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Thema: [Vampire von Düsterburg] Tag 3

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  1. #1
    Der Besuch bei dem Gelehrten war - einfach ausgedrückt - eine herbe Enttäuschung.
    Seine Antwort auf eine Frage, die Adryan nie gestellt hatte, war mehr als dürftig ausgefallen und schien mehr von abergläubischen Firlefanz zu enthalten, als die Geschichten alter Frauen in schummrigen Wirtshäusern.
    Adryan seufzte frustriert und lehnte sich zurück. Nach dem kurzen Aufenthalt in der großen Villa waren er und Shael der allgemeinen Aufforderung gefolgt und hatten sich beim neuen Bürgermeister zu Speis, Trank und Anklage eingefunden.
    "Du wirkst ungehalten.", bemerkte der neben ihm sitzende Shael. Adryan motivierte sich zu einem freudlosen, zynischen Lächeln. "Mit leeren Händen dazustehen dürfte niemanden sonderlich glücklich stimmen. Ein Ermittler ohne Informationen ist ungefähr so glücklich wie ein Säufer ohne einen einzigen Heller in der Tasche.". Shael grinste über diesen bildlichen Vergleich. "Aber zumindest wissen wir nun, dass Leonardo di Dragoneri sich wahrhaftig mit seinen Aufzeichnungen befasst hat - welche auch immer das gewesen sein mögen.".
    Adryan schwieg eine Weile über diese Worte und dachte über das nach, was er über das aktuelle Todesopfer aus Unterhaltungen erfahren hatte.
    Die Sängerin, an deren Namen er sich nicht mehr erinnern konnte, war tot aufgefunden worden. Von zwei Frauen. War über Blut oder bestialische Verletzungen gesprochen worden? Nein, daran hätte er sich erinnert.
    Sie war einfach... tot. Hatte leblos dagelegen als ob sie schliefe - nur dass sie den ewigen Schlaf schlief.
    Langsam regte sich in Adryan ein Verdacht. "Ich glaube, du hast mich eben auf eine Spur gebracht.", sagte er zu Shael, erhob sich und machte seinerseits einen Strich hinter den Namen Leonardo di Dragoneri. Während er sich wieder zu seinem Platz begab tat er so, als spreche er mit sich selbst, jedoch in einer Lautstärke, die es den Anwesenden möglich machte, ihn zu verstehen.
    "Wie konnte mir das entgehen? Er dürfte in diesem Ort wohl der Einzige sein, der über das nötige Wissen dazu verfügt. Männer des Wissens wollen stets eines: ihr Wissen unter Beweis stellen, es demonstrieren. Und was wäre da besser als ein Zeichen, das klarmacht, dass jemand die Macht über Leben und Tod besitzt? Eine größere und eindeutigere Darstellung des eigenen Wissens kann es nicht geben. Aber warum jetzt? Unter den ganzen Morden und den beiden Vampiren wäre diese Tat kaum aufgefallen - doch sie tat es, weil der Toten kein äußerliches Leid zugefügt worden war. Ein geschicktes, ein kluges Vorgehen. Kein Anderer als Leonardo di Dragoneri konnte dies bewerkstelligen.".
    Mit diesen Worten ließ sich Adryan neben dem staunenden Shael nieder.

    Geändert von Simon (23.11.2011 um 17:54 Uhr)

  2. #2
    Grandy, Libra, Dankwart in Begleitung vom Händler Talis traten in diesem augenblick ins Herrenhaus des Bürgermeisters ein. Innen wurden sie von den Dienstmädchen sofort zum Speisesaal geführt, der bereits für ein Festessen hergerichtet war, unweit des Kamins, der von ihnen gesehen am anderen Ende des Raums stand, konnte man eine Tafel sehen, auf die bereits zwei Namen eingetragen waren. Auf den Tischen war das Essen bereits hergerichtet und die Gefährten entschieden sich drei aneindander grenzende Sitze einzunehmen.

    Die Disskussion hatte bereits angefangen, hinter dem Namen Leonardos waren zwei Striche, jemand hatte Rebecca Stepback gewählt. Grandy konnte gerade noch die Argumente von Raffael, den er tags zuvor kennen gelernt hatte, anhören. Das Stimmverhalten würde sie verdächtig machen, und seine Argumente erschienen ihm schlüssig. Dennoch hatte sie für Train gestimmt, der Zeitpunkt ist da im besten Fall sekundär. Das Paar Miller und Adryan waren sehr verdächtig, einer von beiden war sehr wahrscheinlich Vampir oder Werwolf, aber mehr als raten konnten sie kaum.

    Dann formulierte, nach langen Warten, Dankwart seine Meinung. Er betonte nochmal, dass alles auf seinem Gefühl basierte, aber ebenjenes Gefühl hatte uns die letzten zwei Tage auf die Vampire gewiesen, warum sollte es heute versagen?

    Grandy sprach seine Gedanken aus:
    "Der Verdacht von Raffael hat etwas für sich, ihre Stimme schien bisher tatsächlich gut in das Schema zu passen, allerdings haben viel mehr gestern für Havelock gestimmt, längst nachdem es klar war, dass es Chester treffen würde. Adyran und Miller halte ich auch für verdächtig, zumindest einen von beiden. Sie haben die letzten zwei Tage jeweils sich selbst gewählt, allerdings ist es wahrscheinlich wirklich nur eine dumme Streiterei, verstärkt durch diese Wahl. Ebenjene Wahl zeigt aber tatsächlich, dass kaum einer der bisherigen Vampire je wirklich verdächtig war, im Vergleich wie unsinnig sich manche, die heute noch Leben verhalten haben, Miller und Adryan sind ein klasse Beispiel für dämliches Verhalten. Das heißt, dass wir uns wirklich nur unserem Gefühl vertrauen können, und daher schließe ich mich meinem guten Freund an. Als ich zum ersten Mal Raffael traf, vor dem Wirtshaus, wusste ich, vor mir war ein berechnenter Mensch, jemand der nach außen hin harmlos erscheint, aber seine Augen verraten das Biest im inneren. Ich bin der Letzte der behauptet, dass ein solcher Verdacht hieb und stichfest wäre, es ist es nicht, aber ich hatte an diesem Tag einen Geistesblitz. Und meine Ermittlungen zu diesen paranormalen Ereignissen weißen auf etwas Böses in seiner Umgebung hin, daher wähle ich
    Raffael."

    Geändert von Mivey (23.11.2011 um 18:00 Uhr)

  3. #3
    Elly dachte über die heutigen Anschuldigungen nach und nach längerer Überlegung, war sie sich sicher, wen sie wählen würde.
    "Ich entscheide mich für Leonardo di Dragoneri. Er ist in meinen Augen zur Zeit der Verdächtigste. Denn er lässt sich nicht blicken und schildert nicht seine Ansichten über die derzeitigen Vorgänge. Ich kann ihn nicht durchschauen. Ich kann nicht sagen, was sich hinter der Fassade des Adligen verbirgt. Somit schreibe ich mit guten Gewissen seinen Namen aus die Anklagetafen."

  4. #4
    Rafael wollte gerade Herrn Dankwart etwas auf seine Anschuldigung entgegnen, als ihm Herr Grandy zuvorkam. Er erklärte, er habe Ermittlungen angestellt, die ihn zu dem Schluss gebracht hätten, Adryan Klerc sei mit den Monstern im Bunde. Doch in dem Moment, als er fertig war, schien eine Art Ruck durch die Welt zu fahren, Rafael fiel keine bessere Beschreibung ein. Alles war wie zuvor, aber auch irgendwie anders. Und plötzlich fing Herr Grandy erneut an zu sprechen. Rafael fragte sich, warum er genau dasselbe noch einmal sagte, doch dann war da ein Unterschied zu dem, was er vorher gesagt hatte. Er behauptete erneut, Ermittlungen hätten ihn zu dem Schluss gebracht, bei wem es sich um ein Monster handele, doch dieses Mal beschuldigte er ihn, Rafael.
    Rafael war verwirrt. Warum gab er zwei widersprüchliche Aussagen von sich? Doch keiner der anderen Anwesenden schien etwas bemerkt zu haben. Was war hier eben geschehen? War etwa Herr Grandy selbst mit dunklen Mächten im Bunde? Aber warum sollte er ihm dann dieses alternative Szenario zeigen?
    Dann dämmerte es Rafael: Um ihn zu verhöhnen. Was konnte er tun, um Herrn Grandys Manipulation aufzudecken? Gar nichts. Würde er Anfangen, zu behaupten, Herr Grandy hätte Macht über die Zeit, wäre sein eigenes Schicksal so gut wie besiegelt. Niemand würde ihm glauben, und im schlimmsten Fall würden sie ihn als Wahnsinnigen abstempeln. Dasselbe, wenn er seine Anschuldigung ohne Erklärung auf Herrn Grandy änderte. Er musste die Zähne zusammenbeißen und gute Miene zum bösen Spiel machen, auch wenn er jetzt den Namen zumindest eines der Monster kannte. Sollte er diesen Tag überleben, würde das Monster seinen Hochmut bereuen!

  5. #5
    Das Gespräch in der Taverne endete damit, dass sie dort erfuhren, der neue Bürgermeister würde alle in sein Anwesen einladen...und es gäbe Schinken. Nunja, es ist auf jeden Fall eine nette Alternative, im Gegensatz zu diesem ganzen Tavernenfraß. Entsprechend sah Edmonds Tisch auch sehr reichlich gedeckt aus, scheinbar bestanden tatsächlich die meisten zubereiteten Speisen aus Schinken...

    Rowan musste da an einen lange zurückliegenden Jagdausflug denken. Damals waren der Graf von Dubblin und er, zusammen mit ein wenig Gefolge ausgeritten, um einen angeblichen Drachen (es sollte sich noch herausstellen, dass es ein Feuersalamander war, der einfach nur zu nah an das Lagerfeuer des Dorftrottels herangekrochen war, als dieser im Wald übernachten wollte) zu erlegen. Sie hatte damals noch gesagt, Rowan nicht gehen sollte, wenn er daran zurückdachte, hätte er es mal lieber tun sollen, denn anstatt eines Drachens, geriet Rowan zusammen mit dem Grafen an eine Blockade, die ein paar Bergräuber aufgestellt hatten. Es folgte ein kurzes Gefecht, das allerdings wirklich komische Züge annahm, als die Räuber anfingen, Schinkenkeulen zu werfen, nur um dann festzustellen, dass sie plötzlich nichts mehr zu Essen hatten und schleunigst in den Wald verschwanden. Kurz darauf fanden Rowan und Gefährten eine Höhle, die nur so gefüllt war mit Schinken, doch als der Graf von Dubblin versuchte, einen zu ergattern, fiel der Haufen um und begrub jenen. Der Graf musste danach schleunigst behandelt werden, da er fast erstickt wäre.

    Wer war verdächtig? Leider musste Rowan eingestehen, nicht wirklich weitergekommen zu sein. Einige der Vertrauenspersonen konnte er noch immer nicht zuordnen. War dieser Gelehrte nun verdächtig, oder nicht? Wer war eigentlich dieser Rafael, der ebenfalls angeklagt wurde? Ist Talis eventuell doch eine dieser Kreaturen? "Nundenn, so es denn der Nötigkeit gefordert ist, alsdann will ich mich für Rafael entscheiden. Seiner scheint eine böse Aura zu eigen zu sein."

  6. #6
    Der Tag ging langsam zur Neige und nach gefühlt etlichen Stunden beendete Edmond seine Arbeit im Rathaus. Der Tod seines Sekretärs hatte verheerende Folgen für den gesamten Verwaltungsapparat zur Folge gehabt, sodass die Stadtbeamten an diesem Tag heillos überfordert waren und alles in einem gewaltigen Chaos versank. Zumindest am Ende schien sich die Lage allmählich wieder gebessert haben und erleichtert verließ Edmond das Gebäude, in freudiger Erwartung der bevorstehenden Versammlung.
    Als er schließlich an seinem Anwesen ankam, waren die meisten Vertrauenspersonen bereits längst eingetroffen und hatten sich über den frischen Düsterburger Schinken hergemacht, welchen sie alle so sehr vermisst hatten. Selene und das restliche Arbeit hatten ganze Arbeit geleistet und so erstrahlte der Speisesaal im Schein der Kerzen und Kronleuchter in einem ganz besonders prächtigen Glanze und zu keinem Zeitpunkt hätte auch nur irgendjemand an dem angeblich unsagbaren Reichtum des Grafen gezweifelt.

    Der Gastgeber nahm am Kopf des Banketts Platz und tauschte einige belanglose Worte mit seinen Sitznachbarn aus, während er die anderen Gäste beobachtete und selbst endlich wieder von dem köstlichen Schinken kostete. Es dauerte nicht lange und schon wurden die ersten Anklagen gegen andere Vertrauenspersonen erhoben. Zunächst sah es so aus, als sei man sich relativ einig, doch schon bald wurde klar, dass es diesem Abend viele Verdächtige gab und man hätte leicht den Eindruck gewinnen können, als ob so gut wie jede Person am Tisch ein potenzieller Mörder hätte sein können.

    Nichtsdestotrotz erhob sich Edmond nun von seinem Platz und wartete erneut darauf, dass im Saal Ruhe eintrat und ihm alle ihr Gehör schenkten.

    "Werte Bürgerinnen und Bürger Düsterburgs,
    ich danke euch erneut für euer zahlreiches Erscheinen. Wie allen bekannt sein sollte, gab es in der letzten Nacht keinerlei Übergriffe von irgendwelchen Blutsaugern oder haarigen Ungeheuern. Dennoch mussten wir mit Bedauern den tragischen Tod von Marina, der jungen Sängern, feststellen. Noch wissen wir nichts genaueres über die Umstände ihres Todes, doch es scheint, als wäre sie vergiftet worden. Die Untersuchungen werden erst morgen abgeschlossen sein, doch scheint es, als ob es auch unter uns Menschen Personen gäbe, die uns schaden wollen. Wir sollten daher noch umsichtiger sein, als wir es ohnehin schon sind, und nicht mit unserer Aufmerksamkeit nachlassen.
    Seltsamerweise gab es in den letzten Tagen Personen unter uns, welche sich trotz der Bedrohungen im Hintergrund hielten und für die Öffentlichkeit kaum wahrnehmbar waren. Dabei geht es nicht nur um den allzu offensichtlichen Gelehrten Leonardo di Dragoneri, sondern auch um Gemeine, wie Sven Frankenfels, und viel mehr noch, ausgerechnet um die Adligen unter uns, welche sich noch viel mehr als die einfachen Stadtbewohner um die Entwicklung der Dinge sorgen sollten. Nicht wahr, Graf Zarroff, oder welches ist der Grund, dass Ihr so furchtlos auf euren Jagden in letzter Zeit gewesen seid? Und Ihr, Graf Rowan von Fiddleburg? Bis zu diesem Tage habt ihr Euch im Verborgenen gehalten und ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich euch zuletzt mit meinen eigenen Augen gesehen habe. Und doch, interessanterweise scheinen andere Bürger ein größeres Potenzial für Mörder zu haben, wie man bisher an der Abstimmung sehen konnte. Vielleicht habt ihr ja eine Erklärung dafür?"

    Geändert von Edmond Dantès (23.11.2011 um 19:12 Uhr)

  7. #7
    Libra wiegte den Kopf hin und her. Rafael...Bisher war es immer der richtige Weg, Dankwart zu folgen, schliesslich hatte sein Schnurrbart schon zweimal dafür gesorgt, dass diese widerwärtigen Biester zur Strecke gebracht wurden. Und was Grandy sagte, dass er etwas Schlechtes in seiner Umgebung wahrnahm...Und auch Rowan hatte eine negative Aura wahrgenommen... Dennoch waren offensichtlich viele der Anwesenden der Ansicht, dass Leonardo sich verdächtig gemacht hatte - einfach nur, weil er ein Eigenbrödler war?

    "VERTRAUENSPERSONEN VON DÜSTERBURG - bitte, hört mich an!" Sie stand auf, warf ihr langes, rotes Haar nach hinten und erhob ihre Stimme.
    "Der einzige Grund, Leonardo anzuklagen, ist also, dass er sich in seinem Haus befand, als die Morde geschahen? Das kann doch keine Begründung sein! Hört mich an, verschont diesen Wissenschaftler! Er ist unschuldig. Andernseits..." sie hob ihre Hand und zeigte auf Rafael "...hat sich Rafael Firas anscheinend nicht nur die letzten Tage immer der Meinung der Anderen angeschlossen, sondern scheint sich jetzt auch noch über die Ermittlungen von Grandy hier lustig zu machen. Ich sehe doch euren Blick! Hört auf uns, wir lagen die letzten Tage immer richtig...Train...Chester - beide Vampire wurden auf Dankwarts Verweiß hin enttarnt! Bitte, verschont die Unschuldigen - und wenn es so sein muss..." Mit festem Schritt ging sie zur Tafel und machte einen weiteren Strich hinter Rafaels Namen..."dann tötet wenigstens die WAHREN Monster!"

  8. #8
    Talis hörte sich die Begründungen der anderen an, jedoch fand er keine wirklich überzeugend. Er stand auf: "Ich kann weder sagen, ob Herr Grandy ein gutes Gespüch hat, oder ob er uns hinters Licht führen will, was ich nicht glaube. Noch halte ich Dragonai für verdächtig, er war schon immer so. Ich bleibe daher bei meiner Meinung. Ich hoffe ich tue das richtige und ihr könnt mir zustimmen wenn ich sage das ich Miller anklage." Nachdem er seine Stimme abgegeben hatte setzte er sich wieder.

    Geändert von Einheit092 (23.11.2011 um 19:05 Uhr)

  9. #9
    "Ich bin mir sehr wohl im Klaren darüber, was in meiner Stadt vorgeht, Rowan Ihr solltet also keineswegs versuchen darüber hinwegzutäuschen, dass eure Beteiligung an den Stadtgesprächen in den letzten Tagen äußerst gering ausgefallen sind...", antwortete Edmond missbilligend dem Einwurf des Grafen von Fiddleburg. Mit einem Blick auf die Tafel, welche die bisher abgegebenen Stimmen auflistete, ließ sich der Bürgermeister zudem gegenüber allen Gästen zu einem bemerkenswerten Schluss herab:
    "Ihr alle mögt räsonieren und anklagen, wie und wen es euch beliebt. Doch mir dünkt, dass sich anscheinend die meisten Personen hier nicht in der Lage sehen, sich ihrer eigenen Verstandes zu bedienen. Es wundert mich, dass Ihr, Rafael, ausgerechnet eine Person angeklagt hat, die mit ihrer Stimme an bisher beiden Tagen dazu beigetragen hat, einen dieser Vampire hinzurichten. Und noch viel aufschlussreicher mögen die Entscheidungen von Libra, Grandy, Dankwart und Rowan sein, welche ohne jeglichen Beweis sich dazu herablassen, einen ehrenwerten Handelsmann wie Rafael Firas anzuklagen, und das, obwohl ihr ihn nicht einmal zu kennen scheint, Rowan! Und schonmal daran gedacht, dass euer "schlechtes Bauchgefühl" den Ursprung in eurem Alter hat, Dankwart? Jedenfalls solltet Ihr für eure Gebrechen nicht ständig redliche Persönlichkeiten verantwortlich machen. Und ganz zu schweigen von der Entscheidung von Sven Frankenfels, unseren ehrenwerten Kelterer des Mordes zu bezichtigen, mit der Begründung, es gäbe keine Beweise für dessen Unschuld. Wenn es danach ginge, so müssten gleich mehrere Personen hier und heute ihre Köpfe rollen lassen, allen voran diejenigen, gegen die tatsächlich Indizien auf sie hindeuten... "

    Geändert von Edmond Dantès (23.11.2011 um 20:32 Uhr)

  10. #10
    "Verzeiht, wenn ich euch korrigiere, Herr Dantes, aber ich habe Frau Stepback angeklagt, gerade weil sie gestern nicht gegen den Vampir Herrn Alverick sondern gegen Herrn Havelock gestimmt hat. Ich nehme an, dass ihr Notizen der gestrigen Abstimmung angefertigt haben, die dies bestätigen sollten."

    Eines hatten er und die Frau, die er angeklagt hatte, allerdings gemeinsam: Sie äußerten sich nicht zu den gegen sie vorgebrachten Anklagen. Er selbst, weil bisher niemand wirkliche Argumente außer ungute Gefühle gegen ihn vorgebracht hatte, wogegen sich nicht wirklich argumentieren lies, sie, weil... nun, woher sollte er das wissen?

  11. #11
    "Ah, jetzt wo Ihr es sagt, mein guter Rafael, erinnere ich mich tatsächlich daran, dass Rebecca nicht ihren unliebsamen Ex-Geliebten angeklagt hat. Seltsam, nicht wahr? Schon gestern habe ich mich gefragt, warum sie stattdessen ausgerechnet unseren Antiquar Havelock angeklagt hat, wo es doch eigentlich mehr als nachvollziehbar gewesen wäre, wenn sie mit Chester ans Messer geliefert hätte. Welchen Vorteil hätte sie schon davon gehabt, wäre er am Leben geblieben? Es sieht wohl so aus, als hätten wir hier tatsächlich einen versteckten Hinweis, dass auch Rebecca nicht das zu sein scheint, was sie vorgibt. Nebenbei fällt mir auch wieder ein, das ausgerechnet Elizabeth, Rebeccas Schwester, an der gestrigen Abstimmung gar nicht teil genommen hat..."

  12. #12
    "Ich behaupte nicht, dass ich absolutes Wissen hätte wer zu welcher Fraktion gehörte. Ich gebe zu, wie jeder hier meine eigenen Verdächtigungen zu haben. Man möge mir eben verzeihen, dass ich einem bekannten Freund vertraue. Ist es willkürlich? Ja. Ist es, rational betrachtet, nicht mehr als Herumraten? Ja. Aber genau auf diesen Aspekten basiert diese ganze Wahl doch. Oder hat jemand eine klaren Anhaltspunkt, dass dieser Gelehrter Leonardo ein Vampir, Werwolf oder sonst was ist? Mein Gefühl sagt mir er ist nur ein einfacher Stadtbewohner! Und genau das wir dabei herauskommen, wenn ihr in heute hängen werdet, das und nichts anderes.
    Ich kann niemandem versprechen, dass Dankwarts Verdacht richtig ist, das kann niemand. Aber ebenjener Verdacht hat sich gestern und tags zuvor als richtig erwiesen und ich vertraue ihm.
    Diese Wahl basiert auf Vertrauen und Mistrauen, wenn ihr das für Wahnsinn haltet, nun, es sind eure Regeln, ich als Reisender und Gast halte mich nur daran. Meine Stimme ist auch nur meine Stimme, jeder sollte nach seinem Glauben wählen."


    Er konnte die Angriffe gegen ihn und seine Gefähren zum Teil verstehen, sie waren Außenseiter, aber es war der Bürgermeister selbst gewesen, der sie gewählt hatte.

  13. #13
    Es ging heiß her. Scheinbar lief alles auf Rafael und Leonardo hinaus. Wer würden denn den einfältigen Graf verdächtigen? Rebecca hatte eigentlich jemanden anders im Sinn, aber die Stimmung hatte schon ihre Wellen geschlagen. Als Rafael oder Leonardo. Der irre Alchemist oder der reiche Handelskaufmann. Die Wahl fiel nicht schwer; Rafael hatte noch viel zu viel Geld im Säckel, um schon zu sterben. Und wer traute schon Italienern? "Also... Leonardo ist definitiv verdächtig und italienisch genug, um ihn zu hängen. Ich vertraue den deutschen Reisenden mehr, als den italienischen.

  14. #14
    Edmond, ich muss doch sehr bitten. Sie klagen mich aufgrund meines Titels an, den ich aufgrund meiner Vorfahren besitze. Ich bin ein bescheiden lebender Jäger und kein Graf, auch wenn es der Name vermuten mag!
    Zu den anderen Angeklagten kann ich wenig sagen, gegen Rafael scheint mir nichts stichhaltiges vor zu liegen genauso wenig ist das der Fall für Leonardo, der jedoch von Rafael zuerst angeklagt wurde.
    Wen auch immer wir von den beiden jetzt hängen, war er einer von uns, so werde ich sicher den anderen morgen anklagen!
    Es würde uns jedoch gut tun, jetzt schon den richtigen zu wählen.
    Wenn mir einer hier einen triftigen Grund liefert, einen bestimmten der beiden zu hänge, so werde ich für diesen Stimmen, aber so lange enthalte ich mich vorerst!
    Wenn es keinen Grund geben sollte, wird ein Münzwurf entscheiden!

  15. #15
    Rebecca sah den ollen Miller kichernd an. "Der der Herr Miller meint, ich hätte mich verdächtig gemacht. Dann nenne er doch bitte womit. Ich bin nur ein armes, Herrenloses Hausmädchen. Und ich garantiere euch, dass ich weder besonders haarig, noch blaß bin. Klimpert lieber wieder auf eurer Orgel, anstatt auf Vermutungen herum."

  16. #16
    Miller blickte die junge Frau von oben herab an. Er hatte bisher nie viel mit ihr zu tun gehabt, aber sie war offensichtlich verzogen und verkannte den Ernst der Lage gehörig.
    "Warum du dich verdächtig gemacht hattest, hat Rafael Firas bereits hinreichend erklärt. Die Wahl. Niemand macht sich stärker verdächtig als durch die Entscheidung, wen er sterben lassen möchte. Gib uns einen guten Grund, warum du nicht für Chester gestimmt hattest, aber auch nicht für ihn eingetreten bist, als er aufgrund des Vorfalls - deinetwegen - angeklagt worden war.
    Außerdem verbitte ich mir diesen Ton, junge Dame. Dies ist eine ernste Sache, und ja, wenn da jemand kichert und über seine Mitbürger herzieht, wenn eigentlich Mordfälle geklärt werden sollen, dann macht auch das verdächtig!"

  17. #17
    Erneut sah sich Rafael gezwungen, jemanden, der über ihn sprach, zu korrigieren:

    "Graf Zaroff, ich habe Herrn Di Dragoneri nicht angeklagt. Weder heute noch an einem der vorigen Tage. Obwohl mir sein Interesse an Vampiren und Werwölfen seltsam erscheint, betrachte ich dies nicht als Grund, eine Anklage gegen ihn zu erheben. Ebensowenig wie sein Einsiedlertum. Beides ist zwar auffällig, aber nicht wirklich verdächtig.
    Desweiteren möchte ich sie bitten, von ihrer Idee, einen Münzwurf über unser Schicksal entscheiden zu lassen, abzusehen. Ich kann zwar nicht für Herrn Di Dragoneri sprechen, denke aber, dass er mir zustimmen würde, wenn ich sage, dass sowohl ein Tod als auch ein Leben, über das durch simplen Zufall entschieden wurde, entwürdigend ist."

  18. #18
    Da Leonardo sich zu den Anschuldigungen bisher nicht geäußert hat sehe ich mich gezwungen ihn zu nomminieren

    Geändert von Spitfire (23.11.2011 um 23:49 Uhr)

  19. #19
    Die Diskussionen wogten noch ein wenig hin und her. Doch auch, wenn es inzwischen so aussah, als habe Rafael Chancen, nicht von den Düsterburgern hingerichtet zu werden, hielt er es einfach nicht mehr aus, hier zu sitzen, während über sein Leben verhandelt wurde. Doch zuvor hatte er noch etwas zu sagen:

    "Sehr geehrte Damen und Herren, ich werde mich nun zurückziehen. Selbst wenn sie es vorziehen sollten, mich nicht zu töten, schätze ich meine Chancen, einen weiteren Sonnenaufgang zu erleben, eher gering ein. Sollten sie mich verdächtigen, fliehen zu wollen, so schicken sie mir eine Wache hinterher. Doch der eigentliche Grund, warum ich gehen möchte, ist, dass ich vor meinem wahrscheinlichen Ableben noch einige Vorbereitungen treffen möchte.
    Zu diesen Vorbereitungen gehört auch ein, nein, eigentlich sogar zwei Geständnisse, sowie eine Warnung an sie:
    Als ich heute Morgen durch die Stadt wanderte, fand ich dabei das neueste Opfer der Mörder. Es war ein schrecklicher Anblick, von Wunden übersät, kaum noch als Mensch zu identifizieren. Ich wollte bereits die Behörden verständigen, doch dann stellte ich zu meinem Entsetzen fest, dass noch Leben in diesem Bündel zerfetzen Fleisches war. Als Vorsteher einer Kelterei habe ich Zugang zu allerelei Chemikalien, und einen Teil davon benutzte ich, um diese Überreste eines Menschen zu retten. Ich weiß nicht, ob ich damit nicht einem der Vampire das untote Leben gerettet habe, doch bei der Person handelte es sich ganz bestimmt um ein Opfer der Wesen, die auch die vorherigen Morde begangen haben. Bei der Person handelte es sich um Adryan Clerk. Er erinnert sich wahrscheinlich selbst nicht daran, denn er war zu diesem Zeitpunkt mehr tot als lebendig.
    Das zweite Geständnis fällt mir noch schwerer. Denn die Reagenzien, die ich benutzte, sind nicht nur in der Lage, Leben zu geben, sondern auch, es zu nehmen. In einem Anfall blinder Unüberlegtheit vergiftete ich die Sängerin Marina, die ich fälschlicherweise für eines der Monstren hielt. Sollte ich diese Geschehnisse wider aller Erwartungen überleben, werde ich die volle Verantwortung für alles, was ich getan habe, übernehmen. Doch bis dahin werde ich die Ungeheuer, die diese Stadt heimsuchen, bekämpfen.
    Zuguterletzt möchte ich euch vor Herrn Grandy warnen. Er ist nicht der, der er vorgibt zu sein. Ich nehme an, dass es sich bei ihm um eines der Wesen handelt, die sich bisher noch nicht offen gezeigt haben, die angeblichen Werwölfe.
    Leider kann ich euch für all diese Behauptungen zum jetztigen Zeitpunkt keine Beweise liefern. Sollte ich sterben, so mag mein Körper als Beweis für meine Worte gelten, anosonsten werden sie mir vertrauen müssen, was, wie ich selbst weiß, in diesen Zeiten wohl die schwierigste Forderung ist, die ein Mensch stellen kann.
    Leben sie wohl."


    Danach drehte er sich, ohne irgendwelche Reaktionen abzuwarten, um und verließ den Saal und anschließend Herrn Dantes' Behausung, um, wie er gesagt hatte, Vorbereitungen für sein Ableben zu treffen. Er hatte dieser Stadt, die nicht einmal seine eigene war, alles gegeben, was er gehabt hatte, außer sein Leben, über das er nicht selbst verfügen konnte. Nun musste sie selbst sehen, was sie damit tat.

  20. #20
    Shael war ziemlich beeindruckt von dem Ermittler. Auch wenn es ihn an di Dragoneris Villa verwundert hatte, dass Adryan ihn seinen "Assi" nannte - so beeindruckt war er im Moment auch von seiner Fähigkeit, zu kombinieren. Dieser Leonardo di Dragoneri war seltsam, man sah ihn nur äußerst selten zu Versammlungen, wie diese es eine war, oder mal selten igendwo draußen. Die meiste Zeit hockte er in seiner Villa. Es war ja schön und gut, dass ihm dieses Haus so gut gefiel, und er sich oft darin aufhielt - aber umso mehr dachte Shael daran, dass er studierte, wie man solche Morde am besten durchführt. Er war alleine dort und kaum einer erlangete Einlass in die Villa. Natürlich dachte Shael auch daran, dass das alles völlig verkehrt sein könnte. Doch auch die Worte des Ermittlers machten so durchaus Sinn. So machte auch er seinen Strich bei Leonardo di Dragoneri. Zumal er auch nicht ganz verstehen konnte, was auf einmal alle gegen Rafael hatten, der bisher auch nicht allzu negativ aufgefallen war.....ihm zumindest nicht.

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