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Thema: Das Dorf Gottes 2-Tag 1

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Da Luise nicht allzu begeistert war von der Vorstellung, so früh morgens den Menschen auf der Straße zu begegnen, überquerte sie auf dem Weg zur Bibliothek nicht den Dorfplatz, sondern ging über die Wiese an Viktorias Garten vorbei und warf noch einen verträumten Blick auf das Veilchenfeld. Vielleicht sollte sie die junge Schneiderin um ein paar Blumen bitten, welche man dem guten Dahingeschiedenen, welcher mittlerweile sicher in der Kirche aufgebahrt war, auf die Brust legen konnte.
    So in ihre Gedanken versunken, war sie beinahe überrascht, als sie plötzlcih vor der Bibliothek stand. Zwar hatte sie sich ein Gesprächsthema überlegt, aber unsicher war sie trotzdem, wie sie es beginnen sollte. Nervös öffnete Luise die Tür zu Bibliothek und fand tatsächlich Noel dort vor. Er wirkte etwas blasser als sonst. Vielleicht immer noch die Kopfschmerzen. Oder Schlafmangel. Womöglich aufgrund der Kopfschmerzen.
    Als der Bibliothekar aufsah, blickte Luise erst schüchtern zu Boden und stammelte: "G-guten Morgen, N-noel. I-ich... ähm... also ich dachte mir... d-du bist ja b-bestimmt weit gereist... und du kennst vi-viele Bücher..." Nein, das war nicht gut. Wenn man ein gutes Gespräch führen wollte, sollte man das Gegenüber anschauen. Und deutlicher und lauter reden. Also blickte sie ihm mit aller Überwindung an und fuhr fort: "Ähm... ich habe da etwas g-gefunden, das mich interessiert. Eh... und z-zwar war ich als Kind mal i-n einer großen Stadt, u-und da gab e-es Schiffe. Und ich wollte i-immer schon mal w-wissen wie die gebaut werden. A-also wollte ich d-dich fragen: Hast du vielleicht B-bücher zu diesem Thema?" Das war doch schon besser. Luise fügte zu ihrer Frage noch ein kleines Lächeln hinzu, hoffend, dass es nicht zu unsicher wirkte.

  2. #2
    Sicher eine halbe Stunde war vergangen, seit er die schweren Türen der Bibliothek geöffnet hatte. Das kleine, gothisch angehauchte Gebäude, welches mit seinen schwarzen, kreisrunden Regalen und blaugrünen Glasfenstern eher an eine Sektenkirche erinnerte, verschaffte Noel sofort etwas Beruhigung. Stumm ließ er die Tür ins Schloss fallen, ging zwischen den Regalen hindurch und griff wahllos zu einem Buch, mit dem er sich hinter seinen Thresen setzte.

    "Hausfrauen und warum man ihnen nicht während des Kochens vor den Karren kacken sollte"
    ...


    Naja. Warum eigentlich nicht.
    Und dieses Buch laß Noel jetzt seit einiger Zeit, als sich die Tür seiner Stätte erneut öffnete.
    Genervt verdrehte der Bibliothekar die Augen.
    Gestern noch hatte er Konrad vorgeworfen, er solle doch darauf achten, die Apotheke nicht vor Geschäftsbeginn offen zu lassen, und nun war ihm selbiger Schnitzer unterlaufen. Wer würde ihn wohl stören, wer ihm aus seiner wohlverdienten Ruhe reißen? Egal, wer es war;
    Er konnte sich auf einen deftigen Arschtritt gefasst machen, verfluchter Schwefelkranz!






    Grahahahaha! Na los, tritt ihr in den Arsch, Noel. Ich warte. Gwahahahahaha.

    Er musste träumen. Nein, Moment, rational gesehen konnte das nicht sein. Er war definitiv aufgestanden und in die Bibliothek gegangen, ein Traum war äußerst unwahrscheinlich. Aber was bei allen schwarzen Geistern war es dann?
    Da stand, etwas nervös und träumerisch wie immer, seine kleine Elfe vor ihm in der Bibliothek, unsicher seinen Blick suchend, mit den Fingerspitzen aneinandertippend.

    Okay. Ruhig bleiben. Wahrscheinlich will sie nur ein Buch ausleihen und verschwindet dann wieder zu Tyrell. Ja, das wäre die logischste Annahme. Ganz ruhig bleiben, das kriegst du hin. Durchatmen.

    Das kalte Gefühl in Noels Brust verwandelte sich in etwas Undefinierbares, als er, verkniffen wie eine Salzsäure, hinter seinem Thresen hervor und Luise gegenübertrat.
    Er hatte vorgehabt, das Wort zu eröffnen. Aber egal, wie sehr er seinen eigentlich riesigen Wortschatz und seine über jeden Zweifel erhabene Redegewandheit durchforstete, ihm fiel nichts ein. Da war nur weiße leere in seinem Kopf.
    PEST UND VERDAMMNIS!

    "G-guten Morgen, N-noel. I-ich... ähm... also ich dachte mir... d-du bist ja b-bestimmt weit gereist... und du kennst vi-viele Bücher..."

    Süßes, warmes Gold. Seine Reaktionen wurden mit jedem Mal berechenbarer, so menschlich, und doch wurden sie nicht weniger angenehm. In Sekundenbruchteilen wurde die Kälte in Noels Körper von intensiven Flanmmen verzerrt, das Zittern stoppte, die Migräne wurde erträglicher. Er musste sich krampfhaft ein Lächeln verkneifen, hoffentlich merkte sie nichts, denn seine Mundwinkel zuckten unkontrolliert. Vielleicht konnte er ein Gespräch zu ihr aufbauen, Bücher waren seine große Stärke.
    Das würde funktionieren!
    ...
    ...
    Wäre sein Kopf nur nicht so furchtbar leer.

    "Ähm... ich habe da etwas g-gefunden, das mich interessiert. Eh... und z-zwar war ich als Kind mal i-n einer großen Stadt, u-und da gab e-es Schiffe. Und ich wollte i-immer schon mal w-wissen wie die gebaut werden. A-also wollte ich d-dich fragen: Hast du vielleicht B-bücher zu diesem Thema?"


    Schiffe... Schiffe. Schiffe? Schiffe!
    Okay. In Ordnung. Jetzt geht es los, Noel. Schiffe. Also, was weißt du über sie?
    ...
    Schiffe. Na los, komm schon Junge, denk nach, darüber musst du doch was gelesen haben.
    ...
    Du liest jeden Tag dutzende Bücher, seit Wochen, Monaten Jahren, verfluchte Greifenscheiße, dir muss doch was einfallen, denk nach denk nach DENK NACH!
    ...
    Das gibt es doch nicht. Dir muss doch irgendetwas einfallen, irgendetwas. Die kleine Elfe steht vor dir und lächelt dich an, Oh gott sie ist so süß, und dir fällt auf ihre Frage keine Antwort ein DU BELESENER TÖLPEL? DenkdenkDENK. Das gibt es doch nicht, diese Chance kann ich nicht verstreichen lassen!


    Für Luise musste der junge Bibliothekar befremdlich aussehen. Wie ein zitternder Wassersack stand er schweigsam vor ihr, das Gesicht in Schweiß gebadet zuckten seine Augen nersös im Raum umher, seine Finger krampften sich fest in den Mantel.

    "Schiffe. Sie... äh... nun. Sie fahren. Auf Wasser. Gewissermaßen."


    SIE FAHREN AUF WASSER?!

    WAS - ZUR - HÖLLEEEEEEEEEEEEEEEEEE?!

    WAS REDEST DU DENN DA, DU ********!!!!!!!??)=&%$******?!?!

    Oh Herr im Himmel, verzeih mir dass ich dich leugnete und hilf mir.
    ...
    Es bringt nichts.
    Mir fällt nichts ein!
    GRAAAAAAAAAHHHHHHHHHH!
    Mir fällt nichts ein mir fällt nichts ein!

    Bei den dreizehn Tartatus-Göttern, ich fange gleich an zu heulen!
    Wie ein kleines, unerträgliches Menschenkind! Ver******!!!!!


    Herr, du meine Einfalt... das kann man ja nicht mit ansehen...

    Kopfschüttelnd saß der große, graue Wolf hinter Noel, die Miene verdrießlich und ungeduldig verzogen.

    Deus! Gesegnete Fortunapisse, rette mich! Ich bitte dich nicht oft um etwas, also hilf mir. Bitte!

    Deus' Augenbrauen zogen sich überrascht in die Höhe. Der Bengel hatte tatsächlich Bitte gesagt. Dieser arrogante, hassende, desinteressierte Kerl hatte das Wort bitte benutzt.
    Tief seufzend begann Deusexus, monoton zu sprechen.
    Der Schiffsbau als Solches geht weit in der Zeit zurück, man nimmt an, die Ägypter hätten die ersten Schiffähnlichen Gefährdte konstruiert. An sich ist es stets eine Frage von Konstruktionsgenauigkeit, finanziellen Mittteln und gewünschtem Zweck. In unserem Land wird man nicht auf allzuviele Kriegs oder Handelsschiffe treffen, hier sind Transport und Passagierschiffe an der Tagesordnung, welche ihren Fokus auf Staumasse und Äußerlichkeiten legen. Für weitere Informationen in detaillierter Auflistung kann ich dir die Regale 2 bis 4 empfehlen, in denen du allerhand Literatur über jegliche Gefährte der bekannten Welt findest.

    Noel hielt kurz beinahe beeindruckt inne, seufzte und wandte den Blick wieder der kleinen Elfe zu, als er, unter dem kläglichen Versuch, ruhig zu sprechen, zu erzählen begann.
    "D-Der Schiffsbau als Solches geht weit in der Zeit zurück, man nimmt an, die Ägypter hätten die ersten Schiffähnlichen Gefährdte konstruiert. An sich ist es stets eine Frage von Konstruktionsgenauigkeit, finanziellen Mittteln und gewünschtem Zweck. In unserem Land wird man nicht auf allzuviele Kriegs oder Handelsschiffe treffen, hier sind Transport und P-Passagierschiffe an der Tagesordnung, welche ihren Fokus a-auf Staumasse und Äußerlichkeiten legen. Für weitere Informationen in detaillierter Auflistung kann ich dir die R-R-Regale 2 bis 4 empfehlen, in denen du allerhand Literatur über jegliche Gefährte der bekannten Welt findest..."

    Nervös sah der junge Bursche zu Boden, fuhr sich mit einer Hand durch das verschwitzte, rote Haar. Noel war sich unsicher, ob er das Richtige gesagt hatte. War es interessant? War es das, was seine kleine Elfe hören wollte oder hatte er es sich endgültig mit ihr verdorben?

    Sein Herz donnerte wie ein Holzlufthammer und machte die Sache nicht erträglicher.

    Geändert von Holo (24.03.2013 um 16:39 Uhr)

  3. #3
    Rekon hat die Bibliothek erreicht und sieht, wie Noel sich mit Luise Elkarst unterhält. Er entschließt sich, die beiden in Ruhe zu lassen und selbst das Buch zu suchen. Die Bibliothek ist sicherlich nicht die größte, die Rekon in seinem Leben sah, deshalb findet er sich mehr oder weniger gut in der Bibliothek von Noel zurecht. Auf einmal findet Rekon ein interessantes Buch: "Kräuter von Düsterwald - Band I" von Gregor Ignith. Rekon konnte seine Neugier nicht unterdrücken und fing an, das Buch zu lesen und sich über sämtliche Kräuter von Düsterwald zu informieren, auch wenn die meisten von ihnen nicht neu für ihn waren. Jedoch fand Rekon so einige interessante neue Kräuter und so begann er, die ganze Reihe, bestehend aus 5 Bändern zu lesen. Na ja... jedenfalls schaut er sich die ihm unbekannten Kräuter an...

    Geändert von Zirconia (24.03.2013 um 16:26 Uhr)

  4. #4
    "Schiffe. Sie... äh... nun. Sie fahren. Auf Wasser. Gewissermaßen."
    Luise
    starrte den Bibliothekar verwundert an. Sie wusste ja, dass Schiffsbau ein gutes Thema war, um sich vorsichtig etwas besser kennenzulernen. Aber dass Noels Verhalten sich so schnell wandeln würde, sobald sie dieses Thema aufbrächte... das hatte sie nicht gedacht.
    Der sonst so gefasst wirkende junge Mann schien nun um seine Worte zu ringen. Eigentlich war auch dieses Bedrohliche verschwunden, was sie sonst immer in ihm spürte. Er erinnerte im Augenblick mehr an einen stammelnden Jungen, der eine Ausrede suchte, denn an einen erwachsenen Bibliothekar, den anscheinend so viele Dorfbewohner fürchteten.
    Auch seine nächsten Worte überraschten Luise:
    "D-Der Schiffsbau als Solches geht weit in der Zeit zurück, man nimmt an, die Ägypter hätten die ersten Schiffähnlichen Gefährdte konstruiert. An sich ist es stets eine Frage von Konstruktionsgenauigkeit, finanziellen Mittteln und gewünschtem Zweck. In unserem Land wird man nicht auf allzuviele Kriegs oder Handelsschiffe treffen, hier sind Transport und P-Passagierschiffe an der Tagesordnung, welche ihren Fokus a-auf Staumasse und Äußerlichkeiten legen. Für weitere Informationen in detaillierter Auflistung kann ich dir die R-R-Regale 2 bis 4 empfehlen, in denen du allerhand Literatur über jegliche Gefährte der bekannten Welt findest..."
    Luise hatte immer gewusst, dass Noel ein gebildeter Mann war, der vieles wusste. Somit waren es nicht seine Worte, die sie überraschten, sondern seine Art. Tyrell hatte ihr erzählt, dass Noel ein verabscheuungswürdiges zweites Gesicht besaß - aber davon konnte Luise im Augenblick einfach nichts sehen.
    Seine Worte klangen mühselig auswendig gelernt und dann heruntergestammelt. Und er wirkte beinahe so nervös wie Luise selbst, wenn sie vor einem fremden Menschen reden musste. Irgendetwas musste den armen Bibliothekar furchtbar aus dem Konzept bringen. Hatte sie etwas falsches gesagt?
    Da kam Luise ein schrecklicher Gedanke, mit dem sie gleich ohne nachzudenken losplatzte: "Hast du etwa -"
    Rechtzeitig unterbrach sie sich selbst. Wenn ihr Gedanke stimmte, würde sie ihm wahrscheinlich einen rostigen Dolch ins Herz rammen, spräche sie ihn direkt aus.
    Konnte es sein, dass Noel eine schlimme Erfahrung mit einem Schiff gemacht hatte? Oder auf einer Schiffbaustelle? Bestimmt hatte er einmal Eltern gehabt und er schien ja noch sehr jung zu sein. Bestimmt keine zwanzig Sommer. Vielleicht waren seine Eltern bei einem Schiffsuntergang gestorben? Oder von einer vom Gerüst fallenden Planke erschlagen worden? Vielleicht hatte er ein jüngeres Geschwisterkind gehabt, dass ins Wasser gefallen, von einem großen Schiff versehentlich gerammt worden und dabei umgekommen war? Oder er selbst hatte einen Piratenüberfall miterlebt?
    Was es auch war, das Noel so belastete, die Frage "Hast du etwa etwas schlimmes auf einem Schiff erlebt?" wäre unendlich taktlos.
    "- ähm, e-ein ganzes B-bücherregal ü-über... ähm... dieses T-thema... g-gelesen?", beendete Luise stattdessen ihre unterbrochene Frage und versuchte, beeindruckt zu klingen. Schnell eilte sie zu den genannten Regalen und schnappte sich achtlos ein Buch mit dem Titel "Das Bezirzen holder Burgfräuleins durch den Bau großer Schiffe für ihre Schoßhündchen" und sagte mit einem etwas gekünstelt fröhlichem Lächeln: "V-vielen Dank, N-noel. Ich w-werde mir d-das hier dann mal ausleihen u-und dann d-die Apotheke ö-öffnen. W-wir sehen uns bestimmt bald wieder in der Apotheke, w-wenn du... äh.. w-wieder K-kopfschmerzen hast..."
    Dann durchschritt sie die Tür zur Straße.
    Immer noch irritiert, nachdenklich und mitleiderfüllt von ihrem Gespräch gerade, nahm Luise diesmal den direkten Weg zur Apothek, über den Dorfplatz.
    Dort angekommen fielen ihr mehrere Dinge auf.
    Erstens saß dort am Brunnen Maria, die nonnigste aller Nonnen, und schien auf jemanden zu warten. Sie trug einen Beutel, ähnlich denen in welchen Mönche oder Nonnen manchmal Kräuter zur Apothek lieferten. Schuldbewusst dachte Luise daran, dass wohl auf sie gewartet wurde.
    Das zweite, was ihr auffiel war ein Schwert auf dem Dorfplatz. Luise trat neugierig näher und stellte angewiedert fest, dass Blut daran klebte. Wer ließ sein ungesäubertes Schwert mitten auf dem Dorfplatz zurück. Dann laß Luise den am Schwert befestigten Zettel.
    Eine Welt brach für sie zusammen.
    Mechanisch drehte sie sich zu der nun auf sie aufmerksam gewordenen Nonne zu und fragte mit leiser, bebender Stimme: "I-ist das w-wahr? I-ist Konrad w-wirklich... ?"
    Ihre Knie gaben unter Luise nach, und der darauf folgende Schmerz bestätigte ihr, dass dies kein Traum war.

    Geändert von Zitroneneis (24.03.2013 um 17:17 Uhr)

  5. #5
    Die Wahl Ross zum Hauptmann war dann doch irgendwie unerwartet gekommen. Klar wusste er, dass seine Familie nicht den schlechtesten Ruf hatte, aber das war dann doch irgendwie überraschend. Natürlich hatte Ross im Moment nicht allzu viel zu tun, er verbrachte den Abend damit, seine Axt zu schärfen, da sie in letzter Zeit einiges an Schnitt verloren hatte. Außerdem musste noch der Stall aufgeräumt werden, zumindest ersteinmal grob, da Ross eh noch ein paar Tage Zeit hatte, bis seine Familie zurück war.
    Alles zu seiner Zeit, zuerst galt es, seinen Partner aufzusuchen, schließlich musste er noch sein Geld bekommen. Aus diesem Grund besuchte er diesen, aber irgendwas war anders als sonst. Ross konnte es nicht genau sagen, sein Partner machte einen reservierten Eindruck und schien dabei zu sein, seine Sachen zusammen zu sammeln, jedenfalls schien er Ross nichteinmal zu beachten. Das Geld bereits in der Hand machte Ross anstalten, seinen Partner zu begrüßen, aber als dieser Ross bemerkte, wirkte er nur noch unruhiger und als Ross ihm das Geld geben wollte, nahm er es hastig entgegen und bittete darum, dass Ross sein Haus auf dem schnellsten Weg verlasse.

    Selbst am nächsten Tag konnte Ross sich keinen Reim darauf machen, allerdings war er auch nicht dafür bekannt, sonderlich tiefe Gedankengänge zu haben, weshalb er es irgendwann einfach aufgab, mit dem Gedanken, dass es sich eh später klären würde. Ross stand recht früh am Morgen auf und nachdem er sich ein spärliches Frühstück gemacht hatte, musste er sich nun für das Hauptmannsein vorbereiten, es war mit Sicherheit einiges liegen geblieben, was der alte Hauptmann aufgrund seiner schweren Krankheit nicht hatte machen können.
    So verließ Ross sein Haus an diesem Morgen. Das Wetter war heute wieder eigenartig; eine merkwürdige schwere Kälte lag auf dem Dorf wie eine dicke Wolldecke. Die Sonne war am Aufgehen, allerdings konnte man deutlich erkennen, wie eine Wolkenfront aufzog und im Laufe des Tages würde diese wohl die Sonne überholen und wenn es ganz schlecht lief, würde es wohl Schnee geben, was für diese Jahreszeit dann wirklich sehr ungewohnt wäre. Als ob der letzte Winter nicht schon kalt genug war, das letzte was sie brauchen konnten, war Schnee im Sommer.

    Ross beeilte sich und eilte ins Zentrum des kleinen Dorfes. Anscheinend war er heute nicht der erste, der auf den Beinen war, denn er bemerkte, dass in der Bibliothek bereits Licht brannte und er selbst hier draußen Stimmen hören konnte. Als er im Zentrum ankam, bot sich Ross ein schrecklicher Anblick. Dort lag ein blutverschmiertes Schwert, an dem sich ein Zettel befand. Irgendeine Gruppe, die sich selbst die Lumianer nannte, hatte es anscheinend auf das kleine Dorf abgesehen. Hinzu kam noch, dass sich noch weitere neue Zettel an einem Wandbrett befanden.
    Anscheinend sollte wohl die traditionelle Hängwahl zur Lösung des Problems herangezogen werden. "Dieser Pfarrer. Was bildet er sich eigentlich ein, eine Hetzjagd anzuordnen, ohne mich vorher um Erlaubnis zu fragen?" Leider wusste Ross nur zu gut, welche Macht der Pfarrer ausübte und somit wusste er auch, dass er Schwierigkeiten bekäme, sollte er die Hetzjagd wieder abblasen. "Na klasse und das an meinem ersten Arbeitstag..."

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