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ᵵ Ghost Rider ᵵ
Krankenstation G-2
Die Kopfschmerzen Andrejs werden nicht besser, was auch nicht unbedingt zu erwarten ist, so unmittelbar nach dem Aufprall auf der Wand des Ganges. Als dann noch die Sprechanlage erneut beginnt zu knacken, ist dieses Geräusch wie ein mit Fingernägeln über die Tafel kratzen für den Ingenieur und er hält sich die rechte Hand an den Kopf; die linke wollte er reflexartig heben, aber sogleich erinnert ihn der stechende Schmerz an seine Verletzung. Die Durchsage passiert sein Trommelfell nur sekundär, wodurch er die Information, dass Jorge und John tot sind, nur langsam begreifen kann. Trauer löst dies in ihm nicht aus, nichtmal Beunruhigung. Tatsächlich kann er sich vor seinem geistigen Auge kein Bild davon machen, um wen es sich bei den beiden genau handelt, demzufolge ist das in Andrej vorherrschende Gefühl Gleichgültigkeit. "Da habe ich ja richtig Glück gehabt mit meinem Freiflug hier, im Vergleich zu den beiden...", murmelt er leise vor sich hin und tastet nun mit der Hand an der Wand hinter sich herum, um irgendwie auf die Beine zu kommen. Glatt wie die rasierten Beine eines Marsianers, flucht er innerlich und hievt sich schließlich sehr umständlich unter mithilfe seines rechten Beins in eine stehende Position, wobei er sich immer noch mit dem gesunden Arm an der Wand festhält. Vorsichtig macht er einen Schritt nach vorn und belastet sein verletztes Bein, was sich als nicht standfest herausstellt. Immer besser wird das hier, sein Blick geht zu der blinkenden Deckenlampe hinauf, sollte mich nicht wundern, wenn diese Kiste hier jetzt nach vorne bockt und mich einmal rund um die Zentrale herumschießt.
Wie um Andrej Lügen zu strafen wechselt die blinkende Notbeleuchtung plötzlich zu einem gedämpften, jedoch dauerhaften Licht, und das vertraute Brummen und ganz sanfte Vibrieren des Reaktors setzt wieder ein. Die letzten Zuckungen, oder was? Als sich an dieser Situation nichts ändert, verdrängt der Wissenschaftler den Gedanken, dass diese Blechkugel jeden Moment zerplatzen könnte, und schiebt sich, die Hand nicht von der Wand nehmen, humpelnd den Gang entlang Richtung Krankenstation. Begegnet ist er noch niemanden, gehört hat er ebenfalls noch nichts außer die Stimmen aus dem Funk.
Dem Ingenieur kommt der Weg bis zur Ambulanten Station wie eine Ewigkeit vor, aber endlich hat er die Tür erreicht und sie gleitet geräuschlos zur Seite. Andrej denkt sich nichts und betritt den Raum, hält dann aber, sich am Türrahmen festhaltend, inne, und mustert ungläubig die Szene. Auf den schwebenden Krankentragen liegen nebeneinander der Navigator und der so mordsmäßig präsente Kommandant des Schiffes; beide haben offensichtliche Kopfverletzungen und werden von danebenstehenden Robotern versorgt. Schon kommt ein weiterer dieser Medo-Bots auf Andrej zu, aber dieser winkt grob ab. "Verschwinde, Blechbüchse". Ohne zu Murren sucht das automatisierte Gefährt das Weite und stellt sich zurück an die Wand. Genau das macht das Arbeiten mit Robotern so schön und effizient. Kein Gemecker, kein Generve, einfach nur sture Befehlsbefolgung. Immer noch das Bein nachziehend tastet sich der Terraner an den Schränken entlang und öffnet mal hier, mal da eine Tür, aber fündig wird er nicht. "Verdammte Scheiße, in dem Laden gibt es wohl nichtmal ein Eisspray", und mit Gewalt knallt er eine der Schranktüren wieder ins Schloss.
Geändert von Van Tommels (03.05.2012 um 17:42 Uhr)
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