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Lehrling
Nichtsahnend von dem ganzen Chaos in der Stadt, wachte Viktoria an diesem Morgen auf.
Sie hatte ein mulmiges Gefühl im Bauch als, sie aus ihrer Kammer trat und ihre Mutter zusammen mit ihrem Bruder am Frühstückstisch sitzen sah.
Hatte sie dieses Gefühl, weil ihre Mutter gesten Abend womöglich etwas gemerkt hatte?
"Guten Morgen", sagte Viktoria prüfend.
Ihre Mutter antwortete nicht. Es war alles wie jeden Morgen, aber etwas bereitete ihr leichte Bauchschmerzen.
Sie nahm sich, wie immer, ihre Scheibe Brot vom Tisch und warf Friedrich ein Stück Fleisch vor den Mund.
Als sie beide aufgegessen hatten, machten sie sich auf den Weg in die Schneiderei.
Als sie am Mittag eine Pause machte und hinausschritt, wunderte sie sich, über die lauten Geräusche, die sie vom Dorfplatz hören konnte.
Gedanken schossen in ihrem Kopf umher. In ihr brannte der Wunsch, das Versprechen, das sie ihrer Mutter gegeben hatte, zu brechen und sich zu den anderen Dorfbewohnern zu gesellen.
Vielleicht würde sie es nicht einmal raus finden, wenn sie nur in der Zeit ihrer kleinen Pause auf den Platz gehen würde.
Unsicher bewegte sie sich in die Richtung. Sollte sie? Oder sollte sie nicht?
Ein Fuß setzte sich vor den anderen und sie wurde plötzlich immer schneller, als wenn sie vor etwas weglaufen würde.
Als wenn sie vor ihrer eigenen Mutter und ihren Pflichten flüchten würde.
Schließlich ertappte sie sich dabei, dass sie die letzten Meter zum Dorfplatz gelaufen war.
Sie erblickte Luise.
Vollkommen kraftlos sah sie aus.
Besorgt lief Viktoria zu ihr.
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