Du meinst die ganzen "AUSLÄNDER UND TOURIS RAUS"-Schriftzüge auf katalanisch?.
Die Frage ist eher, was du unter StreetArt verstehst. StreetArt ist prinzipiell jegliche Kunst, die in öffentlichen Räumen geschieht. Das können bildliche Dinge sein (Graffiti, Murals, Poster, Sticker, Stencils, Flyer...), das können Installationen (Gebilde, Projektionen, Filmvorführungen...) sein, das können Performances (Öffentliches Theater, menschliche Installationen; ich würde darunter sogar bestimmte FlashMobs zählen) sein. Es geht rein theoretisch nur um die künstlerische Umgestaltung auf den Straßen, da gibt es nicht wirklich eine Richtung. Das kann mit Abstimmung mit der Stadt geschehen, was bestimmte Werbekampagnen sich zu Nutze machen, oder eben als Guerilla-Kunst, worunter die meisten Protestaktionen fallen, funktionieren. Und da muss ich sagen, dass StreetArt in Deutschland noch viel zu selten passiert, obwohl es wirklich sehr aufmerksamkeitsstark ist und unsagbar viel kreativen Freiraum bietet – sowohl künstlerisch als auch kommerziell.
Wenn du damit Graffiti meinst, finde ich nicht wirklich, dass es da eine große Zunahme gibt. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich aus der Nähe von Mannheim komme und eben meist in Großstädten wie Berlin oder Barcelona war, da waren solche Dinge nie selten. Wenn ich darin einen Trend sehen müsste, dann eher, dass es immer mehr für kommerzielle Zwecke genutzt wird. Das kann man etwas zweischneidig sehen: Einerseits sind Graffitis so oft von bekannteren Illustratoren und dementsprechend hochwertig, andererseits wird's mehr oder minder auf den Dekorationsfaktor reduziert, was ich schade finde. In Mannheim sieht man z.B. sehr viele Figürchen von einem Illustrator, der quasi die "typischen" Mannheimer darstellt. Die sind alle sehr gut gemacht und ansehnlich, haben aber wirklich keinerlei Wert außer "MANNHEIM IST ÜBRIGENS TOLL".
Ich muss ehrlich sagen, dass mich Graffiti-Sachen nie sonderlich gekratzt haben, weder positiv noch negativ. Ich find's toll, wenn welche wirklich aufwendig gestaltet sind, aber wirklich notwendig oder emotional ansprechend finde ich sie wirklich sehr selten. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber wirklich sehr subjektiv gesehen ist es ein Medium, das für mich einfach nicht viel transportiert. Ich glaube, der Reiz an der Sache ist hauptsächlich die Szene.






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