Wenn es etwas gab, das Schwester Magdalena besonders hasste, dann war es, beim Gebet unterbrochen zu werden. Besaß Aki, der Vater dieser Teufelsbrut, denn überhaupt kein Schamgefühl?!
Deshalb war Magdalenas Reaktion auch besonders unfreundlich ausgefallen, als der junge Mann um Hilfe bat. Sie riss Katharina zurück, die natürlich ohne zu Zögern zu ihm eilen wollte und zischte: "Besessener ohne Eheweib!"
Doch Akis Reaktion überraschte sie ein wenig, denn er bedachte sie nicht mit hasserfüllten Wörtern, wie sie es von einem Besessenen erwartet hätte, stattdessen sah er sie mit einem Blick an, der an ein verwundetes Tier erinnerte.
Wessen Reaktion sie dagegen keineswegs überraschte, war Schwester Katharinas. Sie befreite sich aus Magdalenas Griff und sagte mit dieser beruhigenden Stimme, die ihr zu eigen war: "Ganz ruhig. Gott ist mit euch! Was ist passiert? Wenn sie uns das erzählen, dann können wir am besten entscheiden, wer helfen kann. Die anderen werden Gottes Hilfe im Gebet suchen und finden. Brauchen sie einen Arzt, oder brennt es irgendwo? Was ist geschehen?" Dieses Mädchen war schlichtweg zu gut für diese Welt...
Gespannt warteten alle auf Akis Antwort. Doch der schien anscheinend seine Zunge verschluckt zu haben. Doch Katharina zuliebe wollte Magdalena ihn anhören, vorausgesetzt er bekam mal den Mund auf. So bedachte sie ihn mit einem Blick, den selbst den tapfersten Krieger in die Flucht geschlagen und sagte zu ihm: "Bedenke, du befindest dich hier in einem Haus Gottes! Was ist der Grund, dass du unser Gebet unterbrichst? Ich hoffe, es ist dringlich!" Sie ließ mit Absicht das respektvolle "Ihr" fallen. "Nun sprich!"