Zitat
"Doch warum beneiden wir Normalsterblichen einen Franz Beckenbauer, Oliver Kahn oder Phillip Lahm kaum um deren Geld und Reputation, sehr wohl aber den Nachbarn wegen dessen neuem Mercedes? Neidforscher erklären das mit der Vergleichbarkeit, denn – so Francis Bacon – „wo kein Vergleich stattfindet, gibt es auch keinen Neid“.
Schon um 700 v. Chr. wusste der griechische Dichter Hesiod: „Der Töpfer grollt dem Töpfer und der Zimmermann dem Zimmermann, es neidet der Bettler den Bettler und der Sänger den Sänger.“ Und im 18. Jahrhundert erkannte der schottische Gesellschaftstheoretiker David Hume: „Ein gemeiner Soldat beneidet seinen General weniger als seinen Unteroffizier oder Korporal.“ Das heißt: Je größer der Abstand zwischen Neider und Beneidetem, desto unrealistischer wird der Vergleich zwischen beiden. Und desto geringer ist der Anlass, sich zurückgesetzt und minderwertig zu fühlen."
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