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Ergebnis 861 bis 864 von 864

Thema: Now Watching - Post Apocalypse Edition in 48fps

  1. #861
    Schweren Herzens muss ich mich bei Lost in Space weitgehend Cutter Slade anschließen. Oder besser gesagt, ich würde im Prinzip fast alles was er gesagt hat unterschreiben, aber vielleicht eine weniger deutliche Wortwahl verwenden, weil die wenigen aber bedeutenden Pluspunkte bei mir stärker ins Gewicht fallen. Ich fasse zusammen:


    PRO: Sagenhaft gute Production Values, Schauwerte, Spezialeffekte, Designs, Kostüme, Kulissen, Landschaften. Das macht schon richtig was her. Die Serie sieht aus wie ein Kinofilm, der hunderte von Millionen Dollar gekostet hat. Ich hab ganz ehrlich schon schlechtere aber wesentlich teurere Science Fiction Filme gesehen! Auch der Rest der Inszenierung wie Kamera und Musik werden hervorragend eingesetzt. Da gibt es nichts zu meckern und das alles schafft es, mich noch halbwegs bei Laune zu halten. Außerdem mag ich den Roboter. Und Judy, Penny und Don West irgendwie auch. Möchte ferner erwähnen, dass eine ordentliche Hintergrundgeschichte angedeutet wird, auf welche die Serie aber kaum näher eingeht.


    CONTRA: Schlecht, langweilig und repetitiv geschrieben. Die Probleme in der Handlung sind fast alle selbstgemacht, oft durch unglaublich dumme Entscheidungen der Hauptfiguren. Schwierigkeiten mit dem Treibstoff? Okay, lösen wir das. Unter Wasser eingefroren? Okay, lösen wir das. Es geht nur konstant von einer Situation in die nächste missliche Lage, meistens geht irgendetwas kaputt oder funktioniert nicht. Als wären die Figuren die reinsten Problemlösungsmaschinen von überaus konstruiert wirkenden Plot-Punkten, die nach einer Weile bequem aufgelöst werden. Dabei bleiben die zwischenmenschlichen Aspekte oft auf der Strecke bzw. werden schwach nebenher abgehandelt. Auch Mystery und Entdeckergeist kommen bis jetzt viel zu kurz. Es sollte sich anfühlen wie ein großes Abenteuer und das tut es nur selten. Ich möchte, dass auch mal die Familie selbst die Richtung vorgibt und nicht nur von den Umständen mitgerissen und durch die Handlung gejagt wird. Kennt hier jemand zufällig noch Earth 2? Ich hatte gehofft, das Lost in Space Reboot würde ein paar mehr Vibes davon abbekommen.

    Mit den eher mäßigen schauspielerischen Leistungen käme ich in den meisten Fällen klar, wenn die Charaktere besser geschrieben wären. Die neue Version von Dr. Smith ist dabei die größte Katastrophe der Serie! Sowas von ätzend unausstehlich. Diese Art von sneaky Verräter-Bösewicht bzw. Hochstapler funktioniert nur dann gut, wenn man ihr einen vereinnahmenden Charme gibt und sie entwickelt. Hier nicht der Fall. Da hatte selbst der ansonsten lahme Kinofilm aus den 90ern dank Gary Oldman eine weit überlegene Variante zu bieten. In der Netflix-Serie ist die gender-swapped Smith einfach niemals glaubwürdig oder so richtig bedrohlich und schon gar nicht interessant. Sie stört im Grunde nur, anstatt echten Nervenkitzel zu erzeugen. Läuft für sie auch alles viel zu glatt. Sie soll angeblich intelligent sein, aber kommt intellektuell manchmal geradezu beeinträchtigt herüber. Das liegt zum Teil auch an einer schwachen Vorstellung von Parker Posey.

    Will Robinson selbst kann darüber hinaus mit seiner Naivität manchmal tierisch nerven. Ach ja, und einige Szenen ziehen sich wie Kaugummi. Diese Story hätte man ohne Verlust auch locker in acht anstatt in zehn Folgen unterbringen können. Und das Finale fand ich ein wenig ernüchternd weil unheimlich konventionell und ideenlos.


    FAZIT: Schade, hatte mehr erwartet. Ist für Sci-Fi Nerds, zu denen ich mich durchaus zähle, schon noch anguckbar und dank der hervorragenden Produktion halbwegs unterhaltsam, aber es mangelt an interessanten Erzählsträngen, an Spannung und Charakterentwicklung. Eine zweite Staffel wurde ja schon bestätigt. Ich hoffe, dazu feuern sie die aktuellen Drehbuchautoren und engagieren talentiertere Leute, die da mehr Schwung und Energie und Flair reinbringen. Ich geb die Serie noch nicht auf, aber das war leider allenfalls ein mittelmäßiger Start.

    Geändert von Enkidu (21.05.2018 um 11:35 Uhr)

  2. #862
    Eine weitere Serie, die ich abgebrochen habe aber nicht unbedingt als schlecht empfinde: Billions. Ich habs nicht über Folge 5 der ersten Staffel geschafft, mir ist die Serie einfach zu kompliziert. Nicht falsch verstehen, es geht nicht um zu verzahnte Handlungsstränge oder ähnliches, ich versteh einfach nichts von dem Finanz-Kauderwelsch. Die Grundhandlung ist klar, ein Bundesstaatsanwalt gespielt von Paul Giamatti möchte einen gewissen reichen Hedgefonds-Manager gespielt von Damian Lewis überführen. Beide führen ein Katz-und Maus-Spiel, und sie bedienen sich halt auf Aktionen basierend der Finanzwelt. Wenn bspw. Lewis sich seinen nächsten Schachzug überlegt, aber man als Zuschauer keine Ahnung hat was er bewirkt oder er überhaupt da tut, dann verfliegt da nur die Spannung und Magie. Ohne Finanzwissen sollte man sich Billions meiner Meinung nach gar nicht erst ansehen, oder hab ich in den letzten Jahren etwas verpasst? Andere Billions-Seher hier?

  3. #863
    Hab gerade The Alienist Season 1 geschaut und ich bin etwas überrascht davon, wie gut die Serie am Ende doch war.

    Worum gehts: Im Jahre 1896 treibt ein Serienmörder in New York sein Unwesen. Seine Opfer sind männliche Kinderprostituierte, denen er rituell die Augen entfernt. Da sich der Polizeichef Theodore Roosevelt nicht in der Lage sieht, den Fall zu lösen, bittet er den Psychologen Dr. Laszlo Kreizler (gespielt von Daniel Brühl!) um Hilfe. Die Serie dreht sich dabei um Dr. Kreizler und sein Team, die im Geheimen eigene Untersuchungen anstellen.

    Der Einstieg in die Serie war etwas schleppend und eher unspektakulär, wenn auch nicht unbedingt schlecht. Die Serie basiert auf einem von einem Historiker geschriebenes Buch und es zeigte sich deutlich, dass es weniger um eine spannende Handlung oder gut erzählte Charaktere geht, sondern viel mehr um die Darstellung New Yorks im Jahre 1896 und bestimmte Themen und Motive. Auch wenn es sehr interessant war zu sehen, wie der damalige Blick auf die Psychologie war oder die Rolle der Frau aussah, fand ich die Umsetzung an vielen Stellen plump. Ich hatte oftmals das Gefühl gehabt, als würde die Serie dem Zuschauer nicht trauen, gewisse Aspekte zu verstehen, wenn man sie nicht ganz eindeutig benennen würde. Dadurch wirkt die Serie etwas unintelligenter als sie hätte sein können.

    Nichtsdestotrotz fand ich die Serie insgesamt gelungen. Sie ist kein Meilenstein und im ganzen Wirrwarr von 5000 Must-See-Serien, die jährlich erscheinen, nicht unbedingt sehenswert, aber man macht nichts verkehrt mit ihr.

  4. #864


    Thoroughbreds. Seltsames Ding. Extrem ruhig und gemächlich, mit vollkommen surrealem Sound Design, gerade für einen Teenie-Film – welche Teenies wollen sowas sehen? Das Poster oben verdeutlicht die Atmosphäre schon ganz gut, nur noch einen dicken Tacken dunkler. Ich fand es gerade deshalb / trotz allem faszinierend, aber ich bin auch froh, dass ich nebenbei irgendwelche Daten sortieren konnte. :<

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