Also ich fand den ersten Film ziemlich sympathisch. Der weibliche Teil unserer Familie hat sich den in meinem Zimmer angeschaut und da habe ich einfach mal mitgeguckt. Wird zwar jetzt nicht mein Lieblingsfilm, aber es war ein netter, guter Film und ich habe mich nicht gelangweilt. Die anderen Teile habe ich nicht gesehen, sollen aber laut den Mädels, die mir davon erzählt haben, viel schlechter sein. Generell soll die Bücherreihe nicht die beste Aussage haben und kein literarisches Meisterwerk sein. Aber das gleiche gilt auch für den Playboy und die Frauen lassen die Männer damit in Ruhe. Wenns denen Freude macht, dann sehe ich das nicht so schlimm. Twilight hat mir ja nichts schlimmes getan, genauso wie Justin Bieber oder Tokio Hotel.
Ich finde, man darf sich als Frau durchaus über Playboy und Co. aufregen (Playboy ist ja noch die geschmackvolle Seite), aus denselben gesellschaftlichen Gründen.
Verwerflich finde ich das Ganze auch nicht, aber die Fragen, die sich bei dermaßen einseitigen Darstellungen aufdrängen, sollten auch gestellt werden.
Ja. Wenn mich etwas bloß nicht interessiert und alle anderen drauf abfahren, ist das nicht das Problem - ich weiß gutes Filmemachen auch dann zu schätzen wenn ich inhaltlich nichts damit anfangen kann. Aber dieser erste Twilight Film (die anderen hab ich mir noch nicht angetan, aber wenn die noch schlimmer sein sollen ...) war ganz ehrlich auf dem Niveau einer billigen TV-Produktion, und zwar in jeder Hinsicht. Ich glaub die fanatischen Fans projizieren etwas darauf, was eigentlich gar nicht wirklich vorhanden ist. Und da nervt mich der ganze Wirbel um Twilight schon etwas, weil man ja kaum drum herum kommt wenn man nicht gerade als Einsiedler in der sibirischen Einöde leben möchte. Wobei ich finde dass der Hype in letzter Zeit etwas ruhiger geworden ist, oder ich habe mich inzwischen schlicht daran gewöhnt.
Sicher, es ist Fiktion, da kann im Grunde jeder machen was er will, aber sorry, für mich persönlich hat das auch einfach nichts mehr mit den "richtigen" Vampiren zu tun. Ich meine, Emo-Veganer die im Licht glitzern? Seriously? Wenn sie sich schon nicht an die gängigsten Konventionen der Mythologie hält, dann sollte sich Stephenie Meyer lieber was komplett anderes ausdenken und dieses Genre bei Anne Rice & Co lassen, wo es hingehört. Da erscheint es mir schon etwas ärgerlich, dass Klassiker wie die Vampire Chronicles nicht weiter verfilmt werden, während Twilight solche bizarr astronomischen Erfolge feiert.
Welche Probleme bringt die Verzerrung der Mythologie denn bitte gesellschaftlich?
Ich hab eigentlich von dem sehr einseitigen Menschen- und Geschlechterbild geredet, das der Film vermittelt. ^^ (Ähnlich wie auch Tittenhefte, um Aldins Argumentation wieder aufzugreifen.)
Generationen zukünftiger Fantasy-Fans werden diese Art von Vampiren als die vorherrschende normale ansehen
Ein klares Zeichen für den Niedergang der westlichen Zivilisation!
Oh, okay, das ist irgendwie an mir vorbei gegangen ^^ Was das angeht möchte ich mich Mivey anschließen: Ich glaube es ist nicht lohnenswert, mehr in die Geschichte hineinzuinterpretieren als eigentlich da ist. Die Twilight Bücher und Filme sprechen imho sehr niedere oder oberflächliche Gefühlswelten pubertierender weiblicher Teenies an und darin liegt wohl auch der anhaltende Erfolg begründet. Weiß nicht, ob man aus diesen Inhalten tatsächlich so weitreichende gesellschaftliche Schlussfolgerungen ziehen kann.Zitat
Geändert von Enkidu (29.01.2012 um 17:20 Uhr)
Erstmal würde ich ja sagen, ganz allgemein (!). Denn was der Autor gedacht hat, ist mir stinkpiepegal, was man darin sieht und daraus mitnimmt, finde ich viel interessanter. Ist aber meine Meinung, in der Akademik gibt es verschiedene Herangehensweisen und Ansichten dazu.Zitat
Bei Meyer allerdings geht es weniger um das Interpretieren, sondern um die hintergründigen Grundannahmen, die halt total offensichtlich die gesamte Story und mehr oder minder sämtliche Charakterinteraktionen prägen. Bestes Beispiel ist halt die untätige Frau, die ohne ihren Mann dahinsiecht und alleine überhaupt nichts kann, und der Männerbulk, der sich um die Frau schlägt. Also, als nur ein Beispiel.
Es hatte doch auch dieses wunderschöne (wenn auch NETT AUSGEDRÜCKT simplifizierte) Zitat die Runde gemacht: "Harry Potter is all about confronting fears, finding inner strength and doing what is right in the face of adversity …. Twilight is about how important it is to have a boyfriend." - Ich persönlich würde zwar auch in Twilight mehr sehen (und bei HP Sachen zu kritisieren haben), aber der Vergleich ist so völlig daneben nicht und trifft das Problem.
Interessant ist natürlich die Frage, inwiefern sowas normal ist in Medien jeglicher Art - bei Twilight wird natürlich allen voran soviel gerantet, weil es extrem erfolgreich ist (gab es auch bei HP, gab es bei Star Wars...)! Am Punkt ändert das leider nur wenig. Meine Grundaussage war jedenfalls: Es gibt bei Twilight Punkte, die gesellschaftlich sehr fragwürdig sind, und obwohl ich sowohl der Autorin ihren Erfolg als auch den Fans ihr Fandom gönne, finde ich es total vernünftig, wenn solche Problemstellungen thematisiert werden, anstelle nur darüber zu ranten, wie schlecht es doch ist - denn das läuft am Ende auf Geschmack heraus.
Naja, dann reg dich aber erstmal über... well, alle anderen auf, die in den letzten 4000 Jahren Mythen "verwässert" haben.Zitat
Ne, im Ernst, das find ich völlig Ok. Zumal bspw. Dracula durch Meyer auch wieder Verkaufsrekorde eingefahren hat (wenn einem diese Verwässerung lieber ist).
Was du meinst ist welchen Effekt das haben könnte auf jüngere Leserinnen, den pädagogischen Wert (oder in dem Fall Unwert). Darüber sollte man natürlich reden. Bei HP war in die Richtung die einzige Kritik ( und das auch nur aus fanatisch religiösen Kreisen) es könne zum Satanismus verführen.Zitat
Etwas Anti-Feminismus seh ich jetzt nicht so schädlich an.
Dass HP zum Satanismus verführen könnte ist mir gänzlich neu. o.O
Was den Anti-Feminismus angeht, so ist Meyers Werk aber nun bei Weitem nicht das einzige, welches in eine solche Richtung geht (egal ob gezielt für Erwachsene oder Jugendliche, Bücher mit einer solchen 'Botschaft' gibt es in Massen und werden auch zahlreich gelesen).
Was mir jedoch 'Freude' macht (ich wage es mal so zu nennen), ist die Tatsache, dass auch jüngere Leser nicht beim Anblick eines dickeren Buches zurück schrecken - denn das ist bei vielen ein Punkt, sich gar nicht erst mit der Geschichte beschäftigen zu wollen.
Hm...ich habe das jetzt zwar nur eher quer gelesen, aber ist das nicht alles wieder ein bisschen übertriebenes Verhalten von Seiten der kirchlichen Fraktion? Zumindest habe ich kein explizites Beispiel gesehen, wo ein Kind/Jugendlicher Leuten tatsächlich Schaden zufügte WEIL er durch die HP-Bände beeinflusst wurde. Und eine (gesunde) Neugier auf schwarze und weiße Magie ist denke ich ganz normal in der Entwicklung. Viele Kinder beschäftigen sich früher oder später mal mehr oder weniger intensiv damit.
Und auch da ist HP nur das berühmteste Beispiel, einige Jugenbuchreihen beschäftigen sich genauso intensiv mit Magie ("Der geheime Zirkel", "Der magische Zirkel"). Und diese führen Leser noch einfacher an die Materie heran weil die Geschichte da nicht ZU phantastisch ist sondern noch ein wenig realitätsnäher.
Geändert von luckyless (30.01.2012 um 12:58 Uhr)
Ja, diese Kritik kann man als aufgeklärter, nicht-fundamentalistischer Mensch eigentlich nicht so wirklich ernst nehmen.Aber wird reden ja auch von AMERICA. In Deutschland waren das wohl eher kleine Minderheiten-Stimmen aus dem Kaffeesatz der religiösen Republik. Allerdings gibt es auch zu Harry Potter ernst zu nehmende Probematiken - wieder mal ist der Wiki-Artikel ein guter Start-Punkt.
+Jack Chick... immer da, wenn du ihn brauchst.
Dazu kommt halt, dass die Bücher erfolgreich sind, wie auch Twilight. Das heißt, a) dass sie wirklich viel Einfluss auf wirklich viele Menschen haben und dementsprechend ein besseres Diskussionsobjekt sind als der Sparten-Anime, und, b) dass sie sich wunderbar eignen, um die eigene Agenda zu profilieren. Wie gesagt, du hast eigentlich bei fast jedem Medien-Hype Kritiker, und zwar aus beiden Gründen.
Hier übrigens der interessante Kontroverse-Artikel zu Twilight. Die sprechen noch direkt die Art von "abusive Relationships" an, die die Bücher anpreisen.
Abstinence Porn. Yeah.Zitat
Ohne Scheiß? Damit sind wir ganz ehrlich besser als der übliche Uni-Studiengang...Zitat
Da is das Thema ja ein rotes Tuch ohnegleichen. ~__~
Macht es wirklich Sinn mehr über dieses Machwerk nachzudenken, als es die Autorin selbst getan hat? Ich kann ja verstehen wenn man Bücher oder allgemeinen Schriften interpretiert und analsysiert bei denen es klar ist, dass der Autor sich wirklich was gedacht hat. Bei Momo, z.B, geht es eben um mehr als bloß eine nette Geschichte um Zeitmanipulation. Es werden Fragen über Wirtschaft, Geld, Zeitmanagment usw gestellt. Einem Micheal Ende traue ich schon zu, dass er über solche Dinge nachdenkt und es langsam an sein Publikum näher bringen will.
Stephene Mayer im Vergleich ist eine ideenlose, ungebegate Autorin, die ganz klar nur die Bücher schreibt um ihr Kapital zu maximieren, ganze Sequels sind nur so entstanden. Dieser Frau traue ich gar nicht zu sich sozialrelevante Fragen zu stellen, gar sie in Bücher einzubringen.