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Thema: [Vampire von Düsterburg] Tag 7

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Während Maxim sich um die Formalitäten kümmerte, schaute sich Libra ein wenig in der Herberge um. Der kleine Junge war sehr ruhig, und man konnte spüren, dass er von Wut getrieben war. Sein Weltbild schien zusammenzufallen...oder versuchte er nur, uns alle zu täuschen? Und was war mit Ava? Die junge Frau war bisher immer so unheimlich still gewesen, dass Libra sie gar nicht einschätzen konnte. Dasselbe galt so ähnlich auch für Shael. Dennoch. Sie hatte eingesehen, dass es keinen Sinn machen würde, weiter den Bürgermeister anzuklagen, selbst nach ihrer Logik nicht. Dann wäre Maxim eine weit größere Gefahr...

    Libra setzte sich auf die stabilst aussehende Sitzgelegenheit, ein Sofa. Julie sprang neben ihr aufs Polster, und legte, unter den missbilligenden Blicken von Ava, ihre Schnauze auf Libras Umhang. Adryan stellte sich hinter das Sofa und legte seine Hände auf Libras Schultern. Reflexartig griff sie eine Hand. Während sie so dasaßen, kam Dankwart in die Herberge, der unterwegs von Maxim fast umgerannt wurde.

    Niemand war groß zum Reden aufgelegt. Niemand wusste, wer heute hängen sollte. alle "einfachen" - "eindeutigen" "Verdächtigen" waren, dank Zutun des Bürgermeisters, tot. Ebenso wie zahlreiche Unschuldige.

  2. #2
    Der Alkohol hatte Havelock weder geholfen einen klaren Gedanken zu fassen, noch ihm einer klaren Entscheidung näher gebracht. Zudem kam noch hinzu, dass Heute keine einzige Vertrauensperson in der Taverne eingekehrt war.
    Benommen und innerlich leer, ging der alte Mann gemessenen Schrittes durch die Stadt, als plötzlich ein Bote zu ihm kam und verkündete, dass er sich in der Herberge einfinden solle, wo schon bald die Abstimmung stattfinden würde.

    Wen würde er nur wählen... Die Auswahl wurde zwar kleiner, aber die Entscheidung dadurch auch nicht gerade leichter, denn jede falsche Entscheidung... Havelock durchfuhr ein schmerzhafter Gedanke... jede weitere falsche Entscheidung, konnte den Untergang bedeuten.

    Vor der Herberge von Maxim dem Waisen angekommen, hielt Havelock kurz inne und betrachtete das zwar heruntergekommene aber dennoch von fleißiger Hand gepflegte Gebäude.
    Wenn Havelock an Maxim dachte, dachte er automatisch auch an seine eigene Vergangenheit als Waise. Aber damals waren auch andere Zeiten...

    --------------------------Viele Jahre vorher in Düsterburg / oder warum Havelock wurde was er ist--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Regen klatschte an die geborstenen Scheiben der Fenster, des Waisenhauses in der Junkergasse, als draußen die Welt in Sturm und Blitz unterzugehen drohte.
    Das Auge des Betrachters erblickt einen karges, trauriges Zimmer, in welchem die Tapete an vielen Stellen abgeblättert und die Dielen verbogen und feucht zu sein scheinen. Kleine Brocken Putz fielen auf das Bett eines kleinen Jungen, welcher gerade die schrecklichste Erfahrung machen musste, welche ein 8 Jähriger überhaupt erleben kann. Doch war der junge Havelock nicht der einzige, der dieses Schicksal teilte, denn der Krieg zerstörte nicht nur die Leben von Soldaten, sondern auch dass ihrer Familien.
    Als man Havelocks Mutter, Schild und Schwert seines Vaters überbrachte, zerbrach für ihn eine Welt und mit der Zeit auch sein Leben...
    3 Tage nach dem seine Mutter dann, an einem frostigen Novembertag, nach langer Krankheit ihrem Körper entschwand, kam Havelock zusammen mit vielen Waisen des noch immer schwelenden Krieges, in eines der zum bersten gefüllten Waisenhäuser.
    Die Tage vergingen, als das harte Leben, mit einer Peitsche aus Hunger und Gewalt die Waisen des Krieges formte und eine verlorene Generation gebar, welche die Schrecken der dunklen Jahre geerbt hatte. Diese grausame Art des Lernens, würden viele nicht überleben, doch jene die durch jene Schmiede des Gehorsams und der Angst geformt wurden, hatten das Zeug, sich trotz ihres Status in der Welt zu behaupten. Auch Havelock war durch diese Schule gegangen und an Tagen wie diesen, Dankte er den Hieben der Mutter Annabella, welche die Waisen, mit Rute und Stock gestraft hatte, aber wohl durch diese Tortur auch gestählt hatte. Der arme Maxim hingegen...

    -------------------------Vor dem Gasthaus---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Havelock öffnete die Augen.
    In letzter Zeit kamen diese Träume immer öfter, sie jagten und verhöhnten ihn, hielten ihn wach und vernebelten seinen Geist. Und stetig die lautlose, erdrückende Stimme des Buches...

    In der Herberge, herrschte ein kleines durcheinander, Türen waren umgestürzt und viele der Anwesenden wirkten, als hätten sie sich gerade erst wieder von einem Streit beruhigt. Havelock nahm seinen Dreispitz ab und nickte dem beschäftigten Maxim, Shael, Adryan, Libra, Dankwart sowie der Obsthändlerin Ava zu, als er in die schweigsame Runde sprach:
    "Wie mir bekannt wurde, gab es Heute Nacht keinen einzigen Toten, ich würde dies nur zu gern als gutes Zeichen werten, aber wie uns sicher allen bekannt ist, ist dies noch nicht das Ende des Weges." Havelocks Blick ertastete die Mienen der Anwesenden; "Ich hoffe, dass bald auch die restlichen Vertrauenspersonen eintreffen und wir heute die richtige Entscheidung treffen werden..."

  3. #3
    Die Sekretärin fing Edmond von Dantes und Friedrich Miller auf der Treppe ab. "Herr von Dantes! Ihr kleiner Protégé Maxim war gerade hier. Ich soll Ihnen ausrichten, dass die Abstimmung heute in seiner Herberge stattfinden wird. Sie sollten sich direkt dort einfinden."
    Edmont nickte. "Danke, Luise. Wir sind schon auf dem Weg." Eigentlich hätte er es vorgezogen, den Ort der Versammlung selbst zu bestimmen, doch heute kam es ihm nicht ungelegen, dass die restlichen Vertrauenspersonen dies bereits in die Wege geleitet hatten. Als er mit Friedrich Miller das Rathaus verließ, rief ihnen die Sekretärin noch hinterher: "Herr von Dantes, ist es wahr? Können wir gar nichts gegen die Bestien ausrichten?"
    Miller kam von Dantes mit der Antwort zuvor. "Wir werden nicht ohne Kampf aufgeben." Er drehte sich um und trat hinaus auf die Straße. Edmont von Dantes überlegte kurz, dann zuckte er innerlich mit den Schultern und folgte Miller.

    ~°~

    In der Stube der Herberge hatten sich bereits die meisten Vertrauenspersonen eingefunden, lediglich Leonardo di Dragonieri und Dankwart fehlten noch. Miller war ob dieser Tatsache etwas beunruhigt. Wir brauchen ihre Stimmen, wenn wir eine Chance haben wollen, dachte er bei sich. Er betete, dass sie bald eintreffen würden.
    Edmont von Dantes setzte bereits zu einer einführenden Rede an, da schnitt ihm Miller das Wort ab und sagte:
    "Ich denke, der gestrige Tag hat gezeigt, dass einige der Personen hier... Vorbehalte haben, was die Meinungsmache des Bürgermeisters betrifft. So möchte ich, unbeeinflusst und aus eigener Überzeugung, meine Meinung zuerst verkünden. Es ist von höchster Wichtigkeit, dass alle hier, die sich mit gutem Gewissen als Mensch bezeichnen können, an einem gemeinsamen Strang ziehen. Sonst wird dieser Tag wieder in dem Tod eines Unschuldigen enden. Edmont von Dantes gehört ohne Zweifel zu diesen Personen, und ich zähle mich selbst auch dazu, obgleich manche hier womöglich berechtigte Zweifel diesbezüglich hegen. Ich sage es frei heraus, ich habe meine Liste der Verdächtigen, und auf ihr finden sich Libra, Ava und Shael. Unter ihnen befindet sich meiner Meinung nach mindestens ein Werwolf. Edmont von Dantes ist hier einer Meinung mit mir. Sollte jemand einen triftigen Grund haben, nicht für eine dieser Personen zu stimmen, so soll er nun sprechen, ansonsten soll er sich mir anschließen
    Es bringt uns nichts, wenn wir Vampire in anderen Personen vermuten, wenn wir nicht einmal wissen, ob sie noch eine Gefahr für uns darstellen. Jeder, der seine Stimme aufgrund eines Vampirverdachts abgibt, macht sich verdächtig!
    Um es kurz zu fassen: Ich verdächtigte heute Ava am meisten, doch unser Bürgermeister brachte ein gutes Argument vor, nicht für sie zu stimmen: Ihr bisheriges Wahlverhalten lässt eher auf einen Vampir denn einen Werwolf schließen. Meine Stimme wird daher heute Abend an Shael gehen, sollte dieser keinen Beweis dafür liefern können, dass er kein Werwolf ist."


    Es war keine große Rede, doch Miller hatte gesagt, was er zu sagen hatte. Gespannt blickte er in die Runde. Würde sich jemand anschließen?
    Dem Bürgermeister murmelte er zu: "Wenn Sie wollen, können Sie jetzt Ihren Senf dazugeben, Herr von Dantes."

    Geändert von Schattenläufer (10.12.2011 um 02:06 Uhr)

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