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Thema: [ZOOOOOmmxBIES! ] Station 1 - Die Flucht aus dem Flughafen

Baum-Darstellung

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  1. #11


    Ein Schwall Adrenalin ließ ihren Körper erzittern. Sie wollte wegrennen, vor allem vor diesem brennenden Massengrab eines Towers, in dem der abgebrochene Rumpf des Fliegers zu sehen war wie ein höhnischer Finger der ihnen überdimensioniert sagte das sie alle gefickt waren. Der Rauch in der Luft ließ ihren Kopf langsam aber sicher dicht werden. Abbys stetes zertrümmern der Möbel machte das nicht besser. Sie wollte damit anscheinend die Glaswand abstützen – wobei sich Tess fragte, ob man nicht einfach die ganzen Sofas vor die Glaswand hätte ziehen können. Das Zittern machte ihr klar, dass sie jetzt endlich in Aktion treten musste. Sie hatte die letzten 2 Jahre ihres Lebens mit Pflanzen vergeudet, die beiden Koffer stachen ihr wie ein Dorn ins Auge.


    Nutzlos, einfach nutzlos. Sie hatte forschen wollen, ja, aber sie hatte etwas finden wollen was ihren Bruder gerettet hätte. Was sie selber gerettet hätte. „Mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen. Jeden Menschen gleich und mit Ehrfurcht zu behandeln, auf meine Ehre.“


    Meine Ehre.

    Das war es. In ihr rückte etwas zurecht und sie ließ den Stift und das Papier, auf dem der gekritzelte Anfang eines Briefs zu lesen war, in ihren Schoß fallen. Also – Aktion. So wie es der Typ getan hatte, als er sie niedergeschlagen hatte. Als die Schüsse ertönen, ging Tess instinktiv auf die Knie und schlug die Hände über dem Kopf zusammen um ihren malträtierten Nacken zu schützen. Sie hatte sich kaum erhoben um zu sondieren, woher die Schüsse kamen, da gab der amerikanische Cop (Mike) ihr eines der Funkgeräte. „Falls wir Verwundete haben.“ Sie nickte ihm nur stumm zu und erhob sich wieder, während die Handwerkerin in einer blinden Aktionswut weiter aus den Sofas Sperrholz machte und so den Priester und den Italiener aus der Sitzecke heraustrieb.

    Tess setzte sich in Bewegung, schnappte sich im Laufschritt ihre Segeltasche aus dem Gepäckhaufen, holte im Laufen eine Machete daraus heraus und hing sie seitlich in die Gürtelschnalle ihrer Hose, die Tasche schulterte sie über den Rucksack drüber. Dann drückte auf die Durchsagentaste an dem Funkgerät und machte eine erste Durchsage – es war noch niemand verletzt, aber zur Hölle, sie mussten miteinander arbeiten, ob es ihr gefiel oder nicht.

    Alle die Interesse an Teamwork haben halten jetzt Kriegsrat, packen sie alle ein die kein Funkgerät haben und bringen sie sie an den PC, die Kleine oben auf der Balustrade kann ja mithören solange einer von uns auf Sendung ist.

    Verwirrte Blicke in ihre Richtung, als sie einen großen Bogen um den Scherbenhaufen am Boden schlägt und dann zum niedergeschlagenen Polizisten (Axel) läuft. Sie schnappt sich von ihm die Schlüssel zu den Handschellen und hält dem Ladykiller(Dob) eine Hand hin, nachdem sie ihm die Handschellen abgenommen hat um ihn hochzuziehen. Bevor er auch nur einen Ton herausbringt, schüttelt Tess nur den Kopf und sagt, Gerngeschehen Rambo. Ich hab es übrigends so gemeint, als ich sagte, das mehr Leute ihren Aktionismus teilen sollten. Kommen sie mit, der Ami hat sicher auch ein Funkgerät für sie.

    Dann tritt sie an den Glatzkopf (Nikita) heran, der bereits am PC steht, in dem Moment als er seinen Plan mit dem Öffnen der Nachbarhalle vorträgt. Sie kann sich ein, „Ich hab ja gesagt, wir sollten den Hund rausschicken um sie abzulenken.", nicht verkneifen. Also fügt sie rasch noch ein, "Aber das war natürlich nur ein Scherz.", hinzu.

    "Also.“ Sie ignoriert den beißenden Zigarettenrauch so gut es geht, immerhin würden die Leute mit dem Zeug besser funktionieren als ohne. „Es sollte inzwischen klar sein, das die die überleben wollen einen klaren Kopf brauchen. Trinken sie, Rauchen sie, aber in Maßen. Und achten sie darauf die Kippen auszutreten, keiner von uns hat Lust in einer Flammenwand zu versinken, das sehe ich sicherlich richtig. Ich denke, jetzt da wir alle verkabelt sind, sollten einige Dinge in Angriff genommen werden – solange wir noch Luft haben irgendwas zu organisieren.

    Da kein anderer das übernehmen will, hier meine Vorschläge:
    Erstens: Ich will das eine Person am Fenster dort drüben Kontakt mit der Nebenhalle aufnimmt. Schreiben sie Zettel oder sonstwas, egal, ich will wissen ob die da drüben einen Plan haben. Ob sie eine Chance haben.
    “ Zur Handwerkerin gewandt fragte sie „Mit was wurde diese Scheibe das letzte Mal zerstört? Das ist kein Sicherheitsglas, die uns von der anderen Halle trennt, oder? Ich würde sagen, wir holen die anderen Leute auch hier herüber wenn das irgendwie möglich ist

    Zweitens: Ich will jemanden, der kontrolliert wie diese Wesen da draussen ticken. Wie menschlich sie noch sind.
    Ich will das sie auf Lichtreflexe kontrolliert werden, wenn jemand eine Taschenlampe oder eine Laserpointer hat dann her damit; ich will das gecheckt wird ob und wie gut sie riechen, ich kann einige übelriechende Pflanzenpräparate zur Verfügung stellen, die uns bei dieser Frage helfen sollten – wenn wir sie durch die Schlitze der Scheibe kriegen; und ob sie auf Lärm reagieren – hat jemand beim Schuss darauf geachtet was die da draussen getan haben?

    Falls ich die nächste Stunde nicht überlebe vergessen sie nicht: Langfristig wird es uns nützen zu wissen, wie lange diese Biester ohne Nahrung zurechtkommen, wie sie auf Temperatur und Licht reagieren; wie schnell sie verfaulen. Bei dieser Hitze zerfällt ein „normaler“ toter Körper nach 20 Tagen. Beobachten sie die Infizierten, solange sie sich nicht selber in Gefahr bringen. Ich habe keine Ahnung welche Stadien wir hier vor uns haben, aber die an der Tür zur Eingangshalle sehen frischer aus als die, die neben dem Gepäckwagen stehen. Ich vermute das sie mit zunehmendem Muskelverlust auch an Kraft einbüßen – zumindest hoffe ich das die Gesetze der Physik bei ihnen noch Geltung haben.

    Drittens: Ich will die Versorgung für jeden sichergestellt wissen. Jeder übernimmt hier selber für sich die Verantwortung und trägt, was er braucht mit sich. Denkt daran, das man in Stresssituationen mehr zu essen und zu trinken braucht. Normal kommt der Körper 3 Tage ohne Wasser aus, in dieser Situation jedoch sollte jeder zwei Liter mitnehmen. Das Essen kann sich auf vitamine und Mineralstoffe beschränken, Erdnüsse für Eisen, Vollkorn durch Müsliriegel – und alles knusprige Zeug, das extrem schnell verdaulich ist und sofort Energie liefert. Im Notfall kommen wir auch 2 Wochen ohne Essen durch, aber das wird schmerzhaft werden.


    Der Gestank des toten Fleisches drang inzwischen durch die Spalten zwischen Wagen und zertrümmerter Scheibe. Was das Gerede über Essen ziemlich makaber wirken lies, aber es musste sein.

    Und Viertens: Ich will das jeder der hier Anwesenden, die kapiert haben dass wir nur als Team überleben können, die Namen der anderen kennt, deswegen schreibt sich jetzt jeder ein großes, deutliches Namensschild. Und dann machen die, die was wichtiges zu sagen haben Meldung. Zuerst wird uns unser amerikanischer Freund die Funkgeräte erklären und verteilen, was er noch hat. Alle die keinen Funk haben suchen sich einen Partner, der ein Funkgerät hat. Dann will ich von jemandem hören, wie der Stand der Dinge ist – ob es einen Fluchtplan gibt und wer wo gebraucht wird. Und das sollen alle Anwesenden mitbekommen. Wirklich entscheiden, wie der Plan durchgeführt wird, werden es dan die, die in vorderster Front stehen und die Flucht der anderen decken. Und wenn das erledigt ist, will ich keinen rumstehen sehen, ausser er hat eine Beichte abzulegen oder ist verletzt.“

    Und eins noch: Egal was uns diese Zugangskarten ausser Waffen bringen, wir werden diese Menschen da drüben nicht in den sicheren Tod schicken solange ich Luft in meinen Lungen habe. Ich weiß nicht was sie glauben, was uns von diesen Biestern da draussen unterscheidet. Meine Meinung ist – wer ein Mensch sein will, der muss auch so handeln. Und ein guter Mensch lässt niemanden zurück.“


    Keiner wird zurückgelassen. Vitro hätte sowas gesagt. Bei diesen Worten krampften sich ihre Lederhandschuhe um die Machete. Sie hatte bereits zwei Leben auf dem Gewissen und würde kein einziges mehr auf ihr Konto verbuchen. Kein einziges. Die Umstehenden sahen der Ärztin an, das sie in diesem Moment mit ihrer eigenen Arroganz ganz schön zu kämpfen hatte, sie schien das ganze nur widerwillig aufzuziehen. Und ihre Bereitschaft zu kooperieren war ja sowieso an den Schwanz einer Katze angebunden und schwankte ständig hin und her.

    „Jedenfalls... das ist meine Meinung. Ich werde nicht zulassen das jemand auch nur einen einzigen lebenden Menschen in den Tod schickt. Vor allem nicht einer von den altklugen Leuten, die keine Ahnung haben was es heißt mit der Schuld zu leben, die man ertragen muss wenn man die Todesschreie von Menschen hört, die eine Chance gehabt hätten, wenn man seinen eigenen Scheiß einfach ohne eiskalte Berechnung durchgezogen hätte. Wer bereit ist andere zu opfern, der hat in unsrem Team nichts verloren. Der arbeitet nicht für uns, sondern nur für sich. Und der ist auch bereit jeden einzelnen von den Leuten, die sich hier befinden zu opfern.

    Denkt an... Isabelle..., zu was ihr sie gezwungen habt und was diese Entscheidung sie fast gekostet hätte, nur weil ihr es toll fandet das sie im Gegensatz zu den meisten von euch den Mund aufgemacht hat. Ich bitte euch: Haltet daran fest, was uns von Tieren unterscheidet. Und an dem, was uns von denen unterscheidet, die eigentlich tot sein sollten, aber es nicht sind.

    Ich habe meine Entscheidung getroffen. Wenn das Team mich braucht, wird es mich dort haben wo ich nützlich sein kann. Wenn ich es mit meinem Gewissen vereinbaren kann.“


    Sie warf einen Blick auf die Leute vor sich. Ihr seid das Kreuz, das ich tragen muss und ich hasse euch dafür das ich mit euch in dieser Scheiß-Endzeit-Apokalypse festhänge, dachte sie stumm. Aber vielleicht waren sie auch ihr Weg zur Erlösung von dem Kreuz, das sie sich selber vor Jahren aufgelastet hatte und dessen Gewicht sie bis heute nicht mehr wahrgenommen hatte.

    Und sie wollte in irgendeiner Ecke ihres kaltgewordenen Herzens, dass diese Leute mit denen sie vielleicht die letzten Stunden ihres Lebens verbringen würde, sahen, wer sie gewesen war. Durch die raue, kaltschnäuzige Hülle hindurch. Das sie sahen was sie mal gewesen war und wofür sie sich jetzt entschieden hatte zu leben – im Herzen gut und das wichtigste war, sich selbst nicht zu vergessen und was einem wichtig war. Ehre, oder wenn die nicht mehr vorhanden war, zumindest eine teilweise Kompensation ihrer Schuld. Das war alles worauf es ihr jetzt ankam.

    Ein müdes Lächeln überzog ihr Gesicht, als sie das gemusterte schwere Briefpapier aus ihrer Tasche zog und ihr Mäppchen auseinandernahm, damit jeder seinen Namen auf einen Zettel schreiben konnte. Panzertape zum festkleben der Namen glitt durch die Hände. Und schon wurden aus fremden Gesichtern Bekannte.

    Mike unterwies sie im Umgang mit den Funkgeräten, sodass auch Isa nun mit allen auf einmal kommunizieren konnte. Und dann begann Robert zu erklären, was die Karten möglich machen konnten. Und Tess hörte genau zu, was Robert zu dem Sicherheitsnetz zu sagen hatte und wieder keimte in ihr der Durst nach mehr Wissen auf.

    Geändert von Viviane (09.08.2012 um 01:26 Uhr)

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