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Puppet Vampire
Staind - Staind
- Genre: Alternative
- Produzent: Johnny K
- Release: 13.09.2011
- Gesamtlänge: 42:10
- Bewertung: 8/10
Review
Glatte 10 Jahre ist es her, dass Staind mit ihrem dritten Album „Break The Cycle“ (2001) und den dazugehörigen Singles „It’s been awhile“, „Outside“ und „For You“ zu Weltstars geworden sind. Die danach veröffentlichten Alben konnten diesen Status zwar in den USA weiterhin bestätigen, blieben beim Rest der Welt mit eher mittelmäßigem Interesse bedacht.
Das schlicht „Staind“ betitelte siebte Album soll der Band aus den USA auch außerhalb ihrer Heimat wieder mehr Geltung verschaffen und das mit derart rabiaten Mitteln, die man so lange nicht mehr von der Band gehört hat.
Bereits die Eröffnungsnummer „Eyes wide open“ lässt einen gespannt aufhorchen; in einer derart aggressiven und angepissten Grundstimmung – und gleichzeitig wieder mitreißend und einprägsam im Refrain – hat man die Band seit Jahren nicht mehr gehört. Die Riffs brettern wie wild und Aaron Lewis packt mal wieder sein Gebrüll aus, das man so zuletzt auf „Dysfunction“ (1999) erleben durfte.
Und die Richtung, die der erste Song vorgibt, wird bis zum letzten Song auch konsequent durchgezogen. Mal geht es mit etwas mehr melodischem Anteil zur Sache („Not Again“, „Throw It All Away“), mal werden auch Genrekollegen zitiert („Failing“, der ein wenig an Alice In Chains erinnert) oder einfach nur ohne Kompromisse abgerockt („Now“). Dabei vergisst die Band niemals ihre Stärken und die sind neben den harten Riffs auch einprägsame Melodien, authentisch transportierte Emotionen und die großen Refrains zum Mitsingen. Jeder der 10 Songs ist mit solch einer Melodie und solch einem Refrain gesegnet, die mal schneller, mal langsamer zünden; so bleibt „Eyes Wide Open“ direkt nach dem ersten Durchgang im Kopf hängen, während man sich in Stücke wie das düstere „Wannabe“ oder das drückende „Take A Breath“ reinhören muss. Das Tempo der neuen Songs bewegt sich dabei in einem recht übersichtlichen Bereich zwischen mittlerem Tempo und ein wenig schneller als mittleres Tempo. Das lässt die Stücke über kurz oder lang ein wenig gleichförmig erscheinen, lediglich „Something To Remind You“ kann als einzige des Albums Ballade hervorstechen. Dennoch kann sich das Album hören lassen, denn sowohl handwerklich wie produktionstechnisch wissen Staind ganz genau, was sie wollen. Gitarrist Mike Mushok überzeugt auf ganzer Linie mit seinem Spiel und den feinen Soli, die wohl dosiert über das Album verteilt sind und Bassist Johnny April liefert pumpende Rhythmen und Grooves zum Mitwippen, während Schlagzeuger Jon Wysocki bei seinem letzten Album für Staind wieder einen hervorragenden Job macht (Wysocki verließ die Band nach Abschluss der Aufnahmen – Anm. d. A.). Aber am Erstaunlichsten jedoch ist wieder einmal die Wandlungsfähigkeit der Stimme von Aaron Lewis. Während er auf dem letzten Album („Illusion Of Progress“, 2008 ) eher in den melancholischen Gefilden unterwegs war, bietet er auf „Staind“ sein vollständiges Gesangsspektrum auf. Von wütendem Geschrei über melodischen Gesang bis hin zu aggressiven Brüllen tobt sich der Sänger komplett aus und bindet seine Stimme wie so oft als eigenständiges Instrument ein.
Doch so sehr man sich darüber freuen kann, dass mit „Staind“ die rockigen Wurzeln der Band wieder offengelegt wurden, so sehr muss man sich auch der Tatsache stellen, dass die Songs allesamt recht austauschbar wirken. Als Anhänger der Band dürfte einen diese Tatsache wohl wenig interessieren.
Mit „Staind“ vollzieht die Band beinahe eine Wendung um 180° und demonstriert eindrucksvoll, dass sie es nicht verlernt haben, richtige Bretter unters Volk zu bringen. Den Erfolg ihres Megasellers von 2001 werden sie damit wohl kaum erreichen, doch „Staind“ sollte zumindest das Zeug dazu haben, die Band auch dem Rest der Welt wieder in Erinnerung zu rufen.
Tracklist
1. Eyes Wide Open (03:30)
2. Not Again (04:34)
3. Failing (05:26)
4. Wannabe (03:49)
5. Throw It All Away (04:24)
6. Take A Breath (03:56)
7. The Bottom (04:15)
8. Now (03:44)
9. Paper Wings (04:23)
10. Something To Remind You (04:07)
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