Katharina hatte schlecht geschlafen. Wobei schlecht, fast gar nicht bedeutet. Sie war bei der Verbrennung zugegen, hatte gebetet für Aki, für seine Seele und für seine Tochter. Gott möge ihm seine Sünden verzeihen. Als Aki um seine Tochter zu schreien begann, blieben Katharina allerdings die betenden Worte im Hals stecken, stattdessen bahnten sich aber Tränen ihren Weg durch ihre Augen und ein Schluchzen breitete sich in ihrer Kehle aus. Magdalena nahm sie schützend in den Arm. Sie sah nicht minder geschockt aus, aber irgendwie auch zufrieden. An ihren Händen klebte Blut, das Blut eines Mordes. Genauso wie an den Händen der anderen, die Aki verurteilt hatten. Werner, Christian und Sara.
Nachdem das Schauspiel vorbei war, gingen die meisten Dorfbewohner zurück in ihre Häuser, einige fühlten sich nun sicher, andere dachten, dass noch mehr Lumianer unter ihnen weilten. Andere gingen in das Gasthaus um etwas zu trinken. Katharina und Magdalena allerdings begaben sich in die Kirche, um die Totenwache zu halten und für den Toten zu beten. Selbst wenn er ein Lumianer wahr. Gott verzeiht.

Am nächsten Tag wollten sie schlafen und sie beschlossen solange in dem Dorf zu bleiben, bis der Pfarrer der Gemeinde zurückgekehrt war, um Seelsorge zu leisten, gerade in diesen Zeiten.
Doch keiner von Ihnen hätte mit dem gerechnet, was an diesem Morgen geschah. Zuerst ertönte ein lauter Schrei und dann waren Stimmen zu hören, die wild durcheinander schrieen. Sie verstanden nur das letzte Wort: Lumianer.
Schnell verließen die Nonnen die Kirche und kamen zum Dorfplatz, in dessen Mitte Peters Leiche lag. Das muss die Rache der Lumianer sein, sie würden weiter töten, bis das ganze Dorf nur noch von ihnen bewohnt wurde. Doch wieviele Lumianer gab es unter ihnen? Katharina wollte nur noch weg. Doch sie konnte nicht. Schon wurden die ersten Anschuldigungen laut und der Leichnahm musste in die Kirche geschafft werden.
Es war viel zu tun und doch wollte sie nichts anderes als schlafen. Es würde wahrscheinlich das beste sein, ebendies zu tun, ein paar Stunden schlafen, Peter in die Kirche bringen und dann aufjedenfall mehr über die Lumianer herausfinden. jeder Beweis war wichtig. Neben ihr stand Dorothea und zitterte am ganzen Leib. Sie war fast so blass wie der tote Peter. "Dorothea hör zu. Beruhige dich ersteinmal. Gott steht uns bei. In jeder Not trägt er uns auf Händen. Aber nur, wenn wir auch etwas dafür tun. Also, wecke Sara auf, und dann lass uns gemeinsam die Arbeit beenden, die wir Gestern angefangen haben. Wir müssen mehr über die Lumianer herausfinden, damit wir einschätzen können, wer in diesem Dorf hier fähig dazu ist einen Mord zu begehen. Aber zu erst werde ich mich für eine Stunde hinlegen, und dann etwas Frühstücken. Such du doch schon einmal die Bücher heraus. Wir treffen uns dann am besten in deiner Schneiderei, was hältst du davon?"
Eigentlich drängte die Zeit, und sie wollte sich nicht hinlegen, ihre Beine und ihre Augen waren allerdings so schwer. Da sagte Magdalena "Leg du dich für eine Weile hin kleine, ich werde Dorothea helfen, wenn sie mag und dann stößt du zu uns und ich kann etwas essen gehen. Dorothea, wirst du uns helfen?"