Spontane Szenen und Impressionen aufschreiben ist eine tolle Übung. Ich finde, du hast die Atmosphäre gut eingefangen. Jedenfalls hatte ich beim Lesen ein sehr genaues Bild vor Augen.

Deine Hauptprobleme sehe ich in der Strukturierung und der Anwendung deines Vokabulars. Man merkt, an deinem Wortschatz hapert es nicht. Vielmehr stimmt der Kontext oftmals nicht und du vertraust zu sehr auf Standardfloskeln (wie Menschen nur zu so etwas fähig sein können, was aus dieser Stadt nur geworden ist - gleich zwei in einem Satz).

Ich zerpflücke den Text mal, um einige Kritikpunkte zu verdeutlichen (bedenke, das manches Geschmackssache ist):

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Die Leiche saß im kalten Schnee
Sicher, dass die Leiche sitzen soll? Solche Verben würde ich Lebenden vorbehalten. Tote Objekte lehnen lieber oder ähnliches. Es sei denn, du willst die Leicher vermenschlichen.
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Die Leiche saß im kalten Schnee
Schnee ist per Definition kalt; ihm seine definierende Eigenschaft als Adjektiv voranzustellen redundant. Alle offensichtlichen Eigenschaften sollten verschwiegen werden. Das spart Wörter (immer gut) und stärkt Adjektive, die sich dem Außergewöhnlichem, Abstrakten widmen.
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Einen tiefen Zug aus seiner Zigarette nehmend betrachtete der Detective den Tatort mit Abscheu.
Ich würde den Satz so bevorzugen:
Der Detective nahm einen tiefen Zug aus seiner Zigarette, während er den Tatort mit Abscheu betrachtete.
Der Grund ist folgender: Der Detective als Person ist eine wichtige Information und sollte nicht in der Satzmitte verschwinden.
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Er blickte hoch und ihm strahlte die Masse von Reklameleuchten an den Wänden der gläsernen Hochhäuser entgegen.
Den Satz würde ich ebenfalls anders strukturieren. Besser gesagt zweiteilen:
Er blickte hoch. Die Masse von Reklameleuchten an den Wänden der gläsernen Hochhäuser, strahlte ihn entgegen. (Wobei ich hier wiederum die Platzierung des Prädikats zu mittig finde.)
Zwei so unterschiedliche, in keinem(?) Zusammenhang stehende Informationen (Er blickte und Die Reklameleuchten strahlten), würde ich stets trennen. Das ist angenehmer, weil man den Inhalt so besser erfasst.
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ihr Fachgeschäft für die passende Ausstattung um ihre eigene Sicherheit zu gewähren.
Ähnliches wie beim ersten Zitat. Präpositionen, die das Offensichtliche ausdrücken, kann man sich in der Regel sparen. Es sei denn, es klingt mit einfach besser. Tut es in diesem Fall meiner Meinung nach jedoch nicht.
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„Womögliche Todesursache Verlust des Kopfes“
Statt dem Gedankenstrich, solltest du einen Doppelpunkt verwenden. Gedankenstriche sind für Einschübe oder Pointen am Ende, die das vorausgegangene bewerten. (Es gibt auch genug Stimmen, die den Gedankenstrich komplett ablehnen. Na ja.)
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Wer sich heutzutage alles zum Polizeidienst meldet.
Das ist ein Dialog/Gedanke des Detectives, woll? Den musst du dann auch durch Anführungsstriche kennzeichnen, sonst ließt sich das wie ein Tempusfehler.
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Bibbernd zog er den Mantel etwas enger und schaute auf die Uhr an seinem rechten Arm.
Ist die Information wirklich nötig? Reicht es nicht zu schreiben, dass er auf seine Uhr schaut? Als Leser gehe ich davon aus, dass sie sich an seinem Arm befindet.
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hob den Schnee aufwirbelnd vom Boden ab
Statt dem Adverb aufwirbelnd in Kombination mit dem schwachen Verb hob, kannst du gleich aufwirbeln als Verb verwenden. Das ist ein schönes, starkes. Ausdrucksstarke Verben, die Adverbien sparen, sind immer gut.

Du neigst hier und da noch zu Stilblüten. saß habe ich oben beispielhaft angeführt. Dazu gesellen sich er pustete den Rauch und Er schüttelte die verbrannten Reste von seiner Zigarette.


Ansonsten: Schreib bitte weiter! Hier ist so wenig los.