als den eigenen Atem wahrnehmend verließ sie die Bühne wieder, hoffte inständig, dass ihre Worte Anklang fanden und sie niemanden auf eine falsche Idee brachte. Doch wenn sie es schon geschehen lassen musste, so würde sie es zumindest nicht unterstützen.

  2. #2
    Rekon hörte Luises Rede und Meretes Selbstnominierung. Merete. Danke, dass du mich nach Hause getragen hast, nachdem ich von As... nachdem ich umgefallen bin. Luise, deine Argumentation ist schlüssig, doch kann es auch sein, dass Noel gerade weil er Lumianer ist, so viel erzählt, damit wir genau das denken, was du gerade sagtest. Ich halte Noel zwar für verdächtig, aber noch nicht für verdächtig genug, um ihn zu hängen. Der Bastler ist für mich auch unverdächtig. Mit Patricia habe ich eigentlich nicht viel zu tun, um sie beurteilen zu können. Peter kenne ich als freundliche Person und Nachbar. Maria ist die Frau, die Gott am nächsten ist. Im Moment habe ich nur einen Verdächtigen, den ich aber jetzt noch nicht anklagen will, da das Risiko zu groß ist." sprach Rekon und atmete noch einmal tief durch. "Ich möchte meinen Speer nicht in einen Unschuldigen rammen." waren die letzten Worte, bevor Rekon die Bühne verlässt. Die Bewohner scheinen ihn gehört zu haben...

  3. #3
    Noel und Deusexus saßen zusammen auf einer Bank, dösten vor sich hin, Deus' haarige Schnauze auf Noels Knien und dessen Hand in seinem warmen, weichen Fell.
    Da hörte Noel eine lautere Stimme vom Platze her, die sich Gehör verschaffte.

    schon den restlichen Dörflern zuwandte und die Stimme erhob:
    “Ich möchte mich für Konrad aussprechen. Er war gestern Abend einer meiner Gäste. Alle, die ebenfalls dort waren, können das bezeugen, er hatte für alle die Getränke nach der ersten Runde bezahlt. Konrad blieb bis in die späten Abendstunden, ehe er mit Peter mein Wirtshaus wieder verließ. Er lag vor dem Kamin und war so trunken, dass Ihm aufgeholfen werden musste und er ohne Peters Stütze nichtmal hätte gehen können. Ich glaube kaum, dass es ihm in seinem Zutand möglich gewesen wäre, noch irgendeinem sündhaften Treiben nachzugehen… auch wenn ich mich für das von da an Geschehene nichtmehr verbürgen kann…“


    Ohne die Augen zu öffnen erkannte Noel, dass es sich bei der Besitzerin um Brunhild handeln musste. Sie entlastete oder schwächte zumindest den Verdacht gegen Konrad.

    ...was denkst du, Deus?


    Hm, bin nicht sicher. Wenn der Kerl wirklich helle ist, könnte er sich so ein Alibi verschafft haben. Allerdings werdet ihr Menschen zu nutzlososen Reissäcken, wenn ihr mal richtig betrunken seid. In so einem Zustand konnte Konrad zumindest nicht mehr viel anrichten...

    Hm. Ich hoffe, er gehört den Lumianern nicht an. Ich möchte es glauben.

    Und bevor viel Zeit ins Land zog, öffnete Noel reflexartig die Augen, denn jemand kam auf ihn zugetrampelt.

    „DU! Du hälst dich vielleicht für etwas Besseres doch das ist nicht wahr. Dein Herz ist schwarz vor Neid und deine Worte sind pures Gift. Wer dir im Weg steht wird angeklagt, nicht wahr? Heute Tyrell, morgen dann ich und dann ihr Onkel, bis du hast was du begehrst?" Er spuckte in Noels Richtung aus. „Ich geb dir einen heiligen Dolch, Bursche! Brunhild ist also beschränkt, ja? Maria und die Geistlichen sind eine unerträgliche Zunft? Du sprichst eine wegen ihrer Herkunft frei und zeigst gleich als nächstes aus dem selben Grund auf jemand anderen. Luise bekommst du Ungeheuer nicht!
    Ich klage dich, Noel (Nonsense) der Umtriebe der letzten Nacht an! Und wenn es das letzte ist, was ich tue.“


    Konrad hatte aufgebracht in Noels Richtung gebrüllt, die Masse hinter ihm starrte in stiller Erwartung auf die beiden. Noels' Ausdruck war mehr als verdrießlich, beinahe schmerzhaft.

    Warum... feindet Konrad sich so mit mir an...?

    Hmpf. Kann ich frei sprechen, ohne dass du in die Luft gehst?

    Noel warf Deusexus eine Mischung aus vorwurfsvollem und wehleidigen Blick zu, was dieser als "Ja" interpretierte.
    Darüber solltest du dich nicht wundern. Was erwartest du bitte, wenn du vor versammeltem Pöbel erklärst, dass du selbigen zur Hölle schicken würdest, nur um Luise zu schützen? Das darfst du dir denken, aber verdammtnochmal Noel, behalt soetwas für dich. Ehrlichkeit schön und gut, aber solche Aussagen stärken niemandes Vertrauen in dich. Du wolltest dich verändern, stimmts? Dann fang jetzt damit an!

    Noel schwieg. Deuexus hatte ihn, seit die beiden sich kannten, selten so agressiv zurechtgewiesen.

    ...

    Aber er hatte recht.

    Stumm stieg Noel von der Bank auf, trat dem aufgebrachten Konrad gegenüber. Er verbeugte sich tief.
    "Du sprichst wahr, und das in jedem Punkt, Konrad. Ich verstehe dein Misstrauen vollkommen. Verzeih dennoch meine Anmaßung, so du kannst. Ich hoffe, ich werde mein Schandmaul zukünftig beherrschen können."
    Dann richtete der Junge sich wieder auf und wandte sich ans Dorf.
    Bleib ruhig. Du hasst diese Menschen nicht. Niemand von ihnen hat dir etwas getan. Sei ehrlich. Sei es für sie.

    "Konrad spricht wahr. Und jeder von Euch, der seinem Gedankengang folgen kann und diesem zustimmt, soll nicht zögern, mich ebenfalls zu nominieren. Ich werde bereit sein, zu gehen, wenn es denn euer Wille ist."

    Nun war es Peter, der mit unwischem Gesichtsausdruck aus der Masse hervortrat.
    "Grüß Gott, Herr Bibliothekar! Darf ich mich vorstellen? Peter Eichmann, Landwirt, ich bewirte einige der Felder dort drüben am Dorfrand" und zeigte dabei in Richtung Osten. "Nur damit du es weißt: Ich bin hier, und zwar schon seit einer ganzen Weile. Ich bin vielleicht kein Mann vieler Wort, aber mir liegt dieses Dorf und seine Bewohner am Herzen. Ich bin hier aufgewachsen, meine Familie lebt hier, ich kenne nichts anderes! Also wage es dich nicht noch einmal mich als abwesend oder unbeteiligt zu bezeichnen!"

    Noel blickte beschämt zu Boden. Er hatte sogar einen seiner Beschuldigten übersehen. Ein Schlag nach dem Anderen fuhr schmerzhaft in seine Magengrube.

    Vergiss nicht, Noel...,
    Deus trat an Noels Seite.
    Daran bist letztendlich du selbst Schuld. Hass erzeugt Gegenhass. Immer.

    Es stimmt. Die Abweisungen der Bewohner geschahen ihm nur recht.

    Plötzlich trat überraschend Luise zwischen die drei Männer. Ihre Blicke trafen sich einen Moment, bevor Noel dem ihrigen auswich. Zweifellos, es lag Abneigung, unwohlsein und Verbitterung in Luise' Augen. Er war selbst Schuld. Und trotzdem...

    "I-ich möchte auch e-etwas sagen. Mir ist b-bewusst, dass ich nur ein Kind bin und meine Meinung d-deshalb vielleicht nicht so b-begründet ist, wie die eines E-erwachsenen."

    Der Seitenhieb auf Noel schmerzte unbeschreiblich. Aber er blieb weiterhin stumm stehen.
    Renn einmal nicht weg. Nur einmal.

    Was folgte, war ein längerer Dialog Luises' über seine Anschuldigungen, die Meisten davon zweifelte das Mädchen an.
    Noel verstand es. Wie konnte sie die Menschen, die sie kannte und die ihr nahestanden, als Mörder bezichtigen? Er würde sie nicht so verzweifelt lieben, wenn Luise nicht so wäre.

    "U-und i-ich möchte n-noch sagen, dass ich nicht g-glaube, dass Noel e-ein Lumianer i-ist. Ich kann m-mir nicht vorstellen, d-dass e-er dann so v-viel ü-über sie preisgeben u-und sich selbst a-als Zielscheibe d-darbieten w-würde."


    Ein kleiner, warmer Hauch von Dankbarkeit strich durch Noels Brust. Aber es blieb bei einem Hauch. Weitaus größer war das spöttsche Grinsen, dass neben seinem Ohr vor sich hin kicherte:
    "Das hast du nicht verdient, du Wahnsinniger!"

    Damit trat Luise wieder zurück. Noel wollte ihre Augen nichtsuchen, denn er war sicher, sie wären voll Anklage. Würde sie ihn nach diesem Abend jemals nocheinmal wie vorher ansehen?

    Es folgten kleinere Gespräche der Jägerin, welche sich nominierte und Rekons' , welcher seine Gedanken teilte. Dann wurde es zunächst ruhig. Noch schien keine Entscheidung in Sicht, also setzte sich Noel erneut auf die Bank und überlegte, wen er wohl nominieren würde. Er wusste es nicht. Er musste abwarten.

    Stört es dich nicht, dass luise dich... nun ja...

    ...hasst?

    ...

    Jeder ist seines Schicksales schmied. Ich war mir immer bewusst, dass sie so reagieren würde, wenn sie mein wahres Wesen kennenlernt.
    Aber weißt du was, Deus?

    Noels Blick verlor sich lächelnd im weiten Sternenhimmel, als er weitersprach.
    Ich möchte mich verändern. Und das betrifft auch Luise. Ich denke, unsere Bekanntschaft ist zuende. Aber... das ist in Ordnung. Ich sollte mich von ihr loslösen und zu einem Menschen werden, den sie nicht fürchtet... oder hasst. Wenn ich das eines Tages geschafft habe, wird sie mir vielleicht wieder ein Lächeln schenken...

    Du bist dir im klaren, dass die Chance, dass du ihr Vertrauen zurückgewinnen kannst, mit jedem Tag sinkt, denn du dich von ihr distanzierst?

    Immer noch lächelte Noel.
    das war... unerwartet.

    Es ist in Ordnung. Wenn sie einen Menschen findet, den sie liebt, mit ihm ihr Leben verbringt. Wenn sie mich hasst, verachtet und kein Wort mehr mit mir wechselt. Wenn wir Zeit unseres Lebens Fremde bleiben.

    Wenn ich sie nur für den Rest meines Dasins beschützen kann... dann bin ich schon zufrieden. Die Hauptsache ist, dass Luise glücklich wird. Egal, mit welchem... Menschen an ihrer Seite.
    verstehst du?"


    Deus legte sich auf den Boden vor der Bank und schnaufte.
    Menschen sind seltsam... ich verstehe euch einfach nicht.

    Noel kicherte und strich dem Gott in Wolfsgestalt grinsend über das Fell.

    Geändert von Holo (27.03.2013 um 15:27 Uhr)

  4. #4
    Noel antwortete ihm nicht, sondern blickte nur zu Boden. Was war das? Tat es ihm leid? War es ein Schuldeingeständnis? Peter konnte es nicht deuten. Auch auf die Anklage Konrads verteidigte sich Noel nicht, er stimmte ihm vielmehr zu. Peter wurde es an dieser Stelle zu bunt.

    "Was ist los, Noel (Nonsense), hat es dir die Sprache verschlagen? Haben wir dich durchschaut? Ich hatte es ja geahnt. Warst ja in meinen Augen schon immer ein merkwürdiger Bursche. Und dass du dich nun, wo du so in die Enge getrieben wirst, nicht einmal verteidigst, da kannst du dich ja auch gleich selbst dem Henker übergeben. Ein unschuldiger Mann wüsste sich zu verteidigen, wie unser Konrad hier. Meine Entscheidung ist damit gefallen und ich bitte den Herrn um Verzeihung, aber einen solchen gottlosen Ketzer wie dich möchte ich nicht mehr in unserem schönen Dorf haben!"

    Geändert von Layana (27.03.2013 um 15:57 Uhr)

  5. #5
    Ich mag eine Nonne sein, aber ich bin nicht so verbohrt und verschlossen wie manch anderer hier zu vermuten scheint.
    Maria hütete sich, diesen Gedanken laut auszusprechen. Indes nahm sie die Unschuldssprechung Noels lieber hin, anstatt sich mit ihm über seinen angegebenen Grund zu streiten. Lieber so, als wegen eines sinnlosen Streits dann doch noch seine Stimme zu bekommen - und dann womöglich die des ganzen Dorfes... Das würde der Herrgott nicht gutheißen. Stattdessen warf sie während seiner Rede kurzzeitig einen bösen Blick zu, doch wirklich böse wollte sie ihm tatsächlich nicht sein. Nein, er tat ihr irgendwie leid. Zuvor hatte sie in der Kirche noch darüber nachgedacht, warum Noel sich so verhielt, wie er es tat - und er schien sich zumindest ab und zu zu bemühen. Vielleicht würde er es ja in nächster Zeit irgendwie schaffen, sich positiver und Menschengerechter zu verhalten - der Herr würde ihm schon dabei Helfen. Ob Noel sich der ewigen Anwesenheit des Herrn bewusst war oder nicht.

    Schließlich trat sie selbst vor. "Ich denke, ich habe ... genug nachgedacht."
    Einen Augenblick hielt sie inne und war etwas irritiert ob des Klangs, den dieser Satz innehielt.
    Aber als sie merkte, dass die Menge ihr zuhören würde, sprach sie weiter:
    "In der Tat mag Noel sich, durch sein sündhaft unchristliches Verhalten, für viele Leute verdächtig machen. Auch, dass er bereits so viel über die Lumianer wusste, ist ein erschwerender Faktor, der viele an seiner Unschuld zweifeln lässt. Dennoch glaube ich, dass... heute Abend..." - Maria wurde plötzlich irgendwie unsicher, schließlich war eine Nominierung gewiss nichts positives für diesen Abend, und ihr fielen die nächsten Worte entsetzlich schwer. Sie musste schlucken, bevor sie weitersprach, denn allein der Gedanke an das weitere, was sie nun sagen würde, schnürte ihr die Kehle zu und ließen sie zunächst nach anderen Worten suchen, die sie zuerst loswerden könnte.
    "... Nunja, Noel ist meiner Meinung nach Unschuldig."
    Ungläubig blickte die Menge sie an.
    "Er ist ein verirrtes Schaf, dass gottverloren in der Welt zu treiben scheint. Erst vor zwei oder drei Jahren kam er hier an und wie es aussieht, fällt es ihm schwer, Fuß zu fassen. Ich glaube, er wird sich in den nächsten Tagen aufgrund der hiesigen Beschuldigungen umso mehr bemühen müssen. Und, Noel, würdest du dich zu Gott bekehren lassen, dann hättest du es gewiß leichter in deinem Leben. Die qualvollsten Höllenfeuer werden dich erwarten, solltest du in Wahrheit ein Lumianer sein..."

    Sie warf einen Blick zu Noel hinüber und wirkte für einen Moment vielleicht sogar bedrohlich. Zumindest so bedrohlich, wie eine Nonne wie sie wirken konnte. Dann veränderte sich ihr Gesichtsausdruck wieder genauso schnell wie vorhin und sie sah erneut alle an.

    "Doch das ist gar nicht das, was ich eigentlich sagen wollte. Gottweiß, wer noch alles vor einem gewissen Zeitraum in dieses Dorf fand - Noel ist nicht der einzige Ungläubige in diesem Dorf, der lediglich zugezogen ist und, wohl Aufgrund seiner Unchristenheit, Schwierigkeiten damit hat, hier Fuß zu fassen. Ebenfalls hätte ich einen Grund, die Unschuld einer anderen Person anzuzweifeln, die sich ebenfalls selber nominiert hat."
    Maria hatte jetzt fast schon offen genug gesagt, wen sie nun nominieren wollte - also versuchte sie, nicht weiter darüber nachzudenken, sondern einfach weiterzureden.
    "Der Grund liegt in der nahen Vergangenheit. Wie mir zu Ohren gekommen ist, wurde das Schwert, welches hier auf dem Dorfplatz in der Früh gefunden wurde, untersucht. Doch von wem? Wer hat es mitgenommen? Hast nicht du selbst diese Untersuchungen in die Hand genommen, Merete (MeTaLeVeL)? Es gab keine Ergebnisse dazu, was? Natürlich nicht, du konntest das schließlich genügend manipulieren...
    Es mag ein Argument sein, welches für Meretes Unschuld spricht, dass sie sich selbst nominierte, doch könnte dies doch ebenfalls ein Täuschungstrick sein? Sie sprach über sich selbst, dass sie gemordet hat, auch wenn sie es so nicht nennen würde - jemanden so weit zu bringen, dass Gott sich seiner für den Himmel annimmt, ist aus meiner Ansicht heraus Mord. Und so wird sie sich damit doch genügend selbst auskennen, sie tötet doch jeden Tag, wenn auch meist nur Tiere. Skrupellos genug sollte sie also sein, und um ihre Schuld zu vertuschen, nahm sie sich letztlich zwar des Schwertes an, doch auch ihre Selbstnomination wirkt auf mich nicht harmlos.
    Ich weiß, solche Anschuldigen ziehmen sich nicht für eine Nonne, dennoch finde ich diese Verhaltensweise äußerst Suspekt. Und sicherlich, ich hatte bisher nie mit ihr zu tun. Doch warum auch? Sie sucht keinen Kontakt zur Kirche, und somit auch nicht zu mir. Als wäre sie solch großen Sünden unterlegen, dass sie sich nichteinmal in die Nähe einer Kirche traut..."

    Die Menge tuschelte. Ob die Nonne jetzt selbst irgendwie verrückt geworden war?
    Jedenfalls blieben ihr jetzt die Worte fern - ihr fiel einfach nicht mehr ein, was sie noch dazu sagen sollte. Vielleicht hatte aber noch jemand anders ein Wort, dass er zu erheben wusste. Daher warf Maria nur noch einen traurigen Blick in Richtung Himmel, bekreuzigte sich und verschwand wieder vom Podest.

    Geändert von Wencke (27.03.2013 um 17:14 Uhr)

  6. #6
    Ohne jemandem etwas Böses zu wollen, starb ihr Vater durch die Hand der Kirche. Weil er sich nicht beugte, sie nicht unterstützte, schlicht nicht bereit war, zu glauben. Niemanden hatte dies verletzt und doch nahmen sie ihn ihr. Und jetzt dies. Sollte ihr durch das Verweigern dessen, was die Kirche Glauben nannte, das selbe Schicksal ereilen, wie ihm? Oh Nonne, würdest du glauben, wärst du meine Wege gegangen?, fragte sie still, doch teilte ihr Denken nur mit sich.

    Dennoch sprach sie, um sich den Vorwürfen zu entledigen, mit denen die überaus nonnige Nonne sie belegte.

    "Ja, es ist wahr. Ich nahm das Schwert und brachte es dem Schmied, ließ seinen erfahrenen Geist entscheiden, was der Klinge Vergangenheit sei. Doch sei sie gewöhnlich, erklärte er." Bitter war Meretes Blick, schwerfällig zugleich. Sie sprach zu allen, doch musterte nur Maria. "Doch waren Sie es, Nonne, die mich antrieb. Sagten Sie mir nicht, dass es eine gute Idee sei, den Schmied aufzusuchen? Welch Spiel treiben Sie, mich ob der Idee zu verdächtigen, die Sie selbst unterstützten?"

    Sie verließ das Podest. So viele Worte blieben ungesagt, doch schnürte die Angst ihr die Kehle zu.

    Geändert von MeTa (27.03.2013 um 17:53 Uhr)

  7. #7
    Tyrell stand mitten in der Menge. Verwirrt und perplex stand er da, wusste nicht, was er machen sollte.

    (Entsetzlich... wie sie plötzlich alle aufeinander losgehen... was ist bloß passiert? Eine simple Nachricht auf dem Dorfplatz bringt uns alle so sehr durcheinander. Das kann ich nicht fassen...!)


    Er wusste nicht genau, was jetzt zu tun war. Sich an den Kopf fassend überlegte er eine Weile, bekam aber nicht wirklich etwas zustande. Alles nette Menschen um ihn herum, doch die todesflehende Gesichter verschlugen ihm die Sprache. Ohne einen Laut stand er da. Er hörte zu. Die Menschen fingen an, sich gegenseitig zu nominieren. Merete, die sich selbst als Opfer überließ und Maria, die sie plötzlich tatsächlich auch anklagte. Dann gingen die Leute auch noch auf Noel zu. Mit Tyrell hatte er es sich verscherzt, keine Frage, aber das war kein Grund, ihn umzubringen... oder doch? Tyrell wusste nicht, was zu tun...

    "Geehrte Dorfbewohner von Düsterwald! Seid ihr alle jetzt völlig von Sinnen? Dies erscheint mehr eher als Ausnutzung der Situation, gar furchtbar finde ich es, dass wir Noel plötzlich als gottlosen Ketzer aus dem Dorf verbannen wollen. Das ist doch nicht der Sinn... wir sollten doch die Lumianer ausfindig machen und nicht die Karten unserer Antipathie ausspielen! Ich hätte nicht gedacht, dass es darauf hinausläuft... aber bis wir keinen einzigen Anhaltspunkt haben, werde ich doch lieber mich selber,
    Tyrell (Ligiiihh), dem Galgen überlassen, als dass das der pure Mensch in mir Oberhand übernimmt... ich bin wirklich schockiert...

    Aber Merete! Danke! Ohne Euch wäre ich nie auf die Idee kommen, mich selber zu wählen. Das ist eine viel bessere Variante. Ich verfehle möglicherweise den Hintergrundgedanken des Wunsches unseres Hauptmannes, aber zurzeit finde ich da keinen anderen Ausweg. Auf dass wir heute auf neue Erkenntnisse stoßen, die wir morgen zunutze machen können..."

  8. #8
    Es herrschte eine äußerst gespannte Stimmung auf dem Platz. Mittlerweile sah es so aus:

    Noel hatte bisher zwei Stimmen.
    Die Jägerin ebenso.
    Konrad nach wie vor eine.
    Tyrell nun auch eine.

    Noels Gedanken rasten.
    Denk nach. Denk nach. Setz die Puzzleteile zusammen.
    Du willst einen Neuanfang machen. Tötest du den Falschen, verstösst du das Vertrauen der Dorfbewohner und hast einmal mehr Blut an deinen Händen.

    Beobachte das Verhalten der Spieler... und dreh das Schachbrett um!

    ...
    Ja... wenn man das Schachbrett umdreht... und sich in den Gegner hineinversetzt... dann ist einer der Anwesenden mit Abstand am Wahrscheinlichsten.
    Aber reicht das, um einem Menschen das Leben zu nehmen?

    Ach... halt den Mund. Du erwischst den Richtigen. Du schaffst es.


    Noel begann beherrscht ruhig, zu sprechen.
    "Bewohner Düsterwaldes... die folgenden Worte fallen mir nicht leicht. Wirklich.
    Aber wenn ich die Stränge verbinde, das Schachbrett herumdrehe und das Verhalten der Lumianer analysiere... so ist Tyrells (Ligiiihh) Fassade die Bröckligste. Es schmerzt mich, ein Kind beschuldigen zu müssen... doch so der Wahnsinn der Lumianer ihn vergiftet hat, ist es vielleicht besser so.
    Möge Fortuna geben, dass ich den Schuldigen nominiere.

    ...

    Es tut mir leid, Tyrell."


    Stumm wartete Noel ab, wie das Ergebnis der Wahl aussehen würde und bereitete sich darauf vor, diese Welt zu verlassen.

    Geändert von Holo (27.03.2013 um 18:42 Uhr)

  9. #9
    Luise wollte es nicht. Sie wollte nicht mit ihrer Stimme dazu beitragen, dass jemand starb.
    Sie hatte überlegt, sich selbst zu nominieren. Sie war keine Lumianerin, aber es gab immer Sünden, für die es zu büßen galt.
    Und es war besser, frühzeitig dem Herrn gegenüber zu treten, als in weiterer Sünde zu leben. Würde sie aber jetzt gegen sich selbst die Stimme erheben, wäre es lediglich eine scheinheilige Tat, um die eigenen Finger aus der wahren Entscheidung herauszuziehen. Und Luise konnte und wollte nicht einfach etwas vorheucheln. Also entschied sie sich zu etwas anderem.
    Erneut trat sie hervor und sprach: "I-ich wünsche niemandem den Tod. D-doch i-ich werde m-mich auch nicht heraushalten, w-wenn es darum geht, d-das Dorf zu beschützen. Mir b-bleibt wohl k-keine W-wahl als in G-gott zu vertrauen und danach zu handeln." Sie schluckte schwer. "D-deswegen vertraue ich in d-das Urteil, welches s-seine treuste D-dienerin, Schwester Maria, hier ablegte - und stimme f-für Merete (MeTaLeVel)." Sie warf der Jägerin einen gequälten Blick zu. "I-ich hoffe, Recht zu behalten. D-denn es täte mir aufrichtig Leid, j-jemand unschuldigen i-in den Tod zu schicken."
    Dann trat Luise zurück und schwieg. Obwohl sie Schwester Maria vertraute, bildeten sich jetzt schon Zweifel an ihrer eigenen Entscheidung.
    Sie hoffte inständig, gerade eine Lumianerin beschuldigt zu haben. Denn sonst würde sie sich niemals selbst verzeihen können.

  10. #10
    Leider verlief es bei weitem nicht so gut, oder es verlief zu gut, je nachdem, wie man es sehen wollte. Entweder waren einige Bewohner zu weichherzig, jemanden zu opfern, weshalb sie sich selbst vorschlugen, oder sie waren in der Tat Mitglieder dieser Sekte und hatten sich einfach nur gestellt. Natürlich war Ross sich bewusst, dass er als Hauptmann die Aufgabe hatte, eine Entscheidung zu treffen und im Gegensatz zum Rest der Bevölkerung, konnte, nein durfte, er sich nicht selbst wählen, was er letztlich sowieso nicht getan hätte, da damit niemandem geholfen wäre.

    "Bisher konnten diese Lumianer noch keinen wirklichen Schaden anrichten, weshalb uns sicher noch einige Zeit bleibt, sie zu finden und aufzuspüren. Bis dahin müssen wir aber eine Entscheidung treffen. Bevor ich wähle, will ich aber noch kurz etwas loswerden, was einen unserer hiesigen Spezialisten angeht, die anscheinend gerne ein Drama veranstalten. Ich spreche hier von Noel, der sich aufgrund seines Verhaltens sehr verdächtig gemacht hat. Das letzte, was wir brauchen, ist jemand, der den Hass der Bewohner auf sich zieht, denn sollte sich herausstellen, dass er unschuldig ist, hätten wir ihn zwar nicht mehr am Hals, aber wir hätten auch einen Unschuldigen weniger. Ich glaube nicht, dass Noel zu dieser Sekte gehört. Es ist nicht nur ein Gefühl, ich meine, seht ihn euch an. Er sieht nicht aus wie jemand, der ein Schwert auch nur hochheben könnte. Abgesehen davon, scheint er von seinen Gefühlen her wohl so verwirrt zu sein, dass er wohl keinen klaren Gedanken fassen und erst recht nicht so eine Nachricht, wie die, die die Lumianer uns gelassen haben, verfassen könnte."

    "Wie dem auch sei. Ich weiß nicht, wer von denjenigen die sich selbst angeklagt haben, nun schuldig ist, oder nicht. Dennoch respektiere ich ihren Mut, sich selbst zu opfern, um die anderen leben zu lassen. Mir wäre es lieber, wenn wir einen Lumianer enttarnt hätten, doch leider kann haben wir heute dabei wohl kein Glück gehabt und müssen hoffen, den richtigen zu erwischen. Meine Stimme geht daher an Merete (MeTaLeVel)."

  11. #11
    Eine dunkler Keim wuchs gerade in ihrer doch eigentlich so heimeligen Dorfgemeinschaft heran. Die Erszen hatten schon begonnen, andere zu nominieren. War es bei Konrad, obgleich sie ihn noch nie zuvor so aufgebracht gesehen hatt, noch eine verständliche Schutzreaktion, vermochte Brunhild Noels, Peters und gerade der guten Nonne Marias Stimmen nicht zu hinterblicken.
    Merete hatte mit ihren Worten, denen die Selbstbezichtung folgte, im Wesentlichen Anklang bei ihr gefunden. Auch der Wirtin war es nicht geheuer, was sich hier gerade zutrug, Gott konnte in diesem Moment nicht mit liebendem Blick auf sie hinabsehen. Auch der kleine Bastler verkündete vor Allen, dass er seinen eigenen Tod dem jedes Anderen vorzöge.
    Langsam besah sie sich jeden der Anwesenden mit der wachsenden Erkenntnis, dass sie Keinem unterstellen könnte, zu der Sekte zu gehören. Und das würde sie an diesem Abend auch nicht tun. Da sich Brunhild sehr wohl bewusst war, dass nach dem Dorfrecht eine Enthaltung bei einer Abstimmung wie dieser einer Selbstbezichtung gleichkam, schritt sie still zu dem Verkündungsbaum. Auf dem Abstimmungszettel suchte sie dann die Buchtsabenfolge, welche sie als ihren Namen wiedererkannte und setzte dahinter einen Strich (Brunhild/Mephista). So bliebe dem Hauptmann später Aufwand erspart.
    Eine Bekreuzigung später kehrte sie zu ihrem Platz zurück und beobachtete den Ausgang der Abstimmung.

  12. #12
    Rekon war total verwirrt und gehetzt, da der Tag sich dem Ende näherte. Er wusste nicht, ob es das richtige ist, was er tat, als er das Wort ergriff. "Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass Merete unschuldig ist, doch scheint sie mit 4 Stimmen dem Tode sehr nahe zu sein. Das ist nicht das, was ich mir für das Dorf wünsche. Es soll keine unschuldige Person zum Tode verurteilt werden. Das will ich nicht verantworten. Deshalb, man verzeih es mir, werde ich, Rekon Alyas Nascia, den hier anwesenden Noel De'chrones'tulem (Nonsense) anklagen. Es tut mir Leid, Noel, aber du bist der einzige, den ich verdächtige. Verzeih es mir bitte..." und mit diesen Worten ging Rekon zum Stimmzettel und machte einen sauberen Strich hinter Noels Namen. Er hoffte, dass er den richtigen angeklagt hat...

  13. #13
    Welch Spiel treiben Sie, mich ob der Idee zu verdächtigen, die Sie selbst unterstützten?
    Meretes Worte gingen Konrad im Kopf herum als er dem nahestehenden Henkersgehilfen zunickte. "Habt ihr meine Stimme bereits notiert?" "Oh nein, nein noch nicht. Noch ist alle Zeit der Welt um den rechten Hals ins rechte Licht zu rücken." "Dann bitt ich euch, zeigt mir den Namen der Jägerin." Meretes Name flackerte im Fackelschein.

    Konrad wusste nicht, was er von Marias Worten halten sollte. Er hatte zum ersten Mal Angst vor der Kirche gehabt an diesem Tage. Aber Ross hatte insofern Recht, das Noel sich zu auffällig verhielt. Noel war vielleicht ein Narr, aber sein Tod würde ihnen keine weiteren Hinweise liefern. Merete also. Wieso wollte die Nonne sie tot sehen? Wieso Luise sich ihrem Urteil angeschlossen hatte verstand er - zu jung war sie um eine eigene Meinung zu haben. Aber Ross führte sie wie ein Opferlamm zur Schlachtbank. Wenn Merete unschuldig war, hätten sie zwei Verdächtige gewonnen.

    "Merete. (MeTaLeVel) Es tut mir Leid doch euer Opfer wird vielleicht den andren helfen klarer zu sehen. Ich glaube ihr seid unschuldig. Zumindest wart ihr die einzige die versucht hat heute die Nachforschungen zu unterstützen. Und ihr wart die erste vor Brunhild und Tyrell die sich selber wählte. Weise erschien es in meinen Augen. Aber ... in diesen dunklen Tagen suchen die Wölfe unter den weichherzigsten ihre Opfer aus. Meine Stimme allein wird euch nicht retten. Doch seid ihr unschuldig versprech ich euren Tod zu vergelten. Denn dann sind es Maria und Ross, die sich vor uns andren rechtfertigen müssen." Er zog den Strich hinter Meretes Namen. Und die Tinte schien ihm zu glänzen wie Blut. Sie ist unschuldig... so dachte er. Doch sicher war er nicht.

    "Häh, Weiber. Sie ist eine Frau. Die bringen sowieso nur Unglück. Könnt froh sein wenn ihr sie los seid. Nun denn, rasch ans Werk!"

  14. #14
    "Gut...", seufzte Lumi und schaute Djángo an. Dieser erwiderte ihren Blick mit einem Hauch von Schuldzuweisung in seinen Augen. "Nézz rám így! [Schau mich nicht so an!]", entgegnete sie wiederum. Ganz raushalten konnte sie sich nicht aus dieser Farce. Diese gottverdammte Farce.

    Sie wühlte an Djángo vorbei in ihrem Beutel herum und zauberte die Spielkarten heraus. Sie atmete laut aus, mischte die Karten in ihren Händen, schloss dabei die Augen.
    Ross, der König. Präsenz, Einfältigkeit in seiner aufgezwungenen Monarchie. Er wurde Dorf-Oberhaupt und erst seitdem schien es hier so vorzugehen. Definitiv ein sicherer Kandidat.
    Merete, die Königin. Stolze Kriegsamazone, viel zu nett scheinend und ebenfalls recht dumpf wirkend in ihrer unerbittlichen Loyalität ihrem Dorfe gegenüber. Aber eine Jägerin ihres augenscheinlichen Kalibers hätte Konrad sowas von den Garaus gemacht - da wirkte es doch blöd, dass außer einer blutbeschmeirten Klinge (wessen Blut war das überhaupt?) keine Spuren gab für einen versuchten Mord. Und ihrer Statur nach zu urteilen wäre es für sie ein Klacks gewesen, den rotzevollen Konrad umzubringen. Sie schied zwar in Lumis Kopf aus, aber die Karten logen nicht - eigentlich. Fast immer gar nicht. Oft schon, aber nur wenn es Lumi passte. Ugh.
    Tyrell, der Bube. Beschissene Handschrift, könnte zwar einer dieser Wahnsinnigen sein aber hat es ordentlich versiebt letzte Nacht. Auch wenn Kinder eigentlich als Mörder gute Dienste leisteten in den Orten in welchen sich Lumi soweit herumgetrieben hatte - eine derart wackelige Gestalt hätte tatsächlich ein derart todsicheres (ha!) Ding vergeigen können. Auch ein Kandidat.
    Noel, das Ass. Entweder durchlebte er gerade eine schwierige Phase oder er war wirklich so von Grund auf durchgeknallt, dass er Leute töten wollte um seine Ziele durchzusetzen. Allerdings schien er mehr den Macker zu machen als wirklich etwas draufzuhaben - jeder Mensch verwandelte sich in seinen Augen in einen Kriegsgott wenn er ein Schwert hielt, egal wie mädchenhaft er war. Mit so etwas kannte-

    Ugh.

    Wer kam sonst in Frage? Alle anderen erschienen Lumi recht harmlos, selbst die dicke Frau in der Ritterrüstung ließ keine Andeutungen darauf zu, dass sie einfach aus Spaß (oder für ihren komischen Sektenheini der an der Spitze stand) LOeute umbringen würde. Umhauen, vielleicht. Aber direkt das Messer ansetzen? Und wieder - nicht einmal es hinkriegen zu treffen? Egal, sie wurde die 10.
    Das rohaarige Mädchen hatte keine Seele, aber das war nicht ihre Schuld. Und so wie sie sprach war sie alles andere als gefährlich. Oder vielleicht gerade deswegen? Die 9.
    So bekam jeder Einwohner eine Karte zugeteilt, der Lumi verdächtig wirkte. Als sie fertig gemischt hatte, legte sie den Stapel auf den Boden, hob eine Hälfte der Karten von der anderen und tat diese wiederum auf die erste Hälfte, sodass es fair blieb. Nichts gezinkt, markiert, sonst irgendetwas[*].

    "Jól [Gut]...", flüsterte sie und betete stumm in ihren Bart, dass es den scheiß Horst treffen würde.
    Sie griff die oberste Karte, drehte sie, studierte sie mit ernstem Blick und verzog das Gesicht vor Ekel vor sich selbst. "Bassza meg..."
    Still stand sie auf, den Trubel der Leute um sie herum ignorierend schritt sie unauffällig zum Abstimmungszettel, warf Horst einen hasserfüllten Blick zu und setzte mit dem anhängenden Kohlstift einen Strich neben Tyrells (Ligiiih) Namen. So jung, wahrscheinlich unschuldig, aber sie wusste nicht, was sie sonst tun sollte. Heraushalten konnte sie sich nicht, ejtzt wo sie mehr doer weniger gefangen in diesem Scheißdorf war. Sie schaute Horst noch einmal an und zischte ihm ein "Baszd meg magad, Horst. [Fick dich, Horst]" entgegen als sie von der Bühne zurück zu ihrem Kartendeck schlurfte, das sie fein säuberlich wieder mit einem Band zusammenschnürte und zurück in den Beutel kramte. Dann setzte sie sich wieder, eingehend den Boden studierend.

    [*] = [ooc]Ich habe nebenbei erwähnt wirklich so gewählt weil ich mich nicht entscheiden konnte.[/ooc]

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •