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Thema: Bedeutung von Settings

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Ob das sinnvolle Verändern von Regeln einfacher ist, wage ich mal zu bezweifeln, aber auf jeden Fall besteht eine tendenziell weniger emotionale Bindung zu den Regeln als zum Setting. Versuch mal, ein einigermaßen etabliertes Setting grundlegend zu ändern. Im besten Fall (!) spaltest du die Fans in zwei Lager (vgl. oWoD -> nWoD, Shadowrun Kabelmatrix -> kabellose Matrix), im schlimmsten Fall wird die Änderung vom Großteil der Spieler missbilligt oder ignoriert (vgl. die Forgotten Realms in D&D4). Die Diskussionen laufen dann meistens völlig am eigentlichen Punkt, nämlich der persönlichen Vorliebe, vorbei und enden stattdessen in Flame Wars. Ich will damit sagen, das eine Welt einfach viel liebenswerter ist als ein Batzen Regeln - natürlich gibt es auch bei den Werten Vorlieben, Konservative usw., aber letztendlich sind es "nur" Zahlen. Und genau das führt dazu, dass sie öfter mal geändert werden, was wiederum Anlass für Diskussionen ist, die durch den Mangel an aufbrausender Emotion auch länger und konstruktiver laufen können als Flame Wars zum Setting.

    Ein weiterer Punkt, speziell für Deutschland: Regeln lassen sich besser ignorieren als Settings. Ich behaupte mal, obwohl DSA offiziell in der vierten Edition steckt, spielt ein Drittel die dritte Edition oder etwas stark Gehausregeltes, und ein weiteres Drittel sogar die erste oder zweite Edition. Das ist kein großes Problem; eventuell benötigte Regeln für neue Setting-Inhalte lassen sich vergleichsweise einfach machen. Schwierig wird es erst, wenn man das Setting ignorieren will. Dann kann man nämlich nicht einfach die Zahlen in den Quellenbüchern ignorieren, sondern muss sehr genau gucken, ob die Informationen für die eigene Welt noch aktuelll sind oder geändert werden sollten. Außerdem wird der Verlag dadurch Verluste einfahren; wer die Regeln ignoriert, kauft oftmals immer noch Settingbücher, wer aber das Setting ignoriert, dem bleiben kaum noch interessante Produkte, denn (einigermaßen) reine Regelbücher, losgelöst vom Setting, sind sehr selten. Ist am Ende auch einfach ein Grund, warum sich Regeln öfter grunglegend ändern als Settings; es ist ökonomisch weniger gefährlich.

  2. #2
    Das Problem beim "Abändern" der Regeln ist ja das selbe wie beim schreiben, nur z.T. krasser (da man idR nicht Rollenspielredakteur ist und das meist on the fly o.ä. macht): Die Balance. Gerade DSA macht in der vierten Edition mir nur mit vielen vielen Zusatzregeln spaß - dann wird es aber fast wieder unspielbar, weil sich den Kram niemand merken kann und er zu kompliziert in der Anwendung ist. Wenn man die Regeln aber ändert oder die optionalen weglässt, kommen bescheuerte Ergebnisse dabei heraus und das Balancing geht vor die Hunde. Spätestens jetzt muss der SL die ganze Zeit dagegenregulieren, um einen halbwegs "realistischen" Spielablauf zu gewährleisten, und In-Game-Herausforderungen verkommen zur Farce bzw. zur reinen Spielleiterwillkür. (Bestes Beispiel: Traglast Regeln, mit denen man sich automatisch auch die Ausdauer-Regeln ins Boot holt: Niemand spielt damit, weil sie furchtbar umständlich sind - wenn man sie weglässt, sind aber gleich mal die hälfte der kämpferischen Charakterkonzepte für die Katz)

    Das mag also wie immer eine Sache der Prioritäten sein, aber ICH könnte deutlich besser lange, lange mit guten Regeln spielen, als mit beschissenen Regeln und einem tollen Setting. Ersteres geht IMO wunderbar (habe mal monatelang SW in "generische Fantasywelt" (mehr wurde nicht ausdefiniert) gespielt, und mir hat selten was gefehlt.), DSA mit den entsprechenden Original-Regeln zu spielen geht für mich hingegen nicht, jedenfalls nicht in dem Spielstil, der mir gefällt. Oder ich brauche einen extra rechen & blätter-Assistenten.

  3. #3
    Ich bin zwar in keinster Weise ein P&P-Guru, aber zumindest von meinen bescheidenen Erfahrungen her, finde ich mittlerweile ein Setting schon ziemlich wichtig. Ich bin zwar kein Spielleiter und habe eigentlich bisher nur viel DSA und ein wenig Vampires gespielt, aber na ja, ich muss sagen, dass ich auf DSA inzwischen nicht mehr die geringste Lust habe. Dazu trägt zwar auch zu einem gewissen Teil das dröge Kämpfen bei (klar, besteht ein Abenteuer nicht aus unzähligen Kämpfen, aber wenn dann mal gekämpft wurde, dann war es irgendwann doch langweilig. Ich empfinde das Kampfsystem von DSA generell als zu langsam), wichtiger aber noch: Ich kann Aventurien einfach nicht mehr sehen. xD
    DSA war das erste P&P, das ich je gespielt habe und es war auch cool, so einige Abenteuer mit meinen besten Freunden zu erleben, aber ich weiß nicht... irgendwie ist mir das noch zu krass standardmäßige und klassische Fantasy mit Orks, Elfen und Zwergen. Darauf habe ich eigentlich auch generell (in Filmen, Spielen, Romanen, etc.) kaum noch Lust. Und deshalb sage ich DSA-Abenden viel öfter ab als früher. Erfrischend war hingegen dann mal ein Ausflug ins Vampires-Universum. Das war cool und interessant vom Setting her. Ob nun die Regeln insgesamt besser oder schlechter sind, kann ich nichtmal ausreichend bewerten, aber zumindest das Kämpfen ging viel schneller und übersichtlicher von der Hand. Das Hauptinteresse wurde jedoch maßgeblich durch das Setting beeinflusst.
    Momentan allerdings spiele ich (spielen wir) gar nichts. Was ein bisschen schade ist. Ein Spiel mit einem tollen Setting (z.B. mal irgendein cooler Sci-Fi-Stuff) würde mich natürlich wieder motivieren, aber so wie ich meine Gruppe kenne, will die am liebsten immer nur DSA spielen und kaum was anderes ausprobieren. x(

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