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Thema: Die Gender-Frage: Geschlecht, Gesellschaft und Rollenbilder

  1. #1021
    Aber Sabaku, ich habe die Geschlechtshormone doch gar nicht in den Diskurs gebracht sondern sie einfach von Caro übernommen. Ich bin genauso überfragt wie du was es heißt, das ist was ich versuchte zu sagen. Ich bin lediglich zu dem schluss gekommen das es, wenn es testosteron zentrierte spiele logisch auch östrogenzentrierte spiele gibt.

    Du bellst das den Falschen baum an.

    es ist nicht so das ich das nicht Sexistisch meine, dein glaube in allen ehren, weder ich noch meinen Aussage SIND Sexistisch. Wenn du dem rest der diskussion gefolgt hättest verfechte ich die Meritokratie, diese Oberflächlichen biologischen eigenschaften dürfen einfach keinerlei einfluss haben was die gleichberechtigung angeht.

    ich versuche lediglich, mit den von Caro eingebauten worten eine Argumentation zu gestalten, wie soll ich es denn sonst halten? wie kann ich diesen hormonzentrieren begriff, den ich nicht eingebracht habe denn begnen wenn ich ihn nicht benutzen darf?

    Zitat Zitat
    So, was für Schlüsse ziehst du jetzt aus dieser Auswahl ?
    Das dein geschlecht keinerlei einfluss auf die Auswahl deiner Spiele oder deiner Präferenzen hat, also nichts neues. Das kannst du auch gerne nachvollziehen durch die Posts auf den vorangangenen Seiten

    Ich bin zwar kein Fan von God of War aber sonst bin ich bei dir mit dem Geschmack, ich habe in letzter Zeit Domina gespielt, das war durchaus interessant und mega Brutal, all die Spiele die ich dir vorher nannte sind in meiner library weil ich sie gut finde. Tatsächlich wirst du bei mir kaum Spiele finden die überhaupt dem AAA-Bereich angehören, na die verdammte Total war reihe mit ihrer beschissenen DLC policy mal ab. Mein Fokus liegt eher auf Strategie, vor allem Rundenbasiert lehne aber die meisten anderen Genres nicht ab.

    Ich mag sehr gerne Plattformer und bunte spiele und bin zudem auch noch mindestens 30% ein Weeabo Ich bin ein kleiner Nintendo Fanboy, liebe so gammelige Spiele wie harvest moon aus irgendeinem Grund und Fire emblem inklusive des Streichelfaktors.

    Ich werde aber diese ausführung hier beenden. Es steht außer frage das man sich, falls wir uns über Spiele unterhalten, auch wirklich unterhalten können denn es ist schon fast irrelevant wer du überhaupt bist (geschweige denn welches geschlecht du hast) gaming verbindet, das Atelier (der hauptgrund für den ich hier bin) in erster linie.

    @Caro:
    Zitat Zitat
    (Und jfc, ich LIEBE Dragon Age und seit wann ist "Untergang des Abendlands" nationalistisch und warum werden mir hier so viele Sachen vorgeworfen? Ich bin so verwirrt. Nichtmal sauer. Nur VERWIRRT.)
    Seit ich mich vielzu häufig mit Liferipper, Surface Dweller und NoRkia unterhalte. Paddy kann das auch ganz gut, natürlich auf einem komplett anderen level. Im kontext der Diskussion fällt es mir schwer nachzuvollziehen in wiefern der diskussion gefolgt wird. Ich nehme das dann mal so an das es nicht so gemeint war, und entschuldige mich dafür das ich das so aufgefasst habe.

    EDIT: ich beziehe das auf die Islamisierungsdebatten, in der druchaus von meiner und Mordechajs seite der "untergang des Abendlandes" als Spitze verwandt wird um die proportion der angeblichen Islamisierung zurechtzurücken.

    Ich hoffe das klärt das?

    Geändert von Lord of Riva (13.08.2017 um 19:31 Uhr)

  2. #1022

    Hier wird nicht geterrort
    stars_gf
    Zitat Zitat
    Ich werde aber diese ausführung hier beenden. Es steht außer frage das man sich, falls wir uns über Spiele unterhalten, auch wirklich unterhalten können denn es ist schon fast irrelevant wer du überhaupt bist (geschweige denn welches geschlecht du hast) gaming verbindet, das Atelier (der hauptgrund für den ich hier bin) in erster linie.
    Ja großartig, dann müssen wir (oder King Paddy und der Rest?) nur noch darauf einig werden, wie es denn nun bei den Leuten aussieht, die Spiele, Bücher, Filme, das Internet selber gestalten und nicht nur konsumieren. Könnten die sich vielleicht auch einfach nett und freundlich miteinander verbinden, ohne dass man der einen Seite, die zahlemäßig belegt in der Unterzahl ist, aber gerne mehr repräsentiert werden wollen würde, unterstellt sie würde alles politisieren, intrigieren und würde irgendeine Agenda verfolgen, die Männer und deren Ansichten aus der Spieleindustrie verbannt?

    I would like that.

    (und ich habe garantiert auch nichts persönlich gegen dich, um das mal zu droppen, ich glaube nur von post zu post mehr, dass wir hier aneinander vorbei reden O_o )

  3. #1023
    Okay ein bisschen Schadensbegrenzung. Nein, Mordechaj ich stelle weder die grundlegenden Annahmen in Frage das Diskurse Realität kreieren und die damit verbundenen Implikationen für den Erhalt und die Fortpflanzung von Strukturen. Was ich in Frage gestellt habe, ob wir bei den zu kritisierenden und möglicherweise zu ändernden Strukturen die Rolle der Medien insbesondere der fiktiven einerseits überschätzt wird, andererseits die Freiheit der Medien den Ansprüchen ihrer gesellschaftlichen Funktionalisierung untergeordnet wird. Es sind zwei Problemfelder: Ist die Auswirkung von Medien auf das Gemüt derartig groß, dass Sexismusorgien wie Duke Nukem oder subtilere non-diverse oder als konservativ empfundene Darstellungsformen und Inhalte nicht mehr hingenommen werden sollten bzw. Inhalte die von Gruppierungen, die ihrerseits basierend auf dieser Theorie Argumentationen hervorbringen, warum da das "falsche" Bewusstsein für Dinge in der Realität geschaffen werden. Ist der Effekt also groß genug, um ihn für ein adressables Problem zu halten?

    Andererseits das andere Problem eben, dass das Medium rein auf seine Funktion eben in diesem Zusammehang dann reduziert wird, ohne zu bedenken, dass ein Text, ein Spiel und ein Film nicht allein für den Konsumenten sondern auch für deren Autoren mehr ist. Es ist nicht einfach, wie für irgendeinen Werbeagenten ein Plakat, dass er irgendwie hinklebt mit dem Effekt das das Versprechen auf 15% Rabatt mit einem Foto von einer lächelnden Person mit voller Brieftasche, mehr zu verkaufen.
    Und ich habe nicht das Gefühl, dass dieses Argument hier in dieser Diskussion bisher adäquat überhaupt verstanden wurde, sondern bisher immer dem Interesse (welchem Interesse, ich habe schon darauf hingewiesen, dass es jedem freisteht, nämlich seine eigenen Medien mit seinen eigenen Narrationen zu schaffen, die eben die eigenen Interessen abbilden) irgendwelcher Gruppen unterzuordnen im Bezug eben auf die oben angesprochene Problemaitk. Das Buch als ideologisches oder gesellschaftspolitisches Werbebanner.
    Kennt ihr House of Cards? Ich glaube es ist in der dritten Staffel wo Frank Underwood jetzt Präsident einen Autor anheuert, ein Buch zu schreiben, dass, egal der Inhalt, sich als unterstützende, literarische Werbelektüre für das geplante Präsidenschaftsprogramm darstellen soll, während der angestellte Autor selbst aber vor allem interessiert ist an der Geschichte des Präsidenten(paares) selbst. Ich habe das Gefühl, auf dieser Ebene reden wir hier miteinander.

    Künstler als Selbstverwirklicher oder Erschaffer

    Um die Herkunft meines gedanklichen Standpunktes zu verstehen: Ich bin nicht nur Konsument ich bin auch selbst Schreiberling, sicherlich kein Tolkien oder überhaupt jemand von Rang. Aber ich verstehe die Position. Wir sind Schöpfer und Naratoren. Wir erschaffen z.T. ganze Welten aus uns selbst heraus und teilen auch mal mehr, mal weniger von uns selbst mit oder teilen auch unsere Gedanken mit der Welt, auf der anderen Seite sind wir Erzähler von Geschichten. Welten sprechen durch sie. Das Schaffen und das Erzählen wird zu einem inhärenten Selbstzweck der kreativen Beschäftigung.
    Und für den Spieler sind es vor allem intensive narrative Erfahrungen. Abenteuer die er in seinem Kopf oder Manifest auf dem Bildschirm erleben oder in die er sogar aktiv eingreifen kann. Wenn es nicht die hohe Kunst als Selbstzweck ist, ist es zumindest der Anspruch dem Kunden ein gutes Erlebnis, eine schöne Geschichte, tolles Gameplay zu liefern.

    Ich werde jetzt noch einen fachfremden Vergleich bringen, um die Dimension zu verdeutlichen, über die wir hier reden. Frauen wollen nicht allein auf ihre Rolle als Gebährende reduziert und entsprechend als Gebährmaschinen gehalten werden. Wenn ich diese ganzen ideologischen, moralischen Ansprüche an Medienschaffende lese, und sie kommen eben aus der Idee, dass man Medien das Bewusstsein formen kann, dass sie ebenso bitte in einer bestimmten Art und Weise zu funktionieren haben, um ihre gesellschaftliche Rolle zu erfüllen, hauptsächlich die des gesellschaftlichen Fortschritts. Und das ist natürlich auch eine Spielart des Kunstverständnisses, aber eben auch nur ein Künstlerbild, das neueste das des systemkritischen Künstlers, in Abgrenzung dazu, wurde im übrigen das, was diesem Kunst- oder Künstlerverständnis nicht entsprach als eigene Kategorie in der Form des Kitsch oder Kunstkitsch ausgesondert oder in der Literatur in Literatur und Trivialliteratur., nur um zu verstehen, wie sich diese unterschiedlichen Ansprüche und Bilder davon, was ein Künstler vornehmlich zu leisten habe, kurz anzuschneiden.

    Dem gegenüber haben wir ebenso als ein aktualisiertes Bild des Hofkünstlers, den Systemkünstler, der sich von seinem patronisierten Vorläufer dadurch unterschied, dass er mit dem kritischen Künstler insofern verwandt ist, da er sich, ganz im Sinne der ideologischen Utopie-Debatten des 20. Jahrhunderts zum Träger der jeweils progressiv-utopischen Idee machte oder auch gemacht wurde, um in seiner Kunst die Ideologie zu verherrlichen und eine Synergie mit dem kritischen Künstler insofern teilt, dass nämlich der kritische Künstler sich in der Regel, wenn er nicht Berufsskeptiker ist und per se alles in Frage stellt, vom Systemkünstler darin unterscheidet, dass er nicht in dem von ihm unterstützten System lebt und protegiert, im Gegenteil eher angefeindet wird.

    Kunst als Instrument vs. Kunst als Eigenwert

    Um diesen Punkt abzurunden, wir hatten ein Jahrhundert lang eine sehr funktionalistische Einstellung zu der Frage, wie Kunst (und nicht nur die, sondern auch sport, Familie, Schule usw.) in den Dienst bestimmter Weltbilder und Ideologien gestellt wurden (und Vorformen wie in der christlichen oder absolutistischen Machtentfaltung früherer Jahrhunderte) und das betrifft nicht Kommunismus oder artverwandte linke gesellschaftliche Spielarten und den Faschismus oder Monarchismus allein auch in liberalen Systemen gab es immer wieder Neigungen dazu, weil Gesellschaften ihre Mythen und Mythen ihre Narratoren brauchen. Nur bestehen liberale Systeme die auf Freiheit der Meinung und daraus abgeleitet aus einer Freiheit der Kunst bestehen, aus einem diversen Angebot auch kritischer oder gegensätzlicher, fragmentarischer künstlerischer Angebote, sodass Kunst dort zwar genutzt, aber es allein dem Gebot der Unabnängigkeit gemäß nicht möglich war, sie einem ideologischen Hauptziel unterzuordnen, nicht das es nicht ab und an versucht worden wäre.
    Und ich will nicht in diese Zeit zurückfallen, egal aus welchem Grund und mag er noch so edel sein und darum diese Diskussion. Um zu zeigen, dass ich nämlich per se keinen Beißreflex gegen die kritische Theorie in ihrem Erkenntnisgrad habe, ihre Theorien sagen doch selbst, was geschieht, wenn die Kunst, wenn alle Lebensbereiche quasi kolonisiert und einer ideologischen Lenkung unterworfen werden. Die Diskursmacht muss in der Struktur gestreut werden und das meine ich mit der Globalität der Diversität im Markt. Du hast diese und du hast andere Angebote vielleicht vom selben unternehmen vielleicht von verschiedenen. Von Aktivisten und Gegen-Aktivisten, von Neutralen und von Leuten, die einfach nur ihre Geschichten erzählen wollen. Ich würde dir nämlich dem Handlungsbedarf zustimmen, aber dann eben eher um einen diversen Markt herzustellen, nicht etwa um stattdessen ideologisierung in eine andere Richtung zu betreiben, wenn es tatsächlich eine intentionale patriarchal-kapitalistische Agenda gehen würde und die ist nirgendwo verwirklicht.

    Solange die Systeme einfach vor sich hinarbeiten sind sie wie der blinde Idiotengott Azatoth, die Strukturen hätten potentielle Macht, die aber nur zur Anwendnung kommen kann, weil sie in einem System institutionalisierten Chaos' vorliegen, das eher mühsam von beruhigendem Flötenspiel zusammengehalten aber nicht kontrolliert wird. Ohne einen oder mehrere ideologischen Gleichrichter, der das Gesamtsystem oder die die schon längst eigentlich segregierten Teilsysteme von ihrem irrsinnigen ständigen Geplapper auf einen bestimmten Handlungsvektor ausrichtet, passiert gar nichts. Ich hoffe du verstehst den etwas wilden literarischen Vergleich.

    Besser keine Instrumentalisierung, weder für noch gegen

    Deshalb die Frage an BDraw, der Verweis auf PETA (und ich komme gleich nochmal dazu) oder auf irgendwelche christlichen Fundamentalisten. Das Argument war, das jeder in gleicherweise für sich eine Internalisierung seines ideologischen Bias fordern kann. Und ich will nicht entscheiden, welche forderungen lächerlich und absurd und welche richtig sind, wo dann andere Leute mit gleicher Berechtigung sagen können, dass das komplette Gegenteil stattdessen richtig ist, zumindest nicht abschließend. Und selbst wenn ich das könnte oder wollte, dann stünde noch immer das Problem der Kreativen die zum Instrument gemacht werden im Raum. Statt also die kritische Theorie zu benutzen, um Repräsentationen und Unterlassungen einzufordern, muss ich klar sagen, ist die gesellschaftspolitische Einflussnahme zurückzuweisen wäre, weil wir sonst nur andersgeartete Machtstrukturen etablieren. Das bestmögliche, was wir anstreben sollten ist daher ein Teich wo jeder unterschiedliche Boote zu Wasser lassen darf, bunt, weniger bunt, einfarbig so what. Und alle auffordern das zu tun. Ich kann aber keinen, der da ein Boot aufs Wasser lässt dazu verpflichten eine Regenbogenflagge zu hissen. Wenn ich mir Regenbogenflaggen sehen will, muss ich selbst mehr Boote zu Wasser lassen.

    @Sabaku, Gendrek und Caro

    Und ihr wollt mir hier was von guter diskussionsführung erzählen?

    Zitat Zitat
    Die Bedürfnisse von Frauen, LGBT+ und Nicht-Weißen sind also vergleichbar mit Schafen und Werwölfen?
    Zitat Zitat
    Die Bedürfnisse von Frauen, LGBT+ und Nicht-Weißen sind also vergleichbar mit Schafen und Werwölfen?
    Zitat Zitat
    Weißte, PETA setzt sich wenigstens noch für echte lebende Wesen ein, aber die Bitte nach mehr Diversität und Rücksichtnahme von wirklich real existierenden Minderheiten gleichzusetzen mit der Darstellung von definitiv Fiktiven Kreaturen ist echt unangebracht und ein echt bescheuertes Beispiel (auch wenn sich manche ja gerne für Einhörner halten). Überdenke das bitte nochmal.
    Habe ich nämlich nirgendwo behauptet. Um den Beitrag von Sabaku dazu zu nehmen, habe ich nämlich genau das Gegenteil behauptet:

    Für PETA hängt nämlich das Wohl von Lebewesen von dem Wohl von Pixelwesen oder Plastikfiguren ab (PETA beschwerte sich über die Plastikpelze an Warhammer-Figuren) und ich stelle die Argumentationswiese auf die gleiche Stufe, denn während zum Beispiel von den Gesetzen bspw. sehr wohl abhängt ob Schwule hingerichtet werden, in den Knast gehen oder heiraten dürfen; Frauen wählen dürfen, im Ehebett vergewaltigt werden dürfen, arbeiten dürfen und auch noch einen gleichen Lohn erhalten; hängt das Wohl von Schwulen oder Frauen, genauso wenig wie das von realen Schafen oder Wölfen davon ab, ob und wie sie in Werken fiktiver Literatur, Spielen oder Filmen dargestellt werden. Vor dem Künstler (eine Analogie zu Gott) seid ihr alle gleich. Niemand hat ein Recht das etwas auf eine bestimmte Weise dargestellt zu werden, außer er bezahlt denjenigen dafür. Grenzen ziehen wir da höchstens beim Persönlichkeitsrecht von tatsächlichen Personen und deren wahrheitswidriger Darstellung und selbst da gibt es - zum Beispiel im Bereich der politischen Satire, große Spielräume.

    Ich will nochmal betonen, ich halte das Anliegen von Leuten, die sich um echte Gleichberechtigung und Toleranz einsetzen, sicher für unterstütztenswert und unterstützenswerter als die Anliegen von bibeltreuen Christen oder Moslems bzgl. ihrem Propheten, aber ich kann dann in den Leuten in der Zielsetzung keinen Unterschied ausmachen, wenn Bücher, Spiele oder Filme zu sexistischen Machwerken erklärt werden, Christen doch gerne keine Schwulen im Fernsehen sehen wollen und bei den Moslems alle Sicherungen rausfliegen wenn ihr Prophet dargestellt wird. Genauso wie ich keinen Unterschied darin mache, ob nun ein linker oder rechter die Demokratie abschaffen will.

    Unter Bedingungen, die ich bereits dargestellt habe und die ich hier nochmal zusammenfassen will:
    1. Wir haben eine liberale Gesellschaft mit einer unabhängigen Kunst- und Medienbranche und einem offenen Markt
    2. es handelt sich um Schriften der kreativen Fiktion (Denkschriften und alles was eher in den Bereich Beschreibung der wirklichkeit oder politische Handlungsanweisung fällt, Sachliteratur also, wäre damit aus dem bereich ausgegrenzt)
    3. Es handelt sich um ein Werk mit einer deutlichen politischen Wirkungsabsicht, denn die sind wie Sachbücher als wiederum künstlerischer Beitrag zum politischen Diskurs gemacht worden.

    In einem system in dem bereits eine ideologische Lenkung stattfindet oder der Zugang zum Markt verschiedentlich begrenzt ist, kann und muss man die Kunst in ihrem Funktionszusammenhang sehen, weil sie hier nämlich auf Funktion bereits reduziert wurde und aktiv zur Gesellschaftsformung genutzt wird. Sachbücher die mit der Realität handeln, sind Teil der Diskurses der intendieren Meinungsbildung und Aufklärung und als solche ohnehin Teil der ideologischen oder wissenschaftlichen Schemata. Gilt in ähnlicher weise dann eben für die dritten.

    Den Kreis, den ich damit abzirkeln will, dreht sich darum Werke aus einem Kreis der Problembetrachtung auszugrenzen, dei nicht aktiv in den gesellschaftspolitischen Diskurs eingreift und damit irgendwie die Stellung von Homosexuellen bspw. bedroht, wie dezidiert schwulenfeindliche Hetzschriten und Flugblätter. Es ging mir sogar darum diesen Bereich der fiktiven und insbesonderen unterhaltenden Kunst wieder trennschärfer vom Bereich der dezidiert politischen Kunst abzugrenzen, gerade um eine politische Debatte in den Raum zurückzuführen, wo sie hiingehört, nämlich in den der konkreten Politischen Einflussnahme.

    Grundannahme

    Vielleicht hätte ich das von vornherein tun sollen, aber besser jetzt, ich glaube nämlich das die Tatsache, ob ich noch sinnvoll Teil dieser Diskussion sein kann, oder ob ich mich jetzt hier besser herausnehme, weil wir offenbar in Grundannahmen, auf die die Unterhaltung hier aufbaut, schon völlig verschiedener Ansicht sind und ich meine Position, hoffentlich verständlich vorgetragen habe.

    Meine Grundauffassung ist, dass Kunst zwar natürlich ideologisch durch ihren/ ihre Erschaffer geprägt ist, dass sie aber im Zweifel uneingeschränkt sein sollte, nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch und dazu gehört eben keiner moralischer Gebotenheit unterworfen zu sein, insbesondere dann wenn sie nur mittelbar oder implizit durch ihre Teilhabe am stahlharten Gehäuse der wirklichkeit als Mosaiksteinchen der Realität, statt als Akteur mit dezidierter Wirkungsabsicht auftritt.
    Es müsste also gute Gründe geben, warum daran zu kratzen ist. Im Moment sehe ich aber das Gebot der Angemessenheit und Notwendigkeit von Eingriffen als nicht erfüllt an, aus den dargelegten Gründen. Ich halte ein plurales Medienangebot mit freien Zugang zur Medienproduktion für der Sache angemessen und die ist bereits gegeben.

    Geändert von KingPaddy (13.08.2017 um 19:16 Uhr)

  4. #1024
    Zitat Zitat von Tako Beitrag anzeigen
    Digga, redest du auch irl so
    Nun ich kann zumindest bezeugen das die hier vermeintlichen circlejerker also inklusive mir nur scheinbar einen massiven Stock im Arsch haben den gönn ich euch gerne, meine frage ist: redet ihr irl nicht so?

    ich sage es nur noch einmal ich persönlich finde sowohl Mordechajs wie auch Paddys diskussionsstil sehr gut (und ich befinde mich nicht annähernd auf dem level). Jetzt im nachhinein frage ich mich allerdings ob ich mir gerade die metaphorische weiße Leinwand anschaue und darüber fachsimple während all die leute berechtigt sagen, "WTF das ist ne fucking weiße leinwand", ist auch ne interessante erfahrung.

    Zitat Zitat
    (und ich habe garantiert auch nichts persönlich gegen dich, um das mal zu droppen, ich glaube nur von post zu post mehr, dass wir hier aneinander vorbei reden O_o )
    Geschenkt, Sabaku

  5. #1025
    Zitat Zitat von Lord of Riva Beitrag anzeigen
    Es tut mir leid aber du wirst mir erklären müssen auf welche Forschung,alleine des subjekts wegen wir hier überhaupt reden denn da kann ich dir nicht folgen, tu das (also rein das Thema) und ich setze mich gerne damit auseinander.
    Für die vor allem theoretisch basierte Seite würde ich dir folgende Werke ans Herz legen, einige enthalten empirische Untersuchungen, andere spärliche und introspektive Analysen, sodass ich das ungern auftrennen möchte (weil ich Introspektion nicht für Empirie halte). Ich habe penibel drauf geachtet, dass keiner der Texte dezidiert "feministisch" ist, aber an Beauvoir und Butler, die ja zum Glück beide eher gender als Thema haben, kommste halt nicht vorbei. Die m.E. für das vorliegende Interesse wichtigsten mache ich dir fett. Am meisten lohnen sich wahrscheinlich Foucault und Fairclough.




    Wenn du möchtest, suche ich dir die nächsten Tage quantitative Studien und Beispiele aus der qualitativen Diskursanalyse zum Thema raus. Überhaupt sollte ich eine ganze Reihe der Werke auch digital rumliegen haben. Und solltest du dich fragen, was ich mit den 150 Jahren meinte: Ich sehe ein Verständnis für die Machtordnung der Diskurse im Baconianismus des 19. Jahrhunderts aufblühen. Im Grunde weiß das die antike Rhetorik bereits, aber sie redet nicht so darüber.


    Zu mehr kann ich mich heute nicht mehr äußern, vielleicht morgen.

  6. #1026
    danke dir für dir Arbeit diese liste zusammen zu stellen natürlich werde ich wohl kaum in den nächsten tagen meine erkenntnisse zur schau stellen können nicht wenn ich sie ernsthaft bearbeiten möchte, aber anders als jede form des normalen diskursen weiß ich Bildungsangebote überaus zu schätzen. Also dank dafür.

    EDIT: Ah bezüglich deines Angebotes, lass uns da vielleicht mal in zukunft drüber sprechen aber ich glaube es ist nicht notwendig sich zu viel arbeit zu machen. Ich denke ein geplantes, tatsächlich ernsthaftes aufarbeiten eines Textes auf diesem Niveau wird vermutlich genug zeit in anspruch nehmen um diese diskussion in vergessenheit geraten zu lassen.

    Geändert von Lord of Riva (13.08.2017 um 19:52 Uhr)

  7. #1027
    Naja Riva. Ich will nicht sagen das der Diskussionsstil vielleicht besser ist, meine Sätze sind zwar komplex, weil ich versuche relativ viele Gedanken möglichst effizient zuammen zu ziehen, aber ich drücke mich auch nicht auf dem wissenschaftlich adäquaten Niveau von Mordechaj aus, weshalb ich bisher dachte, es wäre verständlich. Womöglich habe ich, ich will nicht sagen das Niveau gehoben, eher Textumfang und Textstil derailt. Ich glaube Mordechaj schreibt ja auch erst eher sehr ausführlich, seit er auf mich antworten muss.

    Auch wenn Tako sicher ein bisschen trollt weis ich natürlich, was er mir damit sagen will. Schön ist das nicht, aber vielleicht sollte ich mich aus dem Politikforum verabschieden oder zumindest auf ne frische Diskussion warten, um dann vielleicht "Begrenzung" zu versuchen, wenn wir einmal im Modus mit sehr langen Posts drin sind, dann antworten wir ja der Natur der Sache nach, ja auch nur noch mit solchen. Die Textlänge wird ja deshalb nicht kleiner. Ich weis nur nicht, ob ich das kann. Ist ja nicht so, das meinte ich ja schon, dass ich den Vorsatz habe, viel zu schreiben. Wenn ich sehe, dass ich jetzt hier den Sonntagnachmittag in die Beiträge reininvestiert und sonst kaum was geschafft habe. Aber ich meine, wenn ich prinzipiell auch nur Selbstgespräche führe, weil die Leute gar nicht verstehen oder lesen wollen, was ich geschrieben habe, dann bringt das im Endeffekt niemanden Punkte, auch den Leuten nicht, die dann auch noch darüber scrollen müssen.

  8. #1028
    Na dann lass mich dir wenigstens versichern das ich deine Posts lese und verstehe, auch wenn ich zeitlich auch schon mal in bedrängnis komme :P

  9. #1029
    Zitat Zitat von KingPaddy Beitrag anzeigen
    Auch wenn Tako sicher ein bisschen trollt weis ich natürlich, was er mir damit sagen will. Schön ist das nicht, aber vielleicht sollte ich mich aus dem Politikforum verabschieden
    wat

    nee

    Ich poste und lese hier fast nie, mir ist dein Post nur deutlich zu hoch und ich check den nicht. Irgendwo in irgendeiner Schachtel ist aber bestimmt ein gutes Argument verborgen???

  10. #1030
    Zitat Zitat von KingPaddy Beitrag anzeigen
    Ich glaube Mordechaj schreibt ja auch erst eher sehr ausführlich, seit er auf mich antworten muss.
    Auch, wenn ich dir, ganz ernsthaft, gern damit schmeicheln würde: Ne, das stimmt leider nicht. ^^ Wobei ich sehr gern dazugebe, dass ich mich sehr gefreut habe, als ich deine längeren Posts das erste Mal wahrgenommen habe und seitdem selbstbewusster mit meinen eigenen Textlängen umgehe.

    Ich finde nicht, dass sich hier irgendwer zu irgendwas gezwungen fühlen sollte, weder zur Beschneidung noch zur Erweiterung seiner/ihrer Beiträge. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass Textwälle sehr abschreckend wirken, aber wir sind alle cyber-literate Menschen, wir wissen, dass wir nicht alles lesen müssen, und in der Regel ist auch sehr schnell klar, was nun relevant ist und was nicht. Und wer wird denn den Kopf verlieren, wenn er/sie postet und dazuschreibt: "Also, ich hab jetzt die letzten paar Beiträge, die sich Paddy und Mordechaj um die Ohren schmeißen, nicht gelesen, aber ich hab trotzdem was zum Thema zu sagen." Es ist nämlich nicht so, als würde man sich nicht eh ständig wiederholen (übrigens: Merkels "Wir schaffen das" war die einzige Möglichkeit, den Zusammenbruch der europäischen Peripherie und vor allem eine humanitäre Katastrophe in Griechenland zu verhindern), also macht es im Grunde nie einen Unterschied, ob jemand was gelesen hat oder nicht.

  11. #1031


    die einzig sinnvolle tätigkeit die vollbracht wurde Mordechaj, die einzige

  12. #1032
    Zitat Zitat von Tako Beitrag anzeigen
    wat

    nee

    Ich poste und lese hier fast nie, mir ist dein Post nur deutlich zu hoch und ich check den nicht. Irgendwo in irgendeiner Schachtel ist aber bestimmt ein gutes Argument verborgen???
    Ach oh gott Nein, das wollte ich nicht andeuten. Ne ich wollte nicht sagen, du wolltest mich rausekeln. Ich meine eher, ich schreibe zu lang und zu kompliziert und irgendwie, zumindest bisher schaff ich nicht, das wegzukriegen und deshalb sollte ich vielleicht aufhören, zumindest auf ne neue Gelegenheit, wenn es die Diskussionen zu sehr belastet.

    Hm oder ich muss wirklich einfacher schreiben :/ Und ja ich spreche tatsächlich irl ein bisschen so, wobei die Gelegenheit für solche Diskussionen sich selten bietet, wobei ich dann zum Stotter neige, weil ich nicht so schnell sprechen kann, wie die Gedanken kommen und um die Fäden gleichzeitig beisammen zu behalten :/ passiert aber eher bei Themen, zu denen ich was sagen kann. Bei Themen bei denen ich wenig weis, werde ich sehr wortkarg.

    Zitat Zitat
    Auch, wenn ich dir, ganz ernsthaft, gern damit schmeicheln würde: Ne, das stimmt leider nicht. ^^ Wobei ich sehr gern dazugebe, dass ich mich sehr gefreut habe, als ich deine längeren Posts das erste Mal wahrgenommen habe und seitdem selbstbewusster mit meinen eigenen Textlängen umgehe.
    Naja Schmeichelei nicht unbedingt, wenn ich doch so massiv die Unstimmigkeiten wahrnehme, die das ganze hervorruft, dann empfinde ich es dann doch eher als problematisch :/

  13. #1033
    Ich find die Frage, ob Spiele häufig androzentrisch sind und wie das Gegenteil aussehen würde, interessant, deswegen mach ich dazu mal im Makerforum einen Thread auf.

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