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Thema: Now Watching - Post Apocalypse Edition in 48fps

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Aus meiner aktuellen Amazon-Rezension.

    Sindbad - Herr der Sieben Meere (1989)

    Es gibt Filme, die sind gut. Es gibt Filme, die sind schlecht. Und es gibt Filme, die Sindbad!




    Wahrhaft herrlich! Bei dieser italienisch-amerikanischen Koproduktion aus dem Jahre 1989 handelt es sich um einen der besten schlechtesten Filme, die es gibt. Enzo G. Castellari inszenierte das Abenteuer über den berühmten Seefahrer aus den Erzählungen von Tausendundeiner Nacht... und seine tollkühne Gefolgschaft, bestehend aus Wikinger, Zwerg und Asiaten-Kampfkunst-Stereotyp - wait, what?! Wenn das noch nicht seltsam genug klingt, dann freut euch schonmal auf die Gehirnkontrollmaschine des fürchterlich bösen (und aufbrausenden) Fieslings Jaffar ^^ Wer sich nun denkt "Hey, die Geschichte kenne ich aber irgendwie anders", der liegt verdammt richtig. Der Film versucht gleich zu Anfang darüber hinwegzutäuschen, indem er sich nicht auf das Original, sondern befremdlicherweise auf Edgar Allan Poe bezieht, der tatsächlich einst eine kurze Fortsetzung namens "Scheherazades 1002. Erzählung" geschrieben hat. Aber wer sich die Mühe macht, darauf mal einen Blick zu werfen, der wird schnell feststellen, dass der vorliegende Film auch hiermit nicht allzu viel gemein hat, sondern stattdessen größere Schnittmengen mit der Ikonographie der Power Rangers bestehen.

    Und das kann verdammt unterhaltsam sein! Im Ernst, ich bin kein großer Trash-Aficionado. Ab und zu sind die Filme so schlecht, dass sie schon wieder irgendwie gut bzw. unfreiwillig komisch sind, aber meistens herrscht für mich pure Langeweile. Dieser hier jedoch ist ein Musterbeispiel für erstere Kategorie, denn auch wenn er sich bestimmt nicht immer hundertprozentig ernst nimmt sondern eher eine verspielt-lockere Stimmung vermittelt - ein derartig hirnverbranntes Werk hatten die Macher ursprünglich sicherlich nicht im Sinn. Dass dieser Film so viel Spaß macht, liegt vor allem daran, dass trotz aller Facepalm- oder Lachkrampf-würdigen Momente stets ein gewisser Charme vorhanden ist. Das Gleiche darf sogar mit starken Einschränkungen über die Production Values gesagt werden, die für ihre Zeit zumindest ein gewisses Mindestniveau halten können (da gibt es wesentlich Schlimmeres).

    Der einzige nennenswerte Schauspieler ist jener, der die Titelfigur verkörpert: Lou Ferrigno wird manchem noch als Der unglaubliche Hulk aus der gleichnamigen Serie (1978-82) bekannt sein und glänzt hier mit seinen riesigen Muskelbergen und einem sympathisch-dämlichen Lächeln. Genau genommen sind die Leistungen der Darsteller aber durch die Bank unter aller Kanone und teilweise wundervoll over the top. Das gilt vor allem für den oben bereits erwähnten, sagenhaft unbeherrschten Antagonisten.
    Was gab es noch? Billigst-Soundtrack aus dem Synthesizer? Check. Action-Szenen in unnötiger Zeitlupe? Check.
    Durch die Rahmenhandlung - eine Mutter erzählt ihrer Tochter eine Gutenachtgeschichte - machen es sich die Autoren wahnsinnig einfach, indem sie die halbe Handlung per Voiceover der Mutter erzählen lassen. Das ist besonders dann ulkig, wenn man im Film die Charaktere manchmal sprechen sieht, aber kein Dialog sondern nur die Erzählerin zu hören ist. Dabei sind Dialoge und Text eigentlich das große Highlight, sowohl in der "gelungenen" deutschen Synchronisation, als auch auf englisch. Eine Kostprobe:

    (Sindbad ist alleine im Verlies und fängt ernsthaft in obercoolem und selbstsicheren Ton an, mit einer vorbeikriechenden Schlange zu reden, warum auch immer)
    "Die Menschen hassen dich, nicht wahr? Weißt du, du hättest dir damals die Geschichte mit Adam und Eva verkneifen müssen."
    Ich kann gar nicht ermessen, auf wie vielen Ebenen das behämmert ist ^_^ Und was er anschließend erst noch mit besagter Schlange und ihren Artgenossen macht...

    Aber ich möchte nicht alles vorweg nehmen. "Sindbad - Herr der Sieben Meere" muss man ohnehin mit eigenen Augen gesehen haben, um es zu glauben. Mir fällt es naturgemäß schwer, hierfür eine eindeutige Wertung abzugeben. Es ist gewissermaßen ein Film, der objektiv nur einen, subjektiv aber volle fünf Sterne verdienen würde! Als Kompromiss treffe ich mich in der Mitte und vergebe drei. Wer einen ernsten, anspruchsvollen Abenteuerfilm mit hohem Immersionsfaktor und Spannung sucht, der ist hier völlig falsch. Aber nicht nur Trashfans werden an diesem filmischen Unfall ihre helle Freude haben. Es ist ein Erlebnis für die ganze Familie: Die jungen Kids nehmen das vielleicht noch für voll und werden aufregend unterhalten, während die erwachsene Generation die eigenen, glücklich geflossenen Tränen trocknen muss, wie ich es tat, als ich ihn zum ersten Mal sah (und ständig unterbrechen musste, bis ich mich wieder eingekriegt hatte). Daumen hoch!

    Geändert von Enkidu (14.01.2015 um 19:26 Uhr)

  2. #2
    Gut, dann entjungfere ich mich auch mal in diesem Thread. Grade auf amazon eine Review zu "The Legend of Hercules" von Renny Harlin geschrieben.

    Oh boy.

    Oh boy, is der Film kacka.

    Zitat Zitat
    Ich habe schon viele Filme gesehen, und auch schon viele schlechte. Aber nur selten ist mir so ein Totalausfall wie der hier untergekommen. Das Asylum-Studio, seines Zeichens Schöpfer solcher Edel-Perlen wie Sharknado, Sharktopus oder Sandsharks hätte einen Film über Hercules nicht schlimmer verbrechen können. Es ist, als hätte Regisseur Renny Harlin "Gladiator" geguckt und gesagt: "Das kann ich auch, aber viel schlechter!"

    Die Handlung ist altbekannt, wurde aber aufgrund des mickrigen Budgets derart grausam zurecht gestutzt, dass man die antike Vorlage höchstens noch an den Namen der Charaktere erkennen kann. Apropos Charaktere: Die Schauspieler hier spielen nicht. Sie schreien. Die ganze Zeit. Scott Adkins glänzt hier an vorderster Front, und rennt als böser König Amphitreon die ganze Zeit brüllend und mit einem Gesicht durch die Gegend, als hätte er sich gerade auf einen Kaktus gesetzt. Kellan Lutz als Hercules dagegen spielt mit einem Gesicht wie in Stein gemeißelt. Auch der Rest der Riege wirkt nicht, als hätten sie gewusst, wofür sie hier unterschrieben haben.

    Das Drehbuch ist ein Heuler sondergleichen. Die Dialoge sind so grottig, dass man davon ausgehen muss, dass die Akteure deswegen so schlecht spielen, weil sie das Skript erst lesen durften, nachdem sie mit ihrer Unterschrift ihre Seele an dieses Teufelswerk verkauft hatten, und verzweifelt versuchten, etwas zu retten. Wobei sie scheiterten. Der ganze Ablauf ist so gaga, dass man sich die Haare vom Kopf reißen möchte.

    Das schlimmste aber sind die Effekte. Man sollte meinen, dass ein Regisseur ein Gespür dafür hat, wann das Budget aufgebraucht ist. Nicht so hier. Die Kostüme sehen aus wie vom Flohmarkt, das CGI ist auf dem Niveau dieser lustigen BBC-Dinosaurier-Dokus von vor 10 Jahren.

    Eines der schlimmsten Beispiele ist aber ganz klar der nemäische Löwe, gegen den Herkules am Anfang kämpft. Also, dass Herk nach nur zwei Stunden von der "weiten Reise" wieder zurück kehrt (Und dabei ein perfekt gereinigtes, blutfreies Löwenfell trägt) könnte ich ja noch verzeihen. Man ist ja kein Unmensch. Nicht aber, wie schlecht der Kampf gegen den Löwen aussieht und gemacht ist. Ging hier schon gleich zu Beginn das Geld aus, oder warum wurde der Löwe mithilfe einer offensichtlich handgesteuerten Puppen-Animatronik umgesetzt? Der steht da auf der Klippe und bewegt sich ungefähr so realitätsgetreu wie die Figuren in der "Piraten von Batavia"-Bahn im Europa-Park. Das erinnert an die Action aus Jules-Verne-Verfilmungen der 50er-Jahre. Nur dass man heute auch keinen Charme-Bonus mehr geben kann.

    Nicht einmal meinem schlimmsten Feind wünsche ich, diesen Film durchstehen zu müssen. Wer auch immer dieser Grütze eine gute Wertung gibt, ist entweder blind oder geisteskrank. Das hat auch nichts mehr mit persönlichem Geschmack zu tun. Dieser Film ist schlecht. Tatsache. Ein Film wie Sandsharks ist wenigstens lustig-schlecht oder gaga-schlecht. Der hier ist einfach nur schlecht-schlecht. Er ist wie eine Portion Ipecac-Sirup, vermischt mit Bananen und Sprite. Das pure Brechmittel. Würde man die Inquisition wieder einführen, könnten sie diesen Film als Foltermethode benutzen. Alle Gefangenen würden sofort gestehen. Ich würde dem Ding minus 10 Sterne geben, aber das geht leider nicht. Immerhin ist der Film bei den Razzie Awards in fast allen Kategorien nominiert. Das will schon was heißen.

  3. #3
    The Interview beginnt an und für sich ganz handzahm, nimmt in der Mitte etwas Fahrt auf und geht dann gegen Ende hin auf fantastische Art und Weise von den Gleisen. Ich kann irgendwo nachvollziehen dass Nordkoreaner den Film nicht sonderlich lustig finden - aber meine Güte, ich hab dafür umso mehr gelacht.

    "They hate us 'cuz they ain't us!"
    "No, they hate us 'cuz we is us and what we is doing is fucking horrible!"

    8/9 potentiellen Weltkriegen, meiner Meinung nach hätte man gut eine Viertelstunde aus dem Film schneiden können ohne viel zu verlieren - aber alles in allem ist das Gezeigte sehr sehr lustig und wunderbar makaber.

  4. #4

    It Follows

    Seit langem mal wieder ein Horrorstreifen, der mir richtig gut gefallen hat. Tolle und beklemmende Atmo, vorallem dank des überragenden Soundtracks. Unbedingte Empfehlung.

  5. #5

    Badass Freakin' Administrator
    stars_admin
    Bin vorhin aus dem Kino gekommen, wo ich mir folgenden Film angeschaut habe:

    Sein wir mal ehrlich, die Story von Terminator ist inzwischen ein einziges Durcheinander. Dennoch hat der Film sehr viel Spaß gemacht und Arnie war einfach großartig. Und wer hätte es gedacht, aber DER Doktor ist Skynet! Der Film war jedenfalls um Welten besser als die beiden Vorgänger. Die Kritiken im Internet und von den ganzen Film"spezialisten" sind mir dabei total egal.

  6. #6
    Terminator Genisys
    Meinem Vorredner kann ich mich leider nicht anschließen. Der Film war nicht schlecht, aber, wenn auch nicht mit Abstand, für mich eindeutig die schwächste Fortsetzung. Das hängt auch damit zusammen, dass der Film genau das verkörpert, was die Franchise jetzt eigentlich nicht gebrauchen kann. Kritisiert an Salvation so viel wie ihr wollt, der Film hatte ein neues und interessantes Setting und versuchte sich gleich an mehreren neuen Figuren, die etwas Abwechslung reinbrachten. Genisys dagegen wirkt wie ein Patchwork aus vorwiegend alten Ideen und Figuren, ein Recycling der Vorgänger oder, böse gesagt, wie eine Resterampe. Der Humor in Rise of the Machines war cleverer, in Genisys ist er zwar wenigstens überhaupt wieder vorhanden (im Gegensatz zu Salvation), beschränkt sich jedoch meistens auf die gewohnten Situationen bzw. Sprüche und Zitate. Rentner-Arnie wurde zwar gut integriert, aber bedeutet für mich nicht wie offenbar für manch anderen eine automatische Qualitätssteigerung durch Nostalgie-Bonus.
    Ich habe (bekanntermaßen?) ja eine ziemliche Abneigung gegen Zeitreisen als Plotdevice, zumindest wenn sich die Geschichten der Filme selbst recht ernst nehmen. Nun, Genisys ist ein absolutes Musterbeispiel dafür, warum ich sowas nicht leiden kann. Terminator als Franchise bräuchte weniger Brimborium und Komplexität, schaut euch nur mal an, was für eine im Grunde einfache Story das im ersten Teil noch war - und mit Abstrichen gilt das auch für die Fortsetzungen. Der aktuelle Teil dagegen übertreibt völlig mit diversen Zeitsprüngen, pseudowissenschaftlichen Technobabble-Erklärungen (schlimmer als Star Trek zu seinen besten Zeiten!) und Veränderungen der bisher bekannten Timeline. Nein, mit den Änderungen an sich habe ich kein so mächtiges Problem wie anscheinend einige Hardcore-Fans, die sauer sind, dass nun effektiv die anderen Filme ausradiert wurden (selbst die guten -_^). Aber war es wirklich nötig, so etwas in drei verschiedenen Zeitebenen spielen zu lassen? Noch dazu entstehen dadurch klaffende Logiklöcher. Klassischer Fehler: Wie bekloppt muss man sein, um zu einem Punkt ein paar Stunden vor der Apokalypse zu springen, wenn man sich stattdessen alle Zeit der Welt lassen und über zehn Jahre an der Problemlösung arbeiten könnte? Selbst wenn man argumentiert, dass sie vorbereitet und trainiert genug waren, wäre es mehr als sinnvoll gewesen, sich ein paar Monate Spielraum zu lassen. So oder so - die Timeline ist inzwischen ein einziges, chaotisches Durcheinander. Ich dachte vorher schon, es sei recht abgefuckt, aber mit Genisys haben sie es auf die Spitze getrieben.
    Den großen Twist schon in den Trailern zu spoilern war eine der krassesten Fehlentscheidungen, die ich seit langem bei irgendeiner Film-Werbekampagne gesehen habe. Das macht hier noch viel mehr aus als damals die Sache in T2. Man wurde quasi im Vorfeld des größten WTF?-Momentes beraubt, wodurch der Film massiv an Reiz verliert, weil sonst einfach nicht mehr allzu viel geboten wird. Die Figur um die es geht in eine solche Richtung zu lenken, war originell und mutig. Wenn es schon bekannte Charaktere sein müssen, wie oben kritisiert, dann doch wenigstens so überraschend anders. Doch auch hier gäbs einiges zu mäkeln. Ich beschränke mich einfach mal darauf zu sagen, dass ich die Beweggründe nicht verstanden habe. Besagte Figur scheint prinzipiell noch sie selbst zu sein, wurde sie einfach nur "umprogrammiert"? Das wäre doch etwas zu billig und einfach. Wie kommt diese völlige Kehrtwende zustande? Und wäre es nicht abgefahren gewesen, mit ihr eine Art dritte Partei zwischen Menschen und Skynet/Maschinen ins Spiel zu bringen, die ihre eigenen Ziele verfolgt? Stattdessen gibts wieder nur einfachstes Gut gegen Böse.
    Die Musik von dem zu Recht weitgehend unbekannten Komponisten Lorne Balfe bleibt leider total ausdruckslos. Sogar das berühmte Titelthema wird lediglich kurz im Abspann angespielt :-/ Die Action war in Ordnung, aber wenn ich diesbezüglich an die Verfolgungsjagden aus Judgment Day und Rise of the Machines denke, hat Genisys nicht viel entgegenzusetzen.
    Das klingt jetzt alles seeehr negativ. Aber eine Katastrophe war es nicht. Ich fühlte mich schon ganz gut unterhalten, und der Film bietet einige coole Stellen, besonders in der ersten ("Kennenlern"-)Hälfte. Die kurzen Szenen vom Krieg in der Zukunft haben (eigentlich wie immer ^^) gerockt, am liebsten hätte ich dort noch etwas mehr Zeit verbracht. Positiv überrascht hat mich Emilia Clarke, die imho eine überzeugende Vorstellung als Sarah Connor abliefert und hier außerdem die sympathischste Inkarnation des Charakters darstellt. Vor Jai Courtneys Kyle Reese hatte ich im Vorfeld Bammel, denn in Die Hard 5 fand ich den Schauspieler furchtbar. Doch in Genisys war er nicht so schlimm wie befürchtet, besser noch, Clarke und er sind nicht gänzlich ohne Chemie. Dann zündet auch der Running Gag mit Arnies Drängen zur "Paarung" *g* War vielleicht nicht mit der Altersfreigabe kompatibel, aber ich hätte es dann doch passend gefunden, wenn das auch vollzogen worden wäre -_^ Etwas mehr Zweisamkeitsgefühl trotz brutaler Umstände, das hat diesmal irgendwie gefehlt, war aber ein großer Pluspunkt in Teil 1 und 3. Jedenfalls viel wert, dass der Film nicht an den Hauptrollen krankt.
    Ebenfalls erfreulich waren viele Kleinigkeiten oder oberflächlichere Aspekte. Zum Beispiel fand ichs super, dass die Terminatoren endlich wieder als Infiltrationseinheiten vorkommen und diese ursprüngliche Funktion extra betont wird. Dann diese Sache mit der Genisys-App aus dem Titel. Das war schon raffiniert, das alte Thema auf diese Weise stärker der heutigen Zeit anzupassen. Früher war Skynet ein rein militärisches Projekt, jetzt wird man gewissermaßen ganz persönlich auf die eigene Technik-Abhängigkeit angesprochen ^^ Das hätte ruhig noch in ein paar philosophischeren Dialogzeilen erörtert werden können, wenn ihr mich fragt. Oh, und darüber hinaus war da noch das Design. Die Farben und all das orientieren sich klar an den beiden Cameron-Klassikern, und die T-1000 Effekte sind heute natürlich nicht mehr halb so beeindruckend, wie vor über 20 Jahren. Aber wer visuell wirklich die Show stiehlt, ist der neue T-3000. Das hatte echt was und sah gerade in angeschlagenem Zustand klasse aus.
    Unterm Strich fällts mir sehr schwer, Genisys einzuordnen. Kaufen werd ich mir den bestimmt, schon aus Filmreihen-Verpflichtungen (wenn man einmal angefangen hat zu sammeln... xD). Leider macht der fünfte Teil zu wenig wirklich neu, und das, was er neu macht, macht er nicht immer gut, sondern verwirrt eher mit seiner Timetravel-Firlefanz-Handlung. Was diese Serie braucht, wäre ein deutliches Back-to-Basics, gerne auch ganz ohne Zeitreisen, aber dafür mit ein paar neuen prominent vertretenen Charakteren und Orten. J. K. Simmons wurde diesmal total verschwendet, das war ja kaum mehr als ein Cameo-Auftritt, sehr schade.
    Nun frage ich mich, wie es weitergehen soll? Theoretisch könnte man Genisys auch einfach so stehen lassen, trotz Zusatzszene im Abspann. Aber die Rede war von einer Trilogie, wie auch schon bei Salvation. Immer dieser schädliche Übermut, sie sollten lieber einen nach dem anderen die bestmöglichen Geschichten erzählen, als könnte es die letzte sein. Erstaunlicherweise entspricht Genisys mitunter dem, was damals über die geplanten Salvation-Sequels enthüllt wurde (quasi ein Krieg, quer durch alle möglichen Zeitlinien). Da ich die aktuellen Versionen der bekannten Protagonisten mochte, habe ich die Vermutung, dass sie erst in Fortsetzungen ihr wahres Potential entfalten würden und ich hätte nichts dagegen, wenn die Schauspieler die Rollen erneut übernehmen. Schon wieder jemand anderes, das wäre langsam etwas lächerlich, nachdem sooo viele Leute Sarah und John gespielt haben. Vielleicht wurden interessante Elemente genau für diese Sequels zurückgehalten - insbesondere bleibt die Frage offen, wer Sarahs Beschützer-Arnie in die Vergangenheit geschickt hat.
    Das Problem ist bloß, dass es im Moment so aussieht, als würde es dazu nicht mehr kommen. Paramount mag unter Druck stehen, da die Rechte soweit ich weiß 2019 an Cameron zurückgehen. Doch nach dem schwachen Einspielergebnis dürften Sequels definitiv auf der Kippe stehen und werden inzwischen unwahrscheinlich geworden sein. Wenn man Marketing mit einberechnet, hat das Studio an dem Film noch keinen einzigen Dollar verdient. Ein Break Even ist noch drin, aber Erfolg sieht anders aus, ganz anders. Das hier ist Underperforming par excellence, und das, obwohl es der erste Terminator-Film ist, der ab 12 freigegeben wurde bzw. ein PG-13 Rating bekommen hat. Die Minions haben in einem Drittel der Zeit fast das Doppelte eingespielt, während Jurassic World, der bald schon drei Wochen länger läuft, jetzt noch an den Kinkassen mehr verdient als Terminator, der irgendwo auf dem vierten Platz rumdümpelt. Und das ist traurig. Ich schätze, die Veröffentlichung fällt schlichtweg in eine Zeit, in der die Zuschauer der Franchise erstmal gleichgültig gegenüberstehen, weil sie davon übersättigt worden sind. Hier hätten eine längere Wartezeit und ein frischer Anstrich gut getan, und das gilt noch immer.


    Minions
    War ganz süß, das zentrale Trio echt amüsant und sympathisch, aber ein wenig enttäuscht bin ich schon. Der ganze England-Plot wirkte so gezwungen und zu Slapstick-lastig... Letztenendes hat man zu deutlich gemerkt, dass ein paar vernünftige menschliche Charaktere fehlen (warum nicht die Familie von der Autofahrt zur Messe ausgebaut wurde, sodass sie auch später noch eine Rolle spielt, ist mir schleierhaft). Despicable Me 1 und 2 sind um Längen besser, weil sie viel mehr Handlung und Emotion haben. Die Minions sind die geborenen Sidekicks und das sollten sie imho auch auf der großen Leinwand bleiben. Vielleicht können sie durchaus alleine einen Film tragen, aber nicht ohne die erwachseneren Zuschauer in der zweiten Hälfte ein wenig zu ermüden. Für die Sammlung auf BD brauche ich den nicht.

  7. #7
    Ich seh, Ich seh von Veronika Franz & Severin Fiala

    Die Zwillinge Lukas und Elias verbringen den Sommer mit ihrer Mutter in einer abgeschiedenen Luxusvilla auf dem Land. Ihr Mutter hat gerade eine Gesichtsoperation hinter sich, ihr Kopf ist fast völlig verbunden. Die Zwillinge zweifeln daran ob es sich dabei wirklich um ihre Mutter handelt. Hier ein Trailer wenn man mag:



    Österreichischer Horror. Selten so einen straightforward Ö-Horrorfilm gesehen. Hat alles was man braucht: ein viel zu großes Haus, eine psychobitchige Frau (Mutter?), creepy Zwillinge. Das alles in einem scheinbaren Arthaus-Gewand, aber davon darf man sich nicht täuschen lassen. Es ist ein waschechter Horrorfilm. Der super aussieht und bei mir auch ganz gut funktioniert hat. Mein Kinobegleitung wusste zwar schon nach einer halben Stunde wie es ausgeht, war ihr dann aber auch egal. Ich hab's dann erst später gerallt, aber das hat dem Grusel und Ekel auch keinen Abbruch getan. Kann man machen!

  8. #8
    Fack Ju Göthe
    Mann, auf den Film gingen ja vor einer Weile alle übelst steil. Nachdem ich so viel und ausschließlich Positives davon gehört hatte, habe ich ihn nun auch bei FreundInnen auf einem DVD-Abend geguckt... Und der Eindruck hat sich bestätigt, dass deutsche Komödien so gar nicht mein Ding sind. Ich würd nicht sagen, dass der mies war, da gibts ganz andere Filme. Jedoch gäbs Kritikpunkte zu Hauf, die für mich die Unterhaltung und Qualität stark geschmälert haben. Dazu zählt in erster Linie, dass alle vorkommenden Figuren im Grunde keine Charaktere, sondern die reinsten Karikaturen sind. Kaum einer dabei, der nicht hoffnungslos überzeichnet wäre - und ich red hier nicht unbedingt (nur) von den Schülern (Boah, war die von Karoline Herfurth gespielte Lehrerin /weibliche Hauptrolle zu dick aufgetragen!). Für einen ganz bestimmten Geschmack mag es dadurch lustiger werden, ich hingegen find es witziger, wenn die Personen prinzipiell glaubhaft sind und dadurch ihre Eigenheiten umso deutlicher zum Vorschein kommen bzw. dann auch in der Geschichte eine nachvollziehbarere Funktion haben. Einfach ausgedrückt, ein ganz klein wenig subtiler und dafür weniger mit dem Holzhammer. Ein anderes Thema wäre, wie brutalst der Film mit Klischees und uralten Story-Versatzstücken gespickt war, trotz der durchaus amüsanten Ausgangssituation (wollte erst das Adjektiv "originell" benutzen, aber dann fiel mir ein, wie oft das mit dem deponierten Schatz schon anderswo vorkam). Hat man alles schonmal irgendwo gesehen. Vielleicht eine der größeren Sünden darunter: Der Liar-Reveal, hier überdeutlich ausgespielt. Darüber hinaus ging mir das mit dem Sinneswandel der Klasse und dem des Protagonisten im späteren Verlauf viel zu schnell. Hauptsächlich sind es M'Bareks Sympathie-Pluspunkte, die Fack Ju Göthe irgendwie retten können.

  9. #9


    Predestination

    Was ein Mindfuck. Sehr sehr guter Time Travel Film von dem ich bis vor kurzem noch nie was gehört habe. Sehr interessant und empfehlenswert. Allerdings darf man keinen Action Film erwarten.

  10. #10

    Badass Freakin' Administrator
    stars_admin
    Vorhin in der Vorpremiere bei uns in der Stadt gewesen. Und, hast du mir gefallen?

    Das Bild sagt eigentlich alles!
    Ich verrate hier nichts, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt (hab schon lange nicht mehr so viel bei einem Film gelacht und für einen Marvel-Film ist er ziemlich deftig und vulgär).

  11. #11
    Samurai Cop ist wahrscheinlich der großartigste Film aller Zeiten der mich jemals an den Rand eines Hirnausfalls gebracht hat. Ich weiß immer noch, was zum Geier ich geguckt habe.


    ... these son of a bitches!

    Edit: Der zweite Teil ist ein absolut furchtbarer Klumpen Scheiße.

    Edit 2: never mind, er brauchte nur ne halbe Stunde um absolut großartig zu werden.

    Geändert von T.U.F.K.A.S. (11.02.2016 um 18:03 Uhr)

  12. #12
    Zitat Zitat von Knuckles Beitrag anzeigen
    Vorhin in der Vorpremiere bei uns in der Stadt gewesen. Und, hast du mir gefallen?

    Das Bild sagt eigentlich alles!
    Ich verrate hier nichts, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt (hab schon lange nicht mehr so viel bei einem Film gelacht und für einen Marvel-Film ist er ziemlich deftig und vulgär).
    Bin gerade aus dem Kino, und kann dem Bild nur zustimmen . Backgroundinfo meinerseits: Ich bin kein Comicleser (die alten Micky Maus-Hefte von vor 16 Jahren zähle ich nicht dazu^^) und kenne Deadpool bisher nur über Meme-artige Seiten - aber da mir bereits bei den Memes der Humor zusagte, bin ich ohne groß zu überlegen in den Film gegangen. Kurz und bündig: Wer mit dem Humor von Deadpool etwas anfangen kann, kann bedenkenlos reingehen. Es gibt keine Fremdschäm-Momente, der Charakter macht einfach Laune und trägt den Film fast allein. Ich bin wirklich begeistert, wie nahtlos auch die ernsten Thematiken, die während der Story angesprochen werden, zu Deadpool passen - er ist nicht "nur" der herumhampelnde Irre, was den Film trotz gelegentlich platter Witze nicht plump wirken lässt.

    Alles in allem: DVD wird definitiv gekauft werden, sobald die draußen ist (ja, ich bin altmodisch, ich hab noch keinen BluRay-Player^^). Meine Erwartungshaltung wurde vollkommen erfüllt; der Film erlaubt sich einige Zoten, die ich einem so großen Film nicht mehr zugetraut hätte. Kann Knuckles nur zustimmen: Hab schon lange nicht mehr im Kino so oft lachen müssen...

    Geändert von Manuel (11.02.2016 um 21:29 Uhr)

  13. #13
    Nachdem ich jüngst durch Fargo einen Narren an Patrick Wilson gefressen habe und ich den Film dank Kurt Russells Bart in The Hateful Eight schon auf dem Schirm hatte, habe ich mir neulich endlich mal Bone Tomahawk angeschaut. Ein ganz netter Western mit Horrorelementen und guten Darstellern. Dazu noch der für mich grausamste Filmtod seit der Kiefer-Szene von Mirrors q_q

    Gruß
    Stoep

  14. #14
    Incoming heresy:

    Der Pate (1972)
    Nun auch endlich mal diese Bildungslücke geschlossen. Hatte mich immer drum herum gedrückt, weil ich mir dachte, dass das inhaltlich nix für mich ist - leider zu recht. Handelt sich nunmal wirklich um ein pures Drama, und mit denen konnte ich noch nie so viel anfangen. Ich mein - ich erkenne schon an, dass das ein guter Film ist. Vor allem die Schauspieler waren klasse. Aber der ganze Hype? Nee. Sei es das Thema und Setting, oder einfach nur meine etwas moderneren Sehgewohnheiten was Unterhaltung angeht, aber Der Pate hatte für meinen Geschmack viele Längen, die zwar oft die Tiefe der Charaktere ein bisschen erweitern konnte, nicht aber die Handlung. Und dabei war man als Zuschauer schon gefordert, aufmerksam zu bleiben, weil man sonst den Überblick verliert. Konnte man sich mal geben, aber ist nichts, was ich mir jemals nochmal anschauen wollen würde. Mich beschleicht das Gefühl, dass ich The Godfather um einiges besser gefunden hätte, wenn er wenigstens eine halbe Stunde kürzer gewesen wäre. So wie es ist, wurde imho etwas mit Höhepunkten gegeizt.


    Der Pate - Teil 2 (1974)
    Wow. Der erste Teil war trotz einiger Schwächen meiner Ansicht nach immerhin noch eine runde Sache. Ich wusste schon seit Jahren, dass der zweite Film gleichzeitig ein Sequel und über Rückblenden auch ein Prequel darstellt, und auf dem Papier finde ich diesen Ansatz faszinierend und verheißungsvoll. Aber dieser Film, angeblich einer der besten aller Zeiten, hat mich wirklich enttäuscht. Vielleicht muss man einfach "drin" sein in der Materie, um das genießen zu können? Ich habe mich gelangweilt, was einerseits an dem Pacing aus der Hölle lag, andererseits daran, dass Part 2 die Manifestation des Adjektivs convoluted darstellt.
    Hier habe ich endgültig die Übersicht verloren, wer wann für wen welche Leute hat umbringen lassen, was so weit ging, dass es mir irgendwann völlig egal wurde. Ich hab nichts gegen epische Hintergründe mit verschiedenen, rivalisierenden Familien usw., aber wenn man ein großes Ensemble hat, dann muss man dem Zuschauer dieses nahe bringen und ohne nennenswerte Verwirrungen begreiflich machen. Ich hatte später deutliche Probleme, die einzelnen Charaktere abseits der Corleones noch sinnvoll zuzuordnen. Ich mein, ich muss bei Filmen nicht von Anfang bis Ende an die Hand genommen werden und alle Infos mit dem Löffel eingetrichtert bekommen, aber es spricht schon irgendwie für sich, dass dieses Werk so gut wie gar nicht funktioniert, wenn man nicht wenigstens den Vorgänger gesehen hat.
    Die Rückblenden waren zwar nicht schlecht, weil sie mit der historische(re)n Kulisse für ein wenig mehr Abwechslung sorgten, aber handlungstechnisch haben diese Abschnitte nach meinem Gefühl immer nur die zweite Geige gespielt. Darüber hinaus stellte ich mir bei der Beschreibung des Konzeptes vor, dass die Prequel und Sequel Abschnitte intelligent miteinander verknüpft und verwoben sind, sodass sie zusammenspielen und die früheren Geschehnisse die Gegenwart beeinflussen. Das war aber allenfalls sehr bedingt der Fall. Bestimmt habe ich ein paar Nuancen verpasst, aber das hing gewiss nicht so sehr zusammen, wie ich es mir gewünscht hätte, wenn denn überhaupt. Man könnte aus Part 2 auch locker zwei Einzelfilme machen und würde nicht viel an Subtext und Synergie verlieren. Oft schien mir das völlig losgelöst voneinander. Interessant außerdem, dass De Niro dafür den Oscar als bester Nebendarsteller bekommen hat. Nicht dass er schlecht gewesen wäre, ganz im Gegenteil, aber viel zu tun hatte er auch nicht und daher kaum Gelegenheit, um mit seinem Können zu begeistern (Ganz lustig aber, dass das das erste und bisher einzige Mal war, dass zwei verschiedene Schauspieler für die gleiche Rolle einen Academy Award bekommen haben - zwei Jahre zuvor Brando ebenfalls als Vito Corleone).
    Am schlimmsten war jedoch das Erzähltempo bzw. die Länge. Ich hab nicht kategorisch was gegen Filme, die fucking dreieinhalb Stunden lang gehen, aber das sollte die Ausnahme bleiben und dann auch inhaltlich begründet sein! Hier ist das für mich einfach nicht der Fall. Wie gesagt, man hätte ebensogut zwei Filme draus machen können. Manche Szenen ziehen sich eeewig hin um endlich auf den Punkt zu kommen. Am Ende war ich der Meinung, dass da bestimmt irgendwo ein guter Film im Material drinsteckt, aber Francis Ford Coppola so tief in seiner Geschichte versunken war, dass er zu viel von dem Zeug mit reingepackt hat, anstatt sich auf den Kern der Sache zu beschränken. Daher hier, ähnlich wie beim Vorgänger, aber in einer heftigeren Größenordnung: 45 Minuten weniger, und ich wäre geistig am Ball geblieben.


    Auf den dritten Part, der nach einhelliger Meinung nicht so toll sein soll wie die ersten beiden, habe ich dann schließlich gänzlich verzichtet. Schon die vorangegangenen sechseinhalb Stunden kamen mir wie Zeitverschwendung vor. Und tatsächlich eher wissen hätte ich das nicht können - bei so universell hohen Wertungen wo man auch hinschaut, sollte man vermuten dürfen, dass für jeden irgendetwas dabei ist. Naja.

    Ein Vergleichswert, bevor ich hier gesteinigt werde - Scarface (1983) hat zwar nicht den selben Stellenwert, aber ist den Pate-Filmen imho haushoch überlegen und obgleich es noch immer nicht wirklich mein Genre ist, spreche ich dem deutlich mehr Unterhaltungswert zu. Der weist diverse inhaltliche Parallelen zu den oben genannten Filmen auf und geht fast genauso lang wie der erste Teil vom Godfather, aber kommt deutlich straffer und zugespitzter rüber, ganz abgesehen davon, dass mir Pacino darin nochmal um Längen besser gefällt.

  15. #15
    A Girl Walks Home Alone at Night (2014)



    Ein iranisch-amerikanischer Vampir-Western in schwarzweiß Amerikanisch eigentlich nur deshalb, weil der im Iran sicher nicht so hätte gedreht werden können. Spielfilm-Debüt der jungen Regisseurin Ana Lily Amirpour. Haben den im persischen Originalton mit Untertiteln geschaut. Sind nur so ca. sechzehn Leute zur Vorstellung aufgetaucht, aber die waren hinterher alle sehr zufrieden und ich auch. Bin froh, bei der Programmgestaltung nur basierend auf dem Trailer (siehe unten) und auf die Empfehlung eines Kollegen hin dafür gestimmt zu haben.

    Das namenlose Vampir-Mädchen im Film, das die einsamen Straßen des deprimierenden Nests "Bad City" unsicher macht, muss eine der coolsten Vertreterinnen ihrer Zunft in diesem Medium sein Mit gestreiftem Shirt, Tschador und Skateboard wirkt das wunderbar unkonventionell und stylish, und Sheila Vand ist super hübsch und überzeugt in der Titelrolle vollkommen. Ansonsten wird die Geschichte vor allem aus der Sicht von Arash (Arash Marandi) erzählt, der sich mit nachlassender Geduld um seinen drogensüchtigen Junkie-Vater kümmert. A Girl Walks Home Alone at Night ist vermutlich nicht für jedermann - Action braucht man keine erwarten; es geht um Atmosphäre, Stimmung, und feine Charakterstudien vor dem Hintergrund einer ziemlich heruntergekommenen Gesellschaft mit Gaunereien, Drogenkonsum und Prostitution. Visuell eine Wucht, das Spiel mit Schatten und Kontrasten weiß zu faszinieren. Aber die Handlung hat ein paar kleinere Längen und viele sehr ruhige Momente, in denen vordergründig nur wenig passiert, damit muss man klarkommen.

    Manch einer hat Amirpours Stil mit Tarantino verglichen, und auch wenn ich behaupte, dass sie hiermit doch etwas ganz eigenes geschaffen hat, das mit viel weniger Worten auskommt und in vielerlei Hinsicht zurückhaltender ist, kann ich gut verstehen, woher diese Assoziationen rühren. Ach ja, und der Soundtrack war gut. Insgesamt ein sehr interessanter Film. Nicht perfekt, aber empfehlenswert, war mal etwas ganz anderes.




  16. #16


    Power Rangers war nett. Okay. Die menschliche Seite hat mir tatsächlich besser gefallen als alles, was Power-Rangers-related war, mit einem sympathischen Cast, einigen sehr herzigen Momenten und einem im Rahmen der Möglichkeiten gut verteilten Spotlight für die fünf. Ich habe mich aber auch gefreut, dass durch Rita und einige wirklich obskure Writing-Entscheidungen die Skurilität des Originals drin geblieben ist. Ich denke dabei besonders an Ritas Reaktion auf Crispy Cream und ihren Pokemon-artigen Abgang ... Interessant ist, dass Mythologie und Design zu 50% echt klug modernisiert wurden (die ganze Startszene und die Steinzeit-Angle!) und zu 50% seltsam altbacken und zu originalgetreu rüberkommen. Insgesamt hätte dem Film wohl eine deutlichere Richtung gut getan, aber hey, so hat man wenigstens die krassesten Fettnäpfchen vermieden. Um irgendeinen Kritiker auf Wiki zu zitieren: "the film achieves a functioning mediocrity we perhaps might have thought beyond this franchise", und das liegt genau an diesem Wischi-Waschi. Mit mehr Mut wäre vielleicht ein guter Film möglich gewesen, aber sein wir ehrlich, ein richtiges Fuck-up liegt bei einer mutigen Herangehensweise an dieses Franchise wohl erheblich näher. So bleibt natürlich ordentlich Raum nach oben für eventuelle Sequels; mögen sie uns trotz der schlechten internationalen Zahlen vergönnt sein.
    Ach ja, genau wie annodazumal, yellow ranger is best ranger, und ich bin jetzt scheinbar ein Fan von Becky G.



    Edge of Seventeen war ein sehr runder, sehr sympathischer und letztendlich sehr berechenbarer Coming-of-Age-Film. Ich kann ihm seine Klischeehaftigkeit aber nicht mal übel nehmen, da imho jede Generation ihre bodenständigen Genre-Vertreter gebrauchen kann, gerade in diesem Genre, in dem die Zielgruppe naturgemäß keinen allzu großen Medienhorizont mitbringt. Wir mögen die Coming-of-Age-Schinken unserer Zeit (oder der davor) bevorzugen, aber wir werden kaum einen 14-jährigen dazu bringen, sie zu sehen. Dann lieber ein gut gemachter Aufguss von Existierendem, der sich zeitgemäß mit denselben Themen beschäftigt. Außerdem richtig toller Cast, und das ist hier viel wert!



    Miss Peregrine's Home for Peculiar Children war besser als erwartet. Auf keinen Fall einer der richtig lamen Burtons, und offensichtlich ein Burton. Man merkt auch die Originalität der Literaturvorlage sehr deutlich, vor allem in den Bildern und Ideen, aber netterweise haben sie auch eine runde Story aus dieser Reihe zusammengezimmert. Nett. Ich hatte ja fest mit einem halben Cliffhanger gerechnet. Was den Film daran hindert, richtig gut zu werden, sind abermals die seltsamen Tonwechsel. Zeitweise ist er richtig, richtig heftiger Horror (Wer durch Augen getriggert wird ... Finger weg!), aber bspw. das Finale ist einfach nur ein lustiges lol-Fest. Das fand ich etwas schade, zumal gerade Burton diesen Wechsel doch eigentlich ganz gut hinkriegen kann. Trotzdem keine verschwendete Zeit im Flugzeug, wenn auch keine tief einprägsame Erfahrung.

  17. #17
    Killer Joe [2011]



    Einer der besten Filme von Matthew McConaughey, der Film hat mir sehr gefallen. Der Cast ist spitze und legt eine gute Leistung ab, aber ganz vornweg sind wie eingangs erwähnt McConaughey und Juno Temple. Sie spielt ihre Rolle mit Bravur, wie ich sie von ihren anderen Filmen gewohnt bin - vor allem ihre Körpersprache kann sie gut zur Schau stellen. Dass, was den Film aber wirklich ausmacht ist seine unkonventionelle Art mit Klischees zu brechen. Der Film ist nämlich richtig krank, die menschliche Natur die hier zum Vorschein kommt ist nicht massentauglich. Zwar sind die Gewalteinlagen nicht häufig, aber dafür in ihren Intensität sehr intensiv. Sehr zynisch und schwarzhumorig hat mich der Film richtig getroffen - im positiven Sinne. Da der Film indiziert ist, dürfte der nicht jedem bekannt sein. Wer aber auf Filme steht mit Szenen wo er nicht weiß ob er lachen oder schockiert schauen soll, dem kann ich den Film weiterempfehlen. Die Moral sollte man daheim lassen.

    Manchester by the Sea [2016]



    Was habe ich mir da bloß angesehen, auch nach knapp 2h bin ich nicht schlau aus diesem Film geworden. Nicht Fisch und auch nicht Fleisch, das war vielmehr ein Fehlgriff hoch 10. Der Film hat mich kalt gelassen, es nicht geschafft mich abzuholen. Das liegt vor allem an den Charakteren, die ihre Rolle zwar gut spielen aber keine wirkliche Bindung aufbauen konnten. Vor allem Cassey Affleck: Der Mann spielt beleibe seine Rolle nicht schlecht, aber der Film gab ihm überhaupt nicht die Chance mehr von ihm zu erfahren. Mir hat hier dieser berühmte Blick hinter die Fassade gefehlt - man hat von der ersten Minute an bis zum Schluss diesen gebrochenen Mann vor sich, der überhaupt keine Sympathie entwickelt. Eine leere Hülle, die nie mit Emotionen gefüllt wird (besonders in den tragischen Szenen, die ich hier nicht erwähnen werde). Auch ist Manchester by the Sea sehr zäh anzusehen, da er ruhig und ziemlich bodenständig präsentiert wird. Die Tragödien mit ihren Schicksalsschlägen habe ich in anderen Dramen besser inszeniert gesehen. Der Film macht zudem nie wirklich einen Schritt vorwärts, als würde er an Ort und Stelle festsitzen, da man ständig hofft es würde endlich mal vorwärts gehen, was aber nie passiert. Am Ende war ich trotz der teilweise guten schauspielerischen Leistungen von Manchester by the Sea sehr enttäuscht. Die Auszeichnungen für diesen Film sind mir (eigentlich wie immer bei den Oscars) ziemlich fragwürdig.

  18. #18

    Badass Freakin' Administrator
    stars_admin
    Shin Godzilla
    Der Film macht ja derzeit eine Kino-Tour bzw. wird bis einschließlich morgen nur in Spezial-Vorführungen gezeigt. Ich war gestern in einer OmU-Vorstellungen (am Mittwoch lief der Film dagegen mit dt. Synchro). Um es kurz und schmerzlos zu machen: Der Film ist verdammt anstrengend! SO viel Gelaber zwischen den Politikern, während Godzilla fröhlich alles zerstört. Wobei eine Sache das ganze Kino (zumindest die 20 Leute, die drin waren) amüsiert hat... die erste Form von Godzilla:

  19. #19
    So, wir haben am Wochenende Fast & Furious 1 bis 8 gesehen. Ich kannte bisher gar nichts davon und bin im Großen und Ganzen sehr gut unterhalten gewesen. Auch durchaus faszinierend, wie die schlechteren ersten vier Teile am Ende in einer richtig krassen Action-Reihe mit ordentlich Kontinuität münden, einschließlich dieser ersten Teile. Die werden also nicht unter den Tisch gekehrt, sondern durchaus in Ehren gehalten und mit eingebunden.

    1 fühlt sich unglaublich alt an, in vielfacher Hinsicht. Das verhindert, dass er heute noch so richtig gut sein kann (obwohl der Unterbau mit Figuren und Pacing und so durchaus was hat), aber dafür ist er dann halt auch ein schön obskures Zeitzeugnis.
    2 ist recht ähnlich, aber in wenigen Punkten fast schon trashig anders, kein guter Film, immer noch ziemlich veraltet (dat black humour) und letztendlich auf seine eigene Art unterhaltsam.
    3 ist sehr seltsam, mit nem gefühlt 35-jährigen, der eine japanische High School besucht, und dem am lächerlichsten japanisch grinsenden Schurken, den ich je gesehen habe. Dafür macht er sehr unterhaltsame Sachen mit seinem Setting und hat als erster Film der Reihe ein paar ziemlich coole Bilder.
    4 ist wieder "back to the roots", was ihm gut tut, nicht zuletzt wegen dem Return of the Diesel. Paul Walker kann langsam schauspielern. Leider habe ich den Film sofort nach dem Gucken wieder vergessen, was ungefähr beschreibt, wie eingängig er ist.
    Für 5-8 mach ich es kurz: Die waren alle richtig, richtig geil. Ich will da keinen Favoriten wählen, weil sie endlich einen konsistenten Charakter haben, interessante Sachen mit ihren Charakteren machen, zunehmend coole Schurken einführen und ausnahmslos krasse und einprägsame Szenen und Ideen haben. Man kann überall Sachen und vor allem gewisse Logikfragen kritisieren, aber die werden halt routiniert hinweggefegt. Hin und wieder sind sie auch ziemlich emotional geworden (ich sag nur Ende von Teil 7 und generell FAMILY).

    Man guckt die ersten vier also am besten, um reinzukommen, und dann geht es richtig los. <3

  20. #20
    Hab eben John Woos Red Cliff im TV gesehen und fand den nicht gut. Handelt von einer bekannten Auseinandersetzung aus der chinesischen Geschichte im dritten Jahrhundert. Weiß grad gar nicht, ob es der Zusammenschnitt beider Teile für den Westen war oder einer der beiden Hälften in voller Länge, aber macht im Grunde keinen großen Unterschied für meinen Gesamteindruck, denke ich. Vielleicht sprechen die meisten Chinesen einfach nicht die richtige Filmsprache, um mich zu unterhalten, aber für mich war das so ziemlich das Gegenteil von fesselnd. Eine nicht enden wollende Abfolge von Schlachtengetümmel und Kriegsgelaber, dem völlig ein emotionaler Unterbau und mitreißende individuelle Charakter-Arcs fehlten. Trocken und durchweg mit zu viel Pathos.

    Eins muss man dem Film (bzw. den Filmen) in jedem Fall lassen, die Production Values waren klasse. Kostüme, Kulissen, Effekte und Action können überzeugen. Die Schauspieler schienen auch nicht soo übel, wobei ich das durch die teilweise irritierende deutsche Synchronisation nicht umfassend beurteilen kann. Manche Kameraeinstellungen waren mir aber zu aufdringlich und teilweise sogar unfreiwillig komisch (die Gesichter der beiden sich unterhaltenden Typen am Ende sind zum Beispiel so nah beieinander, dass man meinen könnte, die fangen jeden Moment an, sich zu küssen xD). Red Cliff stand eigentlich noch auf meiner Watchlist. Bin heute zufällig drüber gestolpert und froh, dass ich den abhaken kann. Schade, dass der nicht mehr zu bieten hatte.


    Zitat Zitat von Knuckles Beitrag anzeigen
    Shin Godzilla
    (...) Wobei eine Sache das ganze Kino (zumindest die 20 Leute, die drin waren) amüsiert hat... die erste Form von Godzilla:
    http://i.imgur.com/eSgiJz4.jpg
    Hab den Film zwar noch nicht gesehen, aber die fraglichen Szenen schon, und ehrlich gesagt erscheint mir diese Form nicht amüsant, sondern durch die offen starrenden Augen auf eine verdrehte Weise befremdlich bis verstörend, ganz in klassischer Hideaki Anno Manier *g*

    Geändert von Enkidu (14.05.2017 um 03:26 Uhr)

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