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Thema: [ZOOOOOmmxBIES! ] Station 3 - Die Kanalisation unter Sydney

Baum-Darstellung

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  1. #11



    Die Gruppe horchte auf, als aus den Tiefen der Schächte ein lautes Geräusch erklang, wie das Bersten von Holz und das Klirren von Metall.
    „Es geht los!! Die Tore des Verbindungstunnels sind durch!“, brüllte eine Stimme.
    Bewegung kam auf. Hektisch wurden Sachen zusammengepackt. Letzte Worte ausgetauscht. Cyrillius legte eine Hand auf die Leiter. Die vier Freiwilligen der bleiernen Wehr und Aufgabe Alpha zogen ihre Waffen und Werkzeuge und schritten zu der provisorische Absperrung, die Abby und Dob errichtet hatten.
    Abby knallte ihren Werkzeugkasten neben die abenteuerliche Konstruktion. Mit entschlossenem Blick holte sie die Druckluftnagelpistole daraus hervor, prüfte die Ladung und schloss das Fach mit einem diabolischen Grinsen. „Den zeigen wir, was ne wirklich gute Verteidigung ist.!“ Sie lächelte Alistair zu, der genau neben ihr stand. Sie würde nicht zulassen, dass die Barierre an dieser Stelle versagte. Der Ire hatte seine Luger hervorgeholt und sie soeben beladen. Er drehte seinen Kopf und ihre Blicke trafen sich. Die Körperhaltung der beiden war identisch. Aufrecht, die Waffe abschussbereit in der Hand, fast schon trotzig, dazu entschlossen, das Schicksal – dass sie alle so übelst gefickt hatte – zu fisten. Und zwar mit einem gottverdammten Handschuh aus Stacheldraht.
    Ausgerechnet hier, in der Hölle von Sydney, hatte die junge Frau einen Menschen gefunden, der aus dem gleichen Holz geschnitzt war wie sie und an dessen Seite sie bis in den Tod kämpfen wollte. Abby schluckte „Was du vorhin gesagt hast...“, sie brach ab, als ihr bewusst wurde, dass ihre begrenzten Redekenntnisse den Moment verdorben hätten. Stattdessen trat Abby näher an ihn heran. Ihre kräftige Arbeiterhand umfasste sein mittlerweile recht stoppeliges Kinn und zog es sanft zu sich herunter. Als sie ihn küsste, stiegen ihr Tränen in die Augen. Sie wusste selbst nicht, warum. Wie in einer plötzlichen Verzweiflung schlang sie ihre Arme um ihn und zog ihn fest an sich, der Kuss wurde rau und fordernd. Sie unterbrach ihn nicht eine Sekunde lang. Dann hörte man das Kratzen des Gullydeckels auf dem Asphalt und wie auf ein Zeichen hin drangen die ersten Geräusche aus den Tiefen der Gänge. Abby ließ ruckartig von Alistair ab und sah ihm fest in die Augen. „Ich verspreche dir, dass diese Seite des Zaunes nicht fallen wird, bis der letzte von uns aus diesem Gullydeckel verschwunden ist!“, sagte sie heiser.

    Dann brach die Hölle los.
    Abby ging mit ihrer Druckluftpistole auf den Zaun los, wie ein Berserker. Wo ein Brett brach oder heruntergerissen wurde, knallte sie augenblicklich ein neues an die Konstruktion und jagte Nägel hindurch. Seite an Seite mit ihr kämpfte Alistair. Dob und Fawyer wüteten wenige Meter neben ihnen. Der begrenzte Platz machte die Aufgabe nicht einfach, aber die vier arbeiteten Hand in Hand. Und der Zaun hielt.
    Bis zu dem Moment, in dem die Verankerung aus der Wand riss.
    Sofort hechtete Abby zu dem aufklaffenden Spalt und hämmerte das Metall mit der Rückseite ihrer Nagelpistole wieder in die Wand. Es brach augenblicklich wieder heraus und riss Betonbröckchen mit heraus. Bleiche Arme griffen nach Abby und zogen sie auf die andere Seite des Zaunes
    „NEIN!“ Alistairs und Fawyers Kugeln zerschossen einen Zombieschädel nach dem anderen, aber jede Hand, die schlaff von Abbys Körper fiel, wurde durch zwei neue ersetzt. Die junge Frau biss die Zähne zusammen. Sie riss ein Kantholz aus dem Zaun und durch einen gezielten Nagelschuss in die Maserung spaltete sie es in der Mitte. Mit einem verzweifelten Schrei hämmerte sie den Holzpflock zusammen mit der Metallverankerung zurück in die Wand. Es hielt. Leider befand sie sich jetzt auf der falschen Seite des Zaunes.

    Abby röchelte, als sich der erste Zombiekiefer in ihre Haut grub. Dann flackerten ihre Augen ein letztes Mal auf. Sie suchte Alistairs Blick und fand ihn. Sie brauchte ihn, um den Mut für das aufzubringen, was sie jetzt tun würde.
    Abby hob ihre Druckluftnagelpistole, drückte sie an ihre Schläfe und schoss ab.

    Geändert von Ty Ni (19.08.2012 um 00:22 Uhr)

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