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Thema: [Perry Rhodan - Forenrollenspiel] 1. Mission

Hybrid-Darstellung

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  1. #1

    Krankenstation G-2

    Die Kopfschmerzen Andrejs werden nicht besser, was auch nicht unbedingt zu erwarten ist, so unmittelbar nach dem Aufprall auf der Wand des Ganges. Als dann noch die Sprechanlage erneut beginnt zu knacken, ist dieses Geräusch wie ein mit Fingernägeln über die Tafel kratzen für den Ingenieur und er hält sich die rechte Hand an den Kopf; die linke wollte er reflexartig heben, aber sogleich erinnert ihn der stechende Schmerz an seine Verletzung. Die Durchsage passiert sein Trommelfell nur sekundär, wodurch er die Information, dass Jorge und John tot sind, nur langsam begreifen kann. Trauer löst dies in ihm nicht aus, nichtmal Beunruhigung. Tatsächlich kann er sich vor seinem geistigen Auge kein Bild davon machen, um wen es sich bei den beiden genau handelt, demzufolge ist das in Andrej vorherrschende Gefühl Gleichgültigkeit. "Da habe ich ja richtig Glück gehabt mit meinem Freiflug hier, im Vergleich zu den beiden...", murmelt er leise vor sich hin und tastet nun mit der Hand an der Wand hinter sich herum, um irgendwie auf die Beine zu kommen. Glatt wie die rasierten Beine eines Marsianers, flucht er innerlich und hievt sich schließlich sehr umständlich unter mithilfe seines rechten Beins in eine stehende Position, wobei er sich immer noch mit dem gesunden Arm an der Wand festhält. Vorsichtig macht er einen Schritt nach vorn und belastet sein verletztes Bein, was sich als nicht standfest herausstellt. Immer besser wird das hier, sein Blick geht zu der blinkenden Deckenlampe hinauf, sollte mich nicht wundern, wenn diese Kiste hier jetzt nach vorne bockt und mich einmal rund um die Zentrale herumschießt.
    Wie um Andrej Lügen zu strafen wechselt die blinkende Notbeleuchtung plötzlich zu einem gedämpften, jedoch dauerhaften Licht, und das vertraute Brummen und ganz sanfte Vibrieren des Reaktors setzt wieder ein. Die letzten Zuckungen, oder was? Als sich an dieser Situation nichts ändert, verdrängt der Wissenschaftler den Gedanken, dass diese Blechkugel jeden Moment zerplatzen könnte, und schiebt sich, die Hand nicht von der Wand nehmen, humpelnd den Gang entlang Richtung Krankenstation. Begegnet ist er noch niemanden, gehört hat er ebenfalls noch nichts außer die Stimmen aus dem Funk.

    Dem Ingenieur kommt der Weg bis zur Ambulanten Station wie eine Ewigkeit vor, aber endlich hat er die Tür erreicht und sie gleitet geräuschlos zur Seite. Andrej denkt sich nichts und betritt den Raum, hält dann aber, sich am Türrahmen festhaltend, inne, und mustert ungläubig die Szene. Auf den schwebenden Krankentragen liegen nebeneinander der Navigator und der so mordsmäßig präsente Kommandant des Schiffes; beide haben offensichtliche Kopfverletzungen und werden von danebenstehenden Robotern versorgt. Schon kommt ein weiterer dieser Medo-Bots auf Andrej zu, aber dieser winkt grob ab. "Verschwinde, Blechbüchse". Ohne zu Murren sucht das automatisierte Gefährt das Weite und stellt sich zurück an die Wand. Genau das macht das Arbeiten mit Robotern so schön und effizient. Kein Gemecker, kein Generve, einfach nur sture Befehlsbefolgung. Immer noch das Bein nachziehend tastet sich der Terraner an den Schränken entlang und öffnet mal hier, mal da eine Tür, aber fündig wird er nicht. "Verdammte Scheiße, in dem Laden gibt es wohl nichtmal ein Eisspray", und mit Gewalt knallt er eine der Schranktüren wieder ins Schloss.

    Geändert von Van Tommels (03.05.2012 um 17:42 Uhr)

  2. #2
    Hauptzentrale G-2

    "Ich bin schon unterwegs." antwortet Cera und eilt aus der Zentrale. Noch während sie die Zentrale verlässt wird Mark bewusst das sie seinen Wunsch sie möge gehen gespürt haben muss. Sofort tut es ihm leid, aber gibt auch nichts das er in dieser Situation hätte ändern können. Mark liegt es nicht seine Gefühle mit anderen zuteilen. Schon gar nicht unfreiwillig.

    Bald ist Mark jedoch wieder in seinen Schuldzuweisungen versunken. Er versucht sich zwar zu überzeugen dass er von seinen Informationstand ausgehend die bestmögliche Lösung gewählt hat, aber überzeugen kann er sich nicht. So hängt er seinen Gedanken weiter stillschweigend hinterher, auch als Dr. Fuhrmann den Tod von Jorge Tars und John Miller über Funk bestätigt. Mark registriert die Durchsage zwar aber er fühlt sich zu niedergeschlagen um auf sie zu reagieren, also lässt er sie einfach unkommentiert verklingen.

    Als Mark die Stimme des Bordarztes erneut vernimmt ist er fast erschrocken. Er weiß nicht genau wie viel Zeit vergangen ist aber es kommt ihm so vor als hätte sich Dr. Fuhrmann erst von ein paar Minuten über Funk gemeldet aber nun steht er direkt vor ihm. "Ma-Kynaan und Eftermann haben einen ziemlichen Schlag an den Kopf bekommen, aber ihr Zustand ist soweit stabil. Ich werde sie in der Krankenstation weiter behandeln." Dem Kommandanten geht es gut. Nach dem Dauerhagel der Horrornachrichten hatte er mit dem Schlimmsten gerechnet. Auch das Eftermann nicht ernsthaft verletzt ist lässt etwas Hoffnung in ihm aufkeimen. Als der Arzt seine Hand auf Marks Schulter legt ist Mark zutiefst überrascht. So eine Geste hat er in seinem Leben schon lange nicht mehr erlebt. "Es tut mir leid dass es Jorge und John nicht geschafft haben. Aber es war ein Unfall, den niemand verhindern konnte. Ich lasse ihre Körper in die Kühlkammer bringen, bis wir Gelegenheit haben sie angemessen zu bestatten." Sagt Fuhrmann und schaut Mark dabei tief in die Augen. Die aufrichtigen Worte des Bordarztes bedeuten Mark mehr als er denkt und zugeben will und als er das aufmunternde Nicken des Arztes erwidert spürt er eine Erleichterung seiner Last. Seine Augen sind leicht glasig als der Arzt sich abwendet um die Zentrale zu verlassen. Mark muss unwillkürlich an seinen Großvater denken während er mit seinem Blick dem Arzt folgt und schwört sich das er die beiden Crewmitgliedern sobald wie möglich besucht um ihnen zumindest diese Ehre zu erweisen.

    Noch bevor Fuhrmann den Raum verlassen hat kündigt sich die Kommunikationsanlage mit ihrem charaktereistischen Knarzen an. „Feuerleitzentrale an Hauptzentrale, Svenson Staufengrat, Statusmeldung: Kleinere Schmorbrände in der Positronik, nichts Ernstes. Energieversorung vorhanden und stabil so weit ich das beurteilen kann. Aber die Außenbordscanner, sowie Langstreckenscanner der Geschützstellungen zeigen absolut kein Signal, allerdings scheint die Positronik zu arbeiten... was mir in meinem Fall nicht weiterhilft, ich bin hier oben so blind wie ein Maulwurf. Statusmeldung Ende.“ meldet Svenson aus dem Feuerleitstand. Es dauert einen Moment in dem Mark einfach nur vor dem Bildschirm steht bis er schließlich den Knopf für die Kommunikationsanlage drückt und sagt: „ Verstanden Feuerleitstand.“ Seine Stimme klingt rau und trocken als hätte er seine Lippen bereits eine ganze Weile nicht befeuchtet. Als er den Umstand bemerkt befeuchtet Mark seine Lippen und geht mit dem Ärmel seiner Uniform über die feuchten Augen bevor er sich umdreht und unschlüssig in das Rund der Hauptzentrale schaut. Plötzlich mischt sich ein erfreuliches Geräusch unter die allgemeine Geräuschkulisse das davon zeugt das die Kraftanlage wieder ihre Arbeit aufgenommen hat. Wie zur Bestätigung steigert sich die Beleuchtung in der Zentrale merklich und die Monitore der Außenbordüberwachung flackern auf und zeigen ein beruhigendes Bild. Soweit ist nichts Ungewöhnliches zu entdecken.

    "Reaktor 1 läuft wieder. Reaktor 2 irreparabel beschädigt, 3 und 4 brauchen noch ein paar Minuten um abzukühlen, dann können sie ebenfalls wieder hochgefahren werden. Außerdem hat die Positronik die Sperre der Impulstriebwerke aufgehoben, alle Tests waren zufriedenstellend, die Triebwerke stehen wieder zur Verfügung. Wir haben einen ungeklärten Energieverlust an den Hyperfeldern der Impulskonverter, der aber sonst momentan keine Auswirkungen zu haben scheint, außer dass wir gerade allgemein zu wenig Energie haben. Wir sollten nicht versuchen gleichzeitig zu feuern, einen Treffer einzustecken und zu beschleunigen. Vom Einsatz der Lineartriebwerke rate ich dringend ab, auch wenn die Positronik noch keinen Defekt gefunden hat, sonst transistieren wir doch noch unfreiwillig. Eine genaue Analyse der Vorfälle kommt frühestens, wenn hier unten wieder alles läuft." meldet Katharina vom Maschinendeck über den Bordfunk.

    Zumindest ein paar gute Nachrichten. „Hauptzentrale an Maschinendeck. Verstanden.“ Mark lässt die Taste für den Bordfunk los aber nimmt den Finger noch nicht vom Knopf. Nach einer Sekunde betätigt er den Knopf erneut und fügt hinzu „Gute Arbeit.“ In Anbetracht dessen was auf dem Maschinendeck vorgefallen ist hat Katharina wirklich Übermenschliches geleistet.

    Mark will sich gerade der Flugsteuerung und dem Pilotensitz zuwenden, als er hinter sich schnelle und schwere Schritte in der Hauptzentrale hört. Als er sich umdreht erblickt er einen schnaubenden Galotti der der lauthals verkündet „Ich hab es doch gesagt. Dieses Schiff ist verflucht!“. Mark platzt bei dem Kommentar fast der Kragen. „Wir haben Tars und Miller verloren, der Kommandant und Eftermann liegen auf der Krankenstation und unser Schiff hätte den Linearflug beinah nicht überstanden. Behalten sie ihren Scheiß für sich!“ Mark hat Mühe nicht noch deutlich ausfallender zu werden. Dabei fällt Mark jedoch siedend heiß ein das Andrej ihr zweiter Missionsspezialist das einzige Besatzungsmitglied ist von dem Mark noch nichts gehört hat seit ihrer Beinah-Katastrophe. Einen Augenblick überlegt Mark Galotti auszusenden um nach Andrej zu suchen. Alleine schon um den unsensiblen Hyperfunktechniker loszuwerden. Dann erinnert sich Mark jedoch an den Zusammenstoß der beiden im Kartenraum und auch wenn ihm die Idee gefällt das Andrej ihm noch eine verpasst entschließt er sich das Talent von Galotti anderweitig einzusetzen.

    „Melden sie sich bei Leutnant Han. Wir haben ein Problem mit dem Hyperfunk.“ Sagt Mark schroff in Richtung Galotti während er den Hyperfunktechniker weiter giftig anschaut. Ohne eine Antwort abzuwarten wendet sich Mark wieder dem Pilotensitz zu auf den er sich sinken lässt und den Knopf für die Kommunikationsanlage betätigt. „Hauptzentrale an Missionsspezialist Kowaljow. Wir haben noch keine Rückmeldung von Ihnen. Wo sind sie?“ Mark ist es unangenehm dass erst jetzt an Andrej gedacht hat, aber er beabsichtigt diesen Fehler nicht unkorrigiert zu lassen. Bevor Mark jedoch eine Antwort erhalten kann meldet sich Wilibald und beansprucht Marks ganze Aufmerksamkeit. "Ortung direkt voraus! Eine ungeheuerliche Masse, wenn ich den Anzeigen trauen kann. Größe auf jeden Fall im Kilometerbereich, Entfernung etwa 20 Lichtminuten. Genaueres kann ich nicht sagen, die Hypertaster sind durch die Interferenzen in diesem Raumbereich ebenfalls gestört und arbeiten nur ungenau. Bei derzeitiger Geschwindigkeit und Kurs Kollision in etwa 25 Minuten." Marks Finger liegt noch immer auf dem Knopf der Kommunikationsanlage als er sie kurzentschlossen aktiviert und über den allgemeinen Bordkanal sagt: „Bereit machen für Bremsmanöver.“ Mark spürt wie das Adrenalin wieder in seinen Körper schießt als er mit den Fingern die Triebwerksteuerung bedient. Er weist die Positronik an die Impulstriebwerke im vorderen Bereich des Ringwulsts mit 50% Leistung zu zünden um den Flug abzubremsen und hofft dass Katharina mit ihrer Einschätzung der Impulstriebwerke richtig liegt.

  3. #3
    25. März, G-2 (Lazarett)

    Fuhrmann betrachtet das Treiben Andrejs kurz mit milder Verwunderung, bevor er von hinten an ihn herantritt. „Kann ich Ihnen möglicherweise helfen?“ fragt der Mediziner ruhig und mustert dabei den doch recht verhauen aussehenden Ingenieur von oben bis unten.

  4. #4
    25. März, ca. 16:30 Bordzeit, G-2 (Zentrale):

    Galotti zuckt schuldbewußt zusammen, unabsichtlich ist er ins nächste Fettnäpfchen getreten. Mit einer genuschelten Entschuldigung dreht er sich um und wäre fast mit Cera zusammengstoßen, die eben wieder die Zentrale betritt. Nach einem kurzen, leisen Gespräch gehen beide in den Funkraum um das Problem des Hyperfunks zu analysieren.

    Die G-2 reagiert anstandslos auf die Steuerbefehle des 1. Offiziers, allerdings zeigen die Instrumente der Triebwerksüberwachung an das etwa 24% mehr Energie verbraucht wird, als es normal wäre bei halber Triebwerksleistung. Wohin die Energie abfließt, lässt sich aus den Instrumenten nicht ablesen, und wenn es Katharina wüßte, hätte sie sich sicher schon gemeldet.
    Die Bremsbeschleunigung, die die Triebwerke entwickeln ist ausreichend um das Schiff auf einer Strecke von etwa 10 Lichtminuten oder 180 0000 000 km bis zum relativen Stillstand abbremsen zu können. Die Andrucksabsorber arbeiten ebenfalls wieder fehlerfrei, so dass keine neuen Schläge die G-2 erschüttern.

  5. #5
    Feuerleitstand

    Es dauert einige Augenblicke, bis Svenson die Bestätigung aus der Hauptzentrale bekommt, dass seine Meldung angekommen ist. Tenner hört sich dabei wenig erfreut an. Nüchtern betrachtet ist es eigentlich die erste tatsächlich gute Nachricht, dass Svenson zum Einen nicht verletzt ist und sich die Feuerleitzentrale zum Anderen nicht selbst pulverisiert hat, was in Anbetracht dessen, was auf dem Maschinendeck einige Stockwerke tiefer passiert ist, gar nicht so selbstverständlich wirkt. Keine vier Meter über mir befindet sich ebenfalls eine Kraftanlage... nur gut, dass sie nicht von den Störungen betroffen scheint. Denkt sich Svenson und stößt sich mit den Händen vom Funkpult weg. Er kann nachvollziehen, wie Tenner sich fühlt. In den vielen Dienstjahren Staufengrats, hatte der Oberleutnant schon viele jüngere Kommandanten und 1. Offiziere mehr oder weniger so gesehen. Es ist immer scheiße für einen Grünschnabel, etwas auf einem der ersten eigenen Einsätze zu versauen, aber Mark tut ihm in diesem Moment doch ziemlich leid. Nicht nur, dass der Arkonide ihm einfach mal aus heiterem Himmel das Kommando übergeben hat, nein, er muss kaum eine halbe Stunde später schon den Verlust zweier Crewmitglieder beklagen.

    Seufzend lässt er sich mit einem langstiligen Schraubenschlüssel neben dem Lüfter nieder, dessen Verkleidung er vorhin abmontiert hat, als etwas zu plötzlich einige rote LEDs über den Visieren fast aller Geschütze auf Deck 2 beginnen zu blinken. Das Zeichen, dass die Langstreckenscanner etwas erfasst haben, das mindestens die Größe eine Jägers besitzt und damit potentiell als Raumschiff gewertet wird. Nur den Bruchteil einer Sekunde später schallt eine weitere Durchsage durch die Kommunikation. Willibald meldet eine Ortung direkt voraus. Ein ziemlich großes Objekt befindet sich direkt in ihrer aktuellen Flugbahn. Schnell ist Svenson auf den Beinen und wirft einen Blick auf die entsprechenden Bildschirme. Die Scanner zeigen voraus etwas an, das die Meldung aus dem Observatorium bestätigt. Ein Blick auf die Visiere lässt Svenson allerdings stutzen. Die Langstreckenscanner erfassen nur, ob ein Objekt eine Größe umfasst, anhand derer man es mindestens als 3-Mann-Zerstörer werten kann, aber wie groß das Objekt dann tatsächlich ist, können die Scanner nicht sagen. Für Details sind die Visiere zuständig, die Konturen und oder Thermalsicht von Objekten in schematischen Darstellungen zeigen. Was er jetzt allerdings sieht ist... nichts. Die Bildschirme der Geschütze auf Deck 2 waren einfach nur schwarz, als ob da nichts wäre, von dem man Umrisse oder Konturen darstellen könnte. Ein kontrollierender Blick auf das Visier des Polgeschützes und der Stellungen von Deck 5 zeigt, dass es kein Fehler der Anzeigen sein kann. Mit einem raschen Blick auf den Hauptknoten bestätigt er sich selbst das fehlerfreie Arbeiten der Scanner und der Außenbordbeobachtung.

    'Was zum Teufel ist das?' Murmelt Svenson, während ihm klar wird, dass das, was immer ihnen da gerade den Weg versperrt, eine ungeheure Größe haben muss und sie daran einfach zerschellen würden. Und als wären seine Gedanken Stichwort für Tenner, ist auch wieder seine Stimme im Bordfunk zu hören. Wenigstens reagiert er ziemlich bemerkenswert für einen Frischling... Aber auch Svenson ist spätestens jetzt gefordert. Mit zwei großen Schritten ist er wieder beim Funkpult und schaltet sich zum Observatorium durch: 'Feuerleitzentrale an Obersvatorium, Willibald, was sehen sie dort draußen? Können sie irgendetwas genaueres erkennen, irgendetwas, das uns sagt, ob das hier nur ein zu groß geratener Asteroid ist oder ein Konstrukt aus Metall und Plastik?'

    Geändert von weuze (04.05.2012 um 20:42 Uhr)

  6. #6

    Lazarett G-2

    Mit dem Zuknallen der Schranktür knackt erneut die Sprechanlage, und der Kommandant verlangt nach einer Rückmeldung des Ingenieurs. Achso, jetzt ist es ihm wohl auch aufgefallen. Gerade will er zur Anlage an der Wand humpeln, da ertönt eine neue Durchsage, diesmal von Willibald. Eine große Masse? Das wird ja immer besser. Womöglich noch ein schwarzes Loch, dann hätten wir den Hauptgewinn gezogen. Na los, auf, auf, hinein in's Verderben, und düstert mustert Andrej die Rippen des in der Wand eingelassenen Mikrofons und legt den Finger auf den Knopf der Gegensprechanlage. Gerade will er ihn drücken um seinen Status durchzugeben, da erreicht ihn über die allumfassenden Lautsprecher die Antwort von Tenner. Bremsen...nicht schon wieder, schießt ihm durch den Kopf und er legt beide Hände auf das Regal neben sich, um sich irgendwie festhalten zu können; entgegen seiner Befürchtung verläuft das Manöver jedoch sehr ruhig. Überraschung, diese Todesfalle kann mit ihrer Besatzung doch ordentlich umgehen. Gerade möchte Andrej einen weiteren Schrank durchsuchen, da wird er von hinten angesprochen und nachdem er sich umgedreht, hat er den Bordarzt vor sich. Dieser wirkt in seinem gesamten Auftreten sehr sicher und ruhig und macht auch sonst einen sympathischen Eindruck. Nur an seinen Namen kann sich Andrej partou nicht erinnern, und seine Augen zucken zu dem Namensschild. A. Fuhrmann, richtig, da war etwas. Andrej hat zwar nicht die beste Laune momentan, gibt sich aber Mühe, bei seiner Antwort nicht allzu feindseelig zu klingen. "Möglicherweise ja, wenn sie wissen, wo ich in diesem beschissenen Sammelsorium von Pillen, Salben und Tabletten etwas finde, was gegen Prellungen hilft", und der Terraner macht mit dem gesunden Arm eine ausschweifenden Handbewegung durch den Raum. Mittlerweile ist er sich sicher, dass er sich nichts gebrochen hat, denn sonst wäre er nie so weit gekommen.

  7. #7
    25. März, G-2, Lazarett

    "Ja, weiß ich", antwortet Fuhrmann mit stoischer Ruhe. "Fürs Erste hielte ich aber eine kalte Dusche für angezeigt, das hat schon so manches hitziges Temperament zu kühlen vermocht. Und jetzt hören Sie bitte auf, die Sedativa durcheinanderzuwerfen. Das könnte zu gefährlichen Situationen führen." Mit diesen Worten winkt er einem Medoroboter, der den Sprengstoffspezialisten kurz scannt und daraufhin Entwarnung gibt. "Ihr Körpergefühl ist gut", fährt der Mediziner fort und begibt sich zu einem Schrank am anderen Ende des Lazaretts, "mehr als Prellungen und sicherlich unangenehme, aber ungefährliche Mikrorisse im Muskelgewebe haben Sie nicht davongetragen." Er drückt Andrej ohne große Umschweife eine Salbe in die Hand. "Tragen Sie das auf und schonen Sie die betroffenen Stellen in den nächsten paar Tagen so gut wie möglich. Sie werden sich einige Zeit noch etwas steif fühlen, aber so lange sie nicht das Bedürfnis verspüren Salti zu schlagen oder Vergleichbares, wird sich ihr Körper mit Unterstützung dieses Präparats von selbst heilen können."
    Fuhrmann hofft, dem doch recht aggressiv auftretenden Zivilisten damit erstmal den Wind aus den Segeln genommen zu haben. Andrejs Verletzungen sind wirklich nicht dramatisch, nur schmerzhaft. Seine Sorge gilt gerade viel mehr dem Kommandanten und Efterman, die sich beide gerade mit Gehirnerschütterung und ohne Bewußtsein in seiner Obhut befinden.

  8. #8

    Lazarett G-2

    Von der Reaktion des Arztes ist Andrej etwas erstaunt, jedoch nicht überrascht. Der Mann vor ihm versucht zwar ruhig und sachlich zu bleiben, eine etwas eingebildete und herablassende Note in den Gebärden des Oberleutnants nimmt der Ingenieur dennoch wahr. Und wieder ein Mister Militärrang, der sich für was Besseres hält. Dieses Schiff ist voll davon, und der Einzige, mit dem ich mich ansatzweise identifizieren könnte, weil er auch ein Zivilist ist, wäre diese Tonne Galotti. In Anbetracht dieser Aussichten ziehe ich es wohl erst einmal vor, weiter abzuwarten, auch wenn mir das schwer fällt. Dass Fuhrmann wohl jediglich Andrejs derbe Wortwahl mit seiner Aussage kommentiert hat, verdrängt der Wissenschaftler und besieht sich kurz die Salbe in seinen Händen. "Danke", meint er knapp und wenig freundlich in die Richtung des Arztes, wendet sich dann zur Sprechanlage um und betätigt den Knopf. "Kowaljow an Zentrale, habe Verlust des Bodenkontakts mit anschließender Qualitätsprüfung der Wandverkleidung gut überstanden und bin versorgt. Kowaljow Ende". Ohne den Doktor noch eines Blickes zu würdigen öffnet Andrej die Tür und humpelt hinaus auf den Gang, um sich in Richtung seines Quartiers zu begeben.

  9. #9
    Hauptzentrale G-2

    Erleichtert nimmt Mark zur Kenntnis dass sein Bremsmanöver Wirkung zeigt und sich die Geschwindigkeit der G-2 langsam abnimmt. Wenn nichts Unvorhergesehenes eintritt dann kommt die G-2 ungefähr 10 Lichtminuten von dem unbekannten Objekt zum stehen. Besorgniserregend ist jedoch das die Systeme der G-2 immer noch Energie im bedrohlichen Umfang verlieren. Die Triebwerke verlieren momentan 24% der zugeführten Energie und wohin wissen sie immer noch nicht. Aber immerhin verrichten die Triebwerke ihren Dienst.

    Bleibt nur noch die Frage worauf die G-2 überhaupt gerade zusteuert. Ein Objekt im Kilometerbereich mit gewaltiger Masse. Ein Planet? Ein Komet? Marks Gedanken werden von der Antwort ihres Exo-Ingenieurs zerschnitten. "Kowaljow an Zentrale, habe Verlust des Bodenkontakts mit anschließender Qualitätsprüfung der Wandverkleidung gut überstanden und bin versorgt. Kowaljow Ende"

    Obwohl Andrejs Meldung sämtlichen militärischen Konventionen ignoriert, kann sich Mark nur schwer einem Grinsen entziehen. Mark ist jedenfalls froh das Andrej nicht ernstlich verletzt ist und er keinen weiteren Namen auf die Liste Verletzten und Verstorbenen setzen muss. Nur die immer noch blinkende Warnung des Kollisionskurses hält Mark von einer etwas schnippischeren Antwort ab. So antwortet Mark nur mit „Verstanden Kowaljow“ und wendet sich Wilibald zu. „Wissen wir schon was das für ein Objekt ist auf das wir zusteuern? Haben wir noch andere Kontakte auf unseren Sensoren?“

    Geändert von Kayano (08.05.2012 um 20:15 Uhr)

  10. #10
    Lazarett, G-2

    Langsam kommt Brok wieder zu Bewußtsein. In seinem Kopf pocht es laut, und er kann sich kaum rühren. Er nimmt ein Stöhnen wahr. War er das? Hat er soeben gestöhnt. Eftermann weiß es nicht. Seine Gedanken nehmen wieder Formen an, und er gewinnt allmählich wieder die Kontrolle über seinen schweren Körper. Was war passiert? Es hatte ein Problem mit dem Kurs gegeben. Irgendetwas hatte eine Kurskorrektur verursacht. Dann flog ich durch die Zentrale. Danach erinnert er sich an nichts mehr. Brok versucht, den Kopf zu heben, um sich im Raum umzusehen. Das Pochen verstärkt sich zu einem unerträglichen Ausmaß, doch es geht leichter, als der Epsaler vermutet hatte. Er erinnert sich. Sein Mikrograv ist ausgefallen. Das müsste auch der Grund für seinen Sturz gewesen sein. Normalerweise übersteht er Erdbeben und Explosionen besser als Menschen, doch ohne den Grav musste er das Gleichgewicht verloren haben. Mist. Ich muss unbedingt zu Leutnant Tars. Ohne den Mikrograv bin ich einfach nicht voll einsatzfähig. Zumindest muss ich dann immer aufpassen, dass ich nicht renne oder aus Versehen abspringe.

    Als er die Augen öffnet, findet sich Brok in der Krankenstation der Kaulquappe wieder. Neben ihm liegt Ma-Kynaan. Na toll, nicht nur, dass es einen Zwischenfall gegeben hat, jetzt ist auch noch der Kommandant von Sinnen. Hoffentlich kommt er bald wieder zu sich. Seine Erfahrung dürfte von Nutzen sein. Das Pochen in Eftermanns Kopf meldet sich wieder. Stöhnend fasst er sich an sein Haupt. Er fühlt eine warme, nasse Flüssigkeit an seinen Fingerspitzen, als er seine Schläfen abtastet. Immerhin weiß ich jetzt, wo der Schmerz herkommt, denkt sich der untersetzte Mann, als er das Blut an der lindgrünen Uniform abwischt.
    Außerdem im Lazarett befindet sich Dr. Fuhrmann, der mit dem Rücken zu ihm steht.

    Brokendillar richtet sich auf. An seinem Gürtel knackt es. Besorgt greift er nach seinem Gravitator, beziehungsweise der Stelle, wo das Gerät hätte sein sollen. Jetzt befindet sich dort nur noch ein Stück Schrott. Das empfindliche Material ist völlig zerstört und deformiert. Verdammt, er muss beim Aufprall kaputt gegangen sein. Auch Jorge wird nicht mehr viel reparieren können. Jetzt muss ich tatsächlich die ganze Mission ohne normale Schwerkraft aushalten.. Ein Blick auf seinen Körper verrät ihm, dass er nicht schwer verwundet ist. Daher hebt er seinen rechten Arm mit dem Multifunktionsarmband zu seinem Mund und funkt die Zentrale an. „Navigator an Zentrale. Melde Einsatzfähigkeit.“. An Fuhrmann gewandt spricht er: „Doc, würden Sie mich bitte kurz instruieren, was während meiner Bewußtlosigkeit passiert ist?“

  11. #11
    [Mark Tenner]
    Willibald beobachtet angestrengt die Anzeigen der Sensoren, bevor er sich an Mark wendet: "Die Masse scheint künstlich zu sein und zum großteil aus Metall zu bestehen. Ausserdem kann ich normalenergetische Energiesignaturen orten, die Hyperortung ist von Störfeldern überlagert und lässt keine nähere Aussage zu." Er nimmt ein paar Schaltungen vor, bevor er weiterspricht: "Ausdehnung etwa im Bereich 5km, allerdings mit einem Fehlerwert von plusminus 30%, für genauere Werte müssten wir wesentlich näher heran, die normaloptische Ortung kann es auf diese Entfernung noch nicht auflösen. Keine weiteren Kontakte im näheren Umkreis, allerdings können sie von den Signalen des Objektes überlagert werden, so dass wir sie nur nicht orten können."

  12. #12
    Hauptzentrale G-2

    Während Wilibald noch in die Auswertung seiner Sensordaten vertieft ist, erreicht die Zentrale ein Funkspruch von Brokendillar. „Navigator an Zentrale. Melde Einsatzfähigkeit.“ Diese Epsaler sind einfach nicht unterzukriegen. „Zentrale an Medizinische Station. Gut zu hören Leutnant. Wenn Dr. Fuhrmann sein Ok gibt melden sie sich wieder in der Zentrale. Wir müssen unsere Position bestimmen.“ Antwortet Mark über allgemeinen Bordkanal während er weiter die Geschwindigkeitsabnahme der G-2 an seinem Bildschirm kontrolliert.

    Wilibald scheint mit der Interpretation seiner Sensordaten fertig zu sein denn er wendet sich Mark zu und sagt: „Die Masse scheint künstlich zu sein und zum großteil aus Metall zu bestehen. Ausserdem kann ich normalenergetische Energiesignaturen orten, die Hyperortung ist von Störfeldern überlagert und lässt keine nähere Aussage zu.“ Nach einer kurzen Pause fügt er hinzu „Ausdehnung etwa im Bereich 5km, allerdings mit einem Fehlerwert von plusminus 30%, für genauere Werte müssten wir wesentlich näher heran, die normaloptische Ortung kann es auf diese Entfernung noch nicht auflösen. Keine weiteren Kontakte im näheren Umkreis, allerdings können sie von den Signalen des Objektes überlagert werden, so dass wir sie nur nicht orten können.“

    Marks Gedanken überschlagen sich. Ein künstliches Objekt mit einer Ausdehnung von 5km? Ich kenne kein Schiff dieser Größe. Eine Raumstation? Ist das Ding für unseren Energieverlust verantwortlich? Die Energiesignaturen wären ein Anhaltspunkt. Wenn das Objekt für unsere Probleme verantwortlich ist sitzen wir mit runtergelassener Hose auf dem Präsentierteller. Mit den gestörten Hyperraumfeldern können wir aber auch keinen Rückzug antreten.

    Mark nickt Wilibald zu zur Bestätigung zu und aktiviert die Kommunikationsanlage für den allgemeinen Bordkanal. „Alle Mann auf Gefechtsstation. Wir haben einen unbekannten Kontakt. Ausdehnung 5km mit aktiven normalenergetischen Energiesignaturen.“ Dabei betätigt Mark den Knopf der auf dem ganzen Schiff Gefechtsalarm auslöst und den gesamten Innenraum des Schiffs in einem gedämpften Rotton erleuchtet. „Funkstation haben wir irgendwelche Normalfunkkontakte mit dem Objekt voraus?“ „Maschinendeck reicht unsere Energieversorgung um die Schutzschirme zu aktivieren?“

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