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Thema: now watching / now reading #7

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Zitat Zitat von Tyr Beitrag anzeigen
    Die Sache mit dem Fanservice ist für mich eigentlich ganz einfach. Gehört es zum Konzept einer trashigen Serien, dann nehme ich es gerne an. Ist es da, obwohl es weder die Geschichte, die Charaktere noch die Dramaturgie bereichert und einfach fehl am Platz wirkt, so gucke ich diesen Anime erst gar nicht weiter.
    Wie bei jedem größeren Kunstwerk, muss das Gesamtbild stimmen. Das ist einfach ein Mindestmaß an Qualität, das ich voraussetze. Schade, dass so viele Serien schon konzeptionell gar nicht wissen, was sie eigentlich sein wollen.
    Also Ich hab Xenogears und Xenosaga 1-3 gespielt, also erzähl mir bitte nicht, dass ein Werk in der Gesamtheit stimmen muss, um ein Meisterwerk zu sein, denn was du beschreibst kann man mit den Worten "Meh" und "Milquetoast" besser zusammen fassen.

  2. #2
    Dein Beispiel mit der Xeno-Reihe trifft nicht ganz auf das zu, was ich beschreiben wollte. Obwohl diese Spiele offensichtliche Schwächen haben, und diese dann vielleicht auch etwas den unmittelbaren Spielspaß stören könnten, wenn man zu viel Gewicht darauf legt, so sind es keine Fehler, die großen Einfluss auf den Kern dessen haben, was die Spiele ausmacht. Hier will eine Geschichte erzählt werden, die sich ernst nimmt und auch ernst genommen werden möchte. Dass man MOMO beispielsweise ab und zu untern Rock sehen kann, ist in meinen Augen Teil des Charakterkonzepts. Das ist kein plumper Fanservice, der einfach out of place wirkt und die Immersion nimmt.

    Im Unterschied dazu gibt es ne Menge Anime, die denken, sie seien irgendwie ernstzunehmend, und kennen dann aber nicht den Unterschied zwischen Tension auflockerndem Humor und peinlich oberflächlichem Fanservice. Wie letztens Maoyuu Maou Yuusha. Und dafür habe ich dann auch kein Verständnis. Das sind dann keine kleinen Fehler mehr, die man verzeihen kann oder die vielleicht ganz charmant wirken können. Das ist einfach nur dumm, unnötig und ein Zeichen dafür, dass die Macher ihr eigenes Werk nicht ernst genommen haben.

  3. #3
    Zitat Zitat von Tyr Beitrag anzeigen
    Das sind dann keine kleinen Fehler mehr, die man verzeihen kann oder die vielleicht ganz charmant wirken können. Das ist einfach nur dumm, unnötig und ein Zeichen dafür, dass die Macher ihr eigenes Werk nicht ernst genommen haben.
    Ich habe festgestellt, dass es hilft, Anime und Manga als eigenes Medium zu begreifen, welches nicht den gleichen Konventionen und Regeln wie westliche Kunst unterliegt.

  4. #4
    Zitat Zitat von Tyr
    Ist es da, obwohl es weder die Geschichte, die Charaktere noch die Dramaturgie bereichert und einfach fehl am Platz wirkt, so gucke ich diesen Anime erst gar nicht weiter.
    Würdest du das auch auf Eroges anwenden, wärst du schon bald arbeitslos. Na ja, okay, bei Dark Eroges ist das wohl anders.

    Ich mag auch keinen Fanservice, der fehl am Platz ist. Manchmal kann ich drüber hinwegsehen, in manchen Fällen stört er mich aber arg. Ein Beispiel ist da Code Geass. Ob so etwas für mich zum K.O.-Kriterium wird, mache ich in der Regel von der sonstigen Qualität des Werkes abhängig.

    Geändert von Narcissu (25.01.2013 um 17:45 Uhr)

  5. #5
    Zitat Zitat von Narcissu Beitrag anzeigen
    Würdest du das auch auf Eroges anwenden, wärst du schon bald arbeitslos. Na ja, okay, bei Dark Eroges ist das wohl anders.
    Ich hasse ja die meisten Eroge auch. Aber ich spiele die meisten Eroge auch gar nicht erst ^_~
    Bei Dark Eroge ist es auch nicht wirklich anders.
    Gibt halt gute Autoren, die etwas von ihrem Handwerk wissen, und andere, die einfach nur tropenreiche Szenen aneinander hängen in der Hoffnung, am Ende käme eine interessante Geschichte heraus. Tut sie aber nicht.

    Vielleicht habe ich mich auch zu missverständlich und extrem ausgedrückt. Ich denke, dass ich schon relativ tolerant bin und das ich selbst Genre schätzen kann, die mich eigentlich gar nicht tangieren, solange sie konsequent und zielsicher umgesetzt werden.
    Ich kann auch Fanservice als geschichtenerzählendes Stilmittel akzeptieren, wenn es irgendwie eine Berechtigung hat außer dem reinen Selbstzweck (und der Selbstzweck nicht Teil des zugrunde liegenden Konzepts ist).

    Inzwischen versuche ich sogar, wie Shieru es vorgeschlagen hat, meine westlichen Erwartungen zu unterdrücken und die japanische Kultur dahinter so zu verstehen, wie sie eigentlich gedacht ist. Und das klappt inzwischen auch ganz gut; beispielsweise habe ich gelernt Tentakel, zu welchen ich eigentlich gar keine Affinität habe, aus dem Kontext der japanischen Geschichte heraus als recht interessante Metaphern anzusehen. Sicherlich interpretiere ich da teils zu viel hinein, aber so ist es zumindest einigermaßen ertragbar.

    Allerdings sind einige grundlegende Elemente des Storytellings für mich nicht wirklich kulturabhängig. Möglich, dass ich manchmal zu kritisch bin, aber irgendwie habe ich ein großes Problem damit, wenn mir etwas gezeigt wird, dem ich absolut keine Relevanz oder Aussage für das ganze Werk zuordnen kann. Das verwirrt mich und zerstört die Wirkung, die es bisher auf mich hatte. Und ich rede hier nicht von kalkulierter Zufälligkeit oder Absurdität. Ich rede von Momenten, die einfach nicht homogen zu dem Ganzen passen. Fanservice gehört sehr oft dazu.

    Zitat Zitat
    Ich mag auch keinen Fanservice, der fehl am Platz ist. Manchmal kann ich drüber hinwegsehen, in manchen Fällen stört er mich aber arg. Ein Beispiel ist da Code Geass. Ob so etwas für mich zum K.O.-Kriterium wird, mache ich in der Regel von der sonstigen Qualität des Werkes abhängig.
    Ich kann mich überhaupt nicht mehr an Fanservice in Code Geass erinnern
    Vielleicht liegt es daran, dass ich Code Geass auch nie ernst genommen habe und es von Anfang an einfach nur extrem unterhaltsamer over-the-top Spaß war und das irgendwie dazu gepasst hat? Ich weiß es nicht mehr. Man sollte die Serie aber wirklich nicht zu ernst nehmen ^^

    Zitat Zitat von Shieru
    Die meisten Eroges sind sowieso auch ohne den Fanservice gut; der Fanservice ist inzwischen auch nur noch dabei, weil das Otaku-Publikum ihn erwartet, wie eine alte, liebgewonnene Tradition.
    Das denke ich eben nicht. Dadurch, dass der Fanservice drin ist, sei es auch nur aus ökonomischen Gründen, muss er für mich auch eine Berechtigung in der Gesamthandlung haben.
    Und ich denke, ich verlange da nicht so viel. H-Szenen könnten so gut auch als handlungsrelevantes Stilmittel eingesetzt werden. Wird es ja sogar manchmal. Aber bitte nicht plump völlig zusammenhangslos in eine Geschichte einfügen, die gar nicht in Hinblick auf diesen konstruiert ist. Das ist grässlich. Hat mir z.B. den ganzen Spaß an Utawarerumono genommen. Besonders, wenn das Spiel mir dann am Ende auch noch etwas von wahrer Liebe erzählen will.

  6. #6
    Zitat Zitat
    Allerdings sind einige grundlegende Elemente des Storytellings für mich nicht wirklich kulturabhängig. Möglich, dass ich manchmal zu kritisch bin, aber irgendwie habe ich ein großes Problem damit, wenn mir etwas gezeigt wird, dem ich absolut keine Relevanz oder Aussage für das ganze Werk zuordnen kann. Das verwirrt mich und zerstört die Wirkung, die es bisher auf mich hatte. Und ich rede hier nicht von kalkulierter Zufälligkeit oder Absurdität. Ich rede von Momenten, die einfach nicht homogen zu dem Ganzen passen. Fanservice gehört sehr oft dazu.
    Ja, sehe ich ebenso. Deplatzierten Fanservice einfach als Teil der japanischen Kultur abzutun und zu akzeptieren ist meiner Meinung nach auch nicht der richtige Weg. Ich kann vielleicht über ihn hinwegsehen, aber das ändert nichts daran, dass mich der Grundgedanke dahinter stört und ggf. einen unvermeidlichen Immersionsverlust bedeutet, insbesondere wenn man dadurch ein Werk nicht mehr ernstnehmen kann. Und es ist einfach traurig und frustrierend, wenn dadurch tatsächlich viel Potential verloren geht.

    Bzgl. Code Geass:

    Eigentlich bei den meisten weiblichen Charaktere. Besonders lustig bei der Kleidung, die eigentlich einen praktischen Zweck für den Kampf erfüllen sollte. Das hat mich hier schon sehr gestört. Irgendwann will ich es noch gucken, aber dann mit den richtigen Erwartungen. ^^ Jetzt weiß ich wenigstens, wie viel Pseudo-Coolness und Fanservice es im Anime gibt.

    Geändert von Narcissu (25.01.2013 um 19:45 Uhr)

  7. #7
    Zitat Zitat von Tyr Beitrag anzeigen
    Das denke ich eben nicht. Dadurch, dass der Fanservice drin ist, sei es auch nur aus ökonomischen Gründen, muss er für mich auch eine Berechtigung in der Gesamthandlung haben.
    Und ich denke, ich verlange da nicht so viel. H-Szenen könnten so gut auch als handlungsrelevantes Stilmittel eingesetzt werden. Wird es ja sogar manchmal. Aber bitte nicht plump völlig zusammenhangslos in eine Geschichte einfügen, die gar nicht in Hinblick auf diesen konstruiert ist. Das ist grässlich. Hat mir z.B. den ganzen Spaß an Utawarerumono genommen. Besonders, wenn das Spiel mir dann am Ende auch noch etwas von wahrer Liebe erzählen will.

    Um mal den modernen Philosophen Tycho Brahe zu paraphrasieren: Spiele und genieße das Spiel, welches dir gegeben, oder lass es sein, aber spiele nicht ein Fantasiespiel in deinem Kopf und beschwere dich dann jedes Mal, wenn die Realität von deinem fiktiven Ideal abweicht.

  8. #8
    Deine Unterstellung geht völlig an dem vorbei, was ich kritisiert habe. Ich schätze aber, dass dir das bewusst ist. Du Troll.

  9. #9
    Zitat Zitat von Tyr Beitrag anzeigen
    Deine Unterstellung geht völlig an dem vorbei, was ich kritisiert habe. Ich schätze aber, dass dir das bewusst ist. Du Troll.
    Kritik? Könnt ihr euch beide für etwas kritisieren, das jeder Mensch anders wahrnimmt? Manche finden Fanservice passend. Andere nicht. Wie ein Mensch mit Fanservice umgeht und ihn wahrnimmt hat Shieru auch auf Seite 30 im Post mit Higschool of the dead ganz treffend gezeigt. Seine Schwester mochte es. Er nicht. So what?

    Geändert von Laguna (25.01.2013 um 22:52 Uhr)

  10. #10
    Zitat Zitat von Shieru-sensei Beitrag anzeigen
    Irgendwie hab ich festgestellt, dass Männer inzwischen mehr Probleme mit dem Fanservice-Kram haben als Frauen - Frauen akzeptieren den Fanservice-Kram, und Männer fallen in zwei Kategorieen: Entweder, sie finden es toll, oder aber, es nervt sie ("Eigentlich mag ich die Serie ja, aber der Fanservice..."). Bestes Beispiel ist meine Schwester, die sich Highschool of the Dead angesehen und geliebt hat, wohlgemerkt ohne mich (sie ist sonst ne absolute Casual-Kuckerin). Als ich mir die Serie dann im Nachhinein versucht habe anzukucken wurde mir schwarz vor Augen, weil sich selbige so weit gerollt haben, dass ich mir meinen Kopf von innen ansehen konnte.
    Das Problem bei HOTD ist nicht der Fanservice, sondern dass der Anime einfach kacke ist Ich mochte den Fanservice (meistens) und die durchgeknallte Action - aber sobald das Ding wieder zu "White People Problems - The Show" wurde, habe ich mich derbe gelangweilt (was auch teils an den selten blöden Dialogen, teils an den kackigen Charakteren lag). Und ich habe mich EXTREM gelangweilt bei dieser Serie...

  11. #11
    Zitat Zitat von steel Beitrag anzeigen
    White People Problems
    Wie Wannabe-American von dir...

    @Narcissu
    Die meisten Eroges sind sowieso auch ohne den Fanservice gut; der Fanservice ist inzwischen auch nur noch dabei, weil das Otaku-Publikum ihn erwartet, wie eine alte, liebgewonnene Tradition.

  12. #12
    Dagegen habe ich auch gar nichts gesagt. ^^ Ich habe nur die Aussage "deplatzierter Fanservice = K.O.-Kriterium" von Animes auf Eroges projiziert. Und da die große Mehrheit der Eroges H-Content beinhaltet, der nichts zur Geschichte und Charakterisierung beiträgt und oft auch massives Charakter-Derailment mit sich bringt, wäre es schwierig, sich überhaupt mit Eroges beschäftigen, wenn man nicht a) Interesse am H-Content hat, b) darüber hinwegsehen kann oder c) sich nur mit den wenigen Werken auseinandersetzt, in denen er im Rahmen der Handlungslogik gerechtfertigt ist.

    Geändert von Narcissu (25.01.2013 um 19:11 Uhr)

  13. #13
    Zitat Zitat von Narcissu Beitrag anzeigen
    Dagegen habe ich auch gar nichts gesagt. ^^ Ich habe nur die Aussage "deplatzierter Fanservice = K.O.-Kriterium" von Animes auf Eroges projiziert. Und da die große Mehrheit der Eroges H-Content beinhaltet, der nichts zur Geschichte und Charakterisierung beiträgt und oft auch massives Charakter-Derailment mit sich bringt, wäre es schwierig, sich überhaupt mit Eroges beschäftigen, wenn man nicht a) Interesse am H-Content hat, b) darüber hinwegsehen kann oder c) sich nur mit den wenigen Werken auseinandersetzt, in denen er im Rahmen der Handlungslogik gerechtfertigt ist.

    Nichts anderes meinte ich auch. Ich wollte deine Aussage nur noch einmal unterstreichen.

  14. #14
    Zitat Zitat von Shieru-sensei Beitrag anzeigen
    Wie Wannabe-American von dir...
    Okay, okay, dann halt "Slightly eggshell-coloured people problems". Jesses....

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