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Fossil
Erynn traute ihren Augen kaum. Wie lange hatten sie jetzt versucht, die verfluchte Echse zu finden, waren wenig mehr als ein paar dünnen Hinweisen nachgejagt und hatten mehr geraten als geahnt, wohin Gumora geflohen sein könnte – und da stand er, Ziel all ihres Zorns und ihrer Rache, als wäre er schlicht aus dem Boden gewachsen.
Dummerweise war es der Argonier, der Schrecken und Verblüffung als erster überwand. In dem Moment, als die Hand der Dunkelelfin zu ihrem Schwert fuhr, sprang er elegant von Bord des Nord-Frachtschiffes und war daraufhin nur noch als undeutliche, flinke Silhouette auszumachen, die sich unter der Wasseroberfläche schnell in Richtung Tel Mora entfernte. Ihn in seinem Element fangen zu wollen, war utopisch, gestand sich Erynn gleich darauf enttäuscht ein, als auch die Zauber, von Arranges mit Wucht und Zorn geworfen, weit fehlgingen.
Frustriert und mit mehr Nachdruck als nötig schob sie die Klinge zurück und trat nach einem Kiesel, der mit dumpfem Platschen im Wasser der Inneren See landete. „Verdammt!“ Die Beute zum Greifen nahe, und ich lasse ihn entkommen wie ein dummer Anfänger, der im entscheidenden Moment auf einen Ast trampelt!
Zumindest wussten sie jetzt, dass sie auf der richtigen Fährte waren und wohin ihr Ziel sich bewegte - das war mehr, als sie bisher erreicht hatten, versuchte sich die Elfin selbst zu beruhigen.
Ein rascher Blick ging zu Arranges – der Magier schäumte vor Wut, woraufhin Erynn entschied, dass es besser wäre wenn sie mit dem Kapitän redete, bevor ihr Begleiter etwas unüberlegtes sagte oder tat, das die Passage nach Norden, die da nur ein paar Schritte vor ihnen lag, doch noch gefährden konnte. „Verzeiht diesen Auftritt“, wandte sie sich an Rokrast, der das Geschehen mit einer Mischung aus nordischer Gelassenheit und milder Verwirrung beobachtet hatte. Die Kriegerin erkannte jedoch an den subtilen Veränderungen in der Körperhaltung des großen Mannes, dass sich diese augenscheinliche Ruhe auch schlagartig ändern könnte. „... aber dieser Argonier hat einiges auf dem Kerbholz. Wir suchen ihn schon lange. Wenn Euer Angebot für die Überfahrt noch besteht wären wir Euch sehr verbunden, wenn wir so bald wie möglich ablegen könnten. Jeder Augenblick könnte jetzt zählen.“
Innerlich stellte sich Erynn darauf ein, langwierige Erklärungen abgeben zu müssen, obgleich sie hoffte, dass Kapitän Rokrast davon absähe, allzu viele Fragen zu stellen.
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Drachentöter
Dreveni brauchte ein paar Sekunden, bis sie die Situation erfasste, als allerdings Arranges und Erynn Anstalten machten, die Echse zu fassen, beteiligte sie sich sofort daran. Zwar wusste sie noch nicht, dass es sich um Gumora handelte, aber wenn ihre Begleiter den Argonier fassen wollten, hatten sie schon einen Grund.
Leider entkam er aber mit einem Hechtsprung ins Wasser und war nur noch als Schemen zu sehen. Die Feuerzauber von Arranges hätten ihn vermutlich auch unter Wasser noch gekocht, aber er war einfach schneller und wendiger. Als Erynn dann den Nord ansprach, wurde auch Dreveni endgültig klar, wer ihnen da gerade entkommen war. Während sie auf die Antwort des Nord wartete, sah sie gedankenverloren in die Richtung, in der die Echse verschwunden war. Immerhin waren sie ihm tatsächlich nahe gekommen, auch wenn er entwischt war. Somit war die ganze Reise nicht völlig umsonst gewesen.
Aber auch dieses Ereignis, dass Arranges und Erynn so aufgeschreckt hatte, konnte sie nicht aus ihren dumpfen Grübeleien reißen. In der Nacht nach der Schlacht in den Ebenen Oblivions hatte sie wieder von Feryn und den Assassinen der Morag Tong geträumt, die sie entführt hatten, bis sie schließlich schweißgebadet aufgewacht war. Sie war sich inzwischen nicht einmal mehr sicher, was sie am meisten ärgerte, die Tatsache dass sie inzwischen nicht nur von Feryn sondern auch noch von seinen Gildenbrüdern in ihren Träumen heimgesucht wurde, dass sie ihn überhaupt umgebracht hatte oder dass sie nicht zuerst versucht hatte, herauszufinden, was er eigentlich in Cyrodiil wollte.
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Legende
Rokrast brauchte einige Herzschläge, bis er auf Erynns Worte reagierte. Er sah auf die beinahe drei Köpfe kleinere Dunkelelfe herab und antwortete mit einer Stimme, die allein durch ihren Ton bereits deutlich machte, dass er nicht so recht wusste, was er von der kurzen, aber eindrucksvollen Szenerie eben halten sollte. 'Das äh Angebot steht noch.' Er warf Arranges einen Blick zu. Der Nekromant starrte zu Boden. Es war gerade noch ein Wunder, dass er nicht in einer riesigen Stichflamme des Zorns aufging. Wieder schaute der Kapitän in die roten Augen der Dunmer. 'Ich weiss nicht, wass Gumora genau getan hat, aber es kann nichts Gutes gewesen sein. Leider kann ich soetwas nicht bestätigen, er heuert schon seit einer ganzen Weile auf der Frostbrecher an und hat sich als herausragenden Navigator und Kartenzeichner hervorgetan. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, schoneinmal jemanden mit derart umfangreichen Kenntnissen getroffen zu haben.' Salfjir kratzte sich am Hinterkopf. 'Ich kann hier allerdings nicht alle Pläne über den Haufen werfen... was hat Gumora denn verbrochen?'
'Verrat, in mehrfacher Ausführung.' Presste Arranges mit Mühe beherrschter Stimme hervor ehe Erynn oder Dreveni antworten konnten. 'An mir und meiner Gefährtin Erynn.' Die Mischung in seiner Stimme war es, die gleichermaßen erahnen ließ, wie heftig es in dem Magier sowieso gerade siedete und wie sehr er Gumora und die Welt dafür hasste, was Erynn in diesem Zusammenhang geschehen war. Rokrast legte die Stirn in Falten und sein Gesicht wurde finster. 'Das ist übel,' murmelte er mit tiefer Stimme, 'mir hat der Argonier zwar nie etwas getan, im Gegenteil, seine Dienste waren immer zu gebrauchen. Aber mir war er ebenfalls nie ganz geheuer.' Nachdenklich strich er sich über den Bart. Er war ein Ehrenmann, einer mit dem Blut der alten Nord von Atmora in den Adern. 'Ich weiss nicht, was Gumora genau getan hat und ich will es auch nicht wissen. Aber meine Hilfe sei euch gewiss... wir werden ablegen, sobald die Mannschaft wieder vollständig an Bord ist. Mit den ersten Sonnenstrahlen morgen, legen wir in Dagon Fel an.' Damit wandte er sich mit unverständlich geknurrten Worten ab und verließ das Schiff Richtung Handelshaus.
Ich werde dich zermalmen und die Fetzen deines elendigen Leibes in den Wassern Oblivions frittieren und den Clannbanns zum Fraß vorwerfen... Arranges schäumte und brodelte und er machte keinen Hehl daraus, das irgendwie zu verbergen, während er dem Schiff nachblickte, das bereits nur noch eine kleine Silhouette zwischen den großen Monoliten des Geistermeers im Norden bildete.
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Fossil
Vos => Dagon Fel
Am frühen Nachmittag stach die Frostbrecher in See. Das Wasser war ruhig und der Himmel klar, so daß man auf eine ruhige Überfahrt hoffen durfte. Erynn stand an der Reling und blickte mit gemischten Gefühlen auf das Wasser hinaus. Einerseits war sie froh über die unkomplizierte Passage nach Dagon Fel, andererseits zerrte es an ihren Nerven, für die nächsten Stunden nichts weiter tun zu können als zu warten. Sie würde trotzdem genau das machen, was Rokrast vorgeschlagen hatte: So wenig wie möglich im Weg stehen und ansonsten darauf achten, daß die Guars ruhig blieben. Hinter ihrem Rücken ging die Routine auf dem Schiff ihren Gang, doch die Elfin bekam all das nur mit halbem Ohr mit.
Hör auf, dich zu ärgern, sagte sie sich selbst bestimmt zum hundertsten Male das nützt jetzt auch nichts mehr. Konzentrier dich lieber auf das, was vor dir liegt, bevor du dich in deiner Wut noch einmal so überrumpeln läßt wie heute morgen...
Als der Abend dämmerte, hatte die Frostbrecher die letzte Landspitze von Vvardenfell hinter sich gelassen. Die schmalen, von Wind und Wasser rundgeschliffenen Felsnadeln, welche Erynn schon früher aufgefallen waren, wurden zusehends mehr, es war, als führe das Schiff des Nords mitten hinein in einen Wald aus Stein, der direkt aus dem Meer wuchs. Ein bißchen unheimlich war ihr das im ersten Moment schon, bis sie sich daran erinnerte, daß Frachter und Besatzung diese Route nicht zum ersten Mal befuhren. Wenn Rokrast ganz bewußt in Kauf nahm, diesen Teil des Meeres in einsetzender Dunkelheit zu erreichen, wußte er sicher sehr genau, was er tat.
Die Kriegerin entschied, daß sie die Nacht über hier draußen bei den Guars bleiben würde für den Fall, daß die Tiere doch noch aus irgendeinem Grund unruhig wurden. In ihre Decke gewickelt setzte sie sich auf das Deck und lehnte sich mit dem Rücken gegen die Reling. Die lange Zeit des Stehens, während sie betrachtet hatte, wie die Umgebung an ihr vorbeizog, hatte ihre Beine müde werden lassen. Es dauerte nicht lange, bis das sanfte Schaukeln des Schiffes und das regelmäßige Knarren seines Holzes sie in einen leichten, aber erholsamen Schlaf wiegten.
Dagon Fel war... wenig beeindruckend. Ungefähr so, wie Erynn Ald Velothi in Erinnerung hatte, nur kälter. Vom Salzwasser grau verfärbte Stege und Bretterbuden waren das erste, was man vom Schiff aus im Licht des frühen Morgens sehen konnte. Nachdem die Frostbrecher sicher vertäut war, verließen sie, Dreveni und Arranges zusammen mit den Guaren das Schiff und betraten die Straßen der Ansiedlung. Neben den Holzhütten gab es auch einige strohgedeckte Gebäude aus Stein, die schon sehr viel massiver wirkten. Die Insel Sheogorad hatte nicht viel gemeinsam mit der Molag Amur oder den Weideländern Vvardenfells. Die Gegend war felsig, Pflanzen gab es nur wenige. Diejenigen, die stur genug waren hier zu wachsen, kauerten sich in geschützten Winkeln und Spalten zusammen. Erynn glaubte, zwischen einer Hügelkette am Rand des Dorfes eine Struktur auszumachen, die einem Dwemerbauwerk ähnlich sah, aber ganz sicher war sie sich nicht. Der größte Teil der Bevölkerung bestand aus Nord. Sie paßten gut in diese rauhe, unwirtliche Umgebung. Fragend schaute die Dunmer zwischen ihren Gefährten hin und her. Was jetzt? sagte ihr Blick.
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Drachentöter
Dagon Fel
[Dreveni]
Dreveni hatte im Gegensatz zu Erynn die Nacht unter Deck verbracht. Sie hatte sich sogar zu etwas Arbeit um ihre Überfahrt zu bezahlen, herabgelassen und hatte den Abend mit Kehren des Decks verbracht. Immerhin lenkte sie das etwas von ihren Grübeleien ab. Am frühen Morgen erreichten sie Dagon Fel, das zwischen kahlen Felsen grau und abweisend im frühen Licht des Tages wirkte. Ausserdem war es kalt, zu kalt für Drevenis Geschmack. Sie wickelte sich fester in ihren Mantel und folgte ihren Gefährten und den Guaren. Dagon Fel war nicht sehr groß, was sie bis jetzt sehen konnte, und überwiegend von Nords bewohnt. Auf Erynns fragenden Blick sagte sie: "Ich hoffe sehr, dass es hier eine Taverne gibt." Seit der letzten Schlacht in den Ebenen Oblivions hatte sie kaum eine wirklich ruhige Minute gehabt, in der überfüllten Wirtschaft in der sie übernachtet hatten gab es weder eine gescheite Waschgelegenheit noch wirklich Ruhe. Sie sehnte sich einfach nach einer Türe die sie hinter sich schließen konnte und einem Zuber mit heißem Wasser.
[Arranges]
Dagon Fel war, wie Arranges es sich vorgestellt hatte, abgerissen und blass. Rokrast hatte sich mit wenigen Worten von ihnen verabschiedet, er würde in wenigen Stunden bereits wieder ablegen. 'Es soll einen Außenposten mit einem Händler und Wirtshaus hier geben.' Sagte der Magier auf die Frage Drevenis hin. Er konnte sich einen gehässigen Gedanken nicht verkneifen, als er bemerkte, wie die Dunmer ihren Umhang enger zog. Ihm tat das doch spürbar kühlere Klima nicht weh, im Gegenteil, es war im Vergleich zu dem feuchtwarmen Wetter der Weideländer und dem schnellen Wechsel von kalt auf heiß in der Amur mehr als angenehm. Er blickte sich kurz um und deutete den Hügel hinauf. Über den spärlichen Hütten direkt am Wasser, thronte ein Gemäuer, das mit seiner mannshohen Sandsteinmauer und einem strohgedeckten Wachturm wie eine kleine Trutzburg hier am Rande der Welt wirkte. 'Vielleicht gibt es dort auch einen Schmied, das Kettenhemd wird langsam aber doch unbequem.' Die Mithrilkette erwies sich zwar als leicht, scheuerte aber beim Gehen und die starren Schulterplatten drückten im von Zeit zu Zeit unangenehm in die Seiten.
[Erynn]
"Außenposten klingt gut", sagte Erynn. "Laßt uns sehen, ob wir da ein Frühstück und Informationen über das Schiff bekommen, das von Tel Mora aus in diese Richtung gefahren ist."
Sie sah sich in dem kleinen Ort mit seinen windschiefen Hütten um. Der Außenposten war nicht schwer auszumachen, es war das größte und am stabilsten wirkende Gebäude hier. Ohne weitere Umschweife wandte sie ihre Schritte in diese Richtung, kümmerte sich nicht weiter darum, ob die anderen beiden ihr folgten oder nicht - die Nacht an Deck von Rokrasts Schiff war unbequem gewesen, hatte sie sich aber so weit erholen lassen, daß ihr Jagdfieber wieder voll erwacht war. Gestern war ihr die Beute nur knapp entkommen und Erynn hatte nicht vor, die Spur noch einmal erkalten zu lassen.
[Dreveni]
Dreveni betrat hinter Erynn die Taverne. Ungewohnterweise sah sie fast nur Nord, auch die Inhaberin, bei der Dreveni hoffte, ein paar Räume mieten zu können, war eine blonde, hochgewachsene Nord, die sich als Fryfnhild vorstellte. Auf Drevenis frage nach einer Übernachtungsmöglichkeit antwortete sie: "Wir haben leider nur einen Raum frei im Moment, für 20 Draken." 20 Draken und dann nur ein Raum?? Scheiße., fluchte Dreveni in Gedanken vor sich hin. Nach einem kurzen Blick zu Erynn und Arranges fingerte sie in ihrem Beutel und suchte 20 Draken herraus, es blieb ihnen ja nichts anderes übrig. Als ihr Fryfnhild den Schlüssel überreichte, fragte sie noch beiläuft: "Wir wollten uns mit einem Freund hier treffen, einem Argonier. Ist hier zufällig einer angekommen in den letzten Tagen? Ach ja, und wie sieht es mit einer Waschgelegenheit aus?"
[Arranges]
Mit der Trutzburg am Rande der Welt lag Arranges gar nicht so falsch. Ein von Wind und Wetter herb angefressenes Schild schaukelte quitschend an rostigen Ketten über der Eingangstür. Es wies die Taverne als 'Am Ende der Welt' aus. Der Nekromant war nicht böse darüber, dass Dreveni das Gespräch mit der Wirtin übernahm Soll sie auch mal etwas tun für ihr Geld... Knurrte er in Gedanken. Ernüchternd war aber direkt wieder die Tatsache, dass diese verfluchte Taverne gerade ein Zimmer hatte. Verdammt nochmal, der Bau ist doch riesenhaft und so viele Reisende werden hier wohl nicht unterwegs sein! Es bleib ihnen nichts anderes übrig.
Auf Drevenis erste Frage antwortete die Wirtin: 'In der Tat ist heute Nacht ein Schiff hier angekommen. Die Mannschaft hatte es sich trotz des kurzen Aufenthaltes aber nicht nehmen lassen, meine Taverne zu belagern. Ein Argonier war jedoch nicht dabei.' Sie kratzte sich am Hinterkopf und schien kurz zu überlegen. 'Als ich aber die letzten beiden Herren in den frühen Morgenstunden hinausbefördert habe, sah ich eine Gestalt hinauf in die Berge huschen,' sie hob die Schultern, 'vielleicht hilft euch ja das weiter, das Schiff hat breits wieder abgelegt.' Bevor sie jedoch Drevenis zweite Frage beantwortete, beugte sie sich zur Seite um einen Blick auf Arranges und Erynn zu werfen. 'Der Zuber ist aber nur für eine... maximal zwei Personen.' Antwortete sie ohne dabei eine Miene zu ziehen. 'Er steht unten im Keller. Dort giebt es auch Kessel, Brunnen und eine Feuerstelle, das Wasser müsst ihr selbst erhitzen.' Und damit wandte sie sich einem anderen Gast zu, der bereits neben Dreveni wartete.
[Erynn]
Es war angenehm warm in dem Handelshaus. So wie es hier aussah, traf sich hier alles und jeder, der das Pech hatte, in Dagon Fel zu tun zu haben. Erynn war ein wenig verwundert, daß Dreveni gleich das einzige freie Zimmer mietete, doch ihr Handeln erklärte sich gleich darauf von selbst mit dem übertriebenen Waschzwang, den die Assassinin bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit an den Tag legte. So häufig heiß zu baden konnte einfach nicht gesund sein, und es war ja nicht so, da es um Vvardenfell herum nicht genügend kostenloses Wasser gab. Im Stillen amüsierte sich die Dunmer mit der Vorstellung, daß ihre Artgenossin sich vielleicht vor Krabben ekelte. Laut ausgesprochen hätte sie das jedoch nie, sie mochte ihre beiden Ohren an genau dem Platz, an dem diese sich gerade befanden.
In die Berge also... was will er dort? Von diesem kalten Felsen gab es nur einen Weg fort, wenn sie sich richtig erinnerte, und das war der Hafen von Dagon Fel. Vorausgesetzt, die Gestalt, welche der Dame hinter dem Tresen aufgefallen war, war tatsächlich Gumora gewesen... Entweder ist er sich sehr sicher, daß er sich dort vor uns verbergen kann, oder er hat selbst in dieser götterverlassenen Gegend noch Kontakte, die ihn von hier wegbringen könnten. Oder aber... War der Argonier wirklich verrückt oder verzweifelt genug, um zu versuchen von hier aus zu schwimmen, wohin auch immer? Wasser mochte sein Element sein, aber das Wasser hier im Norden war verflucht kalt.
Erynns Überlegungen wurden unterbrochen, als sie über den nächsten Satz der der Wirtin stolperte. "Wir hatten auch gar nicht vor, gleichzeitig..." sie brach ab, errötete leicht und schaute zwischen Arranges und Dreveni hin und her, mit dem sicheren Gefühl, daß jeder weitere Gedankengang, hätte sie ihn in Worte gefaßt, sie mehr als nur ein Ohr gekostet hätte. Reingefallen.
[Dreveni]
Dreveni reichte es gerade, und auch wenn die Wirtin dafür nun so überhaupt nichts konnte, konnte sie es sich auch einfach nicht verkneifen: "Danke. Und nein, wir werden in der Tat nicht zusammen baden, mit dem da sowieso überhaupt nicht.", wobei sie auf Arranges deutete. Gleich danach tat ihr ihr schnippischer Tonfall Fryfnhild gegenüber leid, und sie nahm mit einem - dieses mal - freundlichem "Danke." endgültig den Schlüssel in Empfang. Nachdem sie sich hier allerdings nicht zum Vergnügen befanden, fragte sie, zumindest anstandshalber, Erynn und Arranges: "Gleich in die Berge oder..." Ihr war wirklich langsam nach etwas mehr Wasser als einer Schüssel, sie hatte das Gefühl dass ihr immer noch das Blut am Arm klebte wo sie der Assassine geschnitten hatte. Ausserdem wollte sie sich endlich seine schmierigen Fingerabdrücke abwaschen, und zwar gründlich. Immerhin hatten sie ja jetzt ein Zimmer, wenn es auch nur genau eins war, sie hatte sicher nicht vor, jetzt gleich wieder ziellos durch die Berge zu irren.
[Arranges]
Reicht ja schon, dass ich mit dieser Beisszange ein Zimmer teilen muss... Eigentlich sollte er Erynn befeuern, Gumora gleich zu jagen, nur um die Assassinin zu ärgern. Aber er selbt spürte die Reise von Cheydinhall bis hier her mittlerweile auch deutlich und vor allem spürte er das Kettenhemd, mit dessen unangenehmer und nicht unbedingt nützlicher Tragweise er sich jetzt Gumora nicht stellen wollte. Wenn es der Molch war, den die Wirtin gesehen hatte... in den Bergen kann er nur eines vorhaben. Entweder er versucht uns im Zickzack zu entkommen oder aber er legt uns wieder einen Hinterhalt. Wobei eins das andere nicht ausschließt. Und Arranges wusste sehr genau, dass Gumora im Fallenstellen herausragende Leistungen zu vollbringen vermochte - und das nicht erst seit dem Verrat an ihm und Erynn. 'Nein Gumora ist zwar gut, aber es sind Berge, er wird nicht sehr weit kommen, zudem haben wir die Guare, im Zweifelsfall tragen uns ihre Beine schneller als der Molch jemals rennen könnte.' Damit war die Sache für den Kaiserlichen geklärt und er begab sich nach oben, wo ihr Zimmer war. Er musste nicht im Zuber gesessen haben. Die sehr feuchte Meerluft hatte das Ihrige getan um ihn zumindest nicht mehr wie ein wühlendes Schwein aussehen zu lassen.
[Erynn]
Die Kriegerin seufzte. Dann machen wir halt erstmal Pause. Ist vielleicht auch nicht verkehrt, unser weiteres Vorgehen vorher abzusprechen. Sie nickte der Wirtin mit einem leichten Lächeln zu und holte Arranges etwa auf der Hälfte der Treppe ein. Schweigend ging sie neben ihm her, bis sie das Zimmer im ersten Stock erreicht hatten. Es war sehr geräumig, so daß jeder der drei sich bequem seine Ecke würde aussuchen können, ohne daß man zwingend auf Tuchfühlung gehen mußte. "Haben wir eigentlich noch eine Karte?" fragte sie. "Ich hab mir bisher nur die Hauptinsel genauer angesehen, nicht Sheogorad."
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Legende
[Arranges]
Eine kleine Kommode aus sehr massiv wirkendem Holz, ein Tisch aus ähnlichem Material, ein breiter Stuhl mit Armlehnen und ein zur Abwechslung tatsächlich bequem wirkendes Bett stellten das Mobiliar des Zimmers dar. Nun, das erklärt wenigstens, warum es 20 statt den normal üblichen 10 Draken sind. Dachte sich Arranges und entledigte sich seines Kettenhemdes und des feuchten Umhangs... oder eben dem, was davon noch übrig war nach der Schlacht. Die Meerluft hat aber nicht nur Schmutzkrusten teilweise gelöst, sondern auch dafür gesorgt, dass seine doch recht zahlreichen Wunden, vor allem die am Rücken, wenngleich diese nicht sehr tief war, dafür aber groß, nicht nessten oder sich ungünstig entzündeten. Es war ein breiter, roter Striemen geritzter Haut, der sich von der linken Schulter bis fast zum rechten Hüftgelenk zog. Auf Erynns Frage hin sah er die Dunkelelfe erst einen etwas zu gedehnten Augenblick schweigend an, während er überlegte. Tatsächlich hatte er die eine ihrer zwei Karten, die sie nach der Überquerung des Nabia noch hatten, das letzte Mal in der Amur gesehen. Er legte seine Stirn in Falten, ehe er antwortete: 'Wie gut, dass ich die Karten etwas genauer studiert habe, als wir noch zwei davon besaßen.' Sein Tonfall, der eher freundlich und müde klang, passte nicht zu dem leicht gereitzten Tenor der Antwort. Er winkte ab. 'Ich habe die Karte jedenfalls in meinem Gepäck nicht mehr gesehen, seit wir in die Weidenländer gekommen sind, wahrscheinlich hat sie Dreveni irgendwo bei sich.' Er setzte sich auf den Stuhl. 'Ich weiss allerdings einiges noch aus dem Kopf. Sheogorad ist im Grunde nicht mehr als ein riesiger Steinhaufen, der sich nach Westen hin zu vielen kleineren Inseln aufsplittert. Weiter im Süden soll es laut Karte eine alte Dunmerfestung geben. Das zentrale Massiv hat in der Mitte, direkt südlich von hier einen tiefen, kegelartigen Krater. Das Gebiet war auf der Karte rötlich markiert, ich denke, da wird, wie in der Amur, öfter mal Lava durch die dünne Kruste von Asche und Schwefel brechen.'
[Erynn]
"Steine, Wasser und alte Festungen also. Schlechter könnte es kaum sein. Verdammt, wir hätten gleich dem Hinweis der Wirtin nachgehen sollen, baden können wir hinterher immer noch!" Erynn fuhr sich mit den Händen durch die zerzausten Haare. Wo Drevenis Frisur immer irgendwie zu sitzen schien, hatte sie nach kürzester Zeit ein Vogelnest auf dem Kopf. "Ich meine damit, daß Gumora wohl ohnehin schon wenige Spuren hinterlassen wird, auf Fels und im Wasser aber gar keine. Er könnte überall sein. Ich habe mich vorhin gefragt, ob er hier vielleicht Kontakte hat, oder ob er es wagen würde, sich von hier aus schwimmend weiterzubewegen... keine Ahnung, wie viel Kälte Argonier vertragen, ihre tierischen Verwandten sind da jedenfalls sehr empfindlich."
Sie schwieg kurz, nachdem sie Arranges ihre Überlegungen mitgeteilt hatte. Dann hob sie den Kopf und sah ihn an: "Was denkst du dazu?"
[Arranges]
'Der Bemerkung der Wirtin gleich nachgehen? Um dann festzustellen, dass es nur irgendein Jäger oder Wanderer war, während Gumora auf dem Schiff längstens Solstheim erreicht hat oder noch weiter ist und wir wieder genau da stehen, wo wir waren, bevor wir tagelang durch die Amur geirrt sind in der schwach glimmenden Hoffnung, irgendeinen noch so geringen Hinweis zu finden, dass wir überhaupt noch seiner Färte folgen? Nein.' Nach allem, was Arranges für Informationsfetzen mitgenommen hatte, verzieh Sheogorad noch weniger als das Feuerland im Süden. 'Wir müssen erst in Erfahrung bringen, ob es wirklich ein Argonier war. Mit zerklüfteten Felsen dürfte er ähnliche Probleme haben, wie wir. Außerdem kenne ich ihn, jetzt wo er weiss, dass wir ihm so nahe sind, wird er eher versuchen, uns loszuwerden indem er sich uns stellt oder uns einen Hinterhalt legt, das war schon immer seine Waffe für etwaige hartnäckige Verfolger.' Und wenn er das tatsächlich versucht, müssen wir doppelt vorsichtig sein. Arranges sprach sehr bestimmt um Erynns Drang zu unterbinden, bevor er sie voll eingenommen hätte und sie sich von ihrer Rache beherrschen ließ.
[Erynn]
Erynn baute ihre wenig beeindruckende Körpermasse vor Arranges auf und senkte die Stirn ein wenig, wie ein verärgerter Widder, der in absehbarer Zeit gegen irgendetwas anrennen wollte. "Aber..."
Es paßte ihr gar nicht, hier herumzusitzen. Es paßte ihr nicht, daß Dreveni dieses Zimmer gemietet hatte und es paßte ihr nicht, daß Arranges ihr Vorhaben, der Echse einfach in die Berge hinterherzustürmen so abbügelte. Andererseits hatte sie nach seiner Meinung gefragt, da konnte sie sich wohl kaum beschweren, wenn sie genau diese auch zu hören bekam. Nicht zuletzt kannte der Beschwörer Gumora besser als sie. Erynn atmete tief durch und setzte nochmal an, diesesmal klang es schon weniger bockig: "Willst du damit sagen daß wir einfach hierbleiben sollen, bis er genug davon hat sich den Arsch in irgendeiner Felsspalte abzufrieren und wieder in Dagon Fel auftaucht?" Sie hob abwehrend die Hände, als Arranges ihr einen seiner 'Was-habe-ich-dir-gerade-erklärt?' - Blicke zuwarf. "Wenn die Wirtin nichts genaues weiß, könnten wir an den Kais nachfragen. Dort ist es ständig voller Leute und irgendwer mag sich an einen Argonier erinnern, der allein mitten aus dem Telvannigebiet hier herkam..."
[Arranges]
Als Antwort auf Erynns letzten Gedankengang zog Arranges nur eine Augenbraue hoch und zeigte sich sonst recht unbeeindruckt von ihrer halben Drohgebärde. 'Du wirst das jetzt vielleicht kaum glauben, aber wir haben das seit wir Vvardenfell betreten haben die ganze Zeit so gemacht und da dieses Vorgehen langsam aber sicher durchbrechenden Erfolg zu versprechen scheint, werden wir auch hier selbiges wieder zur Anwendung bringen.' Sagte er ruhig. 'Was ist los mit dir? Warum muss ich uns neuerdings bremsen, damit du nicht wie ein rasender Gockel unter Druck im Frühling direkt mit dem Kopf voraus in die Schlinge rennst?'
[Erynn]
Die Dunkelelfin machte zwei Schritte und ließ sich dann in den Sessel fallen, der an dem niedrigen Tisch stand. Sie stützte den linken Ellbogen auf die Armlehne und massierte mit den Fingern ihre Nasenwurzel. Plötzlich wirkte sie älter und sehr müde, doch in ihren Augen loderte der Zorn. "Gestern hätten wir ihn um ein Haar gehabt, Arranges. Bevor ich dich traf, hatte ich erst ein einziges Mal Menschen getötet, und es war schrecklich. Seit wir beide gemeinsam unterwegs sind, konnte ich meinem Schwertgriff ein paar Kerben hinzufügen, und es war irgendwann nicht mehr schrecklich. Aber wenn ich getötet habe, dann in irgendwelchen Kämpfen, denen wir nicht entgehen konnten, nicht, weil ich jemanden aus persönlicher Rache gejagt hätte - das war immer dein Part."
Sie holte einmal Luft, als sei das Folgende sehr schwierig zu erklären - oder aber so einfach, daß es dafür keine Worte gab, weil sich normalerweise niemand die Mühe machte, nach welchen zu suchen: "Ich habe mir, seit wir an Drevenis Tür geklopft haben, immer eine Frage gestellt: Wäre ich fähig, einen Menschen oder Tiermenschen zu jagen und zu töten wie einen tollwütigen Fuchs. Allein aus dem Grund, weil ich einen Groll gegen ihn hege und ihn tot sehen will. Wo es keine Anhörung gibt und keinen Richter, sondern nur einen Henker - mich. Bis gestern war ich mir nicht sicher. Aber als ich seine verfluchte, bösartige Visage gesehen habe, seine abstoßenden, berechnenden Augen und als mir klar wurde, daß er..."
Erynns Stimme war lauter und schriller geworden, während sie sprach. Jetzt schluckte sie einmal und redete mit einer fast unnatürlichen Ruhe weiter: "...und mir klar wurde, daß wir für ihn tatsächlich nichts anderes sind als Vieh, das er zum Schlachter geführt hat, als mir klar wurde, daß er uns gegenüber nicht die geringste Reue fühlt, da wußte ich, ich würde ihn töten können. Ich will seinen Kopf auf einem Spieß, Arranges, und ich will es sein, die seinen Kopf darauf steckt und ihm in die toten Augen spucken."
[Arranges]
Man konnte ihm ansehen, dass er mit so einer Antwort wirklich nicht gerechnet hatte. Und er kam nicht umhin, sich selbst einzugestehen, dass es ihn ein wenig zumindest schmertzte, die Dunmer so zu sehen, aber eher bereitete es ihm Sorge. Hatte er ganz am Anfang noch fast Freude daran empfunden, das Mädchen, das Erynn fast noch war, in ihrer geborgenen, manchmal etwas blutroten, aber dennoch mehrheitlich sicheren Welt zu quälen, so sehr wurde ihm in diesem Moment übel, da er sah wie grausam Rachegedanken auf sie wirkten. Der Magier hatte mit den wenigsten Situationen Probleme. Aber mit Erynn tat er sich seit einiger Zeit in so ziemlich jeder Hinsicht schwerer als er es je für möglich gehalten hatte. Das erste Mal in Bal Fall, dann im Molag Mar und jüngst ihr Ausbruch im Legionslager und viele Male dazwischen auch. Er seufzte tonlos und ging vor Erynn in die Knie um der in sich zusammengesunkenen Dunmer in die Augen schauen zu können. Um ihre vollständige Aufmerksamkeit zu erringen legte er seine Hand auf die ihrige. 'Hör mir zu! Den Kopf von jemandem zu fordern, der einem Übles angetan hat, ist mehr natürlich als abartig. Es ist nicht nur Groll, den du gegen Gumora hegst. Er hat dich verraten. Es ist schierer, heißer Zorn. Bring ihn um, zerfleische ihn, die Welt wird es eher als Erlösung verbuchen, wenn eine solche Kreatur nicht mehr ist... Nur bitte, tu wenigstens dir selbst einen Gefallen und lass soetwas nicht zur Gewohnheit werden.' Man konnte dem Kaiserlichen seine Sorge um Erynn deutlich anhören. Er zog seine Hand wieder zurück und erhob sich.
[Erynn]
Bevor sich Arranges aus ihrer Reichweite zurückziehen konnte, packte Erynn zu und bekam seine Hand zu fassen. Sie hielt sie ebenso sanft wie er die Ihre zuvor, doch mit einer gewissen Bestimmtheit. "Du kennst mich gut genug, Arranges. Ich habe nicht vor, daraus eine Gewohnheit zu machen und ich denke, daß es nicht viele Personen geben wird, die es ebenso verdienen wie Gumora, daß man sie bis ans Ende von Nirn jagt. Aber es ist, wie du sagst. Ich muß ihn erlegen, aus so vielen Gründen... Meine Kameraden in der Gilde wären nicht begeistert über das, was ich hier tue. Aber mir bleibt einfach nichts anderes übrig, sonst werde ich verrückt an dem Gedanken, daß ich es zugelassen habe, daß mir eine Kröte wie Gumora ungestraft so übel mitspielt."
[Arranges]
Er wartete einen Moment nachdem Erynn geendet hatte und löste sich dann schweigend von ihrem Griff. Manchmal bin ich mir gar nicht so sicher, ob ich dich wirklich so gut kenne, wie ich es mir wünsche... 'Ich hoffe zumindest, dass du nicht weiterhin der süßen Frucht der Rache verfällst.' Er wusste nicht, was er ihr noch sagen sollte, er hatte tatsächlich Angst und Sorge um Erynn, darum, dass sich ihr Wesen zu einem wie Torrah wandeln könnte. Er sagte nichts weiter dazu, sondern wandte sich ab und entledigte sich schließlich noch seiens Lastgurtes und der des Schwertes. Mit einem grimmigen Blick hob er die Mithrilkette an und besah sich die Bescherung nochmal in Ruhe. Es war schlicht und einfach zerfetzt am Rücken. Rücken. Dachte Arranges nacheinigen Herzschlögen, die ihm wie Stunden vorkamen, in denen er auf das Panzerhemd gestarrt hatte. Mit einem Schnauben beförderte er die Rüstung wieder unsanft auf den Boden zurück. Er drehte sich zu Erynn um, die noch immer auf dem Stuhl saß. Kurz überlegte er. 'Erynn? Du erinnerst dich noch daran, wie ich eine Verspannung im Rücken hatte, die ich nicht selbst lösen konnte? Irgendetwas schmerzt wieder an der Stelle.' Zum Beweis hob er den rechten Arm und verzog gequält das Gesicht.
[Erynn]
Die Dunkelelfin lächelte. "Für einen Moment hatte ich befürchtet daß du mich bitten würdest, dein Kettenzeug zu reparieren. Dabei ist Mithril so ein verdammt kompliziertes Material." Sie nickte. "Wenn du willst, sehe ich mir die Sache mal an."
[Arranges]
'Nein, ich will es zur Abwechslung mal repariert und nicht nur geflickt haben.' Sagte er ohne dabei ihre Arbeit, die sie diesbezüglich schon oft geleistet hatte, abzuwerten. Für einen kurzen Moment zögerte er und es schien, als wäre er von seiner Bitte nicht wirklich überzeugt, aber schließlich entkleidete er seinen Oberkörper und sie tauschten die Positionen. Arranges saß jetzt mit verschrenkten Armen auf der Lehne des Stuhls und selbige zwischen den Beinen, leicht nach vorn gebeugt, während Erynn sich hinter ihn stellte. 'Ich kann es diesmal nur ungenau beschreiben, es ist wieder irgendwo auf Höhe des Brustkorbs.'
[Erynn]
Erynn ging nicht auf den Kommentar ein - tatsächlich hatte sie zumeist Flickschusterei geleistet, wenn unterwegs irgendwo etwas kaputtgegangen war - allein schon, weil sie kein Ersatzmaterial gehabt hatte. Stattdessen schaute sie etwas unsicher im Zimmer umher - es erschien ihr seltsam, bequem zurückgelehnt in einem Sessel zu sitzen und Arranges dabei zuzusehen, wie er sich auszog. Das war... nicht in Ordnung.
Ein paar Minuten später stand sie hinter dem Beschwörer und bekam einen genaueren Blick auf die Bescherung. "Was hat dich da getroffen? Eine Klinge?" fragte sie und bemühte sich, den langen, wunden Striemen nicht aus Versehen zu berühren, während sie die Muskelstänge neben Arranges' Wirbelsäule mit den Fingern entlangstrich. Wie immer war es nicht ganz einfach zu sagen, welche Muskeln wirklich verkrampft waren und welche ihr Begleiter unwillkürlich anspannte, weil jemand anderes ihm so nahe kam wie sie jetzt gerade. Erynn legte eine Hand auf seinen Hinterkopf und übte leichten Druck aus, bis er die Stirn auf seine Unterarme sinken ließ - das nahm zumindest einige Spannungen aus Nacken und Schultern.
"Ich hoffe, du hast ein wenig Zeit und Dreveni ist noch etwas mit Zuber füllen beschäftigt", bemerkte Erynn, als sie sich hinter ihren Freund kniete. "Das hier könnte etwas Zeit in Anspruch nehmen." Die Dunmer begann, die Rückenmuskeln etwa auf Nierenhöhe mit ruhigen, festen Bewegungen auszustreichen, wobei sie sich langsam aufwärts zu der schmerzenden Stelle vorarbeitete.
[Arranges]
Auch wenn er es nicht wollte, so verspannte er sich unwillkürlich, als Erynn begann. Der Striemen sah zwar böse aus, aber er schmerzte nicht. Teilweise fühlten sich die kühlen Hände der Dunmer eher angenehm an der heilenden Wunde an. Es dauerte nicht lange, bis der Kaiserliche sich doch völlig lockerte. Natürlich war da keine Verspannung. Für einen kurzen Moment fühlte der Magier sich auch ein wenig schlecht dabei. Aber noch während Erynn einen verkrampften Muskelknoten suchte, der gar nicht existierte, döste Arranges auf der Stuhllene friedlich hinüber in einen angenehmen Dämmerzustand.
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Drachentöter
Dreveni ging direkt mit all ihrem Gepäck runter in den Keller. Schnell fand sie den Raum mit dem Zuber, zog den Schlüssel außen an der Tür ab und sperrte sie von innen hinter sich zu. Seufzend sah sie sich um, nachdem sie ihre Sachen neben der Tür abgelegt hatte. Der Raum war gemütlich, in einem Kamin brannte ein Feuer, darüber hing schon ein dampfender Kessel. Jemand hatte den Brunnen in den Keller gebaut, oder besser gesagt, den Raum mit dem Zuber dort angelegt, wo der Brunnen war. Sie goss noch etwas Wasser aus dem Eimer in den Kessel - es war schon etwas verdampft - und füllte während sie wartete dass das Wasser kochen würde, den Zuber schon einmal mit etwas kaltem Wasser.
Es dauerte nicht lange, bis sie schließlich das heiße Wasser dazu kippen konnte. Sie entledigte sich ihrer Kleider, und betrachtete die beiden hellen Streifen die sich über ihre Arme zogen. Das Andenken würde sie wohl noch eine Weile behalten, bis es sich endgültig der umgebenden Haut angepasst haben würde. Jetzt tat es ihr fast leid, dass sie Feryns Gildenbruder so schnell ermordet hatte, aber daran war jetzt nichts mehr zu ändern. Am liebsten hätte sie ihn so in der Wüste ausgesetzt, dass er keine Möglichkeiten gehabt hätte, seine Schnitte im Gesicht zu behandeln, bis die Narben blieben. Etwas Salz hätte das ganze noch verbessert. Als sie sich in das angenehm heiße Wasser sinken ließ, merkte sie erst so richtig, wie fertig sie von der Überfahrt war und versuchte alle Gedanken an ihre Entführung zu verdrängen. Schnell begann sie, ihre Haare zu waschen, da sie fürchtete sonst wieder im Zuber einzuschlafen. Es dauerte nicht lange, bis sie fertig war und aus ihrem Gepäck noch ein halbwegs sauberes, kurzärmliges Oberteil und eine dünne Hose gefischt hatte. Für hier drinnen würde es erst einmal reichen, sie hatte jetzt keine Lust ihre anderen Sachen zu waschen. Sie warf einen Blick auf das Wasser im Zuber, in dem sowieso nichts mehr sauber geworden wäre, und öffnete den Abfluss. Unter dem Zuber war ein Loch im Boden, das sonst wohin führen mochte, jedenfalls diente es als Ablauf für das Wasser. In dem Raum befand sich kein Spiegel, und sie sagte sich, dass sie ihre Haare genauso gut oben kämmen könnte, während sie mit Erynn und Arranges das weitere vorgehen besprechen würde.
Sie räumte ihre Sachen zusammen und ging nach oben. Ohne anzuklopfen stieß sie schwungvoll die Tür auf, und das erste was sie sah, war der halbnackte Arranges. Das nächste war Erynn, die hinter ihm kniete und ihm den Rücken massierte. Sie nuschelte ob des Anblicks einen leisen Fluch auf Dunmeri und ließ ihre Sachen auf den Boden fallen, dann setzte sie sich aufs Bett, so dass sie den beiden den Rücken zu wandte. "Wie geht es jetzt weiter? Gibt es einen Ort denn die Echse durch die Berge erreichen kann? Ich glaube nicht dass er dort für alle Ewigkeiten bleiben will..." Ihre Stimme klang leicht erschöpft und fast etwas resigniert, was weniger ihrer Müdigkeit als den letzten Erlebnissen in Vvaredenfell geschuldet war. Während sie auf eine Antwort wartete, fischte sie ihren Kamm aus dem Gepäck und begann, sich die Haare zu kämmen.
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Legende
Der Kaiserliche genoß die Behandlung in vollen Zügen, auch wenn er das zu einem späteren Zeitpunkt keinesfalls zugeben würde. Doch als die Tür zum Zimmer aufgestoßen wurde und eine wohlbekannte Stimme, wenn auch nur mit genuschelten Worten an seine Ohren drang, verzerrte sich die Haut unter Erynns Fingern, als wäre eine Lautensaite mittem im lieblichen Spiel mit einem spitzen Ton direkt neben seinem Ohr gesprungen. Die Muskeln spannten sich und von der Haltung, die er noch vor wenigen Herzschlägen hatte, war nichts mehr übrig, als sich sein Kopf unter teilweise übertriebener Ver- und Anspannung des Nackens hob. Erynn ließ sich davon zunächst nicht stören und kämpfte unbeirrt gegen die nun steifen und schier unbeweglichen Muskeln an.
'Nun... es gibt zwei Landmarken, die man von den Bergen aus erreichen kann...' Setzte Arranges mit einem leicht gereitzten Unterton, aber nicht unfreundlich, an. 'Einmal eine alte Dunmerfestung im Süden und einmal soll es weit im Westen noch einen großen Velothiturm geben. Allerdings glaube ich eher, dass er uns, wenn es denn überhaupt Gumora war, versucht in der Wildnis dort abzuhängen oder aber uns dort einen Hinterhalt legt. Das weitere Vorgehen wäre also, dass wir uns zunächst einmal sicher sein können, dass es wirklich der Molch war, den die Wirtin gesehen haben will.'
Nach einem weiteren Moment richtete er sich im Stuhl auf, erhob sich vorsichtig von Erynn lösend und zog sich einen Augenblick später eine mehr oder weniger frische, pechschwarze Tunika über - die letzte, die er noch dabeihatte. Ich bin ja gespannt, wie lange sie halten wird...
Geändert von weuze (20.07.2012 um 21:32 Uhr)
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Fossil
Erynn stand ebenfalls auf und lehnte sich mit verschränkten Armen an die Wand, während sie ihren beiden Begleitern zuhörte. Sie selber wollte lieber nichts sagen, so sehr verdarben ihr sowohl die Wartezeit hier in Dagon Fel als auch Drevenis säuerlicher Gesichtsausdruck, mit dem sie das Zimmer betreten hatte, die Laune. Sie schoß einen giftigen Blick auf den Rücken der Assassinin ab: Was geht es dich an, du Schlange?
Manchmal war Dreveni fürchterlich anstrengend. Manchmal war auch Arranges fürchterlich anstrengend, aber der pflegte dann wenigstens sich so lange wort- oder tatenreich aufzuregen, bis er sich abgekühlt hatte. Drevenis eisiges Schweigen und die verächtliche Miene, die sie mitunter an der Tag legte, ließen einen nur raten, was genau jetzt wieder ihr verdammtes Problem war – und an diesem diesigen, kalten Morgen war es mehr, als Erynn zu ertragen bereit war.
„Es ist mir zu eng hier drinnen“, sagte sie leise, zog die Riemen ihrer Netchrüstung fester und griff nach Bogen und Köcher, „ich werde mich in der Umgebung der Stadt ein wenig umsehen, schon um zu wissen, wie das Land sich anfühlt.“
Wie das Land sich anfühlt – Es war ein Ausdruck, den ihr Vater häufig benutzt hatte, wenn er die kleine Erynn in Gebiete des Großen Forstes mitgenommen hatte, in denen sie zuvor noch nicht gewesen war. Erynn hatte dann minutenlang still dagehockt und alle Eindrücke in sich aufgenommen. Welche Vögel sangen hier, wonach roch die Luft, welche Bäume und Pflanzen gab es, welche Wildpfade, war der Boden feucht oder trocken, sumpfig oder steinig...
Nach einer Weile war Erynn dieses Vorgehen so sehr in Fleisch und Blut übergegangen, daß sie sich kaum noch bewußt darauf konzentrieren mußte. Aber Sheogorad war so fremd und so anders, daß sie das Bedürfnis hatte, sich wahrhaftig in den Dreck zu knien, ihre Hände auf die Erde zu legen und zuzuhören, bevor sie die Jagd begann. Vielleicht erzählte das Land ihr noch etwas, das sie bisher übersehen hatte – mochten sich doch Arranges und Dreveni um die Hafenarbeiter kümmern, oder wen auch immer sie zu befragen gedachten.
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Drachentöter
Dreveni sah Erynn nur mit hochgezogener Augenbraue hinterher. Sie hatte keine Ahnung was ihr schon wieder über die Leber gelaufen war, und es interessierte sie auch nicht großartig, es wäre jedenfalls wenig Sinnvoll gewesen, der Echse gleich hinterher zu rennen. Arranges hatte durchaus Recht, wer wußte schon wie viele Argonier hier rumliefen. Sie dachte kurz nach während sie ihre Haare zu Ende kämmte und wandte sich dann an Arranges: "Ich hoffe fast dass er uns auflauert, dann hätten wir ihn endlich. Ihr kennt ihn besser, wie groß schätzt ihr die Chance ein? Und wohin wird er wohl am ehesten gehen, zu der Festung oder dem Turm? Einholen werden wir ihn ohnehin unterwegs nicht mehr, wenn er uns keine Falle stellt. Dafür hat er schon wieder zuviel Vorsprung. Das er uns abhängt glaube ich nicht, welche Echse verkriecht sich schon in den Bergen länger als nötig?"
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Legende
Was war denn das? Arranges blickte der Elfe nach und sein Gesicht brachte sehr deutlich zum Ausdurck, was er gerade dachte. Ja, auch er war nicht ganz zufrieden mit Drevenis Erscheinen, eigentlich hatte er irgendwo gehofft, dass die Assassinin im Zuber eingeschlafen wäre und erst wieder in einigen Stunden den Weg in das Zimmer finden würde. Aber Erynns Reaktion war nicht nur ihrer Jagdwut zuzuschreiben. Der Magier war sich jedenfalls sicher, dass er sicher keinen Reim darauf wusste, außer vielleicht den, dass Dreveni eben im falschen Augenblick hereinkam.
Er wandte sich der Dunkelelfe zu und überlegte kurz. 'Hmm.' Machte er. 'Gumora ist keiner jener Sorte, die in einem Loch warten, bis die Gefahr vorüber ist. Er wird jetzt, da er weiss, dass wir ihm ziemlich dicht auf den Fersen sind, versuchen uns einfach nur noch loszuwerden. Er ist nicht dumm, er kennt mich leider mindestens so gut, wie ich ihn. Daher wird er damit rechnen, dass wir einen Hinterhalt von ihm erwarten. Er weiss, dass er so im Kampf keine Chance gegen uns hat, auch wenn er den Ort und die Zeit bestimmen kann. Er wird es auf anderem Wege versuchen. Was ich aber glaube zu wissen, dass er eher in Richtung der Festung gegangen ist. Ich behaupte, dass er dort mehr Möglichkeiten hätte, uns zu trennen und dann versuchen einzeln auszuschalten. Er bewegt sich absolut lautlos und wenn er es darauf anlegt ohne irgendeine Spur zu hinterlassen. Leider hatte ich bis jetzt noch nicht das Vergnügen ihn im Nahkampf zu stellen, weshalb ich über seinen Kampfstil nichts sagen kann, aber ich glaube der ist genauso wie Gumora selbst, hinterlistig und trügerisch.'
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Legende
Auf ein stummes Einvernehmen hin erhoben sich Dreveni und Arranges und verließen das Kontor. Erynn war auf den ersten Blick nirgends zu sehen und so verabredeten sie sich, sich zu trennen um mehr Leute befragen zu können. Das Wetter hatte doch gehalten, es war zwar nicht übermäßig warm, aber die Sonne schien mittlerweile ein ganzes Stück höher am Himmel freundlich durch die sich langsam lösenden Nebelschwaden, die hier und da zwischen den Stegen der Kais auf der Wasseroberfläche waberten.
Dreveni machte sich direkt in Richtung einer kleinen Fischergruppe auf, die gerade einen kleinen Segler für ihre Arbeit auf See beluden. Die Nords wirkten auf den ersten Blick tatsächlich, als wären sie eh Tag und Nacht irgendwie unterwegs und würden recht viel mitbekommen.
Arranges hingegen gestaltete seine Suche etwas subtiler, er hielt die nächste Wache an, die in sein Blickfeld geriet. Ein hochgewachsener Kaiserlicher in der Rüstung der Legion.
'Seid gegrüßt Bürger.' Sprach ihn die Wache an. Es schien, als hätte der Mann im Laufe der Jahre hier wohl ein Gespür dafür entwickelt, wenn Fremde auch nur bestimmt in seine Richtung blickten, würden sie wohl auch demnächst irgendeine Auskunft zum Schiffsverkehr über Dagon Fel oder Sheogorad haben wollen, wobei es den Fremdlingen wohl meist leichter fallen würde, wenn sie nicht direkt eine vom Regen durchweichte und mürrische Wache vor sich hatten, die ohnehin nur ihren Dienst absaß und darauf wartete, wieder mit einem Krug Mazte in der Taverne sitzen zu können.
'Guten Morgen!' Gab Arranges zurück. 'Ihr habt des nachts nicht zufällig einen Argonier durch Dagon Fel kommen sehen, er kam mit einem Schiff hier an.' Der Magier beschrieb dem Soldaten das Aussehen Gumoras so präzise er es vermochte. 'Nein, tut mir leid. Während meines Dienstes, der etwa zwei Stunden vor Morgengrauen begann habe ich keinen Argonier gesehen. Aber zwei Khajiit, die sich mehr als auffällig in Richtung Süden davongeschlichen haben, die waren aber schon seit zwei Tagen in Dagon Fel.' Ich fresse einen Besen, wenn die nicht zu Gumora gehören. Außerdem passt die Richtung mit der Auskunft der Wirtin wenn auch nur grob überein. Der Wachmann bedeutete Arranges kurz zu warten und fing einen anderen Legionär ab, der wohl gerade seinen Dienst beendete und die Taverne betreten wollte. Ein kurzer, gemurmelter Wortwechsel später stand der Kaiserliche wieder bei dem Nekromanten. 'Er hatte seit gestern abend Dienst und war der Nachtwache auf den beiden Spähposten zugeteilt,' er deutete nach Osten und Westen jeweils auf eine kleine Anhöhe an der Bergflanke an die die Stadt sich schmiegte, Arranges erkannte dort jeweils einen mehr als notdürftigen Unterstand, 'er meinte, dass irgendwann mitten in tiefster Nacht ein Schatten nach Südwesten geschlichen sei.'
'Ich danke... gibt es irgendetwas, das man in dieser Richtung erreichen kann? Einen weiteren Ort oder etwas Ähnliches?' Der Soldat musste einmal kurz lachen bei dieser Frage. 'Ihr seid hier auf Sheogorad, hier gibt es außer Dagon Fel keine Zivilisation, nichteinmal, wenn man im Süden des Atolls direkt nach Vvardenfell übersetzt, der Küste dort sind rasiermesserscharfe Felsen direkt unter der Wasseroberfläche vorgelagert, Schiffsverkehr ist also unmöglich, im Westen beginnt das Aschland, an dessen grauen Stränden unzählige daedrische Ruinen stehen, keiner mit gesundem Verstand würde sich dort freiwillig herumtreiben. Zudem, wenn es ein Argonier ist und er sich auch nur ein bisschen auskennt, wird er sich dort sowieso nicht aufhalten, ganze Horden von Aschländerstämmen besiedeln dieses Gebiet, er würde schneller auf der Marterbank enden, als er seine Waffe ziehen könnte.' Aber dann hielt der Mann kurz inne und schien zu überlegen. 'Allerdings... weiter im Süden von hier, hinter dem Vulkankrater auf der anderen Seite dieser Bergkette, steht Rotheran. Eine ziemlich gut erhaltene, alte Festung der Dunmer. Da allerdings frage ich mich, was ein Argonier dort will?' Arranges zuckte nur mit den Schultern. 'Ich auch nicht, ich muss nur wissen, wohin er ist und wie ich ihm auf schnellstem Wege folgen kann.'
'Das ist einfach, ihr folgt diesem Pfad hinauf in die Berge und dort bei den nächstmöglichsten Gabelungen haltet ihr euch einfach nach Süden, ihr könnt schier unmöglich an Rotheran vorbeilaufen.' Arranges bedankte sich und wandte sich um, um nach Erynn und Dreveni zu schauen.
Drevenis Gespräch hatte nur wenig länger gedauert und bevor Arranges auch nur zehn Schritte in ihre Richtung getan hatte, hatte sie sich bereits wieder von der Gruppe verabschiedet und kam ihm entgegen. Die Dunmer hatte mit den Fischern mehr Glück gehabt, tatsächlich wollten zwei von den dreien einen Argonier, auf den Gumoras Beschreibung ziemlich gut passte, gesehen haben, wie eben eine solche Gestalt in die Berge gegangen ist.
Während Dreveni gerade noch ihr Erfahrenes an Arranges weitergab, sah dieser Erynn im Augenwinkel zu ihnen stapfen. Er lächelte ihr gleichermaßen freundlich warm und triumphierend zu. 'Ich hoffe das Land fühlt sich gut an, unsere neuesten Informationen tun es jedenfalls.' Sie gaben alles in Kurzform an Erynn weiter.
Nun war das wichtigste Für und Wieder geklärt. Sie hatten Gumora fast, sollte er ihnen einen Hinterhalt legen, würden sie ihn fassen, egal wie hinterlistig er es auch anstellen mochte. Arranges konnte den kurz aufblitzenden Bludurst in Erynns Augen mehr als deutlich erkennen. Ich hoffe deine letzten Gedanken gelten irgendeiner Person, die du nicht hintergangen hast, wenn es denn jemals eine solche gegeben hat, Gumora. Sie nutzen den Rest des Tages um Ausrüstung und Proviant zu ergänzen. Es gab in dem Kontor tatsächlich einen Schmied, der Arranges Kettenpanzer reparieren konnte und das auch noch zu einem mehr als passablen Preis. Die Arbeit sah gut aus, wenn man bedachte, dass die Mithrilkette vorher einfach nur Fetzen gewesen war, konnte man sie jetzt als fast wieder neu ansehen. Auch einen neuen Umhang in kleidsamem Moosgrün gönnte sich Arranges. Es war Abend und sie kamen gerade aus der Schankstube, wo sie noch letzte Besprechungen für den kommenden Tag abgehakt hatten auf das eine einzige Zimmer. Das wird eine spannende Nacht. Dachte sich Arranges sarkastisch, legte lediglich Gürtel, Kettenhemd und Beinschienen ab und rückte sich dann einen Stuhl zurecht. Auch wenn er in Vos ziemlich gut auf dem Bett geschlafen hatte, zog er ohne groß darüber nachzudenken den Stuhl aus reiner Gewohnheit, seit er mit Erynn unterwegs war, den Federn vor.
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