Zuerst einmal: Falls jemand noch die Rip-Version schaut, bei der in der Szene nach den Credits die Subtitles fehlen, es wird Folgendes gesagt:
Ansonsten kann ich dir im Großen und Ganzen nur zustimmen, Akito. Visuell gehört der Film definitiv zu den schönsten Sachen, die man im Anime-Bereich findet. Gerade was die tollen Hintergründe, die Lichteffekte, die Regentropfen, die Reflexionen und die Farben angeht, macht Shinkai da so schnell keiner was vor. Die Charakterdesigns haben sich definitiv auch verbessert. Musikalisch fand ich's gut, aber ja, ich hab auch Tenmon ein wenig vermisst. Auch das Pacing fand ich angemessen.
Was die Story betrifft, fand ich Kotonoha no Niwa leider nicht so emotional involvierend wie einige andere Shinkai-Werke. Grundlegend finde ich die Ideen sehr schön, hin vom Motiv des Schuhmachens bis hin zur unkonventionellen Liebesgeschichte. Auch die Dialoge fand ich gut geschrieben, und das Finale mochte ich auch. Aber ich fand, dass die Gefühle der Charaktere nicht immer ganz nachvollziehbar waren, besonders im Finale. Damit will ich nicht einmal sagen, dass sie unlogisch oder nicht berechtigt sind, sondern dass es für mich als Zuschauer einfach zu wenig Introspektion gab. Der Film hat ja trotz der kurzen Länge auch nicht gerade wenig Inhalt gehabt. Die Charaktere hatten zwar ihre Hintergrundgeschichten, die auch durchaus durchdacht waren, aber auf emotionaler Ebene fiel es mir schwer, das alles zu vereinen und wirklich mitzufühlen. Mag vielleicht auch etwas am Thema liegen, 5 Centimeters Per Second & Co. waren da ja ein wenig klassischer, aber irgendwie hat's bei mir hier nicht richtig Klick gemacht.
Dennoch natürlich ein toller Film und zweifelsohne sehenswert, für die Bilder, die Geschichte und das Gesamtwerk. Man merkt definitiv, dass es ein Shinkai-Film ist, aber ebenso merkt man, dass er sich weiterentwickelt, in mehr als einer Hinsicht. Gerade dass die Geschichte einige „erwachsenere“ Themen behandelt, zeigt für mich, dass Shinkai sich nicht mehr an einer Audienz von Jugendlichen und jungen Erwachsenen orientiert und definitiv das erzählt, was er erzählen will.
Ich denke, wenn ich den Film im Laufe der Zeit nochmal, oder noch mehrmals sehen werde, werde ich mit Sicherheit noch so einige Facetten entdecken, die mir dieses Mal entgangen sind. Vielleicht seh ich mir auch mal die Audiokommentar-Version an.