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Thema: [ZOOOOOmmxBIES! ] Station 5 - Der Royal Botanic Garden

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    "Aber so läuft das hier nicht. Du ermordest kaltblütig einen Kameraden und erwartest, dass du ein romantisches Duell bekommst? Du nimmst dir ganz schön was raus. Was zur Hölle denkst du, wer du bist, Mädchen? Wir haben hier andere Probleme, als deinen süßen Racheakt. Bekomm dich in den Griff und pass auf deinen Rücken auf."

    "Wenn zwei Mörder kein Problem für dich darstellen alter Mann."

    Sie schaute auf, sah wie eine sichtlich benebelte Ärztin durch das Lager auf sie zustapfte.

    „Hei, wunderwunderschöne Helena, was machst du hier im Regen? Willst du nen trojanischen Krieg anzetteln? Der war schon.. vor ner Weile. Bist zu spät Schätzchen.“

    Verdammt, was...?

    „Hei Dr. Cutter. Sie stehen in der Schusslinie. Ich warte hier auf eine Ratte.“

    Tess war vollkommen durch, brabbelte vor sich hin und schien eindeutig nicht mehr bei klarem Verstand zu sein. Allerdings... wer war das schon noch unter ihnen? Die meisten unter ihnen hatten einen Knacks oder eigenartige Macken.

    "MISS McALDRIN!"

    Da war Ian. Ian, der Kerl, der im Hotel die Fast-Selbstmordaktion durchzog. Scheiße, er würde wissen wie hart der Verlust von Axel sein muss.

    "SIE SIND KEIN SCHLECHTER MENSCH! NIEMAND HIER IST DAS! WIR TUN ALLE... WIR TUN ALLE DINGE, DIE WIR BEREUEN... FRÜHER ODER SPÄTER! WIR MACHEN ALLE FEHLER, KLEINE UND GROßE! ABER DAS HIER - SIE MÜSSEN DAS BEENDEN, BEVOR ES ZU SPÄT IST. WAFFEN, GEWALT, MORDE! DAS MUSS AUFHÖREN! AXEL WAR EIN TOUGHER KERL - ER HAT SEINE WAFFE ABER NUR DANN BENUTZT, WENN ES KEINE ANDERE MÖGLICHKEIT GAB! ER HAT UNS ALLEN DAMIT MEHRMALS DAS LEBEN GERETTET... GANZ BESONDERS MIR! ICH VERSTEHE, WIE WÜTEND SIE SIND - DAS IST KEINE LEERE PHRASE! ICH VERSTEHE DEN WUT, DEN HASS, ALL DAS! ABER WENN DAS JETZT WEITERGEHT... DANN ZERSTÖREN WIR UNS! WIR MÜSSEN BESSER SEIN ALS DIE WELT! WIR DÜRFEN UNS NICHT ERGEBEN, WIR KÖNNEN DIESEN HASS NICHT UNSER HANDELN BESTIMMTEN LASSEN! WIR MÜSSEN MENSCHEN SEIN! UND JA - ICH BIN NUR EIN BESCHISSENER, SCHWACHER KINDERGÄRTNER MIT DEM TRAUM VON EINER HEILEN WELT!"

    Blitze zuckten am Horizont während Ian sich stetig näherte. Sie wartete ab, lauschte seinen Worten ohne auch nur einmal den Griff um die Waffe zu lockern.

    "Lass locker Helena"
    "Pff, niemals."
    "Er hat doch Recht. Selbst wenn du jemanden umgebracht hast, ihr steckt alle in der selben Scheiße."
    "Und was soll ich bitte machen? Aufgeben und mich in die Massen werfen?"
    "Verdammt nein, aber du kannst zumindest versuchen den Leuten einen Dienst zu erweisen. Den Mord kannst du nicht begradigen, aber zumindest dafür sorgen, dass niemand weiteres stirbt."
    "Fick dich..."

    "ICH WURDE FAST TOTGEPRÜGELT... ICH WURDE VERGEWALTIGT... MAN HAT MIR VOR MEINEN AUGEN MEINE MUTTER GENOMMEN... ICH WEIß, WIE BESCHISSEN GRAU DIE WELT IST. ABER ICH LASSE NICHT ZU, DASS SIE SCHWARZ WIRD. ICH LASSE NICHT ZU, DASS DAS LETZTE WEIß VERSCHWINDET! WIR BRAUCHEN SIE UND IHREN GESUNDEN VERSTAND! UM NICHT MEHR OPFER ZU HABEN - UM NICHT NOCH MEHR VON DEM ZU VERLIEREN, WAS WIR MÖGEN... WAS WIR LIEBEN! HELFEN SIE MIR! HELFEN SIE MIR UND DEN ANDEREN! SEIEN SIE STARK!"

    "Tu was der Mann sagt, er ist nicht immer der Idiot den Axel in ihm sah."

    Helena beobachtete die Szene immer weiter. Der innere Kampf den sie dabei durchlitt war nach außen hin kaum zu sehen.
    Tess unterbrach die Rufe Ians mit wirrem Geschwätz.

    "Stoned, die Olle ist stoned."
    "Ach was... merkt man garnicht."

    Als zu dem ganzen Getümmel auch noch Fawyer hinzu kam... scheiße, so langsam scheint es ja richtig ernst zu werden.

    "Sie müssen mich nicht schmeicheln, ich wäre schon zufrieden der wiedergekehrte James Deaen zu sein"
    Er richtete sein Sturmgewehr auf sie, zielte direkt auf ihren Kopf, hielt das Gewehr so ruhig in seinen Händen, dass man das Gefühl bekommen konnte, dass er dies vermutlich nicht zum ersten Mal tat.

    "Ah, will mir da jemand etwas sagen?"
    Sie legte ihr eigenes Gewehr an, zielte störrisch zurück. Wenn Fawyer es so wollte... sollte er es kriegen.

    "Scheiße Helena was tust du da?"
    "Das richtige! Das einzig richtige!"
    "Siehst du nicht was hier passiert?"
    "Klar, da ist ne Ratte vor mir die nur darauf wartet abzudrücken."
    "Nein Helena, das passiert eben nicht. Du hast mit dem Scheiß angefangen, beende ihn auch. Ohne Gewalt!"

    Sie haderte. Zitterte, rang innerlich immer heftiger mit sich und diesem... Zug den sie plötzlich hatte. Es war als würde Axel in ihr stecken. So wie Tess es sagte, Axel war in ihr. Aber verdammt, wollte sie es auf diese Art und Weise?

    Zu allem Überfluss kam der Ire dazu.
    Langsam werden es zu viele hier. Langsam, gerät alles außer Kontrolle.
    Schlamm sauste an der Zollbeamtin vorbei. Klatschte den Zombies hinter dem Zaun ins Gesicht und ließ sie die Schanze hinabfallen.
    Tess war vollkommen durch... vollkommen.

    Sie sah Alistair, sah wie er auf sie zustapfte, nein halt... an ihr vorbei. Sie folgte mit ihren Augen, richtete jedoch weiterhin nervös das Gewehr auf Fawyer.

    "Ein Ausrutscher, lass die Deckung nicht fallen Sahnestück."
    "Raus aus mir..."
    "Ah, natürlich. Ich spring mal einfach so raus aus deinem Kopf. Vielleicht kommt ja ein Teil deines Hirns mit mir und wir tanzen im Regen Macarena."
    "Das wäre wundervoll."
    "Du kranke hohle Nuss. Ich bin ein Teil von dir, hast es nur nie einsehen wollen. Jetzt bin ich da und scheiße, ich schaukel die Kacke hier."
    "Das wirst du niemals tun... nicht solange ich noch hier bin."

    „Keiner von euch geht irgendwo hin. Ihr bleibt hier im Lager. Wenn du wirklich irgendetwas für Axel empfunden hast, brauchst du so einen Kram nicht. Den Verräter erwischen wir früher oder später, er kann sowieso nicht weg.“

    Der rauchige Atem, gemischt mit einem Hauch von Alkoholfahne. Alistair war schon wieder an ihr vorbei gezogen.
    Sie hat es nichtmal mitbekommen wie er an ihr vorbeitrat. Erst der markante Geruch von Zigarettenqualm und Whiskey brachte sie zurück.

    "Ich hoffe doch... ich will das nicht. Ich will nicht noch mehr umbringen."
    "Scheiße, natürlich will sie das!"

    Den Anblick, den Helena da abgab... er war zerstörerisch. Sie stand einsam, nur in Begleitung von Machete, am Zaun und kämpfte offen, für alle hörbar mit sich selbst.
    Der entlaufene Albtraum jedes Psychologen. Eine Verrückte die unter dem Gewicht der harten Realität zusammenbrach. Eine Frau, die Trost und Kraft in einer anderen Seite von sich entdeckte, sie aber nicht akzeptierte.

    Sie blickte umher, sah jeden einzelnen Anwesenden an.
    Panisch, unruhig, Ian, Alistair, Ian, Tess, Fawyer... Fawyer... Alistair, Ian.

    "Was zum Teufel ist los mit dir? Krampf im Uterus?"
    "Sei endlich ruhig... sei endlich still du mordgeiles... Ding!"
    "Du findest töten doch genauso geil wie ich."

    Helena griff an den Lauf des Sturmgewehrs in ihren Händen.
    "Scheiße, ich hoffe ihr habt Recht."
    Eine Waffe gegen sich selbst zu richten hat immer etwas befremdliches. Doch es bekommt eine ganz eigene Abart, wenn du das Gefühl bekommst, sie gegen jemand anderen zu richten. Jemanden in dir, den du nicht wiedererkennst.
    Der Schlag mit der Schulterstütze auf ihr Nasenbein schmerzte. Der zweite und dritte ließ Blut fließen... doch es brauchte noch einen vierten und letzten Schlag, bevor die Sterne und die weißen Flecken vor ihren Augen durch eine Schwärze ersetzt wurde.

    "Gute Nacht..."

    Geändert von Caro (28.08.2012 um 15:22 Uhr)

  2. #2
    "Ich bereue im Gegensatz zu dir keine meiner Taten. Und selbst wenn ich dich jetzt hier auf der Stelle umbringen würde, könnte ich damit leben."

    Ian sah dem Iren nur hinterher. Du denkst, das wär eine Stärke? Du denkst, ohne Reue zu leben ist stark? Alistair ging zu Tess und nahm diese auf die Schulter. Sie gingen an ihm vorbei und die verwirrte Ärztin erwähnte seinen Namen und erzählte irgendetwas von Mädchen, Nasenbruch und... Konzentration.

    Inzwischen richtete Fawyer seine Waffe auf die Zollbeamtin und sie auf ihn. Eine ganze Weile blieb das so, Ian wusste nicht, wie er sich verhalten sollte - und dann...

    "Scheiße, ich hoffe ihr habt Recht! Gute Nacht..." Helena stieß sich die eigene Waffe mehrmals gegen das Gesicht und sackte beim vierten Schlag bewusstlos zusammen. Ian lief eilig nach vorne, irgendein Stock oder sowas schlug ihm seitlich an die Wange, die dicken, harten Regentropfen prasselten stechend auf die kalte Haut. Sein Hemd war durchnässt und aus seinem zerstörten Haar liefen - gefühlt - literweise Mengen an Wasser an ihm herunter. Er erreichte Helena, vor der sich Machete jaulend und knurrend aufstellte. "Halt die Fresse, Hund! Ich helf' ihr."

    Ihr Gesicht wies einige übel aussehende Stellen auf, die Nase war seltsam verbogen und an ihrem Hals schlängelte sich, angetrieben durch den Regen, eine dünner werdende Blutspur bis zum kalten Untergrund hinunter. Mit all der Kraft, die er aufbringen konnte, wuchtete er sie hoch. "Rrrrhhh... Komm.... schon! Sei keine Pussy!" Er legte sich den nassen, kalten Körper über die Schulter. Seine wackligen Beine drohten einzubrechen, als er sich mit dem freien Arm nach ihrer Waffe bückte. "Bis... zum Zelt... wie schwer kann das sein?" Ein Schritt nach vorne, die Last war riesengroß. "Du kannst sie nicht fallen lassen." Der nächste Schritt. Um ihn kreiste - laut bellend - Machete, der wirkte, als würde er ihn antreiben wollen.

    Er würde einbrechen. Früher oder später breche ich ein. "Mach weiter!" Was ist daran so wichtig? Drei Schritte, zwei davon nicht gewollt, er bricht ein - nein, fängt sich gerade noch, mit einer kurzen aber höllisch schweren Bewegung legt er die Frau auf seiner Schulter etwas um. "Wenn ich das nicht schaffe... wie soll ich...?"

    Er war unfassbar schnell gerannt, als er Megan hat schreien hören. Er hatte riesige Kräfte, als der Nazi im Knast Shelley eine •••••••• nannte. Warum konnte das hier nicht einer der Momente sein, in denen er über sich selbst hinauswächst? Ihm war egal, was dieser impulsive, beschissene Ire von ihm hielt. Aber was würde Clover von ihm halten, wenn er das hier wieder nicht schaffen würde? Und wieder war da ihr funkelndes Haar, ihr Gesicht - die Augen, die Lippen... diese Stimme.

    Sometimes all your dreams go up in smoke
    All your hopes goes down the drain, it's all in vain
    Things go from bad to worse
    Sometimes there's a party but you're not invited


    Los, vorwärts! Er setzte einen Fuß vor den anderen. Langsam und zittrig. Das Blut der Zollbeamtin tropfte auf sein Hemd und seine Schuhe.

    Your ideals leave you out there in the cold
    They leave you high and dry and make your courage die
    And then you face yourself
    At least a part of you behind a dusty shelf


    Während der festen, unbeweglich wirkenden Schritte spannte er seine Beine an. Sie brannten vor Kälte und fühlten sich an, als würden sie platzen. Aber etwas gab ihm Wärme.

    Then you face the enemy
    Then you face the enemy inside
    But don't give in and don't give up
    Take care! Don't let them put you in a trap


    Die Schritte wurden nicht leichter - aber sich zu ihnen zu zwingen, fiel ihm nicht mehr so schwer.

    On and on, cause the road is never ending
    At least we know that we are on our way
    On and on, no more lies and no pretending
    We're gonna find a brighter day


    Er schob mit zitterndem Arm den Zeltstoff zur Seite trat hinein. Endspurt! Ein paar Schritte noch!

    "Egal was die anderen sagen, ich würde nur dich als Anführer haben wollen."

    Stöhnend warf er den Körper auf das Feldbett vor sich, fiel davor schwach auf die Knie. Sein Atem war lauter als der Donner. Alistair hätte zurückgehen und Helena tragen können. Fawyer hätte zu ihr gehen und sie tragen können. Aber nein - das hier hatte er tun müssen. Und das war erst der Anfang.

    Geändert von MeTa (28.08.2012 um 19:58 Uhr)

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