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Thema: Berufsausbildungsbeihilfe = Farce?

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  1. #1
    Bei HartzIV, das sich gern ausgibt, das Existenzminimum zu sichern, sind etwa 130 Euro für den Lebensmittelbedarf vorgesehen. Das ist natürlich nur eine Hineinrechnung, faktisch legt der Gesetzgeber damit aber das Bedarfsminimum für diesen Bereich fest. Als Lehrling oder Student steht dir sogar noch einmal erheblich mehr zu, dieser Bedarf wird aber eben in deinem Fall auf das Einkommen deines Vaters umgewälzt, der rechtlich dazhu verpflichtet ist, ihn zu decken.

  2. #2
    Kenne das Problem, musste im ersten Semester mit 400€/Monat um die Runden kommen (bei ner Wohnung die 330€ warm gekostet hat),Wenn man sich im Aldi nen Kilo Fritten , Nudeln , Ketchup besorgt und gelegentlich in der Uni Mensa isst hat man im Monat unterm Strich nur circa 50€ weniger auf dem Konto. Im 2. Semester konnte ich im Wohnheim unterkommen (Fixkosten liegen jetzt ziemlich genau bei 200€) und konnte mit meinem Vater den Unterhalt auf 485€/Monat verhandeln. Jetzt lebt es sich schon deutlich besser.

    Wie Akira schon meinte ist die einzige Möglichkeit die Eltern zu verklagen. Wenn du glück hast reicht auch eine Drohung, dann gibt der Vater vielleicht nach. In meinem Fall hat es gereicht ihm in einer Excel Tabelle alle monatlichen Ausgaben vorzurechnen, dann hat er eingesehen dass das nicht reicht.
    Und was Whiz-Zard sagte ist afair auch möglich. Es heißt schließlich nicht Elterngeld sondern Kindergeld. Mein Kunstlehrer erzählte er habe damals erfolgreich seine Eltern verklagt, wobei ich mir nicht ganz sicher bin ob meine Eltern davon meine Krankenversicherungsbeiträge zahlen, daher lasse ich davon mal die finger..

  3. #3
    Du könntest dir auch eine günstigere Wohnung suchen oder in eine WG ziehen.In höheren Lehrjahren gibt es dann mehr Geld und vielleicht könntest du auch einfach hier und da bei einer UNI/ FH Mensa auftauchen und dort einfach günstig essen.Bei uns braucht man sich nicht als Student auszuweisen zb.

    Ich hatte mir auch nur 150 für Lebensmittel gegönnt als ich ausgezogen bin.Geht tatsächlich.

    -Haushaltsbuch führen.Es reicht eine Wochenabrechnung (solange sie akkurat ist) auf Kopierpapier die du schön abheftest.Dann Monatsabrechnungen und zum Schluss die Jahresabrechnung.Nur wenn du weisst was du wofür ausgibst kannst du sparen!
    -Überprüfe wöchentlich die Sonderangebote in den Prospekten im Briefkasten und kaufe nur dann davon nur das was du auch so kaufen würdest.
    -Sofern euer Wasser ganz gut ist trinke nur noch aus der Leitung.Eine riesen Ersparniss!
    -Esse nur noch 1 mal am Tag warm und die Häfte dieser Malzeiten esse Reis.Reis ist sehr variabel.Mit Thunfisch.Mit Keksen.Mit Erbsen.Mit Spinat.Das ist schon ein halbes Wochenmenü.

  4. #4
    Ich muss wohl wirklich die Mülleimer nach Pfandflaschen durchwühlen... und bisher hab ich die eigenen sogar noch immer weggeschmissen.

    Leitungswasser trinkt ich btw sowieso schon ausschließlich, seit jahren.

    in ne günstigere wohnung ziehen ist nicht. 330 ist so ziemlich das günstigste was man hier überhaupt kriegen kann, und die wohnungen hier sind sehr knapp. wie in dem anderen thread schin gesdagt: die ist nicht der osten, wo man ne topwohnung für 215 monatlich bekommt und der halbe block leer steht. zudem beuten einen hier die Makler noch aus mit ihren Courtagen für nix.
    und ne WG ist unter meiner würde......
    und ne Uni gfibts hier sowieso nicht in der nähe.

  5. #5
    Zitat Zitat von SelenaS Beitrag anzeigen
    und bisher hab ich die eigenen sogar noch immer weggeschmissen.
    und ne WG ist unter meiner würde......
    Dann arangier dich - deal with it.

  6. #6
    Wo zum Geier wohnst du, dass die Mieten so teuer sind, was aber keine Großstadt mit Unis, FHs oder sonstigen Studenten/Sozialwohnheimen ist? oO Für 330€ Warm würde ich aber schon eine 30qm Wohnung mit 2 Zimmern und separater Küche verlangen. Das ist für eine Person die sich noch in der Ausbildung befindet mMn recht viel.
    Ansonsten, was Louzifer sagt. In WGs spart man erheblich an den Fixkosten. Und ich würde ja lieber gut essen als eine schöne Wohnung haben und dafür nur Reis mit Ketchup essen.

    Ansonsten: Erwähntes Kindergeld. Das steht dir unter bestimmten Bedingungen (habe ich nicht genau im Kopf, einfach mal googlen) bis 25. zu. (=und nicht deinen Eltern bei denen du sowieso nicht wohnst). Wenn auf deine ~400€ Ausbildungsgehalt nochmal 180€ Kindergeld kämen wäre es sicher noch etwas entspannter.

  7. #7
    ich bin leider schon über 25, somit fällt kidnergdld leider aus

    und ich wohne in der nähe von Mainz, auf einem kleinen beschaulichen Dorf mit ca. 3000 Einwohnern. das arbeitsamt hat meine Wohnung auch schon offiziell als "angemessen" abgesegnet. es gibt hier nichts preiswerteres und/oder kleineres.

    Zitat Zitat
    Ansonsten, was Louzifer sagt. In WGs spart man erheblich an den Fixkosten. Und ich würde ja lieber gut essen als eine schöne Wohnung haben und dafür nur Reis mit Ketchup essen.
    Und ich habe lieber mein eigenes Bad, meinen eigenen Kühlschrank und vor allem Ruhe zum Lernen anstatt mir eine Wohnung mit irgeneiner •••••••• zu teilen, die sich wahrscheinlich den ganzen Tag lang laut von irgendwelchen Assis durchvögeln lässt

  8. #8
    Im Osten ist alles anders, WG-Bewohner sind ••••••••n... Wenn ich so ein gutes Weltbild hätte, dann würd ich die WG auch sein lassen. . Beschweren würd ich mich dann aber nicht.

  9. #9

    Examinierter Senfautomat
    stars_mod
    Zitat Zitat von SelenaS Beitrag anzeigen
    Und ich habe lieber mein eigenes Bad, meinen eigenen Kühlschrank und vor allem Ruhe zum Lernen anstatt mir eine Wohnung mit irgeneiner •••••••• zu teilen, die sich wahrscheinlich den ganzen Tag lang laut von irgendwelchen Assis durchvögeln lässt
    Also ich frage mich wirklich, wie du zu den Ansichten gelangt bist. Ich habe sechs Jahre während meiner Studienzeit in einer WG mit den unterschiedlichsten Besetzungen (also sowohl männliche als auch weibliche Mitbewohner sowie Studenten und "normale" Arbeitstätige) gelebt und die von dir geschilderten Probleme sind nie aufgetreten. Du musst ja auch nicht bei einer "••••••••" einziehen, wenn du es nicht willst, sondern kannst dir auch eine andere WG suchen.

  10. #10
    Ja, 150 im Monat allein für Essen geht gut, das kann ich ebenfalls bestätigen.

  11. #11
    Weil oben jemand von Sozialamt redete - das ist natürlich falsch. Wie Mordechaj und die andern schon gesagt haben: Da wäre allenfalls das Arbeitsamt zuständig, die sollen ja Jobs vermitteln und dafür sorgen, dass die jungen Leute sich auch qualifizieren und Ausbildungen machen. Sozialamt wäre zuständig, wenn jemand gar nicht mehr in der Lage ist zu arbeiten(die Leute beantragen dann auch Sozialhilfe, wenn sie nicht arbeiten können, kein Arbeitslosengeld).

    Und beim ALG 2 sind natürlich nicht nur Lebensmittelkosten drin. Kultur, etc. ist da auch mit drin und der Strom(!) muss auch daraus bezahlt werden. Was zusätzlich übernommen wird zu dem Regelsatz(bei alleinstehenden Erwachsenen 374 Euro) sind Miete und Heizkosten für angemessene Wohnung. Selbst wenn man mit Strom heizt werden die da vermutlich prüfen, was genau auf Heizkosten entfällt. Wer viel Strom für PCs, usw. verbraucht muss den natürlich selber zahlen und der übliche Haushaltskram ist da auch in dem Regelsatz mit drin.

    150 Euro für nur Lebensmittel könnte doch gut reichen. Für 5 Euro pro Tag kann man für 1-2 Euro sich was zum Trinken holen(große 1,5 Liter-Flsachen) - da sind 1-2 Euro sogar noch viel. Und für 2-3 Euro... man muss es halt auf die Woche rechnen... kriegt man schon Brot und Wurst und viel große warme Gerichte kann man halt nicht bereiten, aber verhungern tut man sicher nicht. Jeden Tag Döner - was eigentlich billig ist, wenn man gut Geld verdient - ist halt da schon nicht mehr.

    Problematisch wird es, wenn du bei den 150 die du nur noch übrig hast dann tatsächlich noch oft und viel andere Sachen zahlen musst(Fahrtkosten, Reperaturen, Kleidung) usw. Da kann man zwar auch sparen, aber sicher nur begrenzt.

    Vater muss wohl verklagt werden. Wenn er zu viel verdient und die vom BAB das bestätigen, dann haben die ja sicher einen Bedarf ausgerechnet den du hast und da kann man sehen, wie viel davon du tatsächlich hast - Rest müsste dann der Vater zahlen und verklagt werden. Mutter eventuell muss auch alles offenlegen, auch wenn sie kein Geld hat - weil das Gericht vermutlich alles sehen will(weil wenn sie was hätte müsste sie ja auch was übernehmen, damit Vater entlastet ist). Genauso mit Kindergeld. Das kriegt Vater und muss er dir geben, wenn nicht klagen oder an sich selber auszahlen lassen geht glaub auch in solchen "Spezialfällen". Wird natürlich glaube ich auf den Unterhalt angerechnet. Also Vater müsste dann weniger vom eigenen Geld zahlen. War früher so bei meinen Eltern, als ich noch zur Schule ging und die sich scheiden liessen und Mutter keine Arbeit hatte wurde beim Vater voll das Kindergeld angerechnet(normal zu 50/50) da mutter kein Geld zahlen konnte und wir auch bei ihr wohnten und Vater unterhalt zahlte, damit es bei ihm angerechnet wird und er weniger zahlen muss(auch wenn die Mutter das Kindergeld kassiert, aber so berechnet als bekäme er es).

    Das alles nur natürlich für Leute unter 25. Ab 25 ist sowieso alles komplizierter, wenn man da noch mal irgendwie ne Ausbildung anfangen will.

    Edit: Gerade sehe ich, dass über 25. Da brauchst du sicher eine professionellere Beratung. Ab 25 wirds halt problematisch. Eltern könnten schon meinen, dass sie nicht mehr für Unterhalt zuständig sind. Normalerweise ist man da ja schon lange fertig mit Ausbildung und die können sich sicher irgendwie rausreden, dass man nicht irgendwie zielstrebig was verfolgt hat. Da kann es dann sogar passieren, dass die vielleicht gar nichts mehr zahlen müssen. Und es auch sonstwoher nix mehr gibt und die sagen, dass man einfach so ungelernt arbeiten soll und Pech gehabt hat. Wie genau das aussieht muss jemand sagen, der sich professionell täglich mit sowas beschäftigt, da es sicher sehr viel komplizierter ist.

    Geändert von Luthandorius2 (02.08.2012 um 20:39 Uhr)

  12. #12
    Das bloß anbei noch zu Luthandorius' ansonsten sehr zielführenden Beitrag:

    Zitat Zitat von Luthandorius2 Beitrag anzeigen
    Und beim ALG 2 sind natürlich nicht nur Lebensmittelkosten drin.
    Da ging es wirklich nur darum, dass der Anteil am ALG2-Regelsatz, der für Lebensmittel und dergleichen angesetzt ist, das Existenzminimum formulieren will, das dann in dieser Auffassung knapp 130 Euro beträgt. Das heißt, dass 150 surplus fixe für alles weitere, also nicht nur Lebensmittel, äußerst wenig sind, eben weil so Sachen wie die kulturellen und freizeitlichen Bedürfnisse (sowie Sonderausgaben für Kleidung, Fahrtkosten, etc.) eben noch zu den Ausgaben hinzukommen. Das heißt, selbst wenn man mit 150 Euro locker mit ausreichend Ernährung versorgt ist/wäre, bleiben dennoch einige Dinge auf der Strecke, die beispielsweise der Gesetzgeber für Erwerbslose als Teil der Lebensgrundlage definiert.

    Zitat Zitat
    150 Euro für nur Lebensmittel könnte doch gut reichen. Für 5 Euro pro Tag kann man für 1-2 Euro sich was zum Trinken holen(große 1,5 Liter-Flsachen) - da sind 1-2 Euro sogar noch viel. Und für 2-3 Euro... man muss es halt auf die Woche rechnen... kriegt man schon Brot und Wurst und viel große warme Gerichte kann man halt nicht bereiten, aber verhungern tut man sicher nicht. Jeden Tag Döner - was eigentlich billig ist, wenn man gut Geld verdient - ist halt da schon nicht mehr.
    Die Frage ist eben, wie lebensgerecht das wirklich ist. Ich möchte wirklich nicht abstreiten, was FF beispielsweise für sein eigenes Ernährungsverhalten formuliert hat. Man kann sich da sicherlich einrichten, ohne jetzt auf das Nötigste zu verzichten. Von Verhungern sollten wir überhaupt gar nicht erst sprechen, das halte ich in Deutschland tatsächlich für praktisch unmöglich. Die Frage ist aber eben, was man gewohnt ist, und wo man lebt. Die Gewohnheit mag vorgeschoben klingen, aber Ernährungsgewohnheiten zu ändern ist tatsächlich mit ziemlichen Einbußen verbunden. Ich hatte beispielsweise eine Weile richtiggehend enorme Schlaf- und teilweise auch psychische Probleme, bis ich gemerkt habe, dass ich aus opportunistischen Gründen meine Ernährungsgewohnheiten komplett missachtet hatte. Schon so Sachen, wieviel und welches Fleisch und Brot man isst, oder ob überhaupt, macht viel aus, wenn man da gewisse Gewohnheiten etabliert hat. Das kann sich eben auch kostenmäßig dann niederschlagen. Und eben die Frage, wo man lebt; ich habe in Hamburg ungefährt ein Drittel mehr für Lebensmittel ausgegeben als in Chemnitz, obwohl ich im Durchschnitt eine Mahlzeit weniger hatte und bei den Getränken auf Tee statt Säfte umgestiegen war.

    Das aber nur am Rande. Halte die Sache jedenfalls für komplexer als "Man kann sich ja umstellen."; wobei ich diese Forderung damit natürlich nicht komplett in den Wind schießen kann oder will.

    Zitat Zitat
    Das alles nur natürlich für Leute unter 25. Ab 25 ist sowieso alles komplizierter, wenn man da noch mal irgendwie ne Ausbildung anfangen will.
    Das halte ich sowieso für sehr komisch, denn eigentlich ist das Elterneinkommen ab dann nicht mehr relevant, wenn sie nicht mehr unterhaltspflichtig sind, also auch kein Kindergeld mehr gezahlt wird. Es kann allerdings sein, dass die Elternabhängigkeit (und deren Unterhaltspflicht) erst mit abgeschlossener Berufsausbildung endet; anders ist die Einkommensberechnung wohl auch nicht zu erklären. In jedem Fall steht einem aber der vollständige Regelsatz zu, in erster Instanz von den Eltern (oder aus eigenen Einkünften), der Sozialstaat stockt hier nur auf, was von den Eltern oder aus eigener Kraft nicht an Bedarfsdeckung geleistet werden kann.

    Aber: Ja, professionelle Beratung und etwaige Rechtsschritte sollten hier bei den Zuständigen in der Arbeitsagentur angestrebt werden. Und das Menschenbild sollte etwas angepasst werden; in einer WG zu wohnen ist nur dann mit Einschränkungen und unschönen Erlebnissen verbunden, wenn man das selbst zulässt. (Sagt der, dessen Mitbewohnerin nicht weiß, wie man eine Toilette sauber hält.)

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