Was ist denn etwas „Besonderes“? Ich finde, es trägt viel zum Charme der Serie bei, dass es viele liebenswerte Sachen gibt, die in ähnlicher oder verschiedener Form in verschiedenen Spielen auftauchen. Dass diese Gemeinsamkeiten nicht so groß sind wie bei anderen Spielen, sorgt für mich persönlich jetzt nicht dafür, dass sich Final Fantasy weniger wie eine Serie anfühlt. Und dass Mogrys die Glaubwürdigkeit der Spielwelt unterwandern, würde ich jetzt auch pauschal nicht so sagen – zum einen fungieren sie als Comic Reliefs, zum anderen kommen sie aber gerade in den Teilen vor, die sich selbst nicht so ernst nehmen, mit Ausnahme von vielleicht FF6. (In FF7, FF8 und FF10 haben sie beispielsweise eine sehr untergeordnete Rolle).
Nein, da muss ich dir sehr stark widersprechen, für mich fühlt sich Final Fantasy überhaupt nicht so an. Die neueren Teile mal außen vorgelassen, weil ich sie nicht/kaum kenne, muss ich sagen, dass jedes Final Fantasy bis hin zu Final Fantasy IX oder X eine große Menge an Seele und Herzblut in sich trägt, und die Entwickler sind bestimmt nicht nur auf die Mainstream-Schiene aufgesprungen. Zum Teil vielleicht, aber oftmals sind sie große Wagnisse eingegangen und haben viel herumexperimentiert. Außerdem ist die Auffassung dieser Art von Mainstream vielleicht auch erst nachträglich entstanden. Wenn ich mir beispielweise Final Fantasy VII anschaue, wo man seinen Hauptcharakter als Frau verkleidet in einen Puff einer Slumsiedlung schicken musste, um einer Art Mafiaboss zu erpressen, finde ich das nicht Mainstream. Schaut man sich die ganze Midgar-Atmosphäre am Anfang an, dann sieht man, dass Final Fantasy hier einen Weg eingeschlagen hat, den es bisher in der Serie noch nicht gab, und der mit Sicherheit höchst geschmacksabhängig ist. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich die Anfangsatmosphäre, die ich heute als großartig und unglaublich dicht empfand, damals vor sieben oder acht Jahren nicht wirklich schätzen konnte und froh war, sobald ich die Weltkarte erreicht hatte.Zitat
Ebenso wenig Mainstream finde ich es, dass Square mit Final Fantasy VIII mal eben die Hälfte aller altbekannten und bewährten Gameplaymechanismen über Bord geworfen hat und sich damit auch einige Kritik, sowohl gute als auch schlechte, eingefangen hat. Mit Final Fantasy IX, nach zwei sehr eher ernsten und ziemlich beliebten Teilen, wieder zu den Wurzeln der Serie zurückzukehren und eine märchenhafte Mittelalterwelt zu schaffen, die sich selbst nicht immer ganz ernst nimmt, und voller Liebe steckt, aber irgendwie gar nicht mehr so „cool“ wirkt wie die beiden Vorgänger, halte ich auch für durchaus mutig. Und ich kenne kein Spiel, in dem ich so viel Seele und Liebe erkenne, wie in Final Fantasy IX. Sakaguchi war schon immer ein Mann mit Vision. Kein Tetsuya Takahashi, der unglaublich komplexe Geschichten erzählen will, sondern ein Mann, der viel Liebe in die Welt und die Personen steckt.
Ich weiß, dass Final Fantasy nicht so sehr vom Pfad abweicht wie zum Beispiel die Shin-Megami-Tensei-Spiele, aber die Serie durchweg als Mainstream, wagnis- und lieblos zu bezeichnen ist für mich nicht nachempfindbar.
Die Geschichte von Xenogears ist sicherlich komplexer und die Antagonisten nachvollziehbarer als in Final Fantasy VII (aufgrund der enormen Komplexität wurde die Story von Xenogears, die zuerst als Entwurf bzw. Vorschlag für die Geschichte von Final Fantasy VII eingereicht wurde, für dieses Spiel abgelehnt – da sie zu komplex für ein Final Fantasy sei). Ich habe Xenogears erst dieses Jahr durchgespielt, und war in mancherlei Hinsicht durchaus beeindruckt. Die Plottwists, viele der behandelten Thematiken und einige Szenen haben mir wirklich sehr gut gefallen. Der emotionale Teil ist bei mir aber irgendwie nicht so stark durchgekommen. Auch wenn Xenogears insgesamt einen eher unkonventionelleren Weg geht, versucht es aber auch in vielerlei Hinsicht „cool“ zu sein, was auch manchmal mit der Ernsthaftigkeit kollidiert, und macht einige Fehler in der Präsentation. (z.B. das Einführen von Charakteren, die bis auf kurze Schlüsselszenen in der Handlung und auch als Persönlichkeiten beinahe bedeutungslos sind.)Zitat
Ich habe Shadow Hearts 2 (leider als einzigen Teil der Serie) gespielt und denke, dass es eine wirklich gut präsentierte Geschichte hat, die leider nur sehr langsam in Fahrt kommt. Und wohl einen der besten Antagonisten hat, den ich kenne. Shadow Hearts schlägt sicherlich alternative Wege ein, ist interessant, spannend und individuell mit viel Herz und Seele. Aber auch das finde ich in Final Fantasy, das vielleicht weniger alternativ oder unkonventionell ist, aber nicht weniger liebevoll gestaltet.Zitat
Darauf war Crisis Core ja auch ausgelegt, und auch mich hat das Spiel emotional stark berührt, wenn gleich es auch eine massive Anhäufung von Inhalten war, die die Spieler sehen wollten und man hier meiner Meinung nach nicht so deutlich die Liebe der Entwickler erkennen kann.Zitat

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