Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
Musst schon auf die BMT-Heimkehrer warten.
Hätte ich gewusst das das BMT bis zum 3.1. geht hätte ich noch ein paar Tage länger gewartet mit dem Post. ^^

Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
Dass vielen Leuten das System wichtiger ist, glaube ich allerdings irgendwie nicht, eher umgedreht. Regeln sind nur einfach besserer Diskussionsstoff, würde ich tippen (objektiver betrachtbar, weniger der Interpretation ausgesetzt, überschaubarer usw). Außerdem werden Regeln gerne von Autoren vernachlässigt, wahrscheinlich WEIL das Setting im Mittelpunkt steht, und WEIL man sich, wenn man denn ein Setting hat, meistens eher auf das dieses konzentriert. Was im Umkehrschluss zu diskussionswürdigeren Regeln führt.
Ja ich denke auch das ist ein ganz wesentlicher Punkt der zu meiner Wahrnehmung geführt hat. Regeln lassen deutlich besser diskutieren. Man kann sie objektiver betrachten als ein Setting bei deren Betrachtung der persönliche Geschmack noch deutlich mehr mit einfließt.

Zitat Zitat von Jesus_666 Beitrag anzeigen
Gerade DSA4 ist ein hervorragendes Beispiel für Cipos Argument, daß die Regeln besseren Diskussionsstoff liefern. DSA4 hat ein viel komplexeres Charaktermanagement als DSA3 – wo man vorher eine Klasse hatte, die im Wesentlichen die bei allen vorhandenen Talente beeinflusst hat, gibt DSA4 einem eine Rasse, eine Profession und danach einen riesigen Stapel Talente, Sonderfertigkeiten und Vor- und Nachteile mit verschiedenen Kosten, aus denen man sich den Charakter zusammen kauft. Das ergibt nicht nur Gesprächsstoff bezüglich der Frage "einfach vs. mächtig" sondern eben auch über den Vergleich zur Vorgängerversion.
Zitat Zitat von Jesus_666 Beitrag anzeigen
Und man kann alle Publikationen bezüglich des Settings durchlesen und weiß dann alles. Bei den Regeln finden sich auch Jahre später noch Leute, die Einzelregeln kreativ kombinieren und dann (echtes D&D-Beispiel) jemanden haben, der Erzfeinde in Verbündete verwandeln kann, indem er aus dem Stand zehn Meter hoch springt.
Das ist auch ein guter Punkt über den ich nicht nachgedacht habe. Regelwerke ändern sich häufiger, was neue Diskussionen anregt. Und auch das man durch Regelkombinationen auch lange nach der Veröffentlichung neue Effekte finden kann.

Ich bin aber auch ganz froh das offensichtlich nicht allen Leuten das Setting egal ist und die Regeln am wichtigsten. ^^

Zitat Zitat von DFYX Beitrag anzeigen
Was ich damit sagen will? Settings sind mehr oder weniger austauschbar, wenn man ein solides Regelwerk als Unterbau hat. Letztendlich macht ohnehin ein Großteil der Rollenspieler genau das. Ich kenne zum Beispiel kaum jemanden, der die DSA Quellenbände zu hundert Prozent beachtet. Stattdessen werden Einzelheiten weggelassen oder dazuerfunden, wie es der Gruppe grade Spaß macht. Als Extrembeispiel seien die DSA-Spieler genannt, bei denen Borbarad und die Schwarzen Lande quasi inexistent oder zumindest unwichtig sind. Meine Stammgruppe (#free-dsa) handhabt das weitestgehend so und es funktioniert wunderbar. Dadurch wird Aventurien weit weniger düster, aber genau das scheinen unsere Spieler zu wollen, also warum sollten wir uns sklavisch an alles halten, was die Redaktion vorgibt? Ein anderes populäres Beispiel in DSA ist die Praioskirche. Auch wenn die Praioten in den meisten offiziellen Publikationen die Guten sind, werden sie von den meisten Spielern doch auf die "Erst anzünden, dann fragen"-Inquisition, der man besser aus dem Weg geht, reduziert.
Umgekehrt ist es aber doch auch so dass viele Leute Teile des Regelwerks ignorieren oder ändern. Bei dem Beispiel mit dem schwarzen Landen handelt es sich doch (soweit ich weiß) um eine Entwicklung des Metaplots welche sich "noch" relativ gut ignorieren kann. (Wenn man bereit ist auch spätere Entwicklungen im Metaplot ignorieren zu können.) Wenn man aber z.B. Shadowrun ohne Magie spielen will muss man Teile des Hintergrunds umschreiben weil einige Teile der Geschichte nicht mehr funktionieren. (War mal eine Diskussion die ich gelesen hab.)

Also was das verändern von Settings angeht bin ich mir aber persönlich nicht sicher ob das wirklich einfacher ist als die Regeln zu verändern. Mein Eindruck wäre das es beidem auf den Umfang der Veränderung ankommt. Einzelne Aspekte ignorieren geht sicher bei beidem, aber sobald man große Dinge im Setting verändert gibt es halt auch Kausalitätsprobleme die man im Setting aufarbeiten müsste. Natürlich hat man ähnliche Probleme wenn man große Regelkomplexe ausfällen lässt, denn da bräuchte man dann Ersatzregeln für.

Portierungen von Settings auf andere (universellere) Regelsysteme scheinen aber ja Einige zumachen.

Gruß Kayano