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Thema: Amy Winehouse ist tot

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  1. #1
    Zitat Zitat von Princess Aiu Beitrag anzeigen
    Amy Winehouse war krank und man hat es nicht geschafft ihr zu helfen. Das ist schrecklich.
    Wer jetzt behauptet sie sei selber schuld, der vergisst, dass das Umfeld viel ausmacht. Sie hatte Pech in ein solches, von Drogen geplagtes, Umfeld reinzugeraten. Den Medienrummel nicht zu vergessen. Und nicht jeder ist stark genug, sich davon zu distanzieren und sich selbst da wieder rauszuholen. Es ist traurig, dass die vielen Menschen, die sie um sich hatte ihr nicht helfen konnten. Noch nicht einmal ihre Familie.
    Menschen, dir hier schreiben, sie war hässlich oder ihre Musik war mir egal, zeigen nur, dass sie Egoisten sind. Ein Mensch ist tot, egal wer oder wie er war, egal wie er gestorben ist, es ist traurig. Man muss nicht in Tränen zusammen brechen, aber wenn man dazu nicht viel zu sagen hat, dann sollte man es insgesamt lassen.

    2007 habe ich das erste Mal von Amy Winehouse gehört, ich habe mir ihre Musik angehört und war sehr beeindruckt von ihrem Talent. Ich war schockiert über ihren Tod, denn ich habe ihr wie jedem anderen Menschen auch, ein langes und erfülltes Leben gewünscht. Für mich bleibt sie immer eine hübsche junge und sehr begabte Frau, die leider auf die falsche Bahn geraten ist.
    Amy Winehouse ist geboren worden um ein Star zu sein, nun ist sie früh gestorben und wird damit zu einer Legende.
    Grossartig! Deinen Beitrag finde ich wirklich berührend und unglaublich realistisch beurteilt! Nur weil jemand Drogen nimmt heißt es nicht, dass er es auch gleichzeitig gut findet! Wenn man erstmal in dieses Sumpf gerät, dann ist es schwer sich dort wieder rauszuholen, und wenn man dann auch noch von der Familie "im Stich" gelassen wird...Wie soll man dann da von selbst wieder hinauskommen? Ihr Vater hat ja versucht ihr zu helfen, doch an den wichtigen Punkten hat er einfach die Augen geschlossen oder war selbst zu hilflos.
    Ich war wirklich kein großer Fan von ihr, aber ich finde es schrecklich, wenn Menschen dann noch in solchen Situationen die Kerbe tiefer schlagen müssen, als sie schon ist.

    Nur um sich selbst über andere zu stellen? Das ist nicht richtig!

  2. #2
    Zitat Zitat von Xube Beitrag anzeigen
    Nur weil jemand Drogen nimmt heißt es nicht, dass er es auch gleichzeitig gut findet! Wenn man erstmal in dieses Sumpf gerät, dann ist es schwer sich dort wieder rauszuholen, und wenn man dann auch noch von der Familie "im Stich" gelassen wird...Wie soll man dann da von selbst wieder hinauskommen?
    Das ist schon undifferenziert.

    Natürlich würde kein Junkie seine Sucht verherrlichen, aber gleichzeitig stellen Abhängige den Drogenkonsum über alles. Die Droge ist die Form der Erfüllung und des Glücklichseins. Dass es nur ein Trugbild ist, sieht man nicht. Das kann man aber nur nachvollziehen, falls man selbst mal eine Abhängigkeit hatte. Klar finden Abhängige das nicht gut, aber es ist ihnen gelinde gesagt scheiß egal und das hat man an Amy Winehouse ja auch gesehen. Warum sonst die zich Rückfälle? Warum sonst besoffen auf der Bühne vor Fans? Klar wusste sie, dass das scheiße ist, aber die Droge war wichtiger. Das ist ja das Traurige an einer Abhängigkeit.

    Man kann aus sowas durchaus wieder herauskommen. Wenn es an den richtigen Leuten fehlt (hier der Fall), dann bedarf es umso mehr unglaubliche Selbstdisziplin, Selbsterkenntnis und vor allem: Willen. Obwohl man natürlich (zu Recht) sagen kann ,,Selbst schuld, wenn sie das nicht schafft.'', muss man auch beachten, das kaum ein Mensch so einen Willen aufbringen kann. Von einem rein menschlichen Standpunkt aus würde ich ihr daher ihre Sucht niemals vorwerfen, aber eine Chance da rauszukommen hätte sie gehabt, mag sie auch noch so klein gewesen sein.

    Geändert von thickstone (25.07.2011 um 11:20 Uhr)

  3. #3
    Irgendwie wird hier aber auch enormst auf der psychischen Abhängigkeit rumgeritten. Man sollte echt nicht vergessen, was für eine Rolle körperliche Abhängigkeit spielt. Drogen werden nicht nur genommen "weil dann alles toll ist", sondern einfach, weil der Körper Signale ausgibt, dass es ohne nicht mehr geht. Sucht ist nicht gleich Sucht, deshalb wär ich mit der ganzen Diskussion enormst vorsichtig.

    Was die Amy Winehouse-Diskussion angeht: Ich kannte sie nicht persönlich, ich bin nicht mit ihr aufgewachsen, ich kenn ihr Umfeld nicht. Von daher wüsste ich nicht, wie man sich so überhaupt ein Bild von ihrer Sucht machen kann. Vielleicht war sie in den falschen Kreisen, vielleicht war sie einfach anfällig, vielleicht war sie schlichtweg dämlich. Da spielen viel zu viele Faktoren mit rein, die kein Außenstehender kennen kann. Also: D'uh.

  4. #4
    Zitat Zitat von Wonderwanda Beitrag anzeigen
    sondern einfach, weil der Körper Signale ausgibt, dass es ohne nicht mehr geht. Sucht ist nicht gleich Sucht, deshalb wär ich mit der ganzen Diskussion enormst vorsichtig.
    Aber ist es nicht so: Man nimmt die Signale wahr und kann diese nur mit der Droge befriedigen. Das verschafft dann ja auch Erleichterung (,,Alles ist (wieder) ganz toll''), ergo greift die physische Abhängigkeit ja in die psychische über. Ich bin auch kein Experte in Punkto Süchte, das sind jetzt mehr oder weniger meine eigenen Erfahrungen, bzw. das was ich dazu denke.

    Zitat Zitat von Princess Aiu
    Ich schreibe nicht umsonst noch nach dem Satz mit dem Umfeld.
    Ok, habe ich echt überlesen.

    Ja, dann sind wir letztendlich ja doch einer Meinung. Ich schreibe auch oben, dass ich es in so einer Situation schon für menschlich und ,,vertretbar'' halte, nicht mit so einer Abhängigkeit fertig zu werden. Insofern...ok ^^

  5. #5
    Zitat Zitat von thickstone Beitrag anzeigen
    Aber ist es nicht so: Man nimmt die Signale wahr und kann diese nur mit der Droge befriedigen. Das verschafft dann ja auch Erleichterung (,,Alles ist (wieder) ganz toll''), ergo greift die physische Abhängigkeit ja in die psychische über. Ich bin auch kein Experte in Punkto Süchte, das sind jetzt mehr oder weniger meine eigenen Erfahrungen, bzw. das was ich dazu denke.
    Nur kurz zu "Man nimmt die Signale wahr":
    Ja, aber nicht bewusst, gerade in der Anfangsphase. Ein Alkoholiker (um eine weit verbreitete Droge zu nehmen) im Anfangsstadium kann zb die "Signale" mit dem einfachen Wunsch, sein Lieblingsalkoholhaltiges Getränk zu trinken verwechseln. Das er das inzwischen jeden Tag macht fällt ihm nicht unbedingt auf, oder er rationalisiert es (eben dadurch, das es zb immer sein "Lieblings Getränk" ist, und er das einfach so gerne mag, aber auch durch andere unbewusste Methoden). Die Psyche und der Körper lassen es gar nicht erst zu, das Entzugssymptome bewusst wahrgenommen werden. Wenn er das erstemal wirkliche Entzugserscheinungen hat (zb weil er so abgelenkt war, das er nicht ans trinken gedacht hat oder weil jemand der ihm wichtig ist ihn gebeten hat, eine Zeitlang nichts zu trinken) kann die Abhängigkeit schon ziemlich weit fortgeschritten sein, psychisch und/oder physisch. Das ist, wie man so schön sagt, ein schleichender Prozess, den derjenige nicht unbedingt beobachten kann. Er ist sozusagen zu nah dran, um die Übersicht zu bewahren. Und bei einigen Drogen geht dieser Prozess halt extrem schnell.

    Das gilt natürlich nicht für alle Menschen und nicht für alle Drogen, ist es aber wert, erwähnt zu werden.

    Ansonsten dito mit Wonderwanda. Wie bereits gesagt, kannte sie nicht persönlich, habe keine Ahnung, was in ihr und um sie herum abgegangen ist.

    edit:
    Noch ne Kleinigkeit. Wenn sie tatsächlich klinisch Depressiv war (wie ich meine, irgendwo gelesen zu haben), dann ist das natürlich auch nochmal ein absolut nicht zu unterschätzender Faktor. Da kann ich auch aus direkter Erfahrung sprechen. Die Zurechnungsfähigkeit ist bei so einer Erkrankung stark beeinträchtigt.

    edit²:
    Zitat Zitat von whiz
    Schon mal versucht, einen Kettenraucher das Rauchen abzugewöhnen?
    Schonmal Kettenraucher gewesen, und versucht dir das Rauchen abzugewöhnen? Viel Spaß.

    Geändert von toho (25.07.2011 um 17:58 Uhr)

  6. #6
    Zitat Zitat von toho Beitrag anzeigen
    edit:
    Noch ne Kleinigkeit. Wenn sie tatsächlich klinisch Depressiv war (wie ich meine, irgendwo gelesen zu haben), dann ist das natürlich auch nochmal ein absolut nicht zu unterschätzender Faktor. Da kann ich auch aus direkter Erfahrung sprechen. Die Zurechnungsfähigkeit ist bei so einer Erkrankung stark beeinträchtigt.
    Sie litt zudem wohl auch an einer Essstörung. Kontrollsucht gegen Kontrollverlust über das eigene Leben. In einigen Medien hat man vermutet, dass sie wohl den Kampf gegen den eigenen Körper verloren hat.

    Geändert von Mordechaj (25.07.2011 um 21:09 Uhr)

  7. #7
    @thickstone

    Ich schreibe nicht umsonst noch nach dem Satz mit dem Umfeld.
    Zitat Zitat von Princess Aiu
    Und nicht jeder ist stark genug, sich davon zu distanzieren und sich selbst da wieder rauszuholen
    Selbsverständlich hätte sie eine Chance gehabt sich da wieder rauszuholen, nur ist jeder Charakter anders. Es gibt sehr viele Menschen, denen es letztendlich gelungen ist von den Drogen wegzukommen und ihr Leben in den Griff zu bekommen. Dagegen gibt es aber auch sehr viele, denen das nicht gelungen ist und die daran zerbrochen sind. Letztendlich ist es für niemanden leicht, der so abhängig ist. Da muss man schon sehr gute Hilfe in Anspruch nehmen und sehr viel Selbstdisziplin aufbringen. Amy Winehouse hat sicher erkannt, dass sie Hilfe braucht, nur hat bei ihr ein kleiner Entzug nicht gereicht. Das braucht viele Jahre weit weg von allem und nicht immer wieder dazwischen auf der Bühne stehen. Sie selbst war oft sehr unzufrieden mit ihren Auftritten, also mit denen, die eigentlich gut waren. Eine mit sich kritische Person, die anscheinend mit vielen Dingen nicht im Reinen war. Alles ist immer leichter gesagt als getan.

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