Sara übergab Katharina das fertige Buch. "Vielen Dank Sara. Nicht nur für das Buch, sondern auch für die netten Worte! Aber wir müssen weiterziehen, wenn wir das Kloster noch vor dem nächsten Winter erreichen wollen, und das wollen wir wirklich! Hier bitteschön."Katharina gab Sara ein paar Goldstücke, um sie für die Arbeit und die Materialien zu entlohnen. Das Buch sah fast aus wie neu. Als sie aus der Tür trat erblickte sie auch schon Magdalena, die sie offenbar schon gesucht hatte. Magdalena sah es nicht gerne, wenn Katharina Freundschaften mit Dorfbewohnern schloss, denn immer wenn sie weiterzogen, würden sie sie nur vermissen. Sie wusste, dass Magdalena es nur gut mit ihr meinte, deshalb, und weil sie sich mittlerweile nicht mehr so sicher war, ob sie ihre Gefährtin nicht doch besser geweckt hätte, sah sie schuldbewusst zu Boden. Sie gingen schweigend zurück zum Gasthaus, Frühstückten, packten ihre Sachen und machten sich am späten Nachmittag auf dem Weg zu der kleinen Kirche um dort bis zum Abend zu beten.
Nach und nach kamen auch andere Dorfbewohner und schlossen sich still dem Gebet an. Wann hier die Messe anfing wusste Katharina nicht. An diesem Abend sollte keine mehr stattfinden.
"Ich brauche dringend Hilfe! Kann jemand mit mir kommen? Jemand ist bewusstlos geworden!" so platzte ein junger Mann mit blauen Haaren in die Kirche.
Katharina wollte schon aufstehen und dem Mann zur Hilfe eilen, als Magdalena sie am Arm packte und rief:"Bessesener ohne Eheweib"
Diese Reaktion verunsicherte Katharina immenz. Hilfe leisten wo man nur konnte, das musste doch Gottes Wille sein! und selbst wenn es stimmen sollte, was man im Dorf über diesen Mann erzählte, so wollte er doch helfen, machte ihn das nicht wieder zu einem guten Menschen? Er sah ziemlich Ängstlich und mitgenommen aus. Katharina schüttelte den Arm der Nonne ab,
" Ganz ruhig. Gott ist mit euch! Was ist passiert? Wenn sie uns das erzählen, dann können wir am besten entscheiden, wer helfen kann. Die anderen werden Gottes Hilfe im Gebet suchen und finden. Brauchen sie einen Arzt, oder brennt es irgendwo? Was ist geschehen?"
Nun war es Magdalena, die verwirrt zu ihr aufsah, wahrscheinlich hätte sie diese Reaktion von ihrem kleinen Mädchen, wie sie immer sagte, nicht erwartet.
In der Kirche herrschte angespannte Stille. Aki schien erleichtert, dass ihn endlich jemand ernst nahm, gleichzeitig war er so aufgewühlt, dass er nicht die richtigen Worte zu finden schien, alle Anwesenden warteten auf seine Antwort, es war immerhin ihr eigenes Dorf, dass hier vielleicht in Gefahr schwebte, oder zumindest einer aus ihrer Mitte.