Shadow Hearts 2 hat generell ziemlich glaubwürdige und abwechslungsreiche Antagonisten. Besonders derjenige, der es am Ende ist, hat gut in seine Rolle hineingepasst und war kein verrücktes, von Rachsucht verzerrtes Wesen mit dem unstillbaren Drang, die Welt zu zerstören.
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Final Fantasy X hat das Problem sehr klug gelöst, indem einfach [Sin] zum Bösen gemacht wurde. Die eigentlichen Figuren dahinter sind letztendlich nur gezwungenermaßen die Antagonisten, und so fand ich einen Endkampf, den man eigentlich gar nicht kämpfen will, emotional um ein Vielfaches ansprechender als einen Kampf gegen Ich-Will-Die-Welt-Zerstören #23656.
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Wobei Teil X natürlich mit Seymour genau so einen Bösen in die Runde wirft *g* Er bricht sogar die abgedroschenen Phrasen 1:1 runter, wenn man ihm immer wieder begegnet. Und seine Motivation, dass seine Mutter ihn nicht so viel geknuddelt hat und die anderen Kinder immer böse zu ihm waren ist mal äußerst schwach - auch wenn er zumindest eine hat.
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Einer göttlichen Existenz oder einem Kefka kann man nicht verübeln, dass sie anders denken, weil man sie einfach nicht nach üblichen Maßstäben beurteilen kann
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Wobei man da natürlich sagen muss, dass der erste Fall der einfache Weg nach draussen ist. Wird ja oft benutzt: Ein böser Dämon will halt die Welt zerstören / unterwerfen. Klar, Dämonen sind halt böse, also ists das, was sie eben so den ganzen Tag lang tun wollen. Und schon hat man sich jeglicher Arbeit entledigt, die da auf einen zukommen würde *g* Kefka war einfach nur irre. Zugegeben: Er ist an sich auch recht flach, weil er so gut wie keinen Hintergrund hat und er ziemlich eindimensional agiert. Aber er wurde darin so extrem umgesetzt, dass das schon wieder was ganz Frisches war.
Zitat von thickstone
Überhaupt sind mir die Motive recht Banane, solange die Antagonisten eine interessante Persönlichkeit haben. Oder Charisma. Da fällt mir Sydney aus Vagrant Story ein, oder auch (ja, haters gonna hate) Vayne aus Final Fantasy 12.
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Wobei man hier sagen muss, dass Vayne durchaus eine sehr gute Motivation hatte - vermutlich sogar eine der besseren der gesamten FF Reihe. Und dazu muss er nicht mal die Welt zerstören - wtf. Ganz zu schweigen davon, dass er mal einer ist, der seine überlegene Militärstärke dazu nutzt, irgendwelche Penner anzugreifen, statt (wie so ziemlich jeder andere) sie zu einem persönlichen Duell rauszufordern (ok, am Ende natürlich schon, aber da gabs keine wirklichen Ausweg mehr). Mit anderen Worten: Vayne war nicht nur ein nachvollziehbarer Böser, sondern auch in gewisser Weise ein intelligenter. Und das findet man leider in J-RPGs so gut wie nie. Aber hey - wieso sollte man auch, wenn ihn ja so viele scheiße fanden als Bösen (ja, darüber kann ich mich immer wieder aufregen
Öhm na ja. Ich fand ihn als Antagonisten aber nicht schlecht btw. keine Meisterleistung, aber er hat seinen Part erfüllt.
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Naja, als Antagonist war er aber auch nicht gut. Er taucht zwar ein paar Mal auf, brabbelt dann aber die ganze Zeit nur Müll. Erst ab der Hälfte hat man überhaupt Ahnung, wer der Spinner sein soll. Und dann ist seine Motivation zwar in Ordnung, seine Schlussfolgerung daraus aber vollkommen daneben. Das gehört für mich auch noch zu nem guten Antagonisten: Die Ziele müssen vertretbar sein. Und das waren sie bei Caius nicht, sondern einfach nur überzogen. Ähnliches Problem hat Shuyin aus X-2 ja auch (wenn sich noch irgendwer an die Memme erinnern kann *g*). Wieder ein Pluspunkt für Vayne, IMO.
Zera Innocentius (Grandia 2) passt auch darein. Er wollte ja eigentlich gutes bewirken, und das erwies sich als ziemlich fatal ... Wobei es eigentlich 1:1 wie bei Queen Zeal ist: beide wollten den Antagonisten des Spiels benutzen um das gute zu stärken (naja Zeal mehr oder weniger nur ihr Reich) und wurden dann benutzt.
Shuyin find ich eigentlich auch ganz passend - wenn man bedenkt dass er praktisch gezwungen wurde verrückt zu werden...
Vayne passt auch schon rein, ja, aber der Typ hat weniger Screentime als wenig...
Yggdrassil in (Tales in Sympohnia) passt auch schon dazu. Er ist ja auch nicht der normale Schurke, wie man nach und nach erfährt. Dhaos (T.o. Phantasia) ebenso,
Nun, ich finde auch, dass die Motive nicht so wichtig sind, als das der dazugehörige Charakter passend ist und das ganze Gut genug rüber bringt. Wobei ich schätze das es ja nach Spiel auch ein Problem darstellt warum der Gegner dem Spieler überhaupt erzählen sollte, warum er das alles tut. Oder den Entwicklern fällt nicht soviel ein aus welchen Gründen jemand gleich die ganze Welt in Schutt und Asche legen sollte und wie er an die dafür notwendigen Mittel kommt. Vielleicht würde es helfen sich auf ein kleineres Ausmaß zu beschränken. Es muss ja nicht immer gleich die ganze Welt sein.
Wenn ich mir das Motiv aus Breath of Fire IV anschaue: