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Thema: Organspende

  1. #81
    Op-Team der Explantation (2 Chirurgen, ein Anästhesist, Op-Pfleger, Anästhesiepfleger), Laufende Kosten des Krankenhauses, Op-Team dass die Niere wieder einbaut (nochmal das selbe), Kosten des Stationären Aufenthaltes des Spenders und Empfängers, deren Medikamente, Immunsuppressive Therapie und Nachbehandlung des Empfängers über viele Jahre. Da kommt einiges zusammen.
    Bei Organspende von Toten wird die Organentnahme (vermutlich, vllt aber auch nicht wegen Organisationsaufwand) etwas billiger, dafür kommen Transportkosten und die Mehrkosten für eine idr. schlechter vertragene Transplantation (längere Kaltischämiezeit)

  2. #82

  3. #83
    Zitat Zitat
    Der Gruppenantrag aller fünf Fraktionen hofft, mit der vorgeschlagen Entscheidungslösung den Abstand zwischen der hohen Organspendebereitschaft in der Bevölkerung, die bei rund 75 Prozent liegt, und dem tatsächlich dokumentierten Willen zur Organspende mit rund 25 Prozent zu verringern, ohne die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen durch eine Erklärungspflicht einzuschränken.
    Nice. Wenn sie auch nur auf 40 Prozent kommen, ist das schon eine gewaltige Verbesserung, die diesen Schritt rechtfertigen dürfte.
    Fast genau so schön ist, dass alle mitgezogen haben, sogar mit wenig Nörgeln seitens der Opposition.

  4. #84
    Ich finde es gut das sich wenigstens jeder Bürger damit ausseinander setzten soll um darüber mal nachzudenken gefällt mir auf jedenfall

  5. #85
    Da ich schon in der DKMS bin und Blut spende, werde ich mir die Tage auch einen Organspenderausweis aus dem Internet runterladen und mich damit ofiziell zur Organspende nach meinem Tod zur Verfügung stellen lassen. Finde es allerdings seltsam, das ein Stück Papier in der Tasche, auf dem draufsteht ich Spende mich offiziell zum Organspender macht. oder habe ich da was übersehen?

  6. #86
    Nö. Ich glaube, du darfst es sogar auf einen Schmierzettel schreiben.

  7. #87
    Verbindlich ist das sowieso nicht, deine Angehörigen usw. dürfen mWn immer noch widersprechen.

  8. #88
    Nur, wenn du deinen Willen nicht explizit gemacht hast. Die Angehörigen müssen zwar in jedem Fall unterrichtet werden, dürfen aber nur dann Entscheidungsträger werden, wenn sie entweder vom potentiellen Spender zur Entscheidung bestimmt wurden, oder dieser keine Zustimmung bzw. keinen Widerspruch explizit gemacht hat. Die Angehörigen sind außerdem an den mutmaßlichen Willen gebunden, das heißt die erste Frage an sie lautet, ob ihnen eine Erklärung zur Spende durch den potentiellen Spender bekannt ist.
    [vgl. Transplantationsgesetz §4 (1)]

  9. #89
    Ja, nur ist so ein Ausweis eben keine rechtlich bindende, notariell gesicherte Absichtserklärung und kann von den Angehörigen wunderbar mit "er hat vor seinem Tod aber gesagt er will das doch nicht mehr!11" angefochten werden, womit sie bei einem eventuellen Gerichtsprozess vielleicht auch durchkommen würden - und selbst wenn nicht, diese Person würde nicht zur Organspende herangezogen werden, weil das Krankenhaus sich die negative Publicity und den eventuellen Rechtsstreit bei diesem sensiblen Thema sparen wollen würde.

  10. #90
    Rechtlich bindend ist er schon, sonst könnten ja nie ohne Zustimmung der Angehörigen Organe entnommen werden. Es stimmt aber offenbar, dass man im Ernstfall eher dazu tendiert, den Angehörigen zu entsprechen, sollten die Widerspruch einlegen, um Diskrepanzen zu vermeiden.

  11. #91
    Am besten hinterlegt ihr alles bei einem Notar. Zusammen mit dem Testament. Dann ist es nicht nur bindend, sondern auch noch abgesichert, da da sicher niemand widerspricht und auf die Idee kommt, dass der Notar einfach so zum Spass lügt - ein angesehener Notar. Omg. Der macht das doch nicht. Selbst nicht wenn irgendjemand ihm Millionen bietet.

  12. #92
    Nur dass das zu lange dauert für die eventuelle Organentnahme.

  13. #93
    Nochmal: Der Spenderausweis ist auch jetzt schon ein vollwertig rechtlich gültiges Dokument. Wir reden hier außerdem von Einzelfällen, wo die Angehörigen sich über den expliziten Willen des Verstorbenen hinwegsetzen wollen. Das passiert, vor allem in dieser Konstellation, äußert selten. Und da momentan ohnehin eine erweitere Einwilligungslösung Usus ist, das prädefinierte Normverfahren bei Unentschiedenheit also das Verbuddeln mitsamt aller Organe ist, da niemand direkten Anspruch darauf hat, dass seine Organe unbedingt transplantiert werden, lässt sich der Willen des Verstorbenen in diesen seltenen Einzelfällen umgehen, ohne dass man gleich in eine ethische Krise gerät. (Und klagen kann ja praktisch auch keiner mehr, da der Rechtsanspruch quasi beim Verstorbenen läge.)

    (Sind Notare wirklich per se unbestechlich? Sollte da nicht mal jemand einen Film drüber drehen?)

  14. #94


    Ändert für mich nichts an der Diskussion, aber wir sollten den Thread wieder ausgraben.

  15. #95
    Hätte ich den Thread nicht aboniert, wüsste ich nicht, dass der smiley auf irgendwas verlinkt.
    http://www.welt.de/regionales/muench...egensburg.html

    Die Kommentare sind aber mal wieder super. Viele in Richtung "die Bösen Ärzte die das nur wegen des Geldes machen, die sollen sich doch aufopfern für die Gemeinschaft!111"

  16. #96
    Zitat Zitat
    An der Warteliste vorbei

    Immer mehr Spenderorgane werden im sogenannten beschleunigten Verfahren an Patienten vermittelt. Davon gibt es aber mittlerweile so viele, dass der Verdacht der Manipulation besteht.

    Das hierzulande bestehende System für Organtransplantationen ist offensichtlich anfällig für Manipulation. Das ist die Erkenntnis aus den Skandalen an den Kliniken in Regensburg und Göttingen. Schließlich war es einem Mediziner gelungen, durch Fälschungen der Krankenakten ausgewählten Patienten schneller eine neue Leber zu verschaffen.

    Neue Zahlen nähren nun den Verdacht, dass auch an einer anderen Stelle der Entscheidungskette über die Organvergabe Möglichkeiten zur Manipulation bestehen, die auch genutzt werden. Denn es macht unter Umständen Sinn, den Spender beziehungsweise dessen Organe „kränker“ zu machen, als es tatsächlich der Fall ist.

    Normalerweise werden gespendete Organe nach einem festgelegten Kriterienkatalog an Patienten vergeben, die auf der Warteliste stehen. Doch es gibt Ausnahmen: Wenn der Spender zu alt war und/oder an einer Virus- oder Tumorerkrankung litt, findet sich eventuell kein geeigneter Empfänger. Lehnen drei Kliniken (bei Niere: fünf) das Angebot aus medizinischen Gründen ab, gilt das sogenannte „beschleunigte Vermittlungsverfahren“ oder „Zentrumsangebot“.

    Jedes vierte Herz ist betroffen
    Die entsprechenden Organe können dann von der Klinik, in der sich der Spender befindet, selbst zugeteilt werden. Damit soll verhindert werden, dass das gespendete Organe verloren geht. Dieses Verfahren macht Sinn, wenn es sich um Einzelfälle handelt. Doch dies ist nicht der Fall. Das zeigen Zahlen, die der Grünen-Gesundheitsexperte Harald Terpe von der Bundesregierung verlangt und mittlerweile auch bekommen hat.

    Danach stieg der Anteil der beschleunigten Vermittlung bei der Leber zwischen 2002 und 2012 von 9,1 auf 37,1 Prozent. Beim Herz kletterte der Wert innerhalb der vergangenen zehn Jahre von 8,4 auf 25,8 Prozent, bei der Lunge von 10,6 auf 30,3 Prozent. Den größten Sprung gab es bei der Bauchspeicheldrüse: Wurden 2002 erst 6,3 Prozent dieses Organs nach dem beschleunigten Verfahren zugewiesen, betrug der Anteil in diesem Jahr satte 43,7 Prozent. Anders ausgedrückt: Was früher die Ausnahme war, ist heute die Regel. Jedes vierte Herz, jede dritte Leber und jede zweite Bauspeicheldrüse werden an der offiziellen Warteliste vorbei verteilt.

    Die Bundesregierung erklärt den Anstieg mit der Tatsache, dass das Alter der Spender stark zugenommen hat. Zudem verweist sie darauf, dass bei der Bauchspeicheldrüse 2011 die Richtlinien der Bundesärztekammer geändert wurden. Danach gilt das beschleunigte Verfahren unmittelbar, wenn der Spender älter als 50 und übergewichtig war.

    Steigerungsraten machen stutzig
    Es bestehen allerdings Zweifel, ob der kräftige Anstieg bei den anderen Organen tatsächlich nur auf das höhere Alter der Spender zurückzuführen ist. Wohl nicht ganz zufällig äußerten sich bereits 2009 Ärzte, Krankenkassen, Landes-Gesundheitsbehörden und Sachverständige in einer Studie kritisch zum beschleunigten Verfahren. In der Untersuchung des IGES-Instituts im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums hieß es, zwar werde das normale Verfahren von den Befragten als transparent bezeichnet. „Allerdings gilt dies nicht für die vor allem in der Lungen- und Herztransplantation verbreiteten beschleunigten und hochdringlichen Vermittlungen. Hier wird aufgrund des geringen Standardisierungsgrades des Verfahrens eine Manipulationsanfälligkeit gesehen.“

    Vor diesem Hintergrund müssen die hohen Steigerungsraten stutzig machen. Auch der Grünen-Politiker Terpe wundert sich und fordert eine genaue Untersuchung. „Der enorme Anstieg dieser Transplantationen ist erklärungsbedürftig“, sagte er der Berliner Zeitung. Die Praxis der beschleunigten Vermittlung sollte transparent gemacht und von einer unabhängigen Einrichtung evaluiert werden, verlangte Terpe. „Nach den Ereignissen in Göttingen und Regensburg müssen wir alles tun, um sicherzugehen, dass nicht auch an anderer Stelle manipuliert wird.“

    Quelle

  17. #97
    Ich hab jetzt dann doch beschlossen, meinen Organspendeausweis zu vernichten und mir lieber erst dann wieder einen zu holen, wenn in das ganze Prozedere wieder etwas Seriosität und Regelung gekommen sind.

    Und wehe, jemand von meiner Krankenkasse kommt an und versucht mich darüber zu informieren...

  18. #98
    Und wo ist der Unterschied darin, ob deine Organe jemandem in dem einen oder dem anderen Verfahren zugeteilt werden?

  19. #99
    Zitat Zitat von Freierfall Beitrag anzeigen
    Und wo ist der Unterschied darin, ob deine Organe jemandem in dem einen oder dem anderen Verfahren zugeteilt werden?
    Der Unterschied liegt darin, dass ich ein System, welches offenbar sehr viel höchstgradiger suspekt und kriminell ist als man ohnehin schon angenommen hat, nicht fördern werde, indem jemand u.U. noch verbotenerweise Geld kassiert um meine Organe zu vermitteln, um damit auch ein System zu fördern, welches u.U. jemanden benachteiligt, der aber ein Vorrecht auf ein Spenderorgan hätte.

    Kann und will ich so mit mir nicht vereinbaren.

  20. #100
    Zitat Zitat von Dennis Beitrag anzeigen
    ein System, welches offenbar sehr viel höchstgradiger suspekt und kriminell ist als man ohnehin schon angenommen hat
    Hat das jemand, außer den üblichen Leuten, die auch glauben, alle Pharmafirmen wollten sie vergiften und die Regierung sprühe Gehirnkontroll-Chemikalien aus Flugzeugen ab?
    Zitat Zitat
    um damit auch ein System zu fördern, welches u.U. jemanden benachteiligt, der aber ein Vorrecht auf ein Spenderorgan hätte.
    Und derjenige, der das Organ bekommt, ist automatisch ein schlechter Mensch und hat diese Chance nicht verdient? Die Zuteilungs-praxis hat (durchaus zurecht) ihre Kritiker, was einfach daran liegt, dass es dabei immer einen Kompromiss gibt (und eine gehörige Portion des Zufalls, da auch auf die Kompatibilität der Gewebe zu einander geachtet wird, was aus pragmatischen Gründen richtig ist, aber nunmal auch stark zufallsbedingt ist). Ich will damit die stattfindende Korruption usw. keineswegs verteidigen - aber ob jemand jetzt ein Organ per Ordnungsgemäßem Verfahren zugeteilt bekommt oder nicht, ändert nichts daran, dass a) es dem dann toten Spender sowieso egal sein kann b) jemand geheilt/gerettet wird. Und dass man als Betroffener alles versucht, um seine Chancen zu verbessern, ist doch wohl mehr als verständlich.

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