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Thema: Der Heldentod

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Das sind aber ganz schön viele Fragen!

    Sollte ein Held so sterben, wie es für seinen Charakter passend ist? Also ein Magier a'la Gandalf im Kampf gegen einen finsteren Dämon?
    Ich denke nicht, dass es so etwas wie einen passenden Tod gibt. Höchstens einen verdienten, aber der gilt nur für Hassfiguren.

    Muss der Tod eines Helden im Spiel eine tiefere Bedeutung für die Handlung haben?
    Wenn schon einer sterben muss, dann auf keinen Fall nur for teh DRAMA. Man bewegt sich dabei immer auf einem schmalen Grat.

    Gehört zum Tod eines Helden immer eine kitschig-herzerwärmende Todesszene a'la Aerith, in welcher der Protagonist seinem sterbenden Kameraden bis zuletzt die Hand hält? Oder findet ihr es besser, das Thema so kurz wie möglich abzuhandeln?
    Es kommt auf die Umsetzung an. Pathos ist geil, aber theatralisch weinende alte Klageweiber nicht. Kurz behandeln würde ich solche Szenen aber nie, das wirkt so, als würde der Entwickler sie selbst für bedeutungslos halten.

    Ist es am Ende gar das Beste, gar nicht näher auf den Tod einzugehen und dem Konsumenten selber die Entscheidung zu überlassen, ob ein Charakter tot ist, oder ob er sich doch noch irgendwie retten konnte?
    Das ist die Schlechteste aller Möglichkeiten. Vage Enden kommen mir immer wie Mutlosigkeit vor. Man möchte es möglichst vielen Recht machen.

    Wollt ihr, ähnlich wie in ME2, einen Einfluss darauf haben, ob ein Charakter stirbt, anstatt das die Handlung den Tod einfach erzwingt?
    Wenn der Tod für die Handlung wichtig ist, muss sie ihn ja erzwingen, und wenn nicht, dann würde ihm wohl die dramatische Wirkung fehlen. Wahrscheinlich wäre es mir als Spieler aber schon lieber, wenn ich den Tod verhindern könnte.

    Seid ihr grundsätzlich pickiert, wenn ein Charakter das zeitliche segnet, den ihr mochtet?
    Auf jeden Fall, der Erzähler sollte mir dann nie persönlich über den Weg laufen. =3 Ne, wirklich gefährlich wird es nur, wenn es der einzige Charakter war, den ich sympathisch fand. Dann ist die Geschichte für mich schon mal unten durch. Mir geht es hauptsächlich um die Sympathie.

    Was denkt ihr vom Klischee des dahinscheidenden Protagonisten am Ende der Handlung?
    So ein Tod ist in vielen Fällen leider nur dazu da, damit es melodramatisch wird und deswegen schlecht.

    Sollte ein Charakter vor seinem Tod sein Ziel erreichen können (z.B. das entführte Kind retten o.ä.) oder findet ihr es tragischer, wenn der Tod quasi das kritische Scheitern präsentiert?
    Ich möchte als Spieler nie scheitern.

    ***

    Lasst ihr überhaupt jemals wichtige Charaktere - den Antagonisten mal außen vor - sterben?
    Das hab ich schon, aber heute würde ich es mir wohl sehr gut überlegen, zumindest bei den spielbaren Charakteren.

    Gehören eure Charaktere EUCH und ihr könnt machen was ihr wollt, oder nehmt ihr Rücksicht auf die zu erwartetenden Reaktionen der Spieler?
    Ja, ich schreibe die Geschichte so wie sie mir gefallen würde.

    Findet ihr, dass der Tod eines Charakters ein praktikables Mittel ist, um die Handlung zu bewegen, auch auf das Risiko hin, den Spieler damit vor den Kopf zu stoßen?
    Nur bei NPCs, dort kann man es schon mal machen.

    Würdet ihr die Entscheidung über den Heldentod aus der Hand geben? Z.B. durch "nicht zeigen", oder indem ihr sein Überleben vom Spieler abhängig macht?
    Bei einem Rollenspiel wohl nicht, in einem Horrorspiel vielleicht schon (hier aber nur so, dass der Spieler den Tod spielerisch verhindern kann).

    Habt ihr schonmal einen Charakter nur deshalb in ein Spiel eingebaut, damit ihr ihn an einem bestimmten Punkt sterben lassen könnt?
    Kann ich aus dem Stegreif nicht sagen, aber bei NPCs könnte das durchaus sein.

    Habt ihr schonmal einen Charakter sterben lassen, weil ihr ihn zwar in die Handlung eingebaut habt, aber irgendwie nicht so recht wusstet, was ihr mit ihm anfangen sollt?
    Absolut niemals.

  2. #2
    Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen
    Das sind aber ganz schön viele Fragen!
    Deshalb schrieb ich ja, das es unnötig ist, auf jede Frage sepparat einzugehen Die frage sollen mehr als Denkanstoß fungieren, nicht so sehr als Wegweiser

    Zitat Zitat
    Ich denke nicht, dass es so etwas wie einen passenden Tod gibt. Höchstens einen verdienten, aber der gilt nur für Hassfiguren.
    Doch natürlich gibt es den. Für einen Charakter z.B. der das ganze Spiel als verteidiger der Schwachen eingetreten ist, wäre es nur mehr als gerecht, ihn am Ende ebend auch sterben zu lassen, in dem er bspw. durch seinen Tod ein paar Kinder vor einer Meute Feinde rettet ... oder ähnliches. Es wäre jedenfalls unwürdig, ihn daran krepieren zu lassen, das ihm ein 12 Jähriger mit seiner zwille eine Biene hinter das Visier schießt und er dann an einer insektengift-Allergie zu grunde geht, weil der Verschluss vom Helm klemmt. Deswegen auch mein Beispiel mit Captain Kirk. Dieser Mann war Dekaden lang eine Filmische Legende und stirbt schließlich, weil er von einer Leiter fällt ... so was geht gar nicht.

    Zitat Zitat
    Ich möchte als Spieler nie scheitern.
    Du nicht. Aber ein einzelner Charakter. Die meisten Charaktere bekommen ja hintergründe und persönliche Quests spendiert. Theoretisch könnte einer deiner Charaktere also aus dem leben treten, bevor er sein "soll" erfüllt hat.

    Geändert von caesa_andy (18.06.2012 um 16:02 Uhr)

  3. #3
    Also ich mag Heldentode wenn sie passend sind und in dem Zeug was ich maker bau ich sowas auch hin und wieder ein.
    Klar ist es nicht toll wenn ein Lieblingscharakter stirbt, aber gerade das lässt sie einem ja noch mehr ans Herz wachsen.
    Ich habe schon einige Spiele gespielt wo, meine Lieblingscharaktere sterben oder die Gruppe verlassen und dann irgendwann durch einen selbst getötet werden müssen. Auch wenn die ganze Gruppe am Ende stirbt muss das auch kein schlechtes Ende sein, es gibt halt nicht immer ein Happy End. Ich seh mir oft alte Chinesische Filme an, da sterben auch immer alle Hauptprotagonisten am Ende, außerdem ist es ja realistischer, man kann nicht immer ein überragender Held sein, das hat sich langsam abgenutzt finde ich.^^

  4. #4
    Zitat Zitat von Kyojiro Beitrag anzeigen
    Ich habe schon einige Spiele gespielt wo, meine Lieblingscharaktere sterben oder die Gruppe verlassen und dann irgendwann durch einen selbst getötet werden müssen. Auch wenn die ganze Gruppe am Ende stirbt muss das auch kein schlechtes Ende sein, es gibt halt nicht immer ein Happy End. Ich seh mir oft alte Chinesische Filme an, da sterben auch immer alle Hauptprotagonisten am Ende, außerdem ist es ja realistischer, man kann nicht immer ein überragender Held sein, das hat sich langsam abgenutzt finde ich.^^
    Leider sind beide Varianten inzwischen Klischees. Will man also ohne Klischees makern, darf der Held am ende weder überleben, noch sterben...was irgendwie schwer umsetzbar ist Vieleicht sollte man ein Spiel machen, wo der Held am Ende in eine andere Dimension gesaugt wird, oder so ...
    Ich finde es halt nur dumm, wenn ständig alle am Ende fröhlich sind, aber dann halt doch ebend noch der Beste Kumpel des Protagonisten krepiert, damit selbiger sein tränenüberströmtes Gesicht in die kamera halten darf. Der einzige Punkt, unter dem ich den späten heldentod akzeptiere, ist zur auflösung eines moralischen Dilemmas. Etwa wenn der Charakter ein verbrecher ist, und eigentlich in Knast gehört, die Handlung über aber immer für das gute eingestanden ist. Dann ist der Heldentod ein Ausweg, um dem Charakter einen halbwegs würdevollen abgang zu gewähren.

  5. #5
    @caesa_andy
    Ich denke nicht, dass der Tod eines Charakters auf seinen Lebensweg zugeschnitten sein muss. Selbst wenn er sich vorher immer heldenhaft aufgeführt hat, wie z. B. Kirk, muss er deswegen nicht unbedingt wie ein Held sterben (wobei Kirk das ja sogar getan hat, er ist nicht beim Apfelpflücken gestorben).

    Zitat Zitat
    Du nicht. Aber ein einzelner Charakter.
    Ich meinte schon mich vertreten durch den Charakter. Da ich alle spielbaren Charaktere spiele, möchte ich nicht, dass einer von ihnen am Ende der Geschichte scheitert.

  6. #6
    Also das was ich maker, ist eher alles Spontan der Held ist dann eigentlich auch nie wirklich ein Held^^
    Das entwickelt sich dann immer so mit der Zeit alles.

    Und Kirks tot hätte besser ausfallen müssen, ich meine so wie der sich daran festgekrallt hat, hätte er auch
    eigentlich überleben können. xD

  7. #7
    Ich sehe in diesem Fall die Erzählung als sehr in die Spielmechanik eingebettet an. Stirbt der Held anfangs in den Standardkämpfen, heißt es "Game over" und ich muss neu laden. Stirbt er in der Mitte des Spiels - gleichfalls. Patze ich im Finale, habe ich ebenfalls verloren. Es ist nach so einem Vorlauf erzählerisch ziemlich anspruchsvoll, den Heldentod ganz zum Schluss glaubhaft als Spielerfolg zu inszenieren, damit der Spieler nicht mit dem schalen Geschmack der Niederlage aus dem Spiel entlassen wird, obgleich er doch alles richtig gemacht hat. Plötzlich verkehrt sich die bisherige Wertung, aus "Verloren!" wird "Gut gemacht!". Wenn man ohne Gespür für diesen Kontrast bastelt, geht es vermutlich schief.

    Ich denke, wer nicht gerade ein talentierter Erzähler ist, sollte von so einem Stilmittel lieber die Finger lassen und auf das ebenso handelsübliche wie schön befriedigende glückliche Ende zurückgreifen: Held rammt Schuft das Schwert in die Kehle, Siegerpose, Prinzessin wirft sich Held in die Arme, Schlussbild als Schattenriss vor dramatischem Himmel, Abspann.
    Dennoch kann ich mir eine Reihe an Geschichten vorstellen, die mit dem Heldentod funktionieren. Aufopferung für das allgemeine Beste ist eine vermutlich recht akzeptierte Variante. Oder eine persönlichere Geschichte um einen alten Mann, der am Ende seines Lebens noch einmal alles daran setzt, sich den lang ersehnten Traum zu erfüllen und im Finale mit einem Lächeln ins Grab überwechselt. Dann kann ich sagen: Schade drum, aber passt schon. Beim Spielen bin ich knallharter Romantiker.

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