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Thema: Die Gender-Frage: Geschlecht, Gesellschaft und Rollenbilder

  1. #81
    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Persönlich fände ich es erst einmal völlig in Ordnung, wenn jemand als Individuum mit sowas GAR nichts anfangen kann und das auch ausdrückt und anprangert. Ich finde nicht, dass sie sich jetzt als soweit "neutral" präsentieren müsste -- vor allem nicht für diese Videos. Die Reihe thematisiert ja, wie der Name schon andeutet, Tropen (...), die aufgegriffen werden, um Frauen in Videospielen darzustellen, und die Implikationen, die sie mit sich bringen ("vs"). Das ist der Fokus, für den sich die Autorin entschieden hat. Natürlich sollte man relativieren (macht sie ja auch und will sie vor allem auch noch extensiver machen), aber vielfältige Frauenfiguren in gleicher Menge mit archetypischen zu präsentieren, würde das Thema und mit Sicherheit auch die Agenda völlig verfehlen. Selbiges gilt für eine "Entschärfung" der Brisanz. Das kann auch völlig unabhängig von der eigenen Meinung sein.
    Ok, völlig neutral muss sie natürlich nicht sein und das Beispiel mit einer trotzdem gemochten Damsel ist auch nicht nötig, hätte ich aber gut gefunden um wirklich zu unterstreichen, dass sie drübersteht. Doch eine gewisse Relativierung ist bei sowas imho schon ein Muss, und da ist es mir bei dem Thema zu allgemein, bloß hinterher einzuwerfen, Mario und Videospiele eigentlich ja zu mögen (jeder mag Mario und Videospiele ). Vielfältige Frauenfiguren in gleicher Menge hätte ich für die Videos auch gar nicht verlangt, allerdings hat sie nach all den Beispielen nicht ein einziges Wort darüber verloren. Da wird etwas fürs Thema imho schon sehr Wesentliches komplett ausgeblendet, und das wird offenbar auch noch eine ganze Weile so weitergehen, bis sie irgendwann gegen Ende verrät, was sie denn als gelungenen weiblichen Charakter empfindet (und das ist wirklich das einzige Video, auf das ich von ihr ggf. noch gespannt wäre, denn das wird bestimmt amüsant - viele Charaktere bleiben nicht mehr übrig, wenn man alles subtrahiert, was nach ihrer Logik zu ihren Tropes gezählt werden könnte). Je mehr Tropes genannt werden, desto unseriöser wird es imho als ernste Kritik, denn so betrachtet könnte man prinzipiell fast alles als Trope klassifizieren. Brisanz entschärfen? Naja, nicht in der Sache selbst. Aber man muss bei der Darstellung auch nicht so unglücklich übertreiben, dass sich jeder zweite Gamer auf den Schlips getreten fühlt. Vielleicht war das aber auch nur Kalkül.
    Zitat Zitat von Dnamei Beitrag anzeigen
    Was ich bei der Diskussion nur nicht so recht verstehe ist, warum dann immer auf die andere Misstände,wie z.B. die Tropen für Männer, aufmerksam gemacht wird. Es ist sicherlich richtig, dass man das große Ganze im Augen behalten sollte und vermutlich wäre es gut gewesen, wenn sie das auch einmal erwähnt hätte und dazu darauf hingewiesen hätten, dass sie diesen Aspekt nicht behandelt. Aber geht es bei solchen Videos nicht immer auch ein Stück weit um Problemlösung? Und wenn man ein Problem lösen will, geht man es doch am besten Schritt für Schritt an, statt sich zu verzetteln, indem man alles gleichzeitig ändern will.
    Und nur darauf hinzuweisen, dass es bei anderen genauso schlimm zugeht löst ja auch keine Probleme oder macht das eine weniger wichtig als das andere. Sich gegenseitig aufheben tun sie auch nicht^^ Sie hat sich eben ein Thema ausgesucht bei dem sie beginnen möchten und das ist doch auch ok so. Oder entgeht mir da etwas?
    Unter anderem, weil es stellenweise einfach ein und dasselbe ist. Eine Damsel in Distress kann auch ein Kerl sein. Insbesondere wenn es bei ihr demnächst dann um das "Fucktoy" geht, ist das zum Teil eins zu eins aufs andere Geschlecht anwendbar. Klar, ihr Thema soll ja die Frauen in Videospielen behandeln. Aber so etwas mit einzubeziehen würde nicht zuletzt dabei helfen, Tropes wie die Damsel vorrangig als rein funktionale Plot-Device zu verstehen, was sie in erster Linie ja nunmal auch ist. Überhaupt wäre es für die "Problemlösung" sinnvoll, mehr darauf einzugehen, warum auf solche Tropes immer wieder zurückgegriffen wird. Da spielen Kerle als Zielgruppe eine große Rolle. Und da würde dann auch deutlich werden, dass das im Kern eigentlich ziemlich wenig mit Sexismus zu tun hat (sondern mit praktischen oder wirtschaftlichen Überlegungen).

  2. #82
    Zitat Zitat von Dnamei Beitrag anzeigen
    Was ich bei der Diskussion nur nicht so recht verstehe ist, warum dann immer auf die andere Misstände,wie z.B. die Tropen für Männer, aufmerksam gemacht wird.
    Offfensichtlich, weil Männer nichts an ihrer Darstellung in Videospielen auszusetzen haben?

  3. #83
    Zitat Zitat von Ianus Beitrag anzeigen
    Offfensichtlich, weil Männer nichts an ihrer Darstellung in Videospielen auszusetzen haben?
    Nene, sie haben ja was dran auszusetzen, deswegen erwähnen sie sie immer wieder.
    Was mich an der Sache stört ist, dass viele versuchen einer Frauenrechtlicherin Einseitigkeit unterstellen... denn, what a surprise. Die Frauenrechtlerin, die eine noch nicht abgeschlossene (!) Videoreihe zu Tropes vs Women produziert, beleuchtet Frauenrollen.
    Voll furchtbar.

  4. #84
    Zitat Zitat von Gendrek Beitrag anzeigen
    Nene, sie haben ja was dran auszusetzen, deswegen erwähnen sie sie immer wieder.
    Yeah, es finden in Foren regelmäßig Auseinandersetzung mit den stark eingeschränkten männlichen Rollenbildern in Videospielen statt. Die Kampange für weniger booth babes fand massive Resonanz und hatte durchschlagenden Erfolg - es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr sich Männer wehren, wenn wieder mal offensichtlich wird, dass Händler sie als gefühlloser ambulanter Penisfortsatz behandeln wollen.

    Bizarro Earth, here we come.

    Zitat Zitat
    Was mich an der Sache stört ist, dass viele versuchen einer Frauenrechtlicherin Einseitigkeit unterstellen... denn, what a surprise. Die Frauenrechtlerin, die eine noch nicht abgeschlossene (!) Videoreihe zu Tropes vs Women produziert, beleuchtet Frauenrollen.
    Voll furchtbar.
    Erinnert mich wie ich kürzlich gelesen habe, dass Ask a Woman-threads auf Reddit immer zu "listen to men rant about women"-threads mutieren.

  5. #85
    Zitat Zitat
    Yeah, es finden in Foren regelmäßig Auseinandersetzung mit den stark eingeschränkten männlichen Rollenbildern in Videospielen statt. Die Kampange für weniger booth babes fand massive Resonanz und hatte durchschlagenden Erfolg - es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr sich Männer wehren, wenn wieder mal offensichtlich wird, dass Händler sie als gefühlloser ambulanter Penisfortsatz behandeln wollen.

    Bizarro Earth, here we come.
    Es hat Klick gemacht. Ich hatte mich jetzt gesitig nur mit diesem Thread hier beschäftigt, aber mit der Formulierung wird mir klar was du meinst. Entweder das oder ich steh jetzt gänzlich auf der Leitung. Lassen wirs dabei, bevor ich mich aus dem Fenster diskutiere ^^.

    Zitat Zitat
    Erinnert mich wie ich kürzlich gelesen habe, dass Ask a Woman-threads auf Reddit immer zu "listen to men rant about women"-threads mutieren.
    Ist eine ziemliche fiese Abart die auch häufig in feministischen Diskursen auftauchen. Es wird versucht einen Teil der Rollenkonsturktionen zu analysieren, Hauptschwerpunkt, natürlich, Frauen. Es dauert keine Stunde bis aus irgendeinem Loch jemand hervorkriecht und das typische "But what about the meeeeen?!" rausholt.
    Wieso es nicht akzeptiert werden kann, dass man nur einen Teil beleuchtet und deswegen gleich Gegenstimmung produziert wird (ob absichtlich oder nicht), werde ich nie verstehen.

  6. #86
    Well, auf die Gefahr hin, von den Leuten, die diese Dilettantin unterstützen und/oder verteidigen, hier auseinandergenommen zu werden ... ich schreibs trotzdem.

    Schon gewusst? Bayonetta ist pornographisch.



    Höllisch schlecht recherchiert mit viel Fehlinformation und dabei durchweg sehr unsachlich in der ersten Hälfte ("Und das war es, was es an positiven Dingen zum Spiel zu sagen gibt"). Sicher ist Bayonetta irgendwo auch als feuchter Jungentraum erdacht worden. Aber dass es sich dabei eben auch um eine starke und unabhängige weibliche Figur handelt, die Kerlen mächtig den Arsch versohlt und welche wie ich weiß auch bei vielen Mädels beliebt ist, gehört definitiv mit rein und wird dort nichtmal erwähnt. Es ist nichts weiter als eine stark voreingenommene und überzogene Meinung, die Anita Sarkeesian hier kundtut (siehe dazu auch die Text-Hinweise des Uploaders im Video), die sie aber wie in den meisten ihrer Videos von oben herab als objektive, ernsthafte, medienwissenschaftliche und feministische Auseinandersetzung mit dem Thema verkaufen möchte. Und das ist imho irgendwie schon ziemlich daneben.
    Okay, über die Platzierung der Werbung können wir reden, das war wirklich unglücklich gewählt. Dennoch wäre da im Hinblick auf Eigenheiten japanischer Kultur und Werbewirtschaft (beliebter, oft besuchter Standard-Ort für großflächige Videospiele-ADs?) etwas mehr Zurückhaltung nicht verkehrt gewesen, insbesondere, wenn man so offensichtlich wie sie keine Ahnung davon hat. Auch hier wieder werden die eigentlichen Gründe nicht näher beleuchtet, was aber wichtig für das weitere Verständnis der Sache gewesen wäre. Ebensowenig der massive Aufwand, der seitens der Behörden betrieben wird, um solche Belästigungen zu unterbinden, der weit über das Gezeigte hinaus geht.

    Ja, well, YouTube Kommentare hin oder her, das hier wollte ich trotzdem dazu posten:
    Zitat Zitat von Shippoyasha
    For one, sex and 'perverseness' is perfectly natural. As long as both the consumer and producing parties are open to it and does it in a respectful way (not objectifying women as slaves with no voice or personality), it is all fair game. Hell, it's actually pretty healthy.
    And Bayonetta is one of the most empowered females in gaming history. She owns up her sexuality. It is HERS.
    (...)
    Anita's brand of feminism seems to have this idea that any portrayal of sexuality is in itself malicious and there's the sense of 'male gaze' that is inherently wrong because it's 'SO WRONG for men to look at a sexy woman' like it's some kind of eye-rape.
    If you want more proof, Anita talks about the 'male gaze' in movies and TV shows (yes, because oggling fictional characters = molestation through vision) and some of the future Videogame tropes vs Women titles is based on the 'male gaze'.
    Ich denke wirklich nicht mehr, dass Sarkeesian darüber steht. Die hat wirklich persönliche Probleme damit. Man kann es ihr bei weiblichen Charakteren schlichtweg kaum recht machen, und sobald ein Stück nackte weibliche Haut ins Spiel kommt, ist die jeweilige Figur automatisch frauenfeindlich "sexualisiert" worden. Dass all das auch ein legitimes Mittel des Storytellings sein kann und Sexualität (Schock!) auch für Frauen ein Teil des Lebens ist, den man in den Medien nicht zwanghaft ausblenden muss, scheint sie so nicht zu akzeptieren. Das meinte ich mit sex-negative Feminism. Merkt man schon an ihrer äußerst Ablehnenden Haltung zur Pornographie-Frage.
    Zitat Zitat von Gendrek Beitrag anzeigen
    Was mich an der Sache stört ist, dass viele versuchen einer Frauenrechtlicherin Einseitigkeit unterstellen... denn, what a surprise. Die Frauenrechtlerin, die eine noch nicht abgeschlossene (!) Videoreihe zu Tropes vs Women produziert, beleuchtet Frauenrollen.
    Voll furchtbar.
    Ja, sorry das ich nur das wiedergebe, was ich an der Uni gelernt habe. Wenn man sich mit dem Thema wissenschaftlich-seriös auseinandersetzen möchte (und diesen Anspruch hat sie laut eigener Aussage, aber wird dem meiner Meinung nach nicht im Mindesten gerecht!), sollte man es dabei nicht belassen. Zumal sich das in diesem Kontext nicht immer so eindeutig trennen lässt, wie ich hier schon mehrfach zu erklären versucht habe. Sie spricht doch indirekt über vorwiegend Männer als Konsumenten der von ihr kritisierten Dinge, spricht von einer absichtlich genutzten, sexistischen Einflussnahme auf gesellschaftliche Konventionen. Das erwähnt sie, aber lässt ansonsten all things men außen vor (außer natürlich, wenn es ihr mal wieder dabei hilft, zu kritisieren). Ich dachte sie wollte auf Probleme aufmerksam machen und Verständnis fördern? Das tut sie kaum, indem sie nur an der Oberfläche der ganzen Thematik kratzt.
    Abgesehen davon würde ich Anita Sarkeesian nun wirklich nicht als Frauenrechtlerin bezeichnen. Nichtmal im Entferntesten. Das ist eine Beleidigung für alle Frauenrechtlerinnen. Ich meine, ernsthaft.

  7. #87
    @Enkidu:
    Du hast den Reupload eines Videos verlinkt, dass sie selbst schon längst revidiert hat:
    http://www.feministfrequency.com/201...ment-training/
    Selbst wenn sie wissenschaftlich unsauber arbeitet, sehe ich keinen Grund sie komplett zu ignorieren. Und indirekt beleidigt zu werden, weil man ihr Video mag, ist auch nicht schön.

    Zitat Zitat
    Sie spricht doch indirekt über vorwiegend Männer als Konsumenten der von ihr kritisierten Dinge, spricht von einer absichtlich genutzten, sexistischen Einflussnahme auf gesellschaftliche Konventionen. Das erwähnt sie, aber lässt ansonsten all things men außen vor (außer natürlich, wenn es ihr mal wieder dabei hilft, zu kritisieren). Ich dachte sie wollte auf Probleme aufmerksam machen und Verständnis fördern? Das tut sie kaum, indem sie nur an der Oberfläche der ganzen Thematik kratzt.
    Im ersten Video der Serie? Ich muss mir nochmal das Skript durchlesen, aber ich habe wenig über die Konsumenten gehört und viel über das potenziell vermittelte Bild. Objektivierung von Frauen, ihr Hauptkritikpunkt an der Trope, ist jedenfalls nicht männlichen Konsumenten vorbehalten.

  8. #88
    Zitat Zitat von Owly Beitrag anzeigen
    @Enkidu:
    Du hast den Reupload eines Videos verlinkt, dass sie selbst schon längst revidiert hat:
    http://www.feministfrequency.com/201...ment-training/
    Also an einer Kritik daran lässt sich wenig aussetzen. Das Plakat war eindeutig mit für die Kampange erstellten Callgirl-Visitenkarten überklebt.

  9. #89
    Zitat Zitat von Owly Beitrag anzeigen
    @Enkidu:
    Du hast den Reupload eines Videos verlinkt, dass sie selbst schon längst revidiert hat:
    http://www.feministfrequency.com/201...ment-training/
    Selbst wenn sie wissenschaftlich unsauber arbeitet, sehe ich keinen Grund sie komplett zu ignorieren.
    Oh, das wusste ich tatsächlich nicht. Macht es ein wenig besser, aber nicht viel. Sie hätte solche schwachen Statements von vornherein nicht gemacht, wenn es nicht doch ihrer eigentlichen Ansicht entspräche.

    Sie bleibt dabei, dass es ein durch und durch sexistisches Spiel ist. Da bin ich anderer Meinung.
    Zitat Zitat
    Und indirekt beleidigt zu werden, weil man ihr Video mag, ist auch nicht schön.
    Hm, wo hab ich das gemacht? War nicht meine Absicht.
    Zitat Zitat
    Im ersten Video der Serie? Ich muss mir nochmal das Skript durchlesen, aber ich habe wenig über die Konsumenten gehört und viel über das potenziell vermittelte Bild. Objektivierung von Frauen, ihr Hauptkritikpunkt an der Trope, ist jedenfalls nicht männlichen Konsumenten vorbehalten.
    Ach, gefühlt zieht sich das durch alles, was ich von ihrem Gesamtwerk bis jetzt gesehen habe, wenn auch meist nur indirekt. Aber vielleicht ist es nur Einbildung, da man sich wegen der Zielgruppenzugehörigkeit für diese Medien schnell angesprochen fühlt. Obwohl, hat sie sich nicht mal darüber ausgelassen, was man warum von Twilight zu halten habe? Das wäre so ein Beispiel.

    Es ist auch nicht gerade nett, gesagt zu bekommen, die eigenen geliebten Spiele (und Filme, Serien, Bücher etc.) seien ernsthaft sexistisch. Nichts anderes tut sie, und zwar in ausuferndem Maße, wenn man bedenkt, wo sie überall etwas findet, an dem sie etwas auszusetzen hat. Und von da an ist der Schritt bis zur Anschuldigung nicht mehr weit. "Du magst sexistisches Gedankengut!" Obwohl der Durchschnittsgamer davon wahrscheinlich meilenweit entfernt ist. Als müsse man sich für die eigenen Präferenzen schlecht fühlen. Auch wenn das so natürlich nicht gesagt wird. Sarkeesian tut so gut wie nichts, um dem entgegenzuwirken und das zu relativieren. Aber das ist es, was in den Köpfen vorgeht, und dagegen wehren sich die Leute verständlicherweise. Wollte sie ernsthaft auf Missstände aufmerksam machen und die Wahrnehmung für das Thema schärfen, würde sie viel mehr erreichen, wenn sie etwas behutsamer und augenzwinkernder an die Sache heranginge, und dabei gleichzeitig nicht so viele Leute gegen sich aufbringen. Von daher geht Sarkeesian, auch wenn es im ersten Moment zugegebenermaßen nicht diesen Anschein hat, in ihrer Sache ziemlich radikal vor und hat eindeutig extreme Ansichten. Und extreme Ansichten halte ich nie für sonderlich unterstützenswert.
    Was mich daran stört ist, dass das ihre Hauptprofession ist und sie damit sogar Geld verdient - wohlgemerkt, in dem sie schlecht recherchiert bzw. ohne eingehende und vor allem sachlich-faire Analyse mit dem Finger auf jedes erdenkliche fiktionale Werk zeigt, was nun wirklich keine Kunst ist (stolz auf sich bleibt sie trotzdem, weil sie das was sie tut für totaaal wichtig hält, wie sie mehrfach betont) - während am anderen Ende der Welt Frauen als auch Männer ehrenamtlich und teilweise unter Lebensgefahr tatsächlich für die Durchsetzung von Frauenrechten kämpfen. Firstworld Problems halt.

  10. #90
    Zitat Zitat von Enkidu Beitrag anzeigen
    Obwohl, hat sie sich nicht mal darüber ausgelassen, was man warum von Twilight zu halten habe? Das wäre so ein Beispiel.
    Schwer vorstellbar, aber durchaus möglich. Gibt's denn ein Videospiel dazu?

    Zitat Zitat
    Und von da an ist der Schritt bis zur Anschuldigung nicht mehr weit. "Du magst sexistisches Gedankengut!" Obwohl der Durchschnittsgamer davon wahrscheinlich meilenweit entfernt ist..
    Lasst uns mal nicht dein *Gefühl* mit dem *tatsächlichen und dokumentieren Verhalten* von Leuten, die anscheinend einiges ihres Selbstbewusstseins aus ihrer Selbstidentifikation als Videospieler ziehen vergleichen, rite?

    Zitat Zitat
    Was mich daran stört ist, dass das ihre Hauptprofession ist und sie damit sogar Geld verdient - wohlgemerkt, in dem sie schlecht recherchiert bzw. ohne eingehende und vor allem sachlich-faire Analyse mit dem Finger auf jedes erdenkliche fiktionale Werk zeigt, was nun wirklich keine Kunst ist (stolz auf sich bleibt sie trotzdem, weil sie das was sie tut für totaaal wichtig hält, wie sie mehrfach betont) - während am anderen Ende der Welt Frauen als auch Männer ehrenamtlich und teilweise unter Lebensgefahr tatsächlich für die Durchsetzung von Frauenrechten kämpfen. Firstworld Problems halt.
    Willst du den einen Leuten ernsthaft vorwerfen, dass sie nicht um ihr Leben fürchten müssen und verlangst von anderen Leuten, die nicht mal 24 Stunden am Tag Strom haben, dass sie Videospiele rezensieren?

    Komm mal runter, mann. Sie hat die Serie lange aus ihrer eigenen Tasche finanziert und die ganzen Leute kannten die Standards, auf der sie produziert als sie sich entschieden, ihr die weitere Produktion zu finanzieren.

  11. #91
    Dort sind auch einige gute und interessante Punkte drin, auch wenn ich nicht notwendigerweise allem zustimme und vieles hier bereits genannt worden ist.
    Zitat Zitat von Ianus Beitrag anzeigen
    Schwer vorstellbar, aber durchaus möglich. Gibt's denn ein Videospiel dazu?
    Ah, habe das Video dazu wiedergefunden. Spiele? Abgesehen von einem Scene it-Ableger für den DS wüsste ich von keinem. Aber wenn wir hier schon über wesentlich abstraktere Dinge diskutieren, dann darf das Thema ggf. auch ein Stück weit auf die gesamte Medienlandschaft ausgedehnt werden, zu der die Videospiele gehören. Darum gehts bei der selbsternannten "Popkultur-Kritikerin" ja schließlich auch.
    Zitat Zitat
    Lasst uns mal nicht dein *Gefühl* mit dem *tatsächlichen und dokumentieren Verhalten* von Leuten, die anscheinend einiges ihres Selbstbewusstseins aus ihrer Selbstidentifikation als Videospieler ziehen vergleichen, rite?
    Möchtest du mir etwas unterstellen?
    Zitat Zitat
    Willst du den einen Leuten ernsthaft vorwerfen, dass sie nicht um ihr Leben fürchten müssen und verlangst von anderen Leuten, die nicht mal 24 Stunden am Tag Strom haben, dass sie Videospiele rezensieren?
    Nein.
    Zitat Zitat
    Komm mal runter, mann. Sie hat die Serie lange aus ihrer eigenen Tasche finanziert und die ganzen Leute kannten die Standards, auf der sie produziert als sie sich entschieden, ihr die weitere Produktion zu finanzieren.
    Das mag auf die Serie zutreffen, ich bezog mich auf ihre Person und ihre Beschäftigung generell. Und ich glaube kaum, dass sie nicht auch an ihren Artikeln, Auftritten usw. verdient. Dagegen hätte ich nichts, wenn es seriös wäre. Leider sind viele ihrer Ideen fernab jeder Realität. Wenn sie das trotzdem unbedingt rüberbringen möchte, dann sollte sie wenigstens ihre Hausaufgaben machen.

    Edit:

    Ah, besser hätte ich nicht sagen können was ich meine.

    Geändert von Enkidu (16.03.2013 um 02:55 Uhr)

  12. #92
    Wow. Na Gott sei Dank ist dieses Video NICHT überdeutlich alles das, was es bei Feminist Frequency anprangert. Im Ernst, wenn irgendwelche Nerds ranten wollen, sollen sie ranten, aber wenn sie was beitragen wollen, können sie sich nicht auf denselben Level begeben, geschweige denn noch weiter runter. Schade drum, so ist es nur blaaa mit leidlich lustigen Bildchen, treffende Punkte hin oder her.

    Ich denke, wenn einen all das auf der persönlichen Ebene erreicht (Stichwort Butthurt), sollte man sich klar machen, dass Sexismus keine abgrundtief böse Lebenseinstellung oder Meinung ist, sondern ein allgegenwärtiger, tiefgreifender Aspekt unserer Kultur. Die Idee von "sexistischem Gedankengut" ist die falsche, denn sie impliziert, dass nur gewisse dumme oder einfach unmoralische Menschen sexistisch wären oder sexistisch handeln und dafür gescholten werden sollten, während alle anderen darüber stehen würden.

    Individuelle Intentionen und Meinungen (die persönliche Ebene!) sind viel weniger das Problem als gesellschaftlich-kulturelle Mechanismen.
    Gegen diese wendet sich auch der Feminismus, zumindest in den letzten 20 Jahren, und so sollte man ihn auch verstehen. Ob man sich als Individuum angesprochen fühlt, ist die nächste Frage, und wenn dem so ist, fände ich es konstruktiver, bei sich selbst anzufangen, so idiotisch der Auslöser auch war. Letztendlich ist die persönliche Ebene nur eine Provokation, weil sie überhaupt nicht der Punkt ist.

    Videospiele mit Feuer und Schwer zu verteidigen, ist nicht nötig, die sind am Ende auch nur Opfer (plakativ ausgedrückt) und werden NICHT unter dieser Kritik leiden. In keiner möglichen Welt kann ich mir vorstellen, dass die großen Spieleschmieden und ihre Publisher verständnisvoll nicken und ihre komplettes Verständnis von Charakteren über den Haufen werden. Leider? Zum Glück? Spielt keine Rolle.
    Das ist übrigens auch der Grund, warum man nicht alles um jeden Preis relativiert. Man will ja eine Wirkung haben, und für Wirkungen sind fanatische Herangehensweise sehr wichtig -- nicht zuletzt, weil sie die Ansicht dessen verändern, was als "normal" gilt. Die Diskussion ist eigentlich ein gutes Beispiel. Kaum ein Gamer wird nach dem Thema sagen "Uh, alle Frauen in Videospielen sind kacke dargesellt, lol!", aber viele werden argumentiert haben, dass Mario nur eine Parodie ist, eine Tradition etc. -- und damit haben sie schon mal realisiert, dass ein Tropus in Prinzession Peachs Schühchen steckt, was eine tatsächlicher, greifbarer Effekt des Videos ist. Wäre das Video nüchterner, besser oder einfach weniger Diskussionsstoff, wären diese weniger streitbaren Punkte wohl auch bei weniger Leuten angekommen. Und momentan finde ich eine weiträumige Aufklärung, Sensibilisierung wichtiger als eine tiefgreifende Diskussion.
    Und vielleicht überlegt ein Programmierer beim nächsten Mal zweimal, wie er seine Prinzessin gestaltet, völlig unabhängig davon, was er von dem Video hält.

    Die Diskussion, wer mit was Geld verdient, finde ich total uninteressant und irrelevant.

    Sorry, der Post ist wieder ordentlich durcheinander geraten

  13. #93
    Zitat Zitat von Enkidu Beitrag anzeigen
    Ah, besser hätte ich nicht sagen können was ich meine.
    Du willst also sagen, dass du nicht verstanden hast, worum es in den Videos geht, kommst dabei nicht auf den Punkt und wirst innerhalb der ersten 2 Minuten mehrfach beleidigend?

    Geändert von Dak'kon (16.03.2013 um 11:13 Uhr)

  14. #94
    Zitat Zitat von Enkidu Beitrag anzeigen
    Möchtest du mir etwas unterstellen?
    Nur dass du die Augen vor nicht allzu schlecht dokumentierten Problemen innerhalb der gesamten Community zu verschließen scheinst.

    Zitat Zitat
    Das mag auf die Serie zutreffen, ich bezog mich auf ihre Person und ihre Beschäftigung generell. Und ich glaube kaum, dass sie nicht auch an ihren Artikeln, Auftritten usw. verdient. Dagegen hätte ich nichts, wenn es seriös wäre. Leider sind viele ihrer Ideen fernab jeder Realität. Wenn sie das trotzdem unbedingt rüberbringen möchte, dann sollte sie wenigstens ihre Hausaufgaben machen.
    Zitat Zitat
    Edit:

    Ah, besser hätte ich nicht sagen können was ich meine.
    Also mal abgesehen von der Selbst-Assoziationen mit Holocaust-Leugnern und sonstigen truthers im Intro... ist der Vorwurf, den der Macher gegen das Bitch-Magazin erhebt wahrlich aus dem Internet gezogen. Du kannst gerne nachschlagen und sehen, dass das Blog im Gold-Membership-Bereich eine Artikelserie über die Fortschritte in der Kastrationstechnik hat, that's the truth. Das Meme hat nicht gelogen.

    Und das ist erst der Vorspann. Danach wirft er mal gleich allen, die sich jemals zu irgend einem Medium kritisch geäußert haben vor, Idioten zu sein. Haste dich mal über einen Aspekt eines Videospiels beschwert? Dann bist du ein Trottel, full stop. Was du in deinem Leben misst ist LOGIK - also die Einstellung: "My Country Right or Wrong", denn dies ist die einzige LOGISCHE Einstellung.

    Dann kommt, dass er die inkorrekte Definition für Patriarchat verwendet. Lasst uns mal ein paar andere falsche Definitionen ausgraben und sehen, was WIR damit machen können?
    - Ein Mac ist eine Maschine mit einem PowerPC Prozessor, ergo sind alle Macs nach 2006 keine Macs mehr.
    - Demokratie bedeutet die Herrschaft des Volkes, ergo leben wir überalle in Oligarchie, da alle wichtigen Instrumente der Volksherrschaft durch eindeutig reiche Interessengruppen beschnitten worden sind.
    - Die Indianapolis 500 war zwischen 1954–1960 die einzige richtige Formel 1, da sie als einzige die originalen Regeln des Sportes benutzte. Die aktuelle Formel 1 ist ebenfalls keine Formel 1.

    FUN WITH DEFINITIONS! Die vom Feminismus verwendete Definition wäre unter Punkt drei im von ihnen zitierten Wikipedia-Artikel zu finden gewesen. Fragt sich, warum diese nicht zitiert wurde? Was die inflationäre Verwendung des Begriffes "Topen" angeht, ja, ich bin auch nicht glücklich darüber. Aber sie präsentiert Gemeinplätze von Handlungen und verwendet den Begriff in diesem Sinne korrekt.

    Die kasuistische Beweisführung, die danach angetreten wird ist... nun ja, veraltert? Und sie sind danach nicht mal fair genug, die notwendigen Einschränkungen vorzunehmen - von diesen 3000 Spielen wurden vielleicht 1500 für das Ausland lokalisiert und wirklich relevant sind dann vielleicht ein paar hundert gewesen. Das merkte man schon zu Gameboy-Zeiten recht gut wenn man eine dieser 100 Spiele Kasetten aus Hongkong besaß - 95% der Spiele auf dieser wurden nie lokalisiert.

    Dann wieder die Missinterpretation, die wir schon in dem Video weiter vorne gesehen haben - sie hat nie behauptet, dass Frauen nicht als Charaktere in Beat'em Ups vorkommen. Ein "Experte", der so viel Zeit darauf verbringt, eine Person in ihrer Abwesenheit zu beleidigen hätte sich sicherlich die fünf Minuten nehmen können um dies am besprochenen Videobeitrag festzustellen. Und dann wiederum die Kasuistik... wieso liebt das Internet die Jesuitenmethoden so sehr? Sonst enttäuscht der herbeigerufene Experte aber noch mehr als die nicht gerade überragenden Beiträge von ... wie schreibt man ihren Namen noch mal? Es ist ganz angenehm, dass er dann in gefakte Rage fällt und gefaket weggeschnitten wird.

  15. #95
    Oh Mann, ich hatte es ja befürchtet. Wahrscheinlich hätte ich mich von Anfang an aus der Sache raushalten sollen - hat mich jetzt schon zu viel Zeit gekostet :-/
    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Na Gott sei Dank ist dieses Video NICHT überdeutlich alles das, was es bei Feminist Frequency anprangert.
    Immerhin legt es seine Quellen offen dar, zitiert echte Experten (Martha Nussbaum) und wirft nicht verallgemeinerte Behauptungen ohne jede Reflexion oder tatsächliche Auseinandersetzung in den Raum. Das kann man von dem Feminist Frequency-Kram beim besten Willen nicht behaupten.
    Zitat Zitat
    Ich denke, wenn einen all das auf der persönlichen Ebene erreicht (Stichwort Butthurt), sollte man sich klar machen, dass Sexismus keine abgrundtief böse Lebenseinstellung oder Meinung ist, sondern ein allgegenwärtiger, tiefgreifender Aspekt unserer Kultur.
    Und als solcher inwieweit extrem giftig, paternalistisch und problematisch? Weil im Allgemeinen viele mit dem weiblichen Geschlecht etwas Beschützenswertes verbinden, wenn es nicht sowieso schon aus reiner menschlicher Empathie so ist? So überholt einige der Stereotypen auch sind, glaubst du, jemand wie Sarkeesian würde aufhören, wenn die Medien quantitativ exakt die Gesellschaft widerspiegeln würde? Ich glaube kaum. Denn zu der gehören beispielsweise sexuelle Vorlieben aus dem BDSM Bereich. Oder: Sobald die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings die Wolkendecke durchbrechen, zeigen die Mädels auf der Straße unheimlich viel Rücken, Bauch & Bein. Nicht weil sie so von kleinauf indoktriniert wurden, sondern weil sie sich bewusst so wohl fühlen und ggf. den Leuten gefallen wollen. Aber sobald es in einem Videospiel vorkommt, wird es auf einmal problematisch? Weil wer ein Problem damit hat? Ein paar engstirnige Hardcore-Feministen?
    Ich sage nicht, dass es das Problem nicht gäbe. Aber die Verhältnismäßigkeiten halte ich bei manchen doch für arg überzogen. In "Anitas Welt" wird der weiblichen Seite in der Gesellschaft laut ihrer Abschlussarbeit gemeinhin überhaupt nicht der Aspekt Stärke zugerechnet. Dabei ist das durchaus repräsentiert, fast überall, und zwar auch schon seit antiken Zeiten.
    Zitat Zitat
    Die Idee von "sexistischem Gedankengut" ist die falsche, denn sie impliziert, dass nur gewisse dumme oder einfach unmoralische Menschen sexistisch wären oder sexistisch handeln und dafür gescholten werden sollten, während alle anderen darüber stehen würden.
    Die Idee von sexistischem Gedankengut legt eine Autorin sehr nahe, die mit teils starken Worten von ihr so empfundene Beispiele aufzählt, ohne sich dabei auch nur den Ansatz von Mühe zu machen, die Hintergründe zu beleuchten (und gleichzeitig sagt, es habe jede Menge "Research" dazugehört, aha).
    Zitat Zitat
    Individuelle Intentionen und Meinungen (die persönliche Ebene!) sind viel weniger das Problem als gesellschaftlich-kulturelle Mechanismen.
    Ganz ehrlich, ich bezweifle, dass diese Frau so weit gedacht hat wie du oder manch anderer hier. Nicht bei den vielen kleinen und größeren Anzeichen einer rosaroten Feministen-Brille. Gesellschaftlich-kulturelle Mechanismen, jo. Warum kommt das bei ihr nie gesondert zur Sprache? Dass man sich selbst seine Gedanken machen soll, ist leicht daher gesagt. Wenn sie genau darauf abzielt, dann soll sie es auch beim Namen nennen. Sonst sehe ich keinen Grund, warum man ihr das zwangsweise unterstellen sollte.
    Zitat Zitat
    Letztendlich ist die persönliche Ebene nur eine Provokation, weil sie überhaupt nicht der Punkt ist.
    Dass sie nicht der Punkt ist mag stimmen. Trotzdem ist es genau dieser Aspekt, der mich bei der Geschichte stört.
    Zitat Zitat
    Das ist übrigens auch der Grund, warum man nicht alles um jeden Preis relativiert. Man will ja eine Wirkung haben, und für Wirkungen sind fanatische Herangehensweise sehr wichtig -- nicht zuletzt, weil sie die Ansicht dessen verändern, was als "normal" gilt. Die Diskussion ist eigentlich ein gutes Beispiel. Kaum ein Gamer wird nach dem Thema sagen "Uh, alle Frauen in Videospielen sind kacke dargesellt, lol!", aber viele werden argumentiert haben, dass Mario nur eine Parodie ist, eine Tradition etc. -- und damit haben sie schon mal realisiert, dass ein Tropus in Prinzession Peachs Schühchen steckt, was eine tatsächlicher, greifbarer Effekt des Videos ist. Wäre das Video nüchterner, besser oder einfach weniger Diskussionsstoff, wären diese weniger streitbaren Punkte wohl auch bei weniger Leuten angekommen. Und momentan finde ich eine weiträumige Aufklärung, Sensibilisierung wichtiger als eine tiefgreifende Diskussion.
    Hm, also heiligt der Zweck die Mittel? Finde ich nicht (vor allem, wenn es dermaßen schlecht gemacht ist wie bei Sarkeesian). Mir wäre eine ernsthafte und tiefgreifende Auseinandersetzung mit entsprechenden wissenschaftlichen Belegen deutlich lieber, selbst wenn damit weniger Menschen erreicht werden sollten (was ich jetzt auch nicht als bewiesen erachte - kommt nur darauf an, wie und wo man es herüberbringt). Und der Shitstorm ist bei Sarkeesians brachialer Methode auch noch ein sehr hässlicher Nebeneffekt, der sonst nicht so heftig wäre. Vielleicht wurden einige Gamer die sich davor noch nie Gedanken drum gemacht haben für das Thema sensibilisiert, aber ähnlich viele hat sie auf diese Weise total verschreckt und in eine radikale Fuck-off-Haltung gejagt.
    Zitat Zitat von Dak'kon Beitrag anzeigen
    Du willst also sagen, dass du nicht verstanden hast, worum es in den Videos geht, kommst dabei nicht auf den Punkt und wirst innerhalb der ersten 2 Minuten mehrfach beleidigend?
    Nein, ich will damit sagen, dass man nicht einfach einen Haufen Behauptungen in den Raum wirft und dann als gegeben hinnimmt. Zumindest nicht wenn man so viel Wert darauf legt, erst genommen zu werden, wie die Autorin von Feminist Frequency. Mir ging es um die krassen argumentationstechnischen Mängel, und die zeigt das Video imho ziemlich deutlich auf (Stichwort "Objectification"). Sie stellt einen Anspruch an sich selbst, dem sie nicht gerecht wird.
    Zitat Zitat von Ianus Beitrag anzeigen
    Nur dass du die Augen vor nicht allzu schlecht dokumentierten Problemen innerhalb der gesamten Community zu verschließen scheinst.
    Uhm, ich verschließe nicht die Augen vor dem Problem, indem ich die grottenschlechte und zum Teil schlichtweg falsche und/oder ignorante Herangehensweise der Autorin anprangere. Mehrere Spiele, die schon in ihrem ersten Video zu dieser Reihe auftauchen, gehören da einfach nicht rein oder hätten zumindest eine genauere Betrachtung verlangt, wenn man sich denn tatsächlich mal damit beschäftigt hätte, was sie offensichtlich entweder nicht getan hat, oder aber ihr Material so selektiv zusammenschnibbelt, dass es ihrer Intention dienlich ist. Gegenteiliges oder stark relativierendes aus den selben Beispielen wegzulassen, finde ich schon ziemlich unerhört. Mir war nicht bekannt, dass Double Dragon SO endet. Das lässt die kurze Intro-Sequenz plötzlich in völlig anderem Licht erscheinen. Guckt man sich nur das Tropes Video an, gewinnt man einen falschen Eindruck, und das kritisiere ich.
    Zitat Zitat
    Die kasuistische Beweisführung, die danach angetreten wird ist... nun ja, veraltert? Und sie sind danach nicht mal fair genug, die notwendigen Einschränkungen vorzunehmen - von diesen 3000 Spielen wurden vielleicht 1500 für das Ausland lokalisiert und wirklich relevant sind dann vielleicht ein paar hundert gewesen. Das merkte man schon zu Gameboy-Zeiten recht gut wenn man eine dieser 100 Spiele Kasetten aus Hongkong besaß - 95% der Spiele auf dieser wurden nie lokalisiert.
    Wenigstens wird überhaupt eine Beweisführung versucht. Und ob lokalisiert oder nicht spielt keine Rolle - Anita Sarkeesian bezieht sich auf die Gesellschaft global.
    Zitat Zitat
    Dann wieder die Missinterpretation, die wir schon in dem Video weiter vorne gesehen haben - sie hat nie behauptet, dass Frauen nicht als Charaktere in Beat'em Ups vorkommen. Ein "Experte", der so viel Zeit darauf verbringt, eine Person in ihrer Abwesenheit zu beleidigen hätte sich sicherlich die fünf Minuten nehmen können um dies am besprochenen Videobeitrag festzustellen. Und dann wiederum die Kasuistik... wieso liebt das Internet die Jesuitenmethoden so sehr? Sonst enttäuscht der herbeigerufene Experte aber noch mehr als die nicht gerade überragenden Beiträge von ... wie schreibt man ihren Namen noch mal? Es ist ganz angenehm, dass er dann in gefakte Rage fällt und gefaket weggeschnitten wird.
    Ja, den mittleren Part mit dem Gastbeitrag fand ich auch nicht gelungen. Vor allem nicht den Feminazi-Spruch. Aber mal von der Art und Weise abgesehen ...in Abwesenheit? Was bleibt anderes übrig, wenn sie niemanden an sich heranlässt und auf Versuche einer Kontaktaufnahme um eine andere Sichtweise zu diskutieren, so sachlich und vorsichtig sie auch formuliert sein mag (kam schon zigfach vor), nicht eingeht? Da ist an dem Vorwurf des Elfenbeinturmes imho schon was dran. Wenn man etwas Diskussionswürdiges präsentiert, dann auch noch explizit auf die Diskussionswürdigkeit verweist, sich dann der Diskussion aber in keiner Weise stellt, ist das irgendwie ... inkonsequent. Nett gesagt.

  16. #96
    Ist verständlich, wenn du die Diskussion nicht weiterführen willst. Das ganze frisst wirklich viel zu viel Zeit.

    Zitat Zitat von Enkidu Beitrag anzeigen
    Wenigstens wird überhaupt eine Beweisführung versucht. Und ob lokalisiert oder nicht spielt keine Rolle - Anita Sarkeesian bezieht sich auf die Gesellschaft global.
    Das ist eine ziemliche Unterstellung, weißt du. Der Gender Essentialismus, der notwendig ist um diese Position einzunehmen ist im Feminismus aktuell stark in Verruf geraten. Würde sie wirklich diese Position vertreten, könntest du ihre Artikel vielleicht auf Radfem-Seiten finden, aber nicht beim Bitch Magazin.

    Und wie schon gesagt - der Typ unterstellt dem Video wieder etwas, das überhaupt nicht gesagt wird. Somit tangiert seine kasuistische Beweisführung das Thema des Videos nicht wirklich. Es wurde nie gesagt, dass keine weiblichen Charaktere in Videospielen existieren sondern es wurde ein Topus aus dem Bereich "weibliche Charaktere in Videospielen" analysiert. Was die Kasuistik hier macht, ist statistisch gesehen der Versuch, die Gültigkeit von aggregierten Resultaten zu widerlegen indem es die Rohdaten vorliest.

    Zitat Zitat
    Ja, den mittleren Part mit dem Gastbeitrag fand ich auch nicht gelungen. Vor allem nicht den Feminazi-Spruch. Aber mal von der Art und Weise abgesehen ...in Abwesenheit? Was bleibt anderes übrig, wenn sie niemanden an sich heranlässt und auf Versuche einer Kontaktaufnahme um eine andere Sichtweise zu diskutieren, so sachlich und vorsichtig sie auch formuliert sein mag (kam schon zigfach vor), nicht eingeht? Da ist an dem Vorwurf des Elfenbeinturmes imho schon was dran. Wenn man etwas Diskussionswürdiges präsentiert, dann auch noch explizit auf die Diskussionswürdigkeit verweist, sich dann der Diskussion aber in keiner Weise stellt, ist das irgendwie ... inkonsequent. Nett gesagt.
    Du hast auch mitbekommen, dass der Typ sehr viele Beleidigungen äußerte? Hättest du Bock, dich mit Leuten zu unterhalten, die es nicht mal schaffen, dich in effigie nicht anzuschreien?

    Das ist keine Elfenbeinturm-Situation sondern sie übt ganz banal ihr Recht aus, sich nicht mit Leuten abzugeben, die sich ihrer Person gegenüber offfensichtlich aggressiv und beleidigend verhalten.

  17. #97
    Was mich an der Darstellung so nervt ist, dass sie in fast allem einen mindestens unterschwelligen Sexismus sieht, und das geht viel zu weit um in meinen Augen noch irgendwo konstruktiv zu sein. Man nehme beispielsweise das Manic Pixie Dream Girl Klischee, über das sie sich in einem ihrer Videos ja ebenfalls beschwert. Kommt zwar hauptsächlich in Filmen vor, aber kann durchaus auch in Videospielen vertreten sein. Wenn die aufgewühlte, in Schwierigkeiten steckende Hauptfigur männlich ist, und die weibliche Figur hilft ihm, seine Depression zu überwinden, dann ist das nach ihrer Logik sexistisch. Weil die weibliche Figur angeblich immer eindimensional dargestellt wird, keine eigenen Wünsche und Ziele habe und in der Geschichte nur in Relation zu der männlichen Figur auftauche. Das liegt aber total im Auge des Betrachters. Dass es Menschen gibt, die einfach gerne helfen und darin zum Teil sogar ihren Lebenssinn sehen (es also durchaus der aufrichtige Wunsch der weiblichen Figur sein kann), wird dabei völlig außer Acht gelassen. Wenn nun aber andersherum die Frau die aufgewühlte Hauptfigur ist, und es einen "Manic Pixie Dream Guy" gibt, der ihr hilft, ihre Depression zu überwinden, dann wird das ebenfalls als sexistisch angesehen, da der Mann sie angeblich für nicht fähig genug halte, das alleine zu schaffen, und überhaupt denke, Frauen seien total fragil und verletzlich. Was soll uns das sagen? Dass in Medien niemandem geholfen werden sollte, aus seiner Depression herauszukommen? Yay, predigen wir Gefühlskälte. Sicher ist das nicht beabsichtigt, aber so kommt es rüber. Indem solche Klischees als ernsthaft und zutiefst sexistisch dargestellt werden, wird indirekt unterstellt, dass es eben kein aufrichtiges emotionales (und nebenbei bemerkt gesundes) Verhalten ist oder sein kann!
    Wie ich schon erwähnte, ist es mit den Videogame-Tropes ihrer Reihe genau das Gleiche. Die hilflose Prinzessin in Not wird als unfähig, schwach und abhängig kritisiert. Okay, nehmen wir das Gegenteil, eine starke, unabhängige weibliche Figur (wie zum Beispiel Bayonetta oder Lara Croft). Dann ist es wiederum ein Man with Boobs oder ein Fucktoy. Weibliche Sidekicks sind tendenziell offenbar ebenso sexistisch. Hat man alles abgearbeitet, was bleibt übrig? Definitiv nichts, was man nicht auch in eine der Kategorien packen könnte. Es bleibt in Wirklichkeit eine Frage der Perspektive, und dabei kann selbst eine Damsel in Distress etwas hundertprozentig nicht-sexistisches sein. Wenn man es nur falsch oder unheimlich schwierig "richtig" machen kann (wobei Anita Sarkeesian offenbar glaubt, das Monopol auf diese Definitionen zu haben), warum sollte sich irgendein Spieleentwickler noch die Mühe machen, darauf Acht zu geben? Deshalb halte ich ihre überzogene Argumentation (wenn man das so nennen möchte) für ihre eigenen Forderungen und Zielsetzungen für kontraproduktiv.
    Zitat Zitat von Ianus Beitrag anzeigen
    Das ist eine ziemliche Unterstellung, weißt du. Der Gender Essentialismus, der notwendig ist um diese Position einzunehmen ist im Feminismus aktuell stark in Verruf geraten. Würde sie wirklich diese Position vertreten, könntest du ihre Artikel vielleicht auf Radfem-Seiten finden, aber nicht beim Bitch Magazin.
    Davon habe ich keine Ahnung. Ich meinte das im örtlichen Sinne. Wenn sie sich nur auf Nordamerika beziehen würde, dann würde sie nicht über Japan als Sexismus-Hochburg schimpfen (und das tut sie). Kulturelle Unterschiede nicht berücksichtigt, geschweigedenn sich damit beschäftigt. Wenn sie an einem Werk aus den Medien etwas auszusetzen hat, dann ist es ziemlich egal, wo das veröffentlicht worden ist.
    Zitat Zitat
    Und wie schon gesagt - der Typ unterstellt dem Video wieder etwas, das überhaupt nicht gesagt wird. Somit tangiert seine kasuistische Beweisführung das Thema des Videos nicht wirklich. Es wurde nie gesagt, dass keine weiblichen Charaktere in Videospielen existieren sondern es wurde ein Topus aus dem Bereich "weibliche Charaktere in Videospielen" analysiert. Was die Kasuistik hier macht, ist statistisch gesehen der Versuch, die Gültigkeit von aggregierten Resultaten zu widerlegen indem es die Rohdaten vorliest.
    Huh? Ich habe auch nicht vom Thema des Trope-Videos gesprochen, sondern von der Art Sarkeesians "Untersuchung", was ihre Glaubwürdigkeit imho massiv einschränkt. Und da tangiert das andere Video sehr wohl, was ich hier schon zu Genüge ausgeführt habe. Völlig egal, um was es inhaltlich geht, wenn es seriös sein soll, dann bitte nicht so wild dahergelabert, sondern mit Definitionen, ggf. herangezogenen Experten und vor allem einem Mindestmaß an eigener Recherche. Sie sagt am Ende
    "Ok, so we established that the damsel in distress trope is one of the most widely used gender-cliches in the history of videogames, and has been core to the popularization and development of gaming as a medium."
    Das ist sachlich völlig falsch. Sie hat überhaupt nichts "established", indem sie ein paar random Beispiele rauspickt und vorstellt. Welchen Einfluss hatten die genannten Spiele innerhalb des Mediums? Eines der am meisten genutzten Klischees? Kann sein, aber so ist das nur eine Annahme, und auf solche Annahmen baut sie ihren ganzen Kram auf. Wo ist die Studie, die irgendetwas von ihren Behauptungen untermauert? Es muss ja nichtmal eine hochtrabende wissenschaftliche Untersuchung sein, obwohl sie ihre eigene Arbeit gerne so hinstellt. Aber Verkaufszahlen, Interviews von Entwicklern, irgendwas?? Dass die Damsel in Distress eine tragende Rolle bei der Etablierung von Videospielen hatte, wage ich doch ganz stark zu bezweifeln

    Und das war nur ein Punkt aus einem ihrer Videos. Das geht aber die ganze Zeit so.
    Zitat Zitat
    Das ist keine Elfenbeinturm-Situation sondern sie übt ganz banal ihr Recht aus, sich nicht mit Leuten abzugeben, die sich ihrer Person gegenüber offfensichtlich aggressiv und beleidigend verhalten.
    Das war einer. Sie lässt grundsätzlich keine Kritik zu.

  18. #98
    Ich empfehle zum Topic-Thema das folgende Video.
    Man muss bei den MRAs zwar auch sehr vorsichtig sein, da es auch
    dort den Extremisten unter den Feministen nicht unähnliche Volltrottel
    gibt, aber ich finde hier macht er-hier teils ein paar sehr gute Punkte.*



    Was das Thema Kritik am Feminismus/ MRA angeht, verlinke ich gleich noch
    einen etwas ausgeglicheneren und meiner Meinung nach empfehlenswerten
    Kanal, der im übrigen interessanter Weise von einer Frau geführt wird. [Klick.]

    Aber wie gesagt: Man muss bei großen Teilen der MRA ähnlich vorsichtig
    und "Fakten"-Überprüfend vorgehen wie bei weiten Teilen des Feminismus.
    Beide Ideologien üben in einem kleinen Rahmen berechtigte Kritik an unserer
    aktuellen Gesellschaft, beide produzieren aber auch extrem viel Unsinn.
    Der goldene Mittelweg zwischen den Extremen führt denke ich zum Ziel.


    *Insbesondere wenn es darum geht, dass er aufzeigt, wie für sie sowohl schwache,
    als auch starke (!) weibliche Charaktere angeblich frauenfeindlich sind. Was im
    Grunde wieder mal heißt: Egal wie man es macht, man(n) macht es falsch ...

    Geändert von Jerome Denis Andre (21.03.2013 um 16:47 Uhr)

  19. #99
    We're not done yet.
    Hier ein echt gutes Statement von Rock-Paper-Shotgun.

    Die Grundaussage, die ich darin sehe: Man sollte sehr kritisch betrachten, warum man etwas kritisiert (und vielleicht zweimal darüber nachdenken). Ein Stichwort war "abuse as an answer to endangered priviledge". Und wer dann kommt mit "aber es gibt auch vernünftige Gründe", hat natürlich Recht -- aber auch genau den Punkt nicht verstanden.

    Wann kommt eigentlich das nächste Video von unserer Uschi hier?

  20. #100
    Sehr schöner Artikel. Man erkennt relativ viele Muster wieder die auch in anderen Diskussionen zu dem Thema immer wieder aufkommen, egal wo.
    Vorallem die typischen Aussagen wie "Ich kenne jemanden der das nicht so sieht!" oder "Aber was ist mit den Männern?!"
    Es hat mich schon immer gestört, dass ich auf solche Aussagen keine richtige Antwort bzw. keinen anderen Gedanken als "AAAAARGH, so ein Horstkopf!" parat hatte.

    Im Zuge davon kann ich gleich mal dieses Video hier posten.



    Es ist zwar harsch aber der Kern des Videos ist denke ich wichtig.
    Wenn Publisher keine weiblichen Protagonisten im Spiel oder auf dem Cover eines Spieles wollen... dann läuft was schief. Keine Ahnung wo oder was, aber es läuft was schief.

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