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Held
Anime und Drama sind größtenteils einfach inkompatibel. Die meisten Serien überdramatisieren viel zu sehr. Und genau das habe ich bei Kimi Nozo eben noch in Erinnerung. Angel Beats ist da auch so ein sehr gutes Beispiel. Es gibt nur wenige Ausnahmen, die tatsächlich nicht die "Das hier ist traurig, also HEUL GEFÄLLIGST!"-schreier Anime sind. Wenn etwas traurig ist oder nicht, dass sollte doch der Zuschauer entscheiden. Ist ja schön und gut, wenn sich die Autoren nicht sicher sind, aber dann schreit man es doch trotzdem nicht einfach raus. Es funktioniert zwar bei vielen, aber.. es ist imo einfach mies. Hat was von so "tragischen" Berichterstattung von Einzelschicksalen in Medien die so beliebt sind, dass sie aktuell wichtige Sachen komplett vertreiben.
Man muss bei Anime natürlich auch noch bedenken, dass jede Folge eine exakte Länge haben muss. In der Regel ist die immer auf die Sekunde gleich. Und man kann nicht einfach irgendwo aufhören. Das heißt, man muss sich da irgendwie entscheiden, was man streckt bzw etwas verkürzt. Und gerade adaptiertes Drama ist da ein Problem. Wenn ich auf einer Manga-Seite einen Char weinen habe, wo kaum Text ist, kann ich da als Leser in 10Sekunden durch sein. Der Anime kann die selbe Szene auch mal gerne auf eine Minute ziehen. Kombiniert man das mit typischen japanischem over-acting, dann ist das einfach.. schlecht. Und mitunter auch nicht so gemeint, vom Original. Selbst wenn etwas nicht adaptiert ist, so wird ja nun einmal eine "Geschichte" geschrieben und die irgendwie... naja.. animiert/adaptiert. Nur, dass es keine schon veröffentlichte Vorlage gibt. Das können die wenigsten. Viele Anime scheitern doch recht stark an Drama, und manchmal haben Serien, denen man das gar nicht zutraut, tatsächlich etwas besseres Drama.
Ich sag da gerne "Ich weiß, wie weinen aussieht, das muss man mir nicht so lange zeigen. Und nein, die Geschichte wird nicht durch das Geheule traurig, sondern durch das, was passiert ist und weshalb nun geheult wird". Aber es ist einfach weitaus "sicherer" und "einfacher" durch lange und starke Darstellung von Emotionen ebenso Emotionen zu verursachen. Da ist das, was dahinter steckt, oft egal. Wenn man das ganze kürzer zeigt um dem Zuschauer mehr die Information zu geben, dann reicht das auch. Vorausgesetzt, man fühlt sich bereits durch das Geschehene angesprochen. Bei mir zieht diese "Holzhammer" Methode einfach nicht, wo dann nur stark und lange geheult wird, um das Drama auch traurig zu machen. Ich mag es eher, wenn Chars sympathisch gemacht werden und das Drama, was passiert, mich dann auch berührt.
Im übrigen nutze ich "Geheule" nur als Beispiel. Das kann in vielen verschiedenen Wegen gemacht werden. Und das funktioniert, wie schon erwähnt, bei viel zu vielen viel zu gut. Denn anders kann ich mir nicht erklären, wie jemand das Angel Beats Drama gut finden kann. Die erzählen da ihre kurzen tragischen Geschichten, wenn man die Leute nicht einmal wirklich kennt. Mitgefühl ist eine Sache, aber der Protagonist agiert da teilweise, als wäre gerade seine ganze Familie ermordet worden...
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