So, fertig mit Toaru Majutsu no Index.

Letztlich fand ich den Anime weder besonders gut noch besonders schlecht. Ich denke, man hätte aus der Grundidee viel mehr machen können, aber irgendwie war so viel in diesem Anime absolut mittelmäßig, dass es mir schwerfällt, eine einzige Änderung zu definieren, die den Unterschied ausgemacht hätte. Ich zähle mal ein paar Schwächen auf, die mir aufgefallen sind:

Die Charaktere. Touma ist mal wieder so ein furchtbar langweilige Hauptcharakter à la Shirou Emiya. Zwar hat er (im Gegensatz zu Shirou) auch ein paar gute Momente, aber in den entscheidenden Momenten nimmt er immer wieder die Rolle des generischen Shounen-/Harem-Protagonisten ein. Dabei mag ich viele der Shounen-Klischees sogar, wenn sie gut umgesetzt sind.
Auch Index' Persönlichkeit ist reichlich eindimensional. Irgendwie mochte ich sie zwar trotzdem, aber von Anfang bis Ende war alles wie erwartet; keine Überraschungen. Selbst in der Geschichte hat Index eine erstaunlich unwichtige Rolle gespielt, auch wenn sie eigentlich Dreh- und Angelpunkt der Handlung hätte sein sollen. Davon hat man aber wenig gemerkt.
Noch schlimmer waren die Antagonisten, die wirklich fast durchgehend von irgendwelchen unsinnigen Motiven getrieben wurden und nicht wirklich nachvollziehbar handelten, mit ein bis zwei Ausnahmen vielleicht. Das ist irgendwie bei den allermeisten Shounens so. Selbst die, die sonst durch hervorragende Charaktere glänzen, wie Fullmetal Alchemist, haben dann trotzdem einige erstaunlich eindimensionale Antagonisten.
Die anderen Charaktere waren soweit okay. Misaka hätte sich meiner Meinung nach etwas mehr aus der stereotypischen Tsundere-Rolle lösen können, und irgendwie sind alle Charaktere in keinster Weise besonders gewesen. Alles habe ich irgendwo schon mal in der Form gesehen, und kein Charakter wurde hier besonders gut umgesetzt.

Das Thema. Magie versus Wissenschaft ist grundlegend ein interessantes Konzept, aber in Toaru gab es von Anfang bis Ende keine großen Überraschungen und deshalb ist es auch nie wirklich interessant geworden. Schlimmer noch fand ich die teils äußerst wirren Erklärungen, die die Story logisch machen sollten. Das hat aber oft nicht funktioniert, weil das häufig so aus der Luft gegriffen wirkte, dass ich einfach nur ungläubig meinen Kopf schütteln konnte. Ich erwarte ja keine wissenschaftlich nachweisbaren, komplexen Erklärungen, aber viel zu oft liefen die nach dem Motto "Ja, so funktioniert das halt" ab, was auch im Kontext der Geschichte und der Welt nicht glaubwürdig wirkte.

Und dann sind es noch so viele andere kleine Sachen. Der Fanservice, gegen Ende in Quantität zunehmen und Qualität abnehmend, war vollkommen unnötig. Die Kämpfe waren nicht sehr spannend; dass der Hauptcharakter nur eine einzige „Fähigkeit“ besitzt, macht es nicht besser. Der Geschichte fehlt irgendwie ein roter Faden. Es wurde nie eine wirklich erwähnenswerte oder immersive Atmosphäre aufgebaut. Solche Sachen halt.

Ich fand die Serie auch nicht schlecht, und stellenweise hat sie mir sogar recht gut gefallen; die Story scheint zum Beispiel recht komplex facettenreich zu sein. Aber es war absolut kein erinnerungswürdiges Erlebnis. Mal schauen, ob Index II was daran ändert. Und Railgun und Railgun S danach.