Charaktere:
Es scheint mir, als hätte es endlich mal ein JRPG geschafft mir eine vollständig interresante Gruppe zu geben. Tiz ist weder zu ernst noch zu bescheuert. Er ist eher ausgewogen. Agnès ist eine gläubige Priesterin, welche anfangs noch gewissen Leitsätzen vertraut, aber nach und nach mit der Wahrheit konfrontiert wird. Ringabel, der Lustmolch, hat einen gewissen Charme, auch wenn seine Frisur komisch ist. Er ist intelligent, aber doch redet er zu viel von den falschen Dingen. Und zum Schluss Edea. Eine junge Frau mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn, welche klare Ansichten über richtig und falsch vertritt, aber feststellen muss, dass auch Graustufen existieren.
Auch die Nebencharaktere gefallen mir sehr. Vorallem Victor und Victoria, welche eine tragische Geschichte miteinander haben und zugegeben habe ich Mitleid mit ihnen bekommen, nachdem ich sie besiegt hatte. Aber auch Alternis, Braev, DeRosso und Yulana waren ziemlich interessante Charaktere. Allgemeine waren die Charaktere, die ich nicht mag auch diejenigen, welche man hassen sollte. TickTack-Opa, Profiteur, Qada und Fiore de Rosa, wenn man es genau nimmt.
Aber der Charakter, der mich am meisten überrschaft ist eben diejenige, welche im Titel angesprochen wird. Die Fee Airy. Spielt bis Kapitel 6 oder mal das Spiel durch und ihr versteht, wenn ich euch dann mal den Titel ansieht.
Lediglich die Dialoge, welche nicht darauf hindeuten, dass die Gruppe bereits selbiges erlebt haben, sind etwas nervig. Wobei ich darüber hinwegsehen kann.
Gameplay:
Ich bin froh, dass Square Enix ein Kampfsystem verwendet, welches wie das der ersten drei Final Fantasy Spiele oder wie bei Dragon Quest auf Menü basiert. Keine Hektik, genug Planung und völlige Kontrolle. Dazu kommt, dass das Job-System, welches aus Final Fantasy 3, 5 und Dimensions bekannt ist, hier wieder Einzug erhält und zwar den bis jetzt besten. Man kann wie gehabt einen Job wählen, aber die Trennung zwischen passiven und Aktiven Fähigkeiten ist ein ziemlicher Fortschritt. Mich hat immer gestört, dass man zwischen beiden aussuchen musste, sofern es möglich war.
Eine interessante Neuerung ist es, dass man Aktionen verschicken und erhalten kann. Es kann vorallem im frühen Spiel Bosse sofort erledigen, aber gerade gegen Ende des Spiels kann dieses Feature durchaus nützlich werden. Vorallem gegen Qada und Praline.
Das Bravely Second ist von sich aus recht interessant, weil es eine autonome Aktion ermöglicht. Zwar hat es diesen leichten Hauch von "Pay to Win" an sich, aber ich bin geduldig und brauche keine Tränke. Und als Schadensmaximum fast eine Millionen zu haben ist recht angenehm.
Das beste aber ist, dass man Random Encounter völlig ausschalten kann. Mein Lieblinsfeature.
Musik:
Vielleicht keineswegs überraschend, aber die Musik des Spiels ist ziemlich gut. Kämpfe werden mit schneller, energetischer Musik untermalt, Städte und Dungeons mit atmosphärischer. Da es kein Final Fantasy ist, werden zudem auch ganz andere Stücke genutzt, was das Spieleerlebnis durchaus verbessert.
Design:
Von den Orten bis zu den Gegnern sind die Designs erstklassig. Imposante Tempelhallen für die Kristalle, sehr interessante Städte wie zum Beispiel Ancheim, gute Kleidung für die Berufe und sogar besondere Kleider für einzelne Charaktere, der Titel selbst, welcher quasi meint "to bravely default", welches zwei Bedeutungen hat. Einmal eine Verpflichtung nicht erfüllen und zum anderen zu den Ursprüngen zurückzukehren. Beides macht Sinn. Ersteres, weil man der Gruppe ständig rät nicht andere für sich entscheiden zu lassen (also eine Verpflichtung nicht erfüllen) und zweites, weil die Kristalladventisten eine bessere Religion waren als die Kristallorthodxoie, was man von Fürst DeRosso ziemlich gut erklärt bekommt.
Der Ranger ist auch irgendwie nett, wenn man Tiz oder Ringabel nimmt. Der Schweif-Köcher ist durchaus eine interessante Design-Idee. Nur die Frisur des Kostüms ist etwas überstilt. Aber allgemein, es passt zu einem Jägerberuf, wenn man mich fragt. Bestes Job-Design geht natürlich an den Vampir.