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Thema: Das Dorf Gottes Tag 0

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Sara erschrak ein wenig als sie eine Frauenstimme hörte. Sie war zu vertieft in ihre Lektüre gewesen. „Einen schönen guten Morgen“ sagte sie, nachdem sie sich gesammelt hatte, „Ich kann ihre Bibel sofort neu binden. Ist ja noch nicht so viel los hier.“
    Sara nahm die Bibel entgegen und ging hinter die Theke, wo ihre Werkzeuge aufbewahrt wurden. Sie suchte ein wenig und kurze Zeit später hatte sie alles vor sich ausgebreitet, was sie zum Buchbinden brauchte. Sie machte sich sogleich ans Werk.
    „Ich habe sie noch nie hier gesehen. Sind Sie vielleicht eine der Nonnen, die im Gasthaus untergekommen sind? Gedenken Sie etwas länger zu bleiben?“

  2. #2
    Werner aß die Äpfel, welche Sina mit nach Hause brachte.
    "Danke, Sina. Kannst du für mich zu Aki gehen und ihn
    etwas von meinen Tomaten geben? Er wird sich sicherlich
    freuen." sagte Werner.
    "Ok. Ich sehe unterwegs noch bei Christian vorbei.
    Dir macht es doch nichts aus, wenn ich ihn etwas
    von den Tomaten gebe?" fragte Sina.
    "Natürlich nicht. Gebe ihn ruhig 1-2 Tomaten.
    Ich werde mich dann wieder meinen
    Tomaten widmen." antwortete Werner.
    Lucky beginnt zu bellen.
    "Achja. Bring auf dem Rückweg noch ein
    Eimer Wasser vorbei. Lucky hat nichts
    mehr zu trinken." sagte Werner.
    "Alles klar. Bis später." sagte Sina.
    Lucky ist glücklich.

  3. #3
    "Ja, ich bin eine der Nonnen. Mein Name ist Katharina und der meiner Weggefährtin Magdalena. Wir sind nur auf der Durchreise, auf dem Weg zu einem Kloster. Ich denke, dass wir morgen schon wieder aufbrechen werden. Darf ich fragen, wie ihr Name lautet?" nach einer kurzen Pause fügte sie hinzu " und wenn es Ihnen nichts ausmacht mir das zu erzählen, wie es dazu gekommen ist, dass sie in einem Buchladen arbeiten und, lesen können??" Sie hoffte, dass die gestellte Frage die junge Frau nicht verärgern würde, oder zu intim war. Es war nur so, dass Katharina auf ihrer Reise wenig Kontakt zu anderen Menschen außer Magdalena und gelegentlich einem Gastwirt hatte. Sie sehnte sich nach einem anderen Gesprächspartner und hoffte die Frau würde sich ein wenig mit ihr unterhalten und etwas über das schöne Dorf erzählen. Zumindest solange sie die Bibel band, denn anschließend musste sich Katharina beeilen, Magdalena zu suchen, es war schon spät geworden, nicht dass die andere Nonne sich sorgte. Ein Blick auf die Theke zeigte Katharina, dass die Frau etwas von ihrem Handwerk verstand. Sie arbeitete sehr flink und ihre Hände schienen genau zu wissen, was zu tun war. Katharina war beeindruckt.

  4. #4
    "Vielen Dank für deine Hilfe, Aki. Ohne deine Hilfe würde ich wahrscheinlich schon bald pleite sein. Wenn du willst, kannst du... *hust*... du *hust hust*..." Christian spürte einen leichten Schmerz in seiner Magengegend, die ihn langsam aber sicher immer schwächer machte. "Tut mir leid, irgendwie fühle ich mich nicht so gut. Ich laufe mal ein wenig durch das Dorf, bis es mir besser geht. Kommst du solange allein zurecht, Aki?" Noch während er das sagte, lief er los. Doch leider kam er nicht sehr weit, da er umkippte und bewusstlos auf der Straße lag.

  5. #5
    "Mein Name ist Sara Carstens. Ich bin vor ein paar Jahren mit meinen Mann ins Dorf gezogen. Er wollte unbedingt auch ländlichen Bewohnern das Lesen ermöglichen. Mir hat er es auch beigebracht und es ist mir eine angenehme Beschäftigung geworden. Ich habe meinem Mann in dem Geschäft oft geholfen und viel von ihm gelernt." Währenddessen war Sara mit dem Buchbinden fast schon fertig.
    "Doch kurz nachdem wir in das Dorf gezogen sind, erkrankte mein Mann schwer und starb danach. Ich habe mich daraufhin entschlossen das Geschäft an seiner statt zu leiten. So das Buch ist fertig!" Sie reichte das Buch der Schwester.
    "Schade dass sie morgen schon wieder abreisen. Die Dorfbewohner sind alle recht herzlich und würden sich freuen, sie länger bei sich zu haben. Ich natürlich auch."

  6. #6
    Sina befand sich gerade in Richtung Stand, als sie sah, dass nur Aki überfordert dort rumlungerte. Für sie war es merkwürdig, dass Christian nicht wie gewohnt da war. Und die Mittagszeit war auch schon vorüber. Sie lief daran vorbei, um stattdessen beim Bäcker nachzuschauen. Ob er es einmal verspätet geholt hat? Dann sah sie plötzlich eine Person auf dem Boden liegen. Doch diese Person entpuppte sich schnell als Christian vor ihren Augen und sie rannte zu ihm und ließ alles stehen und liegen. "Christian! Wach auf!" rief Sina nach ihm, doch Christian zeigt keinerlei Reaktion. Sie war überfordert und rannte stattdessen schnell zum nach Hause. Werner kam gerade aus dem Garten. Sie lief schnurstracks zu ihm zu und bat ihm um Hilfe: "Werner! Christian liegt neben seinem Stand auf dem Boden!" "Wie? Ach herrje, warte. Bring du schon einmal die Waren zu Aki, ich sehe schnell nach ihm. Er liegt auf dem Weg zur Bäckerei? Alles klar." Er versuchte sie mit gefassten Worten zu beruhigen. "Lucky, komm", sagte er zu seinem Hund. Sina ging zum Stand und brachte Aki die Waren. Sie berichtete ihm auch von dem Vorfall. Werner machte sich mit Lucky zu Christian auf und fand ihn dann auch. Er legte die Tomaten und das Wasser, was er dabei hätte, auf dem Boden ab und ging zu ihm. "Christian, Christian! Wach auf!", rief Werner nach ihm und schüttete etwas Wasser auf Christian. "Mann, so kann er nicht liegenbleiben. Der arme Junge muss sofort ins Bett. Dann sehen wir weiter." Dem Hund übergab er den Sack mit Tomaten, welchen er gehorsam an der Schnauze trug. Dann nahm er Christian in seine Arme und trug ihn eine ganze Weile bis zu seinem Haus. "Solche arme Verhältnisse? Der Ärmste." Er ging ins Haus, wo er niemanden antraf. Wahrscheinlich war Mika schon auf dem Weg zu Sina. Er legte ihn ins Bett und hoffte nur auf ein baldiges Erwachen.

    Geändert von Zirconia (21.09.2011 um 20:12 Uhr)

  7. #7
    Aki hatte mittlerweile alles in Griff. Christian half ihm, die richtigen Worte zu finden. Jedoch schämt er sich dafür, es nicht alleine hingekriegt zu haben. Bedrückt saß er da und gab sein Bestes. Wenige Momente vor der Dämmerung zählte er das Geld zusammen. (Ich hoffe das reicht Christian... ich denke, ich sollte mir zwischenzeitlich eine andere Teilarbeit suchen. Immerhin kann er mich ja nicht mehrere Tage hintereinander bezahlen.) Sina kam in diesem Moment angelaufen. "Aki!", schrie sie, "gut, dass du da bist!" "Oh, bringst du mir die Toma-" Sie warf den Sack (wenn auch vorsichtig) zur Rechten des Standes hinunter und unterbrach ihn beim Sprechen: "Ja, ja. Hör zu! Christian ist bewusstlos geworden und wacht nicht mehr auf!" "Was?! Okay, warte. Wer ist gerade bei ihm?" "Ähm... Werner, denke ich..." "Gott sei Dank. Er ist gerade zuhause, oder? Gut. Bitte sag ihm, dass ich heute Nacht so schnell wie möglich nach Hause komme, möglichst mit ärtzlicher Unterstützung!" "O-okay, mache ich", antwortete sie entschlossen und rannte wieder zurück. (Meine Güte... ich scheine echt nur Unglück zu bringen...), dachte er sich und ging ins Dorf. Irgendwann traf er auch auf Mika, die an ihm vorbeilief. "Ah, Papa. Du bist ja hier! Weißt du, wo Sina ist?" "Ja, bei Christian", antwortete er und nahm sie an die Hand. Im Gehen fügte er hinzu: "Wir müssen jetzt zur Kirche und Hilfe für ihn suchen. Ihm geht's nicht gut." "Ooh, wird er sterben??" Er schaute sie mit ernster Miene an: "Natürlich nicht! Wie kannst du nur an sowas überhaupt denken?" Sie bewegten sich immer schneller. Er öffnete die breite Toren der Kirche, welche ein dumpfendes Geräusch hinterließen. Der Echo richtete die Aufmerksamkeit auf Aki.
    "Ich brauche dringend Hilfe, kann jemand bitte mit mir mitkommen? Jemand ist bewusstlos geworden!", sagte er keuchend durch die Halle. Durch den Hall verstand man auch so jedes Wort. Aber niemand antwortete. Die Nonnen fingen an, vor seinen Augen, ihn anzublickend, miteinander zu tuscheln. Dorothea, Stygia, Anna und vor allem Magdalena schauten ihn komisch an. (Ob es um Christian geht? Er hat heute ja nicht reagiert, als ich ihn heute etwas gefragt habe), dachte sich Anna. Magdalena trat sofort hervor und schimpfte ihn aus: "Besessener ohne Eheweib!" Aki bekam Angst. Verstand niemand, dass er wirklich Hilfe brauchte?

  8. #8
    Sara übergab Katharina das fertige Buch. "Vielen Dank Sara. Nicht nur für das Buch, sondern auch für die netten Worte! Aber wir müssen weiterziehen, wenn wir das Kloster noch vor dem nächsten Winter erreichen wollen, und das wollen wir wirklich! Hier bitteschön."Katharina gab Sara ein paar Goldstücke, um sie für die Arbeit und die Materialien zu entlohnen. Das Buch sah fast aus wie neu. Als sie aus der Tür trat erblickte sie auch schon Magdalena, die sie offenbar schon gesucht hatte. Magdalena sah es nicht gerne, wenn Katharina Freundschaften mit Dorfbewohnern schloss, denn immer wenn sie weiterzogen, würden sie sie nur vermissen. Sie wusste, dass Magdalena es nur gut mit ihr meinte, deshalb, und weil sie sich mittlerweile nicht mehr so sicher war, ob sie ihre Gefährtin nicht doch besser geweckt hätte, sah sie schuldbewusst zu Boden. Sie gingen schweigend zurück zum Gasthaus, Frühstückten, packten ihre Sachen und machten sich am späten Nachmittag auf dem Weg zu der kleinen Kirche um dort bis zum Abend zu beten.
    Nach und nach kamen auch andere Dorfbewohner und schlossen sich still dem Gebet an. Wann hier die Messe anfing wusste Katharina nicht. An diesem Abend sollte keine mehr stattfinden.
    "Ich brauche dringend Hilfe! Kann jemand mit mir kommen? Jemand ist bewusstlos geworden!" so platzte ein junger Mann mit blauen Haaren in die Kirche.
    Katharina wollte schon aufstehen und dem Mann zur Hilfe eilen, als Magdalena sie am Arm packte und rief:"Bessesener ohne Eheweib"
    Diese Reaktion verunsicherte Katharina immenz. Hilfe leisten wo man nur konnte, das musste doch Gottes Wille sein! und selbst wenn es stimmen sollte, was man im Dorf über diesen Mann erzählte, so wollte er doch helfen, machte ihn das nicht wieder zu einem guten Menschen? Er sah ziemlich Ängstlich und mitgenommen aus. Katharina schüttelte den Arm der Nonne ab,
    " Ganz ruhig. Gott ist mit euch! Was ist passiert? Wenn sie uns das erzählen, dann können wir am besten entscheiden, wer helfen kann. Die anderen werden Gottes Hilfe im Gebet suchen und finden. Brauchen sie einen Arzt, oder brennt es irgendwo? Was ist geschehen?"
    Nun war es Magdalena, die verwirrt zu ihr aufsah, wahrscheinlich hätte sie diese Reaktion von ihrem kleinen Mädchen, wie sie immer sagte, nicht erwartet.
    In der Kirche herrschte angespannte Stille. Aki schien erleichtert, dass ihn endlich jemand ernst nahm, gleichzeitig war er so aufgewühlt, dass er nicht die richtigen Worte zu finden schien, alle Anwesenden warteten auf seine Antwort, es war immerhin ihr eigenes Dorf, dass hier vielleicht in Gefahr schwebte, oder zumindest einer aus ihrer Mitte.

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