@Kel: du sprichst von Krankheit. Doch was ist Gesundheit?





Irgendetwas sträubt sich in mir, alle Verhaltensmuster, ob jetzt Ritzen, Drogenkonsum oder Videospielen, welche allgemein "selbstschädigend" genannt werden auch als solche zu betrachten. Ich kann es mir nicht rationell erklären, was an Drogen oder am Ritzen gut sein soll, doch ich schaffe es einfach nicht sie als absolut schlecht, für jeden in jeder Situation zu bezeichnen.

Vielleicht kommt dieser innere Widerstand daher, dass ich auch gerne aus der Realität, die mir meine Sinne jeden Tag zeigen, fliehen möchte. Ich bin sogar überzeugt, dass es eine Realität gibt, die über unsere sinnliche Wahrnehmung hinausragt und dass sie für den Menschen erreichbar ist, doch bin ich irgendwie zu feige um diese Realität aufzugeben und zu riskieren ins Leere zu stürzen, so sehr ich sie auch hasse.
Drogen können auch helfen eine eigene Realität zu finden, eine Realität, welche zeitweise so real ist wie das was man allgemein als die "Wirklichkeit" versteht. Denn was ist die "Wirklichkeit" schon anderes, als das was uns unsere Sinne zeigen? Und wenn wir unter Drogeneinfluss anders wahrnehmen, so ist das doch eine der "Wirklichkeit" gleichzusetzende Realität. Vielleicht mit dem Unterschied, dass wir immer wieder in die "Wirklichkeit" zurückfallen und dort ist auch der Haken. Drogen können uns nicht helfen in eine eigene Realität zu flüchten, sondern nur in eine, welche uns bald wieder ausspuckt und welche von uns so viel abverlangt, dass die "Wirklichkeit" dannach noch härter ist. Zudem ist es nie eine Realität, die von der "Wirklichkeit" unabhängig funktioniert. In Rauschzuständen musste ich immer wieder erleben, wie das Hochgefühl durch Übelkeit oder Schwindelanfällen gestört werden.

Also für mich sind die Drogen kein Weg, doch noch immer will ich nicht verschreien, die Drogen seien für jeden nichts als schädlich. Genausosehr habe ich Mühe damit einen Drogensüchtigen als krank und andere Menschen oder mich als gesund zu bezeichnen.

Aus den oben genannten Gründen verstehe ich auch Menschen, die Selbstmord begehen, denn der Tod ist eine Realität, die einen nicht mehr ins Leben ausspucken kann. Jedenfalls glaube ich das.


Ich hoffe, dass euch meine ein wenig unstrukturierten und wirren Gedanken einigermassen klar geworden sind.