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Lehrling
Katharina war geschockt, welchen Verlauf das Gespräch genommen hatte. Anfangs wollten sie nur mehr über die Bewegung der Lumianer herausfinden, sie waren noch nicht einmal sicher, wie ernst diese Sache wirklich ist, und jetzt wurden vielleicht unschuldige Dorfbewohner an den Pranger gestellt. Das schlimmste für sie allerdings war, dass ihre Treue Gefährtin Magdalena damit begonnen hatte und das sie es war, welche den schlimmsten Vorschlag überhaupt ins Gespräch brachte: Jemanden zu töten. Sie wollte gegen ein Gebot Gottes verstoßen. Es gab doch nur 10, es ist doch nicht so schwer, sich an 10 einfache Regeln zu halten! Außerdem, einen Menschen töten, ein Geschöpf Gottes. Katharina hatte bis jetzt den Mund gehalten, sie wollte die Beweggründe von Magdalena erst verstehen, bis sie etwas sagte, aber die Diskussion schaukelte sich immer weiter auf.
Sie musste etwas tun.
"Beruhigt euch doch bitte alle wieder. Wir wissen doch garnicht, wie ernst diese Sache ist. Klar, wir sollten vorsichtig sein, aber bis jetzt hat noch niemand einen gutes Argument für die Schuld des anderen hervorgebracht. Der eine will nicht sündigen, nicht gegen Gottes Gesetz vorgehen, deswegen ist er schuldig? Na gut, dann bin ich es aber auch!! Und der andere schützt mit aller Kraft, das einzig gute was er in seinem Leben hervorgebracht hat? Ja, das ist wirklich ein großes Mysterium! Würde nicht jede Mutter genauso reagieren? Stand Maria nicht bis zuletzt bei ihrem Sohn am Kreuz und vergoss bittere Tränen? Hätte man sie deswegen gleich mit dazu hängen sollen?
Wenn ihr schon gegen das Gebot Gottes verstoßen müsst, so tut es wenigstens nicht leichtfertig oder gar unüberlegt. Ich Bete für euch!!"
Sie hoffte, dass nun alle zuhören würden, denn das wichtigste Argument hatte sie jetzt vorzubringen. Da fiel ihr ein Mann mit einem schmutzigen Mantel auf, der das Geschehen interessiert verfolgte. Sein Blick machte ihr Angst. Dennoch fuhr sie fort.
" Wie hätte ein alter Mann, wie es Peter einer ist, ein so schweres Schwert denn tragen sollen. Er mag Holzfäller sein und deswegen an harte Körperliche Arbeit gewöhnt, aber woher soll ein armer Holzfäller denn bitteschön ein so edles Schwert herbekommen?? Und der kleine Aki kann doch so eine schwere Waffe nicht alleine tragen, geschweige denn in den Boden rammen. Ja er mag in der Vergangenheit gesündigt haben, doch er hat mir noch keinen Grund zu Misstrauen gegeben, im Gegenteil, durch seine große Liebe und Angst um seine Tochter, beweist er doch nur, wie gütig er ist.
Und zu guter Letzt bedenkt, wie die Lumianer damals so mächtig werden konnten: Sie haben die Gemeinden dazu gebracht, sich gegenseitig auszurotten, nur dadurch sind sie soweit gekommen. Ich bete, dass ihr nicht denselben Fehler begeht."
Sie hoffte, dass sie damit den wilden Beschuldigungen erstmal einhalt gebot. Wollten sie nicht noch eine Dorfversammlung abhalten. Das hatten die Bewohner scheinbar völlig vergessen.
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