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Ritter
Ich hab das Buch nicht mehr vollends in Erinnerung.
Jedenfalls, Grenouille wird deshalb so indifferent behandelt, weil er keinen Eigengeruch hat. Ohne menschlichen Geruch, keine menschliche Liebe. Das Parfüm, dass er aus den Jungfrauen zusammenstellt, gibt ihm nicht einfach nur einen menschlichen Geruch, sondern den liebenswertesten überhaupt. Wenn mich nicht alles täuscht, wird der kannibalistische Akt am Ende auch als größter Liebesbeweis tituliert.
Ich würde die These jetzt weder unterstützen, sondern verneinen wollen, aber du wählst denke ich den falschen Ansatz, wenn du sagst, er habe kein Liebesbedürfnis, weil er alle Menschen hasst. Das eine schließe das andere nämlich nicht aus. Hass ist vielleicht auch das falsche Wort. Ich denke Verachtung trifft es eher. Meiner Empfindung nach, ist Grenouille ein wenig schopenhauerisch angelegt. So ist es gut möglich, dass er zwischen seinem kühlen, unmenschlichem Bestreben und der Suche nach Liebe balanciert, und dass das eine ausschlaggebend für das andere ist.
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