In den Weiten des Alls ist für Andrej mit bloßem Auge natürlich nichts zu entdecken, und so wendet er sich missmutig wieder ab. Wenn er nur wenigstens von irgendwoher etwas zu trinken bekommen würde. Scheiß vollautomatisierte Systeme. Erfunden von fetten Menschen, die ihren Arsch vom Stuhl nicht mehr hochwuchten wollen, um sich ihr Essen noch selbst zu beschaffen. Man könnte dadurch ja abnehmen. Zwangsläufig muss er jetzt an Galotti, diese Flachpfeife, denken, und dabei schluckt er die aufkommende Wut wieder hinunter. Mit sowas arbeite ich zusammen. Unfassbar. Ich hätte diesem geleckten und gestriegelten Offizier bei der Einsatzbesprechung gleich deutlicher sagen sollen, was ich von dem ganzen Mist hier halte, dann wäre mir das bestimmt erspart geblieben. Wie um die pessimistischen Gedankengänge des Ingenieurs zu untermauern, vibriert plötzlich der Boden unter seinen Füßen aufgrund der feuernden Bordwaffen. "Na prima, jetzt werden wir wohl noch angegriffen? Aber was überrascht mich das, hier läuft sowieso nichts glatt.". Immer noch seinen Freiflug im Hinterkopf, humpelt der Terraner zu dem Sessel und lässt sich darin nieder, sich an den Armlehnen festklammernd.
Kurze Zeit später ist das Geschützfeuer verstummt, dafür meldet sich der erste Offizier über Sprechfunk. Fremdes Objekt? Technologie? Anscheinend hat er einige Informationen überhört, denn so wirklich weiß er noch nichtmal, was eigentlich los ist. Einen Moment lang spielt Andrej mit dem Gedanken, den Offizier noch ein wenig warten zu lassen, denn nach einem Spaziergang in die Zentrale ist dem Ingenieur jetzt ganz und gar nicht; aber letztendlich siegt die Neugier des Terraners, und geräuschvoll ausatmend stemmt er sich aus dem Sessel. Den Kittel lässt er auf dem Boden liegen, wozu jetzt noch den Anschein erwecken, sich um eine Kleiderordnung zu scheren, und so verlässt er sein Quartier lediglich mit Tanktop Richtung Zentrale.

Die Zentrale ist nicht allzu weit entfernt, und der Zufall will es, dass der Funkraum auf dem Weg liegt. Zwangsläufig muss Andrej an seine erste Begegnung mit Cera denken, als er an der offenen Tür vorbeiläuft und einen Blick riskiert. Aber seine Gedanken verfinstern sich sogleich, denn hinter Cera, welche am Schaltpult sitzt, steht der fette Galotti und starrt mit der Funkerin gebannt auf den Monitor. Von seiner Position aus kann Andrej nicht sehen, von was oder wem die beiden so fasziniert sind, aber allein die Anwesenheit des Hyperfunktechnikers bewegt den Ingenieur dazu, sich unbemerkt aus dem Staub zu machen und in die Zentrale zu verschwinden.

Hier angekommen erwartet er eigentlich nichts Außergewöhnliches, schließlich wäre es nicht das erste Mal, dass irgendein Kommandant einen skurril aussehenden Asteroiden mit einer fremden Lebensform verwechselt. Die Augen des Wissenschaftlers fixieren den großen Bildschirm, auf dem sich die ganze 'Schönheit' des fremden Objekts Andrej darbietet, und obwohl er dieses Mal vorgehabt hatte, sich wenigstens halbwegs an die Meldungs-Etikette zu halten, misslingt auch dies angesichts dieser Überraschung. "Verdammte Scheiße...", murmelt der Terraner stattdessen halblaut, bleibt auf halben Weg stehen und starrt gebannt auf das Panel. Ein metallisches Geschwür bildet ein Zentrum, um welches die Trümmer oder halb zerstörte Raumschiffe wie Monde um einen Planeten kreisen. Teilweise sind sie mit einer Art Traktorstrahl an dieses unnatürlich aussehende Gebilde in der Mitte gefesselt. Für die Raumschiffe braucht Andrej nur einen kurzen Blick, um zu identifizieren, dass es sich hierbei größtenteils um bekannte Technologie handelt, wenn sie auch teilweise so stark demoliert ist, dass ein paar Objekte wohl genauere Untersuchungen bräuchten. Vielmehr jedoch widmet der Ingenieur sich jetzt den missgestalteten Kern zu und geht dazu nahe an den Bildschirm heran. Dieses Ding sieht einem Fragmetraumer täuschend ähnlich, Andrej vermutet jedoch, dass dies nur die halbe Wahrheit ist. Vielmehr sieht das Gebilde so aus, als habe jemand aus allen erdenklichen Bauteilen, die er bekommen konnte, sich eine Raumstation gebaut. Die Augen nicht von dem obskuren Konstrukt lösend, richtet er seine Frage an den Offizier, wirft sie jedoch eher allgemein in den Raum. "Was gibt's denn?". Natürlich weiß er er, um was es geht, jedoch kann er sich diesen Sarkasmus nicht verkneifen, zu geschockt beziehungsweise fasziniert ist er von diesem technologischen Weltraumklumpen.